Teil 2

Hermine saß am Frühstückstisch und wartete auf Severus. Er tauchte seit ihrem Unfall oft unangemeldet bei ihr auf. Meist zum Frühstück und sie gestand sich ein, dass das inzwischen ihre liebste Tageszeit war.

Sie wusste natürlich, dass er es als eine Verpflichtung ansah, sich um sie zu kümmern. Aber das war ok. Er war ein guter Freund und Chef und sie war entschlossen, seine Freundschaft und ihre neue Kameradschaft zu genießen.

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Snape war in seinem Büro und warf einen letzten Blick auf seinen Schreibtisch. In den Tagen seit Hermines Unfall hatte sich einiges angehäuft und er hatte heute morgen wenigstens ein paar Sachen erledigen können. Nun war er hungrig und freute sich auf Hermines Gesellschaft. Er konnte kaum glauben, wie sich ihre Beziehung seit dem Unfall geändert hatte.

Ihre Eltern hatte ihm erlaubt sie zu besuchen und so saß er fast jeden Tag an ihrem Bett. Als sie dann endlich entlassen wurde, kam eine sofortige Rückkehr ins Schloss und die kalten Kerker nicht in Frage. Ihre Eltern bestanden darauf, dass sie zu Hause blieb.

Drei ganze Tage hatte Hermine es ausgehalten, dann zog sie in eine kleine Wohnung, in der sie sowohl Severus als auch ihre Eltern besuchen konnten.

Damals hatte er eine Entscheidung getroffen. Er wollte ihr Freund sein, er wollte für sie da sein, verdammt noch mal!

Und so fing es an. Er begann damit, sie zum Frühstück zu besuchen. Manchmal redeten sie über die Arbeit, manchmal schwiegen sie nur und lasen in der mitgebrachten Zeitung.

Er blieb nie lange.

Anfangs.

In der zweiten Woche nach Hermines Unfall begann er zu überlegen, ob er nicht mehr Zeit mit ihr verbringen sollte.

Sicher fühlte sie sich am Abend allein?

Er suchte Anzeichen dafür und war enttäuscht keine zu finden.

Es war verwirrend, dass Hermine so einfach über ihre Gefühle zu ihm hinweggekommen war.

Sie bedachte ihn nicht mehr mit vielsagenden Blicken und versuchte nicht mehr von einer gemeinsamen Zeit sprechen.

Warum war er nicht froh darüber?

Es wurde immer härter und härter (im wahrsten Sinne des Wortes) für ihn, sie nicht beim Abschied zu küssen oder eine Locke aus ihrem Gesicht zu streichen.

Und nach fast jedem gemeinsamen Frühstück fand er sich unter seiner Dusche wieder.

Ein sehr schlechtes Zeichen.

Vielleicht sollte er das Frühstück ausfallen lassen?

Aber es war Freitag und das Wochenende gehörte ihren Eltern – wenn er sie heute nicht sah, dann würde er erst am Montag wiedersehen.

Er schnappte sich seine Muggeljacke und machte sich auf den Weg.

Frühstück mit Hermine.

Kein Zauberer konnte da widerstehen.