So, jetzt bekommt ihr ein größeres Kapitel. Ich hoffe meine Geschichte gefällt Euch bis jetzt :)


Als Severus wieder in den Slytherin Gemeinschaftsraum kam, warteten seine Freunde schon ungeduldig.

„Und, wie sieht es aus?"

„Wie ist es gelaufen?"

Severus lachte „Nun macht mal halblang, ich erzähl ja schon!", und find an, das eben Erlebte wiederzugeben.

„Und das heißt jetzt, dass du nicht mehr mit uns im Verwandlungsunterricht bist?", fragte Bellatrix enttäuscht.

„So sieht es aus, ja." „Ich wäre so gerne dabei gewesen, als deine Mutter mit der alten Vettel geredet hat." , Rudolphus grinste breit.

„Zu mal sie dich ja mal wieder in Schutz genommen hat!", Lucius schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, was Eyleen an dir so toll findet. Von mir redet sie nicht so viel!"

Rudolphus ließ ein bellendes Lachen ertönten. „Ist da etwa jemand neidisch?"

Lucius Malfoy zog beleidigt die Mundwinkel nach unten. „Tz, nur weil dein Vater ihr Cousin ist!"

Rudolphus lachte erneut. „Na und? Deine Mutter ist ja wohl näher mit ihr verwandt!"

Severus stöhnte genervt auf. „Wenn ihr sie so toll findet, fragt sie doch, ob sie euch adoptiert!"

Nun lag es an Lucius, dass ein Lachen erschallte.

„Das kannst du ja mal meiner Mutter vorschlagen, die wird sich bedanken! Die kriegt schon ne Krise, wenn sie nur den Namen hört. Irgendwie mögen sich unsere Mütter nicht besonders."


Severus saß gerade in der Bibliothek, als Rudolphus auftauchte.

„Ach hier bist du!", stellte er erleichtert fest, während er sich Severus gegenübersetzte, und einige Bücher zur Seite schob.

„Was gibt's?", fragte Severus interessiert, und der Rotschopf ihm gegenüber holte seine Tasche hervor und fing eifrig an zu suchen.

„Vorhin kam ein Brief für dich an, den wollte ich dir vorbeibringen. Man war dein Viech bissig!", Rudolphus legte ihm den Brief auf den Tisch, seine Hand zeigte dabei tiefe rote Striemen. Severus nahm ihn dankbar entgegen.

„Vielen Dank, er ist von Amalia, richtig?" Der Slytherin nickte. „So ich muss auch wieder, deine Schwiegermutter erwartet uns!"

Mit einem aufmunterndem Nicken verabschiedete sich der Langhaarige von Severus, der schon dabei war, den Brief zu öffnen.

Lieber Severus,

Ich weiß, dass es ziemlich ungünstig gelaufen ist, es tut mir wirklich leid. Ich hoffe, meine Mutter lässt dich in Ruhe, und ruiniert dir nicht deinen Abschluss. Ich habe meine Semesterarbeit erfolgreich abgeschlossen und hier in Kairo wird es immer wärmer, man merkt, der Frühling kommt langsam. Wenn du Hilfe brauchst, bei deinen Prüfungen, bitte sag mir bescheid. Ich hoffe deine Bewerbung zur Universität hast du schon abgeschickt. Ich bin mir sicher, dass sie dich nehmen. Du bist ein Naturtalent in Zauberkünste!"

Ich würde mich sehr freuen, wenn du zu den Frühjahres Ferien zu mir nach Kairo kommen würdest, hier gibt es ein Haufen von alten Zaubern die dich interessieren würden. Ich könnte sogar eine Pyramidenbesichtigung arrangieren. Du magst mit dem Kopf schütteln, aber das wäre eine ganz Spezielle, aber das wirst du denn ja sehen.

Wenn die Reise für dich ein finanzielles Problem darstellen sollte, würde ich dich natürlich einladen. Ich freue mich jetzt schon, dich wieder zu sehen.

Fühle dich gedrückt und geküsst

Amalia

Severus stockte skeptisch. Eine spezielle Pyramidenbesichtigung? Was sie wohl wieder geplant hatte. Severus schmunzelte, und steckte den Brief wieder in den Umschlag. Er griff nach einem Stück Pergament und schrieb, dass er ziemlich gerne kommen würde, er es nur noch mit seiner Mutter absprechen müsse. Die Anmeldung habe er heute morgen verschickt und er würde sie sofort benachrichtigen, wenn eine Antwort käme.

Danach beugte er sich wieder über den großen Bücherstapel, und las erneut das Kapitel „Verwandlung von Belebten". Als die große Stundenglocke dröhnte, packte er seine Sachen, und verschwand in den Slytheringemeinschaftsraum, wo er auf Lucius traf, der eines seiner schadenfrohen Lächeln präsentierte.

„Was ist jetzt wieder passiert?", fragte Severus neugierig, während er seine Tasche über die Lehne eines Ledersesseln hing, und sich rückwärts auf eines der Sofas fallen ließ. Lucius lehnte sich in einem Sessel zurück, und wartete einen Augenblick.

„Erinnerst du dich noch an den Typen, der uns mit dem Lord bekannt machte? Rodney?" Severus überlegte einen Moment, und nickte dann zustimmend.

"Der Blonde, dem sie die Zunge rausgebrannt haben, der danach so schrecklich undeutlich geredet hatte ?"

Lucius nickte.

„Was ist mit dem?", fragte Severus nun doch interessiert. Rodney war einer der ersten, die sich Voldemord anschlossen. Er war selbst Schüler auf dieser Schule und hatte den Slytherintrupp schon seid der 5. Klasse unter seine Fittiche genommen. Severus mochte ihn nicht besonders, von Lucius mal ganz zu schweigen. Malfoy war halt ein Mensch, der sehr schwer Befehle entgegen nahm.

„Sie haben ihn gehängt!"

Severus klappte die Kinnlade auf. „Sie haben was?"

Lucius schob ihm die Abendausgabe des Tagespropheten zu. Auf der Titelseite prangte die Überschrift „Staatsfeind verhaftet und hingerichtet!"

Schockiert blätterte Severus den Artikel auf, und begann laut vorzulesen

Staatsfeind verhaftet und hingerichtet!

Der seid Monaten gesuchte Verbrecher James Rodney jr. wurde Ende letzter Woche während eines terroristischen Aktes festgenommen, wobei 4 Muggel starben, und über 30 verletzt wurden.

James Rodney jr. , der einer Vereinigung angehörte, die sich selbst Todesser nennen und für die Ausmerzung der muggelstämmigen Zauberer in der Gesellschaft stehen, gestand mit einer erschreckenden Begeisterung, dass er aus freien Stücken im Auftrag von Lord Voldemord, wie die Anhänger ihren Rädelsführer nennen, über ein Dutzend Muggel und muggelstämmige Zauberer getötet habe.

Er sprach sich selbst in allen Fällen schuldig und das Gericht plädierte zur einer lebenslangen Haftstrafe in Azkaban, jedoch entschieden sich die Geschworenen Rodney jr. zum Tode durch den Strang zu verurteilen. Die Vollstreckung des Urteils geschah heute im Morgengrauen, um ein Aufstand zu verhindern. Seine letzten Worte waren grausam und menschenfeindlich. „Ich habe mich aus Überzeugung angeschlossen, die Welt von dem Unrat zu befreien, der sich Schlammblut nennt. Und ich würde es jedes Mal wieder tun."

Severus schaute Lucius fragend an. „Und was findest du daran jetzt so witzig?"

Lucius schüttelte den Kopf, und sprach in einem sehr ernsten, unerschütterlichem Ton: „ Du verstehst nicht. Jetzt wo Rodney weg ist, haben wir endlich die Chance, uns als Würdig zu erweisen. Endlich das Mal zu bekommen. Aufzusteigen in der Hierarchie."

Severus schaute etwas verdutzt. „Du willst da wirklich dauerhaft mitmachen? Ist das nicht etwas zu riskant?"

Lucius Augen glühten. „Stell dir doch mal das gewaltige Wissen vor, was wir uns aneignen, die Macht die wir erlangen. Wir zusammen, du sein persönlicher Tränkemeister, und ich seine Galleonsfigur im Ministerium."

„Findest du das nicht etwas zu radikal?", Severus überlegte kurz. Amalia würde das gar nicht gefallen. Lucius lehnte sich zurück.

„Wenn du nicht mitmachen willst, ist es völlig in Ordnung. Niemand wird dich dafür verurteilen, jedoch haben Rudolphus und Bellatrix reges Interesse gezeigt. Aber die Entscheidung bleibt ganz bei dir. Wir wollen dich zu nichts Zwingen." Severus atmete tief durch.

„Ich überleg es mir okay? Ich mein, die Aufträge, die wir schon erledigt haben für den Lord, waren ja ganz in Ordnung. Beschaffen von irgendwelchen Sachen, nix dolles. Aber meinst du, dass wir für eine solch große Sache überhaupt geeignet sind? Also ich weiß nicht, ob ich einen Menschen töten könnte. Muggel hin oder her. Zumal wenn wir erwischt werden, könnten wir als Nächstes an Rodneys Stelle am Galgen baumeln."

Lucius lachte. „Wo ist der Severus den ich kenne? Früher warst du nicht so zimperlich. Nun mach dir mal da keine Sorgen drüber, wir haben gute Beziehungen, und außerdem sind wir um einiges schlauer als dieser Rodney. Uns kriegen die nicht. Und wenn doch, sind wir halt mit dem Imperius belegt worden. Wir haben uns bisher immer aus der Affäre winden können."

Severus seufzte: „Ich überleg es mir, okay?"


Der volle Mond brach immer schöner über die schottische Landschaft hinein, und ließ das Wasser silbrig schimmern, das Gevatter Winter lange unter einer gossen Eisdecke verborgen hielt. Severus kramte in seinem Kleiderschrank, und warf so ziemlich jedes Kleidungsstück hinter sich, was nicht gerade in dem großen Koffer landete.

„Was zum Henker machst du da bitte?", hörte Severus eine gedehnte Stimme hinter sich sprechen und erschrocken drehte er sich um. Bellatrix stand im Türrahmen und betrachtete skeptisch das große Klamottenchaos, was sich teils auch über Rudolphus Seite des Raumes ausbreitete. Etwas verlegen schaute Severus über seine Klamotten, die Teils sogar auf seinem Schreibtisch lagen.

„Ich suche etwas, was ich mit nach Ägypten mit nehmen kann.", er lächelte verlegen. Bellatrix fischte ein T-shirt aus dem Papierkorb, und hielt es dem jungen Slytherin entgegen.

„Wie wäre es damit?", fragte sie mit einem Augenbraunhochziehen und Severus betrachtete das grüne Shirt misstrauisch, als ob es ihn anspringen wollte.

„Na wenn du meinst!", murmelte er leise, und warf es in den großen Koffer.

„Ich suche eigentlich Rudolphus, hast du ihn gesehen? Narcissa weiß auch nicht, wo er und Lucius stecken! Diese Kindsköpfe kann man auch keine Sekunde alleine lassen!", Bellatrix wartete keine Antwort ab, sondern drehte sich wieder um, auf der Suche nach den Beiden. Severus kam eine grandiose Idee.

„Bella Liebes?", die Schwarzhaarige drehte sich fragend um. „Ich mach dir ein Angebot, du hilfst mir beim Packen, und ich helfe dir danach, Rudolphus zu finden." Erstaunlicherweise stimmte die Black zu.

„Gut, wenn es dir hilft.", sagte sie, und watete durch den Klamottenhaufen und schnappte sich hier und da mal ein Kleidungsstück. Nach einigen Minuten war der Koffer fertig gepackt.

„Bella du bist ein Schatz!", glücklich ließ sich Severus auf sein Bett fallen.

„Ich weiß, und der Schatz kostet seinen Preis, also komm jetzt, bevor er noch irgendeinen Unsinn anstellt.", Bellatrix nahm Severus an die Hand, und zog ihn zur Tür.

Sie schlenderten einige Zeit durch die Kerker, wohl wissend, dass schon Sperrstunde war, bis sie sich die oberen Geschosse vornahmen. Eine keifende Stimme ließ sie aufhorchen. Sie bogen rechts ab, und sahen hinter einer Rüstung hindurch McGonagall, wie sie sich aufgeplustert vor zwei Schülern gestellt hatte und nun eine bitter böse Schimpftretrade auf die Beiden nieder troff. Severus hielt Bella zurück, die ihr Versteck verlassen wollte, als die Professorin den Namen Lestrange fallen ließ. Severus reckte sich, und sah mit einer gewissen Schadenfreude, Black, und Potter betreten auf den Boden schauen.

„Ich will jetzt wissen, was da passiert ist!", zischte Bellatrix, als Severus sie erneut zurückhalten wollte. Und mit eleganten Schritten marschierte die Black durch den Korridor.

„Ms. Black, gut dass ich Sie treffe.", die Verwandlungslehrerin drehte sich um, nicht ohne den Rumtreibern noch einen bösen Blick zu zuwerfen. Bellatrix drehte sich überrascht um.

„Ja? Was gibt es denn?", ein falsches Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht.

„Ich hatte den Blutigen Baron beauftragt, nach Ihnen zu schauen. Sie sollten zu mir ins Büro kommen.", Minerva blickte rasch zu Severus, der mit verschränkten Armen am Ende des Ganges neben der Rüstung stand.

„Mr. Snape, Sie waren nicht gebeten worden zu kommen!", bellte Minerva und Snape zuckte erschrocken zusammen. Bellatrix schaute fragend zu ihrer Lehrerin.

„Ist was passiert?", fragte sie misstrauisch, und Minerva begann sich bedacht die Worte zurecht zu legen.

„Mr. Malfoy und Mr. Lestrange liegen im Krankenflügel." Bellatrix und Severus machten große Augen.

„Warum zur...", Minerva blickte die Rumtreiber mahnend an.

„Wir sprechen uns nachher noch! Kommen Sie, Ms. Black." Bellatrix blieb stehen.

„Ich geh nicht ohne Severus!" Die Verwandlungsprofessorin zuckte mit dem Mundwinkel.

„Meinetwegen!"

Schweigend gingen die Drei die dunklen Korridore entlang. Bellatrix hielt Severus Hand ganz fest und ließ sie erst los, als sie vor der großen Eichentür standen. Die beiden Slytherins pochte das Herz bis zum Hals. Was war passiert, und was würde sie da drin erwarten? Minerva wartete auf ein bestätigendes Nicken, bevor sie die Tür öffnete.

Es war stockdunkel in dem Raum und es roch nach vielen Medikamenten. An den Fenstern gingen ein paar Lichter an, und erhellten den großen Raum spärlich. Madam Pomfrey kam hinter einem großen Paravan hervor und begrüßte Minerva und die Schüler mit einem Kopfnicken.

„Können wir zu ihnen?", fragte Severus leise, und die Krankenschwester nickte. „Aber nicht zu lange!", mahnte sie , und gab den Eingang zum Paravan frei.

Das erste was Bellatrix sah, als sie den kleinen Raum betrat, war, dass ein riesiger Tisch mit vielen Flaschen und Salben rechts neben dem Bett von Lucius stand.

„Wo zu Henker wart ihr! Was zum Teufel habt ihr gemacht! Und warum habt Ihr mir nicht gesagt, dass Ihr unterwegs seid! Ich habe mir Sorgen gemacht! Und wo zum Henker ist Rudolphus?"

Lucius schmunzelte.

„Auf welche Frage willst du zu erst eine Antwort?" Lucius saß aufrecht in seinem Bett, ein paar Schrammen zeigten sich auf seinen Unterarmen, und auch vom Kinn zog sich ein langer Kratzer durch sein Gesicht.

„Was habt Ihr gemacht?", fragte Severus und blickte suchend durch den Raum.

Lucius klopfte auf sein Bett, und bat Bella sich drauf zu setzten. Nachdem sie seiner Bitte nachgegangen war, legte er ihre Hand in seine.

„Meine Liebe, versprichst du mir, dich nicht aufzuregen?" Die Slytherin nickte skeptisch.

„Ich werde es versuchen!"

„Ich habe Narcissa absichtlich nicht holen lassen, weil ich nicht möchte, dass sie sich unnötig Sorgen macht. Und ich möchte auch nicht, dass ihr Cissa ein Sterbenswörtchen davon sagt."

Nach einer kurzen Pause setzte Lucius wieder an.

„Wir waren heute Nacht beim Lord und haben unseren Weg geebnet. Wir hatten heute unsere Aufnahmeprüfung! Wir sind nun in seinen Diensten"

Den Schülern klappte die Kinnlade auf.

„Ihr wolltet damit auf mich warten!", knurrte Bella ärgerlich. Lucius drückte besänftigend ihre Hand.

„Aber das ist nicht der Grund, warum wir hier liegen. Wir waren auf dem Rückweg, und sind gerade die Ländereien zum Schloß hochgestiegen, als wir eine nette Begegnung mit den 4 Rumtreibern hatten.", der Malfoy Erbe schluckte kurz.

Severus blickte nach draußen. Es war Vollmond.

„Heißt dass, dass ihr auf den Werwolf gestoßen seid?" Lucius nickte unheilvoll.

„Was ist mit Rudolphus?", sorgenvoll blickte Bella wieder durch den Raum.

„Der liegt im Nebenraum, die haben ihn mit Schmerzmitteln vollgepumpt, dass er schon halluzinierte. Sie verarzten ihn gerade." Die Schwarzhaarige nickte zögernd.

„Was ist dann mit euch passiert?", fragte Severus interessiert, und die Erinnerung von seiner benahen Begegnung mit dem Werwolf vor zwei Jahren, keimte wieder auf.

„Lupin drehte total ab, weil er das Blut gerochen haben muss, was wir von dem Treffen noch an uns hatten und ist auf uns losgestürmt. Potter und Black wollten ihn zurückhalten, als ob sie das hätten schaffen können, in ihrer lächerlichen Animagusgestalt. Wir haben uns versucht zu verteidigen, aber es war ein ziemlicher Überraschungsmoment gewesen."

„Wurdet ihr gebissen?", fragte Severus und musterte Lucius Schrammen kritisch.

„Nein, nur ein paar Kratzer, nichts schlimmes. Aber Rod hat es ziemlich erwischt!", Lucius nickte zur Tür hinter ihm, und Bellatrix knackte nervös mit den Fingerknöcheln.

„Wie lange ist er da schon drinnen?", fragte Bellatrix besorgt.

„Soweit ich weiß, schon eine ganze Weile." So saßen sie noch einige Zeit auf Lucius Bett und lauschten einigen Stimmen aus dem Nebenzimmer. Sie vernahmen das Klirren einiger Phiolen und der murmelnden Stimme der Krankenschwester. Dann hörten sie das Geräusch von quietschenden Reifen, und Pomfrey schob einen überall bandagierten Rudolphus hinein, der aufrecht in seinem Bett saß.

„Ihr seid ja immer noch hier!", fauchte Madam Pomfrey, und schaute die Schüler böse über ihre Brille hinweg an. „Ich gebe euch 3 Minuten, dann seid ihr hier wieder draußen!", streng zupfte sie noch die Bettdecke von Rudolphus zurecht, verschwand dann aber schnellen Schrittes in ihr angrenzendes Büro.

„Bella, Severus!", murmelte Rudolphus noch ziemlich benommen „Was macht ihr denn hier?" , und mit entsetztem Blick starrten die drei anderen Slytherin auf sein Gesicht, was geistesabwesend lächelte.

„Was haben die mit dir angestellt!", flüsterte Bellatrix und umarmte ihn. Er keuchte, und drückte sie von sich weg.

„Bitte, ich... hab... Schmerzen.", flüsterte er leise und hob seine Decke hoch, um seinen bandagierten Oberkörper zu zeigen. Severus wand sich wieder zu Lucius.

„Wie habt ihr es geschafft , ihm zu entkommen?"

„Black hat ihn abgelenkt, und Potter und ich haben Rod hochgebracht. Black kam hinterher und Potter hat McGonagall verständigt." Rudolphus grinste schmerzverzerrt, und seine geweitete Pupille bestätigte den Anderen , dass er nicht ganz Herr seiner Sinne war.

„Und dich hat es mal wieder verschont. Tolles Schicksal hast du!", lallte er und fing herzhaft an zu Lachen, bis er sich vor Schmerzen wand.

Severus drehte sich erleichtert um. „Na immerhin hast du nicht deinen Humor verloren. Was ist mit deinem Gesicht passiert?"

Dem Rothaarigen überkam eine Gänsehaut und glitt mit den Fingern über seine bandagierte, rechte Gesichtshälfte.

„Ich habe eine Pranke von diesem Vieh durchs Gesicht gezogen bekommen. Und was ist? Dieser Schönling kommt natürlich nur wieder mit ein paar kleinen Kratzern davon! Sein Glück will ich haben", Rod lächelte schmerzverzerrt und schüttelte den Kopf, soweit es seine Kopfschmerzen zuließen.

„Und?", fragte Severus etwas zurückhaltend.

„Was und?", fragte Rudolphus verwirrt.

„Ist es noch da?", peinlich berührt tippte Severus unter sein eigenes Auge. Rudolphus wurde bleich.

„Ich gehe davon aus!", vorsichtig fasste er an den Verband.

„Also aufmachen kann ich es nicht, und sehen tu ich auch nichts, von fühlen mal ganz zu schweigen." Noch bevor sie etwas sagen konnten, kam Madam Pomfrey wieder herein.

„Jetzt seht endlich zu , dass ihr verschwindet! Die Armen brauchen Ruhe!", und mit einer Bestimmtheit schob sie beiden Slytherins zur Tür hinaus.