Teil 4
Als Hermine aufwachte, lag Severus schlafend neben ihr. Sie berührte sanft sein Gesicht, fuhr mit einem Finger über seine Nase. Sie wollte ihn nicht wecken, aber die Versuchung war einfach zu groß.
Nach ein paar Minuten hielt sie es nicht mehr aus, sie musste ins Bad.
Snape knurrte und drehte sich um, wachte aber nicht auf als sie das Bett verließ.
Sie bahnte sich ihren Weg ins Badezimmer, darauf bedacht, nicht über ihre Schuhe und Kleider zu stolpern. Sie fühlte sich toll und grinste, Severus Snape war nicht nur im Brauen von Tränken gut.
Bevor sie zurück ins Schlafzimmer ging, warf einen schnellen Blick in den Spiegel.
Oh je.
Sie sah schrecklich aus. Total verwuschelt, klebrig und zerbissen. Zerbissen ? Was hatte Severus mit ihr angestellt ?
Sie wollte wirklich zurück ins Bett gehen und mit ihrem Liebhaber kuscheln, aber sie hatte das Gefühl, sie sollte sich waschen.
Sie schloss die Tür zum Bad und stellte sich unter die Dusche.
Snape war immer noch nicht aufgewacht, als Hermine das Badezimmer verließ. Sie schaute auf die Uhr und dann auf seine schlafende Gestalt im Bett. Wie es schien, brauchte er den Schlaf. Hermine zog sich an und ging in die Küche, um Kaffee zu machen.
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Snape wachte langsam auf. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen und schaute sich stirnrunzelnd um.
Etwas war anders.
Das war nicht sein Zimmer.
Oh.
Hermine ... Shit.
Er war allein. Warum lag sie nicht neben ihm?
Bereute sie was passiert war ? Oder war es nicht gut gewesen?
Nein, es war alles in Ordnung. Er grinste, eigentlich war es unglaublich. Sie schien glücklich zu sein.
Er stieg aus dem Bett, schaute sich um und suchte seine Sachen. Sein Körper protestierte, laut. Die Muskeln in seinem Rücken und Oberschenkeln schrien vor Empörung.
Verdammt, ich bin zu alt dafür.
Er verzog das Gesicht, stieg in seine Hosen und machte sich auf die Suche nach seiner Geliebten.
Sie stand mit dem Rücken zu ihm und war damit beschäftigt Kaffee zu kochen.
OK, Snape.
Sei nett.
Das ist Hermine.
Sag nur nichts Dummes.
Er nahm einen tiefen Atemzug, trat hinter sie und legte seine Arme um ihre Taille.
"Hey."
Das war nett, nicht wahr?
Seine Stimme war noch heiser vom Schlaf. Sie lehnte sich an ihn.
Er küsste ihren Hals.
"Hmmm."
Hermine drehte sich um und versuchte, ihn auf den Mund küssen, aber er murmelte etwas von schlechtem Atem.
Dann fiel sein Blick auf ihrem Hals.
"Merlin, war ich das?"
Hermine grinste und streichelte seine Wange mit der Hand.
"Nein, das war mein anderer Liebhaber."
"Hmmmffff", schnaubte er und musterte sie von Kopf bis Fuß.
Um einen besseren Blick auf den angerichteten Schaden werfen zu können, schob er ihr T-Shirt hoch.
"Hey!"
Sie schlug seine Hand weg.
"Es tut mir leid, Hermine", sagte er mit einem verlegenen Ausdruck.
"Ich glaube, ich habe mich ein wenig hinreißen lassen."
"Ich beschwere mich nicht", sagte sie.
Sie grinste.
Oh Gott, sie wollte ihn tatsächlich schon wieder.
"Kann ich Dein Badezimmer benutzen?"
Er wollte sich so schnell wie möglich frisch machen um sie zu küssen.
"Ja natürlich", lächelte sie.
"Du brauchst nicht zu fragen. Es gibt saubere Handtücher und irgendwo muss noch eine neue Zahnbürste sein."
"Es interessiert Dich also doch."
"Hey!"
Sie runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf, als er im Badezimmer verschwand.
Sie war überrascht, wie entspannt er war. Dabei hatte sie sich Sorgen gemacht, dass er ausflippen würde, aber alles schien in Ordnung.
Sie goss Kaffee ein und nahm einen Schluck. Vielleicht war er nach gutem Sex immer in dieser Stimmung?
Nun, dann würde sie dafür sorgen, dass er den oft bekam.
Sie spürte ein Kribbeln zwischen ihren Beinen, als sie daran dachte wie er sie geliebt hatte.
Hatte er Liebe gemacht?
Sie wusste, dass sie es getan hatte, aber wer wusste schon, was in seinem Kopf vorging?
Er hatte ihr keine unsterbliche Liebe geschworen, aber sie hätte so etwas auch nie von ihm erwartet. Er war noch immer Severus Snape.
Alles, was sie je von ihm wollte, war eine Chance.
Die Möglichkeit zu sehen, ob sie zusammen glücklicher sein könnten als allein.
Würde er es versuchen? Sie hoffte es, denn wenn nicht, dann würde sie aufgeben, die magische Welt verlassen und ihn nie wiedersehen.
Sie hoffte, es würde nicht so weit kommen.
Bisher gab es keine Anzeichen dafür, dass er das Ganze für einen Fehler hielt.
Snape stand unter der Dusche und wusch sich seine Haare mit Hermines Shampoo. Nun würde er nach ihr riechen.
Bisher war alles gut verlaufen, dachte er.
Er war nett gewesen, oder?
Er war überrascht, wie gut er sich fühlte. Vielleicht weil er keine Zeit gehabt, über das, was passiert war, nachzudenken. Er stieg aus der Dusche und trocknete sich ab. Ganz ohne Magie. Er legte seine Hände auf das Waschbecken und betrachtete sich im Spiegel. War er wirklich bereit eine Beziehung zu führen?
Er inspizierte seinen Körper. Auf seinem Rücken sah er mehrere Kratzspuren und einige blaue Flecken, offenbar von Hermine. Nun trugen ihre Körper jeweils Spuren des anderen und irgendwie erfüllte ihn das mit einem irrationalem Stolz.
Er wollte mehr davon, er wollte mit ihr aufwachen.
Er dachte darüber nach, wie sie ihn ansah.
Oh Gott. Wenn er sie jetzt verletzte, würde er sie verlieren.
Aber in Wahrheit hatte er sich für eine Beziehung mit Hermine in dem Moment entschieden,als er sie geküsst hatte.
Das hatte er gewusst.
Aber was würde nun passieren?
Was erwartete sie von ihm?
Er hatte keine Ahnung.
Versuch einfach den Tag zu überstehen, sagte er sich.
Und dann den nächsten Tag.
Er fand eine neue Zahnbürste und putzte sich die Zähne.
Er hatte keine Ahnung, wohin das führen würde, aber jetzt wollte er Hermine küssen.
Und vielleicht noch viel mehr.
Er atmete tief durch, verließ das Bad und ging ins Schlafzimmer um sich anzuziehen. Das Bett war gemacht und seine Kleider lagen ordentlich auf dem Stuhl. Als er fertig war, ging er zu Hermine in die Küche.
"Bekomme ich nun einen Kuss?"
Hermine lächelte und legte ihre Arme um ihn.
Endlich.
"Hmmmm. Minz frisch."
Dann ging sie zurück und versuchte, nicht über ihn zu lachen. Sein Gesicht war gerötet und sie war sicher, dass er erregt war.
Snape starrte sie an.
Er räusperte sich und versuchte, unschuldig aussehen.
"Wie spät ist es?"
Sie sah auf die Uhr.
„Fast sechs Uhr dreißig."
"Ich muss noch arbeiten."
"Ich weiß."
Dann stand sie auf, nahm seine Tasse aus der Hand und stellte sie auf den Tresen.
"Nun, dann werden wir uns wohl beeilen müssen."
Snape schluckte.
Hermine schob ihre Hand in seine Hose und lächelte ihn zuckersüß an.
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Am nächsten Tag nahm er einen Trank gegen seine Rückenschmerzen. Es war das letzte Mal, dass er sich Gedanken darüber machte. Wenn Hermine ihn so nahm wie er war, dann würde alles gut werden.
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Das Ende der Geschichte und der Anfang ihres gemeinsamen Lebens!
