Der abgetrennte Zopf

Kapitel 13 „Botanik und Altair"

Wir brachen bald auf und ritten in einem recht schnellen Trab in westliche Richtung.

Yel hatte weniger Probleme aber mir schmerzte jeder Schritt.

Doch Altair hatte mir gesagt, dass er eigentlich nur noch wenig Zeit hatte und dringend nach Masyaf zurück musste, da er das Dorf führungslos glaubte und eine innere Gefahr witterte.
Ich verstand nicht, was er meinte, und beschloss auch, nicht direkt danach zu fragen.

So, wie es klang, wirkte es ohnehin schon furchterregend auf mich.

Ich konzentrierte mich auf den Ritt und versuchte immer wieder eine Position einzunehmen, die weniger qualvoll war.

Doch wir mussten früher als geplant stoppen.
Gerade als wir auf die befestigten Wege zurückkehrten, stießen wir auf Fürst Karzheims Truppe.

„Adrian, du lebst!", rief mir Alexander zu. Er hatte mich als erster erkannt und lief mir ein Stück entgegen.

Ich hielt Yel an und stieg aus dem Sattel.

„Warte hier, Altair", murmelte ich und wollte auf meine Waffenbrüder zugehen, doch diese zogen ihre Schwerter, als sie Altair sahen.

„Was ist los?", fragte ich und sah nun Fürst Karzheim selbst auf mich zukommen.

„Adrian, wie kommt es, dass du mit diesem Heiden dort reitest?", fragte er und seine blauen Augen ruhten kritisch auf mir.
„Er hat mir das Leben gerettet, Herr. Ich bin ihm dankbar", meinte ich leise und sah zu Altair, der auf Liakun in einiger Entfernung saß. Er sah angespannt aus und auch ich spürte, dass wir hier nun in Schwierigkeiten geraten konnten.

„Er hat Robert de Sable getötet", meinte Karzheim und ich zuckte erschrocken zusammen.

„Was?", flüsterte ich schockiert und überrascht, aber im nächsten Moment wurde mir klar, dass De Sable mit seinen Hassreden ein recht eindeutiges Ziel gewesen war.

„De Sable wollte Masyaf als Feind von Sarazenen und Franken hinstellen, um uns loszuwerden. Das konnten wir nicht zulassen", sagte Altair, aber Fürst Wilhelm verzog wütend das Gesicht.
„Halt die Klappe", murmelte ich ihm zu.
Mit seinem Stolz redete er sich gerade um Kopf und Kragen.

„Was ist Masyaf für ein Ort, Adrian?", fragte der Ritter nun und ich senkte meinen Kopf.

„Dort leben vielleicht zwei- bis dreihundert Menschen. Überwiegend Frauen und Kinder, Hirten und Bauern. Diese Menschen sind keine Gefahr für uns", meinte ich und Karzheim nickte.

„Und die Assassinen?", fragte er und ich musste zugeben, dass ich es nicht genau wusste.

„Herr, Ihr habt die Möglichkeit, diesen Assassinen zu befragen. Ich weiß nichts Genaues über diesen Orden. Ich weiß nur, dass sie neutral zu uns stehen. Vielleicht könnte man an ein Bündnis denken, denn Masyaf ist eine gut befestigte Burg und liegt am Wasser", meinte ich und Karzheim schnaufte verächtlich.

„Ein Bündnis mit feigen Mördern? Mit Heiden? Was soll uns das bringen?", fragte er und ich schluckte.

Verdammt, ich konnte die Situation nicht beruhigen.

Die Männer standen mittlerweile um uns herum und hatten alle ihre Waffen gezogen.

„Herr, sein Name ist Altair. Er hat mich gerettet. Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich tot. Und er rettete mich nicht zum ersten Mal. Bitte. Setzt Euch mit ihm zusammen und redet mit ihm. Ihr könnte nur einander verstehen, wenn ihr miteinander redet", murmelte ich leise und beobachtete den Fürsten voll Hoffnung.

Meine Worte erreichten Karzheim, doch ich merkte, dass er Altair fürchtete.
Altair hatte Robert de Sable getötet, vor den Augen von Richard Löwenherz. Ein Akt, den er nicht verstand.

Wenn ein Franke etwas nicht verstand, neigte er dazu, es zu fürchten. Und was er fürchtete... vernichtete er.

Doch Karzheim entschied sich, mir zu vertrauen und nickte.

„Er soll seine Waffen ablegen", meinte er und ich nickte und trat zu Altair.

„Gib mir dein Schwert, Altair", sagte ich so laut, dass die anderen mich hörten.

Altair sah mich an und reagierte erst nicht.
Sanft berührte ich sein Bein.
„Mach schon, sonst überleben wir das hier nicht", flüsterte ich und Altair stieg nun von Liakun und zog sein Schwert.

Die Männer um uns herum versteiften sich, hoben ihre Schilde schützend vor sich und umklammerten ihre Waffen fester.

Altair warf einen Blick in die bewaffnete Übermacht und händigte mir dann sein Schwert aus.

„Auch dein Kurzschwert, Altair", murmelte ich und er knurrte leise und gab mir dieses ebenfalls.

Ich erwähnte sein verstecktes Messer nicht, sondern ging mit diesen beiden Waffen auf den Fürsten zu.

„Er wird Euch nicht angreifen, Herr", sagte ich und Karzheim schnaufte.
„Woher weißt du das, Adrian?", fragte er und ich sah zu dem Ritter auf.
„Ich kenne Altair schon lange, ich vertraue ihm", meinte ich nach kurzem Zögern und bemerkte nun, dass Fürst Karzheim über meine Worte verwirrt war.

„Er ist ein Mörder, Adrian", meinte er und ich nickte.
„Das ist er und auch ich nahm ihm einen Bruder, nicht wahr?"

Trotz, dass wir nun zusammen saßen, war die Situation weiterhin bedrohlich und angespannt.

Wir waren von rund siebzig Männern umringt und wurden keinen Minute aus den Augen gelassen.

Karzheim sprach zuerst nur mit mir und ignorierte den Assassinen, der zu meiner Linken saß.

Altair ärgerte sich über die Missachtung des Franken, aber das musste er jetzt schlucken. Er konnte unmöglich gegen siebzig Männer kämpfen und er würde es auch nicht. Zu tief saß die Angst, ich könne dabei verletzt werden.

„Wir haben nach dir gesucht, Adrian. Du lagst nicht unter den Toten und so sind wir noch einmal zurückgekommen. Die anderen sind weitergezogen und wahrscheinlich bereits in Arsur angekommen", meinte Karzheim und ich deutete eine Verbeugung an.
„Das habe ich nicht verdient, Herr", hauchte ich und Karzheim lächelte.

„Wir gehören alle zusammen. Wir ziehen gemeinsam in den Kreuzzug, kämpfen Seite an Seite in den Schlachten unseres Lebens. Wir leben zusammen. Wir sterben zusammen. Du gehörst dazu, Adrian, natürlich suchen wir nach unserem vermissten Bruder, was denkst du?"

Ein dicker Kloß formte sich in meinem Hals.

Ja, was dachte ich nur?

Mein Gewissen plagte mich nun, dass ich ernsthaft in Erwägung gezogen hatte, einfach so nach Masyaf zu reiten.
Ich würde sie alle so sehr vermissen. Alle meine Brüder.

Fürst Karzheim sprach nun Altair an.

„Wie ist Euer Name, Assassine?", fragte der Ritter und ein lauernder Unterton befand sich in seiner Stimme.

„Mein Name lautet Altair ibn la Ahad", murmelte Altair und hob nun seinen Kopf.

Ihre Blicke trafen sich und keiner war gewillt abzulassen.

Dies war ein Gespräch unter stolzen Kriegern und keiner würde nachgeben.

„Welches Ziel verfolgtet Ihr mit den Mord an Robert de Sable?", fragte mein Lehnsherr nun weiter und Altair antwortete gleich, als ob er die Frage schon gekannte hätte.

„Robert de Sable versuchte Masyaf als gemeinsamen Feind von Euch und den Sarazenen darzustellen. Dies ist vollkommener Unsinn. Unsere Ziele sind Kriegstreiber und Menschenschinder, die sich am Elend der Bevölkerung bereichern", sagte er und Karzheim nickte. Altair sprach dies mit so fester Stimme, dass ich selbst augenblicklich gewillt war, für sein Leitbild zu kämpfen, komme was wolle. Er stand hinter dem, was er sagte. Mit jedem Stück seines Körpers und Geistes.

„De Sable meinte vor einiger Zeit, dass ihr Assassinen ihm ein Artefakt entwendet habt. Hat diese ganze Sache mit diesem unseligen Ding zu tun?", fragte er und Altair nickte.

Karzheim schnaufte und setze sich ein wenig auf.

„Jetzt, in diesem Moment, sind rund hundertfünfzig Templer auf dem Weg nach Masyaf, Altair. Wenn Masyaf wirklich nur überwiegend aus Frauen und Bauern besteht, dann wird es fallen, nicht wahr?"

Ich beobachtete, wie Altairs Gesichtsausdruck sich sofort veränderte.

Seine Anspannung stieg und ich glaubte sogar vereinzelt Schweißperlen zu sehen.

„Woher wisst Ihr das?", fragte der Assassine und Karzheim lächelte grimmig.

„Sie kamen uns aus Arsur entgegen. Nachdem Ihr Robert de Sable getötet habt, hat ein anderer die Führung übernommen, und so, wie es aussieht, hat dieser vor, Masyaf direkt anzugreifen. Er wollte, dass wir uns anschließen, aber ich für meinen Teil kann Artefakten nur wenig abgewinnen und bin den Franzosen seit einiger Zeit nicht mehr sonderlich zugetan", meinte der Fürst und ich lächelte wissend.

Ja, De Sables Untugenden hatten Spuren hinterlassen.
Hatte ich erwähnt, dass Fürst Karzheim Verzögerungen und Unpünktlichkeit hasste?

„Aber seid ihr nicht alles Franken?", fragte Altair nun und verstand scheinbar nicht den Grund für dieses Zerwürfnis. Ja, dieses Zeitalter hatte meiner Meinung nachimmer aus Unwissenheit und Angst bestanden. Angst vor etwas, was anders war.

„Ihr nennt uns nur so. Es gibt Franzosen, Engländer, Italiener, wir Deutschen, Norweger und was weiß ich noch alles. Aber allesamt sind wir fromme Christen. Meine Männer und ich sind Deutschritter und nicht wirklich an die Anderen gebunden. Ich entscheide, wann meine Männer nach Arsur kommen, ob sie nach Arsur kommen, oder, und das liegt mir etwas näher, wieder nach Akkon zurückkehren und den Weg in die Heimat antreten, denn egal wer diese Schlachten gewinnt, diese Ländereien gehen vor die Hunde", meinte Karzheim und nun war ich es, der die Kinnlade herunterfiel.

„Wie kommt dieser Sinneswandel?", fragte ich unvermittelt und der Deutsche zwinkerte mir lächelnd zu.

„Mit der Nachricht von De Sables Tod erreichte mich ebenfalls die Kunde, dass König Richard mit Saladin zusammensitzt und über einen Waffenstillstand verhandelt. Ebenfalls in Verhandlung stehen Jerusalem, Jaffa und Antiochia. Ich schätze, das ist die einzige Gelegenheit, den verbliebenen Rest meiner Soldaten nach Hause zu führen. Sieh sie dir an, Adrian! Der Angriff von gestern hat uns hart zugesetzt."

Er deutete mit der flachen Hand auf seine Männer.

„Das lange Ausharren und Warten hat sie müde gemacht. Die vielen Kämpfe zermürben sie. Fast alle haben sie ihre Lieben hinter sich gelassen, um in einem Krieg im Namen der Kirche zu kämpfen. Kommt dir das als ehemaliger Heide nicht selbst unverständlich vor? Die Kirche wird durch uns immer reicher, doch wir selbst kehren als die armen Teufel zurück. Wir werden in den nächsten zwei bis drei Wochen das Morgenland verlassen. Gott ist auch zu Hause, nicht nur hier! Ohnehin glaube ich nicht, dass noch genügend Land für uns abfallen wird, und Reichtümer haben wir hier auch keine gefunden. Die Menschen, die schon lange vor uns hier herunter kamen, hatten darin wohl etwas mehr Glück. So nehmen wir das, was uns noch bleibt. Unsere Leben."

Ich kratzte mich verwirrt an meinen Kopf. Erst die Mühe, hierher zu kommen, und nun dieser Rückzug. Was für ein … Verwirrspiel.

Mir deuchte der Fürst wusste nicht genau, was er hier wollte.

Nun, im Moment schien er nur nach Hause zu wollen.

„Masyaf ist in Gefahr, wir müssen losreiten, sonst schaffen wir es nicht", drängte Altair erneut und ich war mir hundertprozentig sicher, dass er dem Fürst eben kaum Aufmerksamkeit gewidmet hatte.

„Losreiten, sicherlich", erwiderte ich und schnaufte schwer, „und was dann, Altair? Das sind einhundertfünfzig Mann. Einhundertfünfzig gut ausgebildete Templer mit hervorragenden Waffen und Rüstungen. Ihr seid alle in diesem Land verstreut. Wie viele kampftaugliche Männer habt ihr in Masyaf? Doch nicht mehr als fünfzig, wenn überhaupt. Die Templer werden über Masyaf hinwegfegen", erwiderte ich langsam und Altair sah mich nun an.

Sein Blick war grimmig und meine Worte hetzten ihn nun noch mehr.

„Malik reitet in Jerusalem los, sollte ich heute nicht kommen", meinte er und ich lächelte.
„Und wie viele Männer hat Malik? Zehn? Und wann kommt Malik in Masyaf an, Altair? Das ist eine schiere Himmelfahrt", erwiderte ich und Altair schnaufte wütend und ballte beide seiner Fäuste.
„Wir können nicht einfach hier sitzen und darauf warten, dass es geschieht", schrie er mich an und ich schüttelte nur den Kopf und hoffte, dass er wieder herunterkommen würde. Hier die Beherrschung zu verlieren, wäre dumm.

„Du kannst nicht alleine gegen einhundertfünfzig Templer angehen, Altair."

Dies war eine unmögliche Lage, in der wir uns nun befanden.

Die Haltung meines Herren uns gegenüber war immernoch fraglich, wir waren umstellt von siebzig Soldaten, die jederzeit bereit waren, Altair zu töten, die Templer waren auf dem Vormarsch nach Masyaf und hatten einen Vorsprung, der nur bei höchster Eile einzuholen war. Wenn überhaupt.

„Ich kann und ich werde. Ich verliere hier nur kostbare Zeit", sagte der Assassine und stand auf.

Mir brach der kalte Schweiß aus.
Die Männer um uns herum richteten Speere und Schwerter auf ihn und grollten wie ein Rudel Wölfe, das ein Lamm eingekreist hatte.
Nun ja, ein Ziegenbock mit Hörnern wäre ein besserer Vergleich.

Ich packte Altairs Robe und zog ihn wieder nach unten.
„Bleib um Gottes Willen sitzen", sagte ich ohne ihn anzusehen.

„Wir haben keine Zeit", meinte er erneut und ich nickte.

„Schon gut, schon gut. Wir gehen ja gleich. Sei meinem Lehnsherrn nicht so respektlos gegenüber, schließlich hat er uns diese wertvolle Information zukommen lassen. Habt Dank, Fürst Karzheim", sagte ich und der Ritter lächelte.

„Ich sehe, du hast es eilig, Adrian. Warum willst du Masyaf helfen? Hat man es dort nicht längst auf deinen Kopf abgesehen?", fragte er und ich nickte verdrossen.

„Nun, Ihr habt Recht, mein Herr. Ich habe sogar allen Grund, Masyaf zu hassen. Doch etwas Bestimmtes gibt es dort, was es für mich wertvoll macht."

Ich holte tief und ruhig Luft und fuhr fort: „Aber Altair hat Recht. Je länger wir verweilen, desto weniger lässt sich ausrichten. Wenn wir wirklich so wenige sind, dann ist unser Unterfangen so oder so zum Scheitern verurteilt, aber ich bin kein Mensch, der sofort aufgibt. Mein Schicksal ist wie eine Fahne im Wind und der Wind dreht sich oft." Während ich sprach wurde das Lächeln des Fürsten immer breiter.

Er stand auf und streckte mir die Hand hin.

Ich ergriff diese und er zog mich mit Leichtigkeit auf die Füße.

Dann hob er die Stimme und sprach zu seinen Männern.

„Adrian hasst Masyaf. Dennoch reitet er nun los, um es zu retten. Was sagt ihr dazu, edle Recken?", rief er und die Männer begannen verwirrt zu murmeln.

„Er hasst Masyaf und dennoch ist in diesem Dorf etwas, was ihm wichtig ist. Ich glaube, es handelt sich dabei um eine Blume, die aus einem Misthaufen wächst", höhnte Karzheim und ich musste verzweifelt mit ansehen, wie Altair die Fäuste ballte. Noch ein falsches Wort von Karzheim... und ich würde ihm nicht helfen können.

„Und Adrian ist unser Bruder. Trotz seines Grolls gegen diesen Ort nimmt er nun den weiten Weg auf sich und riskiert sein Leben. Das, liebe Brüder, ist der wahre Grund, warum man einen Krieg beginnen sollte. Um das zu retten, was man von tiefsten Herzen liebt, auch wenn es ein Misthaufen ist!"

Blitzschnell schob ich mich vor Altair, der gerade den ersten Schritt auf Karzheim zu machen wollte.
Beruhigend legte ich ihm meine flache Hand auf den von der Robe verdeckten Oberschenkel, möglichst darauf bedacht, dass es kein anderer sah.

„Ruhig, Altair. Er meint das... zweideutig. Keine Beleidigung in dem Sinne!", flüsterte ich atemlos und konnte nun ein Zittern meiner Hände nicht unterdrücken.

Die Männer um uns grölten und jubelten.
Sie ließen sich immer so leicht begeistern. Das war einer der positiven Vorzüge.

„Ich will mir Masyaf ansehen, liebe Recken. Ich möchte sehen, was De Sable den Schlaf raubte und seinen Verstand madig machte. Lasst uns Masyaf den Templern entreißen!", rief er und die Menge grölte erneut und alle hoben ihre Waffen an.

Ich hatte mit allem gerechnet, sogar, dass man uns einfach totschlug.

Aber damit... nein, in meinen kühnsten Träumen nicht.

Karzheim war nicht mal nach Arsur weitergeritten. Nach den schweren Verlusten durch die Sarazenen wollte er heimreiten. Doch nun... nun folgte er uns mit seiner Ritterschaft, die sich noch auf stattliche siebzig Mann schätzen ließ, nach Masyaf.

Altair war immer noch wütend wegen des Vergleichs mit dem Misthaufen und ich fürchtete, dass ich Karzheim und ihn niemals würde allein lassen können.

Es wäre das Ende des Ritters.

Man hatte ihm seine Waffen zurückgegeben und ließ ihn gemeinsam mit mir voranreiten, um den Weg zu zeigen.

„Elessa, DU führst eine Armee nach Masyaf. Ich hoffe du weißt was du tust", knurrte mir Altair zu als wir nebeneinander her ritten und kurz ungestört waren.
„Altair", murmelte ich. „Ich weiß hier mal gar nichts. Aber so war das nicht geplant..."

„Das sind deine... Leute! Sieh zu, dass dies hier nicht außer Kontrolle gerät!"

„Ja..., ich mache ja schon!"

Ich steckte schon wieder - oder immer noch - in Schwierigkeiten.

Erst meine Pechsträhne in Jerusalem, dann der Überfall auf uns und nun DAS.

Ich war mir nicht sicher, was sich Karzheim von dem Ritt nach Masyaf versprach. Ständig kam mir in den Sinn, dass er es ja auch plündern könnte, wie es die Templer nun vorhatten.

Aber was wollte er in Masyaf plündern? Sonderlich reich kam es mir nie vor. Der Edensplitter war ja nur eine Reliquie und er hatte nie sonderlich Interesse daran.

„Fürst Karzheim. Ihr denkt aber nicht daran, Masyaf selbst zu überfallen, oder?", fragte ich nachdem ich nun stundenlang rumdruckste, mich vor jedem Blick von Altair fürchtete und von Zweifeln und Vorwürfen gequält wurde.
„Nein, warum?", fragte der Fürst.

„Na, wieso reitet Ihr dann mit nach Masyaf? Ihr könntet morgen schon in Akkon sein", meinte ich und Wilhelm lachte.

„Na, ich will ja schließlich die Blume sehen, für die du dein Leben so bereitwillig wegwirfst."

„Was... Blume?", fragte ich verdattert und musste einen merkwürdigen Blick aufgelegt haben, denn der Fürst begann schallend zu lachen.

„Na ohne Komma das, was dir so wichtig ist. Ich möchte sehen, was es ist!"

„Oh... ja, reine Neugier also? Und dafür wollt Ihr sogar in den Tod gehen?", fragte ich erneut und der Fürst lächelte vergnügt.

„Ja. Ich glaube es ist ein guter Grund, nicht wahr? Nicht ganz so edel wie ‚den Heiden die Heilige Stadt entreißen' oder ‚die Gnade Gottes verdienen' aber immerhin eine Schlacht, nicht? Wir tun etwas Gutes. Es wäre Unrecht, all die Bauern und Kinder nur wegen dieses Artefakts zu töten", meinte er und ich schluckte.
„Na... wenn Ihr meint", murmelte ich und warf einen Blick auf Altair, der mich immer noch lauernd ansah.
Oh Gott. Was hab ich wieder angestellt?

Mit Blume meinte er wahrscheinlich den Menschen, den ich liebte.

Nun, eigentlich war das ja Altair. Und eigentlich war ich hier ja ein Mann.

Und Männer können nicht mit Männer... können schon aber sollten nicht...

Nein, wie sollte ich dem Fürsten erklären, dass ich ja gar keine Geliebte... Frau... in Masyaf hatte?
Denn davon ging er wohl aus, nicht wahr?

Masyaf hatte ja nichts.
Es war ein schrulliges, kleines Dorf, umgeben von hohen Klippen, einigen Zypressen... einer Festung und einem Fluss in der Nähe.

Ansonsten war an Masyaf nichts Außergewöhnliches. Naja, außer Memets Fladen und Haferkekse. Die waren gut und dort ziemlich einzigartig.

Warum ritt ich eigentlich nach Masyaf?

Eigentlich könnte ich auch auf dem Weg nach Akkon sein und vielleicht sogar ins Abendland reisen.
Das wollte ich wirklich gerne sehen.

Aber da war ja Altair, den ich sehr liebte, und ich würde keinen Schritt mehr ohne ihn gehen, auch wenn seine Blicke mich gerade erdolchten.

Also noch mal zurück zu dem Misthaufen, äh, Masyaf.

Karzheim glaubte, dass ich dort ein Liebchen hätte.
Im Prinzip habe ich dort auch eins.
Aber dieses Liebchen war ein Mann, und ich simulierte hier auch erfolgreich seit zwei Jahren einen recht adretten und hübschen (das wurde mir oft gesagt) Jüngling.

Aber Mann und Mann war noch mehr Tabu, als vor der Ehe Beischlaf zu haben.

Es war nicht normal. Und was nicht normal war, war auch nicht erlaubt. Zumindest wurde mir das mal so erzählt.

Deshalb: Ich konnte Altair nicht als meine Blume präsentieren.

Ein dämlicher Vergleich... Unkraut würde eher passen. Kaktus, Distel oder der Stiel eines Klatschmohns.

Wiederum war es ebenfalls ausgeschlossen, dass ich den Franken offenbarte, eine Frau zu sein.

Denn spätestens jetzt würde man mich dafür umbringen... und Schlimmeres.

Wieso geriet ausgerechnet ich immer in solche Situationen?

Die schienen es auf mich abgesehen zu haben und nach mir zu suchen.

Und das alles nur wegen Masyaf, wo ein alter, blutrünstiger Teufel saß, der mir bei der nächsten Gelegenheit die Haut bei lebendigem Leib abziehen lassen würde.

Das war mir das eigentlich nicht wert.

Wir machten in der Nacht eine kurze Pause.

Diese verlief wieder einmal schlaflos für mich.

Ich saß neben Markus und Alexander auf einem umgestürzten Baumstamm und starrte vor mich her.

Immer noch arbeitete ich fieberhaft an eine Lösung für mein botanisches Problem.

Plötzlich vernahm ich recht laute Stimmen und sah genervt auf.

Mussten diese beiden Hohlköpfe denn jetzt streiten? So konnte ich nicht nachdenken.

„He!", rief ich und stand auf, um zu den streitenden Soldaten zu gehen.
Allerdings nur um herauszufinden, dass Karzheim und Altair selbst stritten.

So wie ich es verstanden hatte, ging es darum, dass Altair vorhatte, uns von der westlichen Seite nach Masyaf zu führen. Dieser Weg ging durch das Gebirge.
Doch Karzheim war dagegen, da er befürchtete, dass die nun fast täglichen Unwetter Erdrutsche und Gerölllawinen verursachen würden.
Ja, der Fürst hatte Recht.

Allerdings stimmte ich auch Altair zu, dass wir nur noch wenig Zeit hatten.

„Wir können das Felsmassiv nicht bei Nacht überqueren. Meine Männer kämen um, bevor sie in Masyaf eintreffen würden", meinte Karzheim.

Seine Stimme klang nun gereizt. Er hasste Widerworte und Diskussionen. Und er würde sich bestimmt keine Vorschriften von Altair machen lassen, denn schließlich war er ein Fürst.

„Ich garantiere, dass ichalle lebendig durch die Klippen führen kann. Wir würden einen halben Tag gewinnen. Vielleicht würden wir es noch vor den Templern schaffen, in Masyaf anzukommen. Der Fluss trägt um diese Jahreszeit oft Hochwasser. Vielleicht haben sie Schwierigkeiten."

Die Beiden stritten noch lange. Sie stritten auch, nachdem wir schon weitergeritten waren.

Und sie stritten immer noch, als sie unter der ersten Klippe durchritten.
Altair hatte Karzheim ausgetrickst.

Er hatte ihn abgelenkt und geführt.

„Fürst, ich bewundere Euren Mut, dass Ihr Euch nun doch entschieden habt, durch das Gebirge zu reiten", meinte ich dumpf und Karzheim sah mich von der Seite an.

Er musterte mich lange ehe er sein Kinn vorstreckte und meinte: „Natürlich, dies ist der strategisch günstigste Weg, sag ich doch schon die ganze Zeit!"

Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen und sah zu Altair. Doch dieser sah nur nach vorn und wirkte angespannt und nervös.

Ich seufzte und wünschte mir, dass ich ihn umarmen könnte und sagen könnte, es sei alles in Ordnung. Aber hier war dies unmöglich und ich vermied es sogar, ihn zu lange anzusehen.

Altair hielt Wort. Er führte uns alle unbeschadet durch das Gebirge, und bald sah ich von meiner erhöhten Position aus den Fluss im rötlichen Licht der Morgensonne glitzern.

„Weißt du, wo wir hier sind?", fragte Altair leise ohne mich anzusehen.

Ich schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich", murmelte ich und Altair lächelte.

„Hier oben hast du dich damals vor den Templern versteckt, als man uns am Wachposten angriff."

Ja, ich erinnerte mich wieder.

Die Angst, die Panik, die Verzweiflung.

Angst vor ihm. Panik vor seiner Kraft und Grausamkeit, die Verzweiflung über meine Gefangenschaft.

In Windeseile waren wir von den übrigen Soldaten umstellt.

Doch sie beachteten nicht mich. Sie griffen Altair an, der ihre Angriffe bisher lediglich abgeblockt hatte.

Ich dachte kaum darüber nach. Ich sprang auf und rannte davon, in Richtung der Felsen um mich zu verstecken.

Wenn der Zufall mir schon so zur Hilfe kam, sollte ich ihn doch anständig begrüßen!

Egal was mit den Angreifern oder Altair geschah, ich gab Fersengeld.

Ich wollte weg von dem Haufen sich gegenseitig niedermetzelnder Männern!

Ich stolperte den Gebirgspass hinauf und verschwand so schnell es auch nur möglich war aus dem Sichtfeld der Anderen.

Dort, wo der Abgrund nah war, verbarg ich mich in einer engen Felsnische in der Hoffnung, dass egal wer von ihnen nicht mal auf den dummen Gedanken kam, hier nach mir zu suchen.

Es war eng, ein Stückchen weiter ging es 15 Meter tief in den Abgrund, warum sollte man hier herkrabbeln wollen? Für mich?

Es verging eine lange Zeitspanne.

Die Nachmittagssonne ließ die Schatten bereits länger werden und ich war mir mehr als nur sicher, dass Altair nicht überlebt hatte.
Hoffnung! Hoffnung, du dünner Halm, an den ich mich bis zuletzt klammerte!

Wie sehr liebe ich dich! Es steckt viel Wahres in dem Spruch ‚Die Hoffnung stirbt zuletzt'.


Tränen der Freude stiegen mir in die Augen.

Mein schlimmes Schicksal hatte sich abgewendet, alles würde gut werden.

Ich würde irgendwie nach Jerusalem zurückkehren können und dann ein einfaches Leben als Bettlerin beginnen. Nicht viel, aber vor allem leben...

Ich heulte wie ein Hund und kletterte dabei langsam aus meinem Versteck hervor.

Langsam und vorsichtig ging ich den Pfad zurück und befand mich bald wieder bei dem Wachposten.

Ich stieg über die toten Soldaten hinweg. Sie waren wie Vieh geschlachtet worden. Ich ekelte mich wahnsinnig vor ihren toten Gesichtern und als ich Altair nirgends entdeckte, verspürte ich den leisen Verdacht, dass dieser Teufel noch leben könnte.

Schnell weg!", schoss es mir durch den Kopf und ich drehte mich um und wollte gerade in die Richtung zurück nach Jerusalem als ein Schatten auf mich fiel.

Ich wandte mich nach rechts und sah Altair auf dem Holzzaun hocken, wie ein Adler, der nur darauf wartete, auf seine Beute hinabzustoßen.

Er war quicklebendig, seine Kleidung sehr schmutzig und blutig, aber scheinbar unversehrt.


Altair bewegte sich, sprang grazil zu Boden und kam dann auf mich zu.

Doch bevor er mich erreichte, hüllte mich Schwärze ein und nur dumpf nahm ich den Aufprall wahr, als ich zu Boden fiel.

Ich schluckte den nun bitteren Geschmack in meiner Kehle herunter und versuchte diese unangenehme Erinnerung wieder loszuwerden.

Im Moment hatte ich andere Probleme.

Nämlich Masyaf, welches nun nur noch wenige Stunden von uns entfernt war.

Altair und Karzheim stritten sich schon wieder.
Ihre Stimmen waren leise und ich streckte meinen Kopf vor, um mehr von ihren geflüsterten Worten zu verstehen.

Ich hatte wirklich Angst, dass Altair jeden Moment aus seinem Sattel springen würde und den Franken einfach die Klippe hinab in den Fluss stürzen würde.

Irgendwann hielt Altair Liakun an und Karzheim und ich taten es ihm gleich.

„Das ist Masyaf", sagte er und deutete auf die Festung, die sich nun auf einer steilen Klippe erhob.

„Das ist ja wirklich nur ein kleines Dorf", meinte der Franke und betrachtete es aus der Ferne.
„Hab ich doch gesagt", meinte ich dumpf und mittlerweile mies gelaunt.

Jetzt standen wir schon vor Masyaf und ich hatte immer noch keine Lösung für mein Problem.

Wie sollte das nur weitergehen?

Mir stand ein Kampf mit über hundert Templern bevor und ich hatte nichts Besseres zu tun, als mir eine Ausrede einfallen zu lassen, um meinen Kampf für Masyaf zu rechtfertigen.
Es gab keinen Grund. Nur einen. Ich tat es für Altair. Wäre Altair nicht, wäre mir Masyaf egal.

Auf der letzten Etappe meinte Fürst Karzheim noch, dass er hoffe, dass die Festung gut befestigt wäre und man es gebrauchen könne.

Er machte sich einen Spaß daraus, den Assassinen zu verspotten, doch sein Spott blieb ihm geradezu im Halse stecken, als er nun vor der Festung zu Masyaf stand.

Die Templer selbst waren wohl noch nicht angekommen. Aber von den Bewohnern des Dorfes selbst fehlte ebenfalls jede Spur.

Eine gespenstische Stille lag über diesem Ort und Altair sah sich gleichermaßen verwundert um.

„Was ist hier geschehen?", fragte ich und ritt ein Stück mit Yel weiter.

„ Ich weiß es nicht", murmelte Altair und saß von seinem Pferd ab.

„Ich gehe hoch zur Festung. Versammelt ihr euch hier unten vor den Toren. Am besten schließt ihr sie", meinte er und ich nickte und sah den Fürsten an.

Altair verließ uns ohne ein weiteres Wort und Fürst Karzheim ließ die Männer innerhalb der Tore Reihen bilden und wies sie an, das Tor zu verbarrikadieren.

„Einhundertfünfzig Männer, Adrian. Wir brauchen einen Plan. Sonst halten wir diesen Ort nicht lange", meinte Karzheim und ich nickte bedächtig.
„Das ist mir ebenfalls in den Sinn gekommen, Herr", murmelte ich und ließ meinen Blick über die Ortschaft schweifen.

Werkzeuge und Krüge lagen herum, als hätte man sie einfach fallengelassen. Es verging etwas Zeit als ich plötzlich das metallische Geräusch von aufeinander schlagenden Klingen vernahm.

Geräusche eines Kampfes.
„Altair", keuchte ich erstickt und saß auf Yel auf.
Gefolgt von einigen geistesgegenwärtigen Männern, ritt ich in den oberen Teil des Ortes bis kurz vor die Tore der Festung.

Nur wenige Schritte bis zum Haupttor fand ein erbitterter Kampf statt.

Die Assassinen bekämpften sich gegenseitig und mitten unter ihnen war der einarmige Malik!

„Malik!", rief ich und er wurde auf mich aufmerksam.

Ich gab meinem Pferd die Sporen und die Assassinen stoben auseinander, als ich mit gezogenem Schwert zwischen sie sprang.

„Was machst du denn hier?", rief Malik, doch in seinem Gesicht sah ich nur Erleichterung und Dankbarkeit.

Ich half ihm auf mein Pferd und parierte sogleich zwei Angriffe von der Seite.

Meine Waffenbrüder griffen beherzt ein und es dauerte nicht lange, bis ein Teil der Assassinen die Flucht ergriff.

„Was geht hier vor?", fragte ich Malik, der hinter mir saß und sich an meinem Ledergürtel festhielt.

„Ich verstehe es selbst nicht", meinte dieser nur ratlos.
„Sie sind wie von Sinnen, komplett wahnsinnig! Als wären sie nicht mehr sie selbst! Altair ist bei Al Mualim! Irgendetwas Schreckliches muss geschehen sein. Aber warum bist du hier?", fragte er und sah hinab zu der nun aufgestellten Armee.

Diese Männer machten ihn sichtlich nervös und ich schmunzelte ein wenig darüber.

„Das sind gute Leute, Malik. Sie helfen uns, die Templer zu besiegen, die auf den Vormarsch hierher sind", meinte ich und Malik fiel alles aus dem Gesicht.
„Was?", er schrie beinahe vor Schreck, doch ich blieb ruhig und nickte nur.
„Ja. Wir sind in Schwierigkeiten. Trommele alle kampffähigen Männer zusammen und lass sie bei den Rittern Aufstellung beziehen. Wir müssen Masyaf befestigen oder wir werden alle noch heute vor unserem Schöpfer stehen!"

Ich half Malik vom Pferd und er eilte zu seinen Männern und sprach mit ihnen.

Ich wandte mich an Alexander.
„Geh zu Fürst Karzheim und sage ihm, dass sich alle kampfestauglichen Männer versammeln sollen und anschließend hoch zu Festung kommen müssen. Beeile dich", meinte ich nur und ritt durch die Tore der Festung.

Zahlreiche Menschen standen im Inneren. Es waren zum größten Teil Dorfbewohner. Sie starrten vor sich hin und gaben eintönige Geräusche von sich, doch es schien keine Gefahr von ihnen auszugehen.

Dennoch wagte ich es nicht von meinem Pferd zu steigen.

Vom Inneren des Gebäudes drangen Geräusche eines Kampfes an mein Ohr.

Mir brach der kalte Schweiß aus. Altair und Al Mualim... was taten sie?
Es klang nicht nach einem Gespräch...

Ich musste mich zwingen, von Yels Rücken abzusteigen und ging dann langsam auf die Menge zu.

Sie teilte sich vor mir und schloss sich, sobald ich vor dem Eingang stand.

Alle starrten mich aus scheinbar steinernen Gesichtern heraus an und das Geräusch, welches sie von sich gaben, schwoll etwas an.
Ich spürte, wie sich mir die Nackenhaare aufstellten und eilte in den Flur.

Pergamente und Wachs lagen verstreut auf dem Boden umher. Die Bücherregale waren umgerissen worden und lagen mitten im Raum.

Vorsichtig stieg ich darüber hinweg und zog nun mein Schwert.

Stechender Schmerz in meiner rechten Hand ließ mich nun zusammenzucken.

Mein Zustand war nicht der Beste und vor allem nicht von Vorteil. Ich würde Schwierigkeiten bekommen, wenn ich auf das Schlachtfeld musste.

Und mir war noch immer nicht eingefallen, wie wir den Angriff gut abwehren und die Angreifer dezimieren konnten, ohne dass wir all zu starke Verluste zu beklagen hätten.

Unwillig schüttelte ich den Kopf.

Ich musste mich jetzt vor allem auf eine Sache konzentrieren. Ich konnte mich nicht um alles auf einmal kümmern.

Ich konnte nur hoffen, dass Malik und Karzheim sich dort draußen einig wurden und sich nicht an die Hälse gingen, wie es Altair zu tun pflegte.

Ich trat an ein eisernes Gitter und sah, dass es ein Eingang für einen Garten im Hinterhof war.

Als ich hindurchsah, entdeckte ich Altair, der sich suchend zwischen den einzelnen Bäumen bewegte.

Ich beschloss, dass es wahrscheinlich unklug war, zu rufen und wollte gerade das Gitter anheben, als es einfach verschwand.

Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte vorwärts auf den Balkon. Mein Schwert verlor ich aus der Hand und bevor ich wieder hochkam und es greifen konnte, stand ein Fuß darauf.

Ich brauchte nicht aufzusehen, um zu wissen, wer nun über mir stand.

Ende Kapitel 11