Rätsel
Der Regen prasselte unbarmherzig auf sie nieder und durchnässte sie bis auf die Haut. Trotzdem lief sie weiter durch den Wald, der das Wasser begierig aufsog. Es hatte etwas Befreiendes sich durch die lebendige Natur zu bewegen.
Plötzlich schlangen sich Arme um ihre Taille und sie wurde gegen einen harten Körper gepresst. Erschrocken versuchte sie sich zu wehren, aber der Unbekannte ließ keine Bewegung zu. Auch ein Versuch, den Kopf in den Nacken zu legen, um sein Gesicht zu sehen, schlug fehl.
Langsam und gemächlich begann der Mann hinter ihr, seine Hände über ihren Körper zu bewegen und ihre Kurven durch die nasse Kleidung hindurch zu erforschen. Ginny versuchte nur noch kurz, sich freizumachen, dann ließ sich sich fortschwemmen von den Gefühlen die der Regen und die talentierten Hände des Unbekannten in ihr hervorriefen.
Sie stöhnte leise auf, als er begann, ihren Nacken mit weichen Lippen zu liebkosen und mit den Fingern ihre harten Nippel zu umkreisen, die sich unter ihrer Bluse abzeichneten. Die Tatsache, dass sie nicht wusste, wer ihr geheimnisvoller Liebhaber war, gab ihr einen Kick, den sie nicht für möglich gehalten hatte, und als er anfing ihre Bluse aufzuknöpfen, wollte sie sich am liebsten die Kleider vom Leib reißen.
„Lass mich nur machen", flüsterte er, und streifte ihr das lästige Kleidungsstück über die Schultern. Hungrig reckte sie sich ihm entgegen und wurde von einer überwältigenden Welle der Lust überrollt, als der Regen auf ihre nackte Haut prasselte und seine warmen Hände über ihren Bauch und dann langsam zu ihren Brüsten wanderten.
„Berühr mich", keuchte sie und rieb sich an seinem kräftigen Körper, der sich so herrlich an den ihren bekam sie, wonach sie sich so lange gesehnt hatte.
Er ließ sich nicht lange bitten und löste den Verschluss ihres BHs, der ihn noch von der weichen Haut ihrer Brüste trennte. Er begann sie zu umkreisen, sie zu kneten, und Ginnys Knie wurden weich. Sie spürte, wie feuchte Wärme sich zwischen ihren Schenkel ausbreitete und keuchte erleichtert, als seine Finger endlich quälend langsam ihren Weg zum Bund ihrer Jeans fanden.
„Ich will dich..." seufzte sie, als er gerade den Knopf öffnete und drängte sich sehnsüchtig gegen seine Hände...
Schwer atmend schreckte Ginny auf und saß senkrecht im Bett. Zwischen ihren Beinen pochte es und sie spürte warme Flüssigkeit auf der Innenseite ihrer Schenkel. Am liebsten hätte sie auf etwas eingeschlagen. Es war so ein lebhafter Traum gewesen...Sie schaute auf ihren Wecker. Es war sieben Uhr. An Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken. Sie konnte genauso gut Duschen gehen.
Später, als der Schultag endlos an ihr vorüberzog, wanderten ihre Gedanken zurück zu ihrem Traum. Sie wünschte sich so sehr, sie wäre nicht aufgewacht. Beinahe ließ sie sich von Seamus zu einem Date überreden, aber so verzweifelt war sie dann doch noch nicht.
Griesgrämig packte sie nach einer grauenvollen Stunde Zaubertränke mit den Slytherins ihre Tasche zusammen, als ihr plötzlich ein Stückchen Pergament auffiel. Neugierig faltete sie es auseinander, denn sie war sich sicher es noch nie zuvor gesehen zu haben.
Ich weiß, was du willst.
Erschrocken blickte sie sich um, doch niemand schien sich in diesem Moment für sie zu ineressieren. Wer konnte das nur gewesen sein? Die Schrift kam ihr nicht bekannt vor. Und was war damit überhaupt gemeint? Niemand konnte von ihren Tagträumen und Fantasien wissen. Oder umgab ihre Sehnsucht sie wie eine Aura, die für jeden sichtbar war, der dafür sensibel war?
Ginny verließ nachdenklich die Kerker, ausnahmsweise wartete sie nicht auf ihre Freunde. Zu sehr beschäftigte sie die geheimnisvolle Notiz. Gab es tatsächlich jemanden, der ihr geben wollte, was sie suchte? Der Gedanke daran sandte einen Schauer über ihren Rücken.
Plötzlich wurde sie grob am Arm gepackt und in einen der zahllosen kleinen Alkoven gezogen, die Hogwarts Korridore säumten.
„Und, Weasley, hatte ich Recht?", fragte eine spöttische Stimme. Sie kam ihr vage bekannt vor.
„Wer bist du?"
„Ist das nicht egal?"
'Moment', dachte sie. 'Es gibt nur einen in Hogwarts, der mich bei meinem Nachnamen nennt.'
„Malfoy, lass deine Drecksfinger von mir!"
„Oh, gut, Weasley. Du hast mich erkannt. Aber du hast die Frage nicht beantwortet." Er lachte leise und gefährlich.
„Ich weiß nicht, wovon du sprichst."
„Das ist ja interessant. Ich glaube, du weißt ganz genau, was ich meine. Ich kann es schon fast riechen, was du willst." Langsam strich er mit einem seiner Finger über ihr Schlüsselbein und beugte sich zu ihr hinunter. „Du willst berührt werden. Du willst, dass jemand dich heiß macht, bis dein ganzer Körper glüht, und dann, wenn du nur noch von deiner Lust und dem Verlangen nach ihm erfüllt bist, willst du ge..."
„Malfoy!" Energisch riss Ginny sich los. Für einen Moment hatte sie sich tatsächlich einlullen lassen, von den Wahrheiten, die er in ihr Ohr geraunt hatte. Doch dann wurde ihr wieder bewusst, wer er war. „ Verschwinde und lass mich in Frieden!"
„Wie du willst Weasley..." Mit einem amüsierten Grinsen ging er davon und ließ Ginny verwirrt und wütend zurück.
Wie konnte er es wagen? Ausgerechnet er! Doch insgeheim wunderte sie sich, wie gut er zusammengefasst hatte, was sie wollte...
Als sie abends im Bett lag, immer noch aufgewühlt von ihrer Begegnung mit Malfoy, kam ihr ein Gedanke. Vielleicht konnte sie die Tatsache, dass er sie durchschaut hatte, zu ihrem Vorteil nutzen, ohne dass sie sich ihm unterwerfen musste.
Und so begann sie, ihr Spiel mit ihm zu planen...
