Der abgetrennte Zopf

Kapitel 21: „Der Winter im Innern!"

Winter!

So lass mein Herz gefrieren! Lass mich Zweifel und Angst nicht spüren! Lass mich Liebe und Sehnsucht vergessen!

Winter! Deine Kälte soll mich innerlich töten! Auf dass ich funktioniere, und nur funktioniere!

Vernichte mich! Vernichte sie! Lass mich leben, lass sie sterben. Bitte...

Tag um Tag, Nacht um Nacht.

Die Ängste waren fort, die Zweifel hatte ich zurückgelassen!

Ein leeres Herz, das mächtigste von allen!
Dies war das Einzige, welches den eigenen Wahnsinn überlebte und zurückblieb.

Ich blieb, und ging.

Hier saß ich, auf Akkons Mauern.

Blickte auf das Meer, tosend und stürmend. Grau und fürchterlich.

Die Wellen schlugen unter mir auf die Felsen, rissen alles mit, ließen nichts zurück.

Ich saß auf Akkons Mauern und schrie! Schrie mir die Seele aus dem Leib, weil ich nicht ertragen konnte, was auf mich herabstürzte. Meine Gedanken! Meine Ängste! Meine Zweifel!

Alles zurückgelassen und dennoch präsent...

Winter! Vernichte doch endlich alles.

Die schneidende Kälte an der Küste war fremd.
So kalt war es schon lange nicht mehr gewesen.

Vier Monate waren nun vergangen, seit ich auf dem Sterbebett gelegen hatte.
Vier Monate waren nun vergangen, seit ich ihn fortschickte und mich entschied, eigene Wege zu gehen.

Adrians Weg.

Vier Monate nun...

„He Adrian! Wie lange willst du noch schreien? Du wirst deine Stimme verlieren!", rief mir nun Manfred zu, doch ich ignorierte ihn.

Sie alle waren so hilflos.

Sie alle waren... für mich da, auch wenn sie mir kaum helfen konnten.

Ich schrie und schrie, und doch wurde nichts davon besser.

Stille schlug auf mich ein, ließ mich bald verstummen und langsam, nur sehr langsam, ging ich zu meinen Brüdern zurück, die alle fünf am Wachturm standen und auf mich warteten.

„Es ist kalt! Warum trägst du keinen Umhang? Du wirst wieder erkranken", sagte Frank und löste nun die ledernen Schnüre seines eigenen dunklen Filzumhangs.

Er warf ihn mir um die Schulter noch bevor ich etwas erwidern konnte.

„Sei vernünftiger! Komm nun, du hast kaum etwas gegessen. Du bist immer noch so blass um deine Nase," sagte der Franke und schob mich nun in Richtung Treppe.

Wir verließen diesen Ort und gingen durch die Straßen Akkons.

Noch immer waren wir hier! Noch immer! Mir schien, als hätte sich nie etwas geändert und ich fühlte mich in dieser irren Art von Stagnation mehr als nur gefangen.

Eigentlich wollte Karzheim längst fort sein, doch er war gezwungen worden, seine ganzen Pläne umzuwerfen und wollte sich Fürst Kai Weysenstein anschließen, um in einer größeren Formation abzureisen! Außerdem wollte er immernoch den Seeweg benutzen!

Ich verstand das nicht!
Am liebsten wäre ich schon längst aus Akkons Toren geflüchtet.

Akkon selbst... oder war es doch dieses ganze Land...? es trieb mich in den Wahnsinn!

Immer wieder fragte ich den Fürsten wann wir endlich abreisen würden.

Er sagte, er würde mich verstehenund dass ich nichts zu fürchten hatte.

Doch keiner hier verstand mich wirklich, und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich mich erklären hatte müssen - oder überhaupt können.

„Adrian? Beruhig dich endlich. Du zitterst wie Espenlaub. Trink dein Bier und hör um Gottes Willen auf zu denken," sagte Markus nun und schob mir den Krug mit dem Getränk zu.

„Ich hab keinen Durst," murmelte ich und vermied es, in die Richtung des Mannes zu sehen.

Mir war nur zu gut bewusst, dass diese Fünf mittlerweile genau wussten, was in meinem Kopf vor sich ging. Früher war das nicht so, aber nun kannten sie mich, wie kein anderer.

Sie waren meine Familie geworden mehr als jemals jemand zuvor.

„Red keinen Unsinn, komm! Du musst zu Kräften kommen, um die Reise zu schaffen! Europa ist fern!", meinte Manfred und klopfte mir sacht auf die Schulter.

Ich seufzte und griff nach dem Krug.

Mit großen Schlucken trank ich ihn aus, doch nichts schmeckte mir, nichts wollte ich zu diesem Zeitpunkt, nur eins... weg!

Meine Waffenbrüder ließen mich in Ruhe.

Sie trieben keine Späße, hielten sich lediglich in meiner Nähe auf und sahen zu, dass ich nirgendwo alleine hinging.

Auch sie warteten auf den Aufbruch, bereiteten sich vor und ihnen blieb nur genauso wie mir, sich in Geduld zu üben.

Ich hatte mir ein wattiertes Wams, einen sogenannten Gambeson, anfertigen lassen.

Dieser wurde unter dem Kettenhemd getragen und somit war es mir leichter gefallen, anfänglich das Gewicht, welches dann schwer auf meinen Verletzungen lastete, zu tragen.

Die Wunde war recht schnell verheilt. Jetzt schon erinnerte nur eine dunkelrote kreuzförmige Narbe an den lebensrettenden Eingriff von Markus und Malik.

Doch die Rippenbrüche spürte ich zeitweise nach wie vor noch.

Ich geriet schnell außer Atem, wenn ich rannte oder eine längere Treppe bestieg.

Somit war ich für Verfolgungen zu Fuß gar nicht zu gebrauchen.

Markus sprach davon, dass ich mit den Knappen demnächst wieder mich im Schwertkampf üben sollte, um meine Ausdauer zu erhöhen, doch dazu fehlte mir fast gänzlich der Sinn.

Ich ritt fast täglich mit Yel vor den Toren der Stadt, um meinen Sitz im Sattel zu verbessern.

Schließlich war ich von ihm gestürzt und das sollte mir möglichst nicht noch einmal passieren.

Auch das Reiten strengte mich an, allerdings längst nicht so sehr wie alles andere.

Vielleicht lag es auch daran, dass ich mit meinen Gedanken bei Yel war, und um mich herum für kurze Zeit alles vergessen konnte.

Später, als ich im Stall bei Yel saß, fragte ich mich, wie es wohl weitergegangen wäre, wäre ich nach Masyaf zurückgekehrt.

Hätte ich jeden Tag mit Altair verbringen können? Bei dem Außenposten wohnen müssen, weil die Dorfbewohner mich fürchteten und verachteten?
Was wäre aus Yel geworden? Hätte ich ihn weiter reiten dürfen hätte Altair mir dies verboten?

Hätte ich Beinkleider und Hemd weiter tragen können? Oder hätte Altair mir Frauenkleidung besorgt?

Wahrscheinlich hätte ich mir nicht mehr die Haare schneiden dürfen, obgleich ich mich nun sehr an diese Frisur gewöhnt hatte.
Die Haare waren nicht ganz kurz, nur im Nacken fehlte der lange Haarzopf, aber an den Seiten und auch am Hinterkopf waren die unordentlichen Fransen doch recht lang und oftmals zerzauste Regen und Wind mir das Haar oder die Franken zogen freundschaftlich daran.

Wahrscheinlich wäre ich jeden Tag allein gewesen. Altair hätte... wäre seiner zweifelhaften Arbeit nachgegangen und ich hätte Malik auf Grund seiner neuen Position kaum mehr zu Gesicht bekommen.

Ich hatte natürlich gesehen, wie es Altair einen heftigen Schlag versetzt hatte.

Meine Worte waren schlimmer gewesen als jeder Fauststoß, den ich jemals hätte anbringen können.

Hätte er mich doch bloß weiter angeschrieen! Hätte er mich doch angegriffen! Geschlagen!

Doch so hatte er einfach nichts getan. Er hatte mich ohne ein weiteres Wort gehen lassen...

Mit nichts...

Das hatte mich wütend gemacht!

Hatte ich mich wirklich so irren können? Warum war er mir überhaupt nach Akkon gefolgt, wenn er mich doch so einfach loslassen konnte?

Nun saß ich hier in Akkon fest, obgleich wir schon seit Monaten auf dem Weg sein sollten und Tag um Tag kämpfte ich nun mit meinen Zweifeln und Ängsten, die ich verzweifelt versuchte, aus meinen Kopf zu verdrängen!

Wie zuvor! Es hatte sich nichts geändert, außer das eine: Mein Herz war leer und allein.

„Hier bist du ja!"

Markus trat nach längerer Zeit zu mir.
Ich hatte ihn längst gehört und gesehen, doch wollte ich weder die Hand heben, noch ihn rufen.
Eigentlich stand mir gerade nicht der der Sinn nach Wort und Tat. Hier bei Yel zu sitzen schenkte mir ein wenig Ruhe.

„Die Schneiderin hat deinen Umhang fertig. Gib ihr bloß nicht zuviel Geld dafür, Adrian! Sie hat viel zu lange gebraucht," meinte der Franke leise und setzte sich neben mich.

„Ich gebe ihr nur die Hälfte von dem Geld, und wenn sie frech wird, ein paar Ohrfeigen. Sieht er wenigstens einigermaßen gut aus? Es ist seit Tagen kalt, aber das Wams wärmt genauso gut," meinte ich tonlos und Markus nickte.

„Ein schöner Reiterumhang. Praktisch und warm, so wie du ihn wolltest. Karzheim meinte, du solltest dir noch ein paar Stiefel anfertigen lassen bevor wir aufbrechen. Aber der Schuster ist krank, du wirst Pech damit haben," erwiderte Markus und ich seufzte.

„Na, dann frage ich halt den Franzosen-Schuhmacher. Ich finde diese kniehohen Stiefel eh besser. Außerdem benutzt der Glattleder, das ist widerstandsfähiger gegen Nässe. Ich nehme sie etwas größer, dann kann ich noch Wolle hineinstopfen, wenn mir die Füße frieren", meinte ich und Markus lächelte.

„Kluger Entschluss. Komm, gehen wir die Kleidung holen und anschließend zum Abendbrot. Du sitzt schon zu lange hier," meinte der Franke und zupfte sanft an meinem Waffenrock.
„Ja, und du beobachtest mich schon zu lange," erwiderte ich trocken, stand auf und ging an ihm vorbei.

„Du hast mich bemerkt? Warum hast du nichts gesagt?", fragte Markus und grinste, als ich hämisch erwiderte, dass ich ihn nicht hatte stören wollen.

Der Umhang schützte mich vor den beißenden Winden und ich bereute keine Sekunde, ihn in Auftrag gegeben zu haben.

Der Franzosen-Schuster, ein älterer, weißhaariger Mann, hatte mir innerhalb von zwei Tagen ein paar Stiefel gemacht. Ich konnte den Schaft sogar noch einmal umstülpen. Er sprach davon, dass dies nun seine neueste Idee in Sachen Schuhwerk sei.

Sie wurden seitlich mit Lederbändern geschnürt, somit konnte ich die Größe ein wenig variieren und es erwies sich als hilfreich, um ein kleines Messer im Schaft zu verstecken.

Die Stiefel waren nicht mal so teuer gewesen, ich zahlte ihm das Doppelte, weil er noch recht schnell gearbeitet hatte.

„Ihr seid Adrian, nicht wahr? Ich hörte, Ihr wart lange Zeit krank," sprach der Mann mittleren Altersmich an und ich hob den Kopf.

Der Schuhmacher lächelte und ich nickte.

„Ja, Adrian ist mein Name, aber mir geht es wieder besser," murmelte ich und der Mann nickte.

„Dünn und blass seid Ihr dennoch, Adrian. Ich fürchte, wenn jetzt ein Assassine kommt, werdet Ihr ihm kaum mehr etwas entgegensetzen können. Ihr solltet... auf Euch Acht geben, schließlich ist ein vorzüglicher Kämpfer wie Robert de Sable von ihnen getötet worden," meinte er und ich nickte.

„Ja, de Sable! Welch Jammer! Viel hätte ich von ihm lernen können," murmelte ich und der andere lächelte.

„Vor allem das Handwerk der Folterei? Nein, lasst davon die Finger, edler Jüngling. Hier, nehmt dieses Leder noch mit, vielleicht könnt Ihr daraus einen Gürtel anfertigen lassen. Dieser hier ist ja auch schon ziemlich kaputt," meinte der Schuhmacher und deutete auf meinen Gürtel.

„Hm, ja. Das war mein erster Gürtel, notdürftig zusammengeknotete Lederbänder," meinte ich und lächelte verlegen.

„Ich hörte, dass Gerard es versteht, ganz wunderbare Gürtel anzufertigen. Es würde Euch kleiden, Adrian. Geht und sprecht mit ihm, er sitzt bestimmt in der Taverne zum Osttor," meinte mein Gegenüber und ich nickte dankbar.

„Ja, klingt nach einer guten Idee. Selbst mein Schwerthalter ist schon mehrfach abgerissen. Ich denke wohl, es wird wirklich Zeit meine Ausrüstung zu erneuern," antwortete ich, nahm meine neuen Stiefel und verließ das niedrige Gebäude des Handwerkers.

Es war merkwürdig.
Ich schlug fast meinen gesamten, ersparten Sold auf den Kopf.

Umhang, Stiefel, neuer Schwertgürtel mit Halterung, neue Beinkleider und zwei Hemden und sogar für ein paar Filzhandschuhe reichte es. Nun war ich für Europa gewappnet!

Dieses Einkaufen stellte mich auf merkwürdige Weise zufrieden und stimmte mich plötzlich auch etwas fröhlicher. Ich freute mich sehr über die neuen Sachen, die ich mir zugelegt hatte.

Die alten Stiefel, welche fast durchgelaufen waren, schenkte ich später einem der jüngeren Knappen, als ich im Hof des Lagers ankam.

Dessen Vater war nur ein einfacher Bauer und konnte somit nur wenig zur Ausrüstung des Jungen beitragen. Soweit ich wusste, waren die Knappen allesamt adliger Abstammung, nur dieser Bursche hier nicht.

Nun, ich auch nicht. Aber ich war Fürst Karzheims Knappe, das war schon ein Unterschied!
Ich hatte die besten Lehrer, nämlich Markus und Karl in der Waffenkunst und Alexander und Frank für das Reiten.

Außerdem war ich mit Manfred befreundet und mit dem legte sich so schnell keiner an.

Karzheim nannte die Fünf einen Haufen fauler Taugenichtse. Ich verstand gar nicht, worin sein Problem lag, denn faul waren wir eigentlich nicht und wir von allen würden Karzheim überallhin folgen! Überall!

Der Knappe hieß Julian, war ebenfalls ein Blondschopf und hatte wie viele seiner Landsmänner blaue Augen.

Ihm gab ich auch meinen alten Gürtel und ich hätte an ihn mein altes Schwert abgetreten, wenn dieses nicht in Jerusalem verloren gegangen wäre.

Ich fragte mich, was Altair damit gemacht hatte? Ob es immernoch in Maliks Unterschlupf lag? Vielleicht benutzte es ja jetzt einer seiner Novizen...

Der Gedanke daran gefiel mir nicht besonders. Es war kein schlechtes Schwert gewesen und nur schwer konnte ich mich an das von Hamid gewöhnen.

Die Klinge war recht leicht, sehr scharf und gut ausbalanciert. Aber es war nun mal nicht mein Schwert!

Nun, das Geld für ein Schwert würde ich erst nach Jahren zusammen haben und ich hätte mir nie ein Pferd leisten können, hätte Alexander mir Yel nicht überlassen.

Yel wollte ich aber natürlich nicht verschenken und es sah auch nicht danach aus, als ob ich jemals wieder das Glück haben würde, so günstig an ein Pferd zu kommen.

Einen Esel vielleicht, aber kein Pferd.

„Tut mir Leid, Julian, mehr habe ich nicht für dich," meinte ich zu dem Jungen, doch dieser strahlte mich an.
„Herr! Das ist mehr als nur viel zu viel! Ich kann Euch gar nicht genug danken!", rief dieser und ich schüttelte den Kopf.
„Mach dir keine Gedanken darum. Lass uns später üben, ja? Lanzenstechen oder so," meinte ich und der Junge nickte und rannte dann davon.

„Na, den hast du mit deinen ausgelatschten Schuhen ja eine Freude gemacht," meinte Manfred amüsiert und ich sah zu dem großen Mann hin.

„Ja. Mein ganzer Sold ist nun weg. Wann gibt es neuen?", fragte ich und Manfred lachte.

„Gute Frage, es wird unangenehm werden, wenn Karzheim mit dem Weysenstein beschließt, die Lager zusammenzulegen. Diese... Ritter sind nicht ganz so freundlich und gelassen wie wir," meinte er und ich runzelte die Stirn.

„Woran liegt das?", fragte ich und Manfred schnaufte.

„Ganz einfach: Weysenstein ist ein Teufel von Feldherr. Für ihn sind sie nur Soldaten. Er schickt sie nach vorn und lässt sie sterben. Wenn die Verpflegung ausfällt, müssen sie selbst sehen, woher sie etwas zu essen bekommen. Sie stehlen und rauben dann gerne. Also pass gut auf deine Rationen auf und vor allem: Achte auf deine Stiefel, die sind wirklich sehr schön," meinte der Franke mit einem Blick auf meine Neuanschaffung.

„Na wunderbar! Ritter, die mir den Gaul unter dem Hintern wegfressen! Warum will Karzheim mit Weysenstein reiten? Warum nicht mit den Hospitalitern, oder... na meinetwegen auch mit den Engländern?", fragte ich und setzte mich zu Manfred auf die Holzbank.

„Die reisen noch nicht aus. Keine Ahnung warum die nun länger bleiben. Ich glaube, der Orden gibt das vor," sagte Manfred und schob mir Brot und Hirsebrei hin.

„Schon wieder Hirsebrei? Warum nicht mal Fleisch? Ich hab so lange kein Fleisch mehr gegessen," murmelte ich und Manfred langte in seine Ledertasche und warf mir ein kleines Stück Käse zu.

„Das ist das Einzige, was ich noch ergattern konnte. Akkon ist voll, sie fressen alles weg," meinte er und ich seufzte.

„Na, besser als diese faden Fladen aus Masyaf," grollte ich und verschlang den Käse.

„Vielleicht wäre es mal interessant zu jagen? Nur wir sechs? Vielleicht finden wir ja zwei, drei fette Hasen in der Abenddämmerung? Oder wir gehen fischen? Was hältst du davon?", fragte Manfred und ich nickte.
„Hab so oder so kein Geld mehr! Fischen wäre schön, das haben wir lange nicht gemacht!"

Manfred und ich verließen das Lager und sammelten die anderen ein.

Alexander und Frank waren in den Ställen, Karl und Markus bei Fürst Karzheim, der meinte, dass wir ihm einen Fisch mitbringen sollten.

„Aber vergesst ihn nicht wieder über dem Feuer!", grollte dieser und machte eine entlassende Geste mit der Hand.

„Ja ja," meinte daraufhin Alexander und ich verstehe bis heute nicht, warum ihn der Fürst dafür einen Tritt versetzte.

Das Fischen war immer eine interessante Angelegenheit und Alexanders Spezialität!

Keiner konnte es so gut wie er! Mit einem Speer hatte er in Windeseile vier Fische aus dem kleinen, schmalen Flusslauf, eine halbe Stunde von Akkon entfernt, herausgesammelt.

So schnell konnten Frank und ich nicht mal ein Feuer machen.

Aber an diesem Abend ging es nicht darum, dass es möglichst schnell gehen sollte.

Man ließ sich einfach Zeit, trieb den einen oder anderen Spaß mit den Brüdern und aß gemütlich den Fisch.

„Ich hasse Gräten! Ich liebe Fisch," murmelte Manfred, der den Fisch so oder so mit Gräten aß.

„Irgendwann wirst du daran ersticken, mein lieber Manni! Oder soll ich dich Fredi nennen?", höhnte Alexander und die anderen lachten.

„Solange du mich nicht Susi nennst, ist alles in bester Ordnung, Alex. Denn dann, so fürchte ich, muss ich dir dein räudiges Fell über die Ohren ziehen," meinte Manfred süffisant und erneut lachten wir darüber.

„Ein Fisch reicht nicht, Alexander! Hol noch welche! Komm, noch ist es nicht so dunkel! Vielleicht kommt Karzheim noch! Dann haben wir nicht genug!", sagte Karl und Alexander seufzte übertrieben, nahm seinen Speer und ging erneut zum Wasser.

„Hübsche Stiefel, Adrian. Wo hast du die machen lassen?", fragte Karl und ich grinste.

Jedem gefielen meine Stiefel, selbst Karzheim hatte sie sich angesehen.

„Bei den Franzosen. Unser Schuhmacher ist ja leider krank," meinte ich und Karl nickte.
„Wirklich schön. Ich brauch ja auch neue, was hast du bezahlt?", fragte er und ich überlegte kurz.
Vor lauter Ausgaben wusste ich gar nicht mehr, wo mein Geld hingegangen war.

„Ähm, er wollte drei Silberlinge haben, ich gab ihm aber fünf, weil er so schnell gearbeitet hat! Er hat nur zwei Tage gebraucht! Die Schneiderin fast zwei Wochen! Und die wollte noch drei Silberlinge haben! Ich hab ihr gesagt, dass sie nur einen kriegt und eventuell Besuch von euch, wenn sie noch einmal so einen dreisten Preis veranschlagt und mit der Arbeit nicht hinterherkommt!", meinte ich und Karl grinste.

„Die Schneiderin? So so. Ja, sie ist recht langsam, aber gründlich. Sei nicht so hart mit ihr. Es ist nicht einfach, voll zu arbeiten und dann noch Kinder zu erziehen," meinte er und ich zuckte mit den Schultern.
„Das schaffen noch ganz andere! Der Schmied ist auch allein mit seinen Söhnen," sagte ich und Markus stieß mich an.

„Komm, halt die Klappe und iss! Dein Fisch wird kalt," meinte er und ich grinste.
„Ja, Vater," erwiderte ich und biss noch mal vom Fisch ab.

Die anderen lachten glucksend über meinen Kommentar und machten sich nun selbst über ihren Fisch her.

Karl hatte mit seiner Vermutung Recht.
Der Fürst stieß später wirklich zu uns.

„Euer Feuer sieht man von weitem! Müsst ihr immer so übertreiben? Macht daraus doch gleich einen Flächenbrand," murmelte dieser schroff und setzte sich zwischen mich und Alexander.

„Auch Euch einen guten Abend, Fürst Karzheim. Euer Fisch ist gerade durch, ich bin mir sicher, Ihr seid hungrig, so denn, greift ruhig zu," meinte Alexander tonlos und fing von Karzheim einen giftigen Blick ein.
„Mach nur weiter so, Junge. Für dich hab ich noch ganz andere Dinge im Sack als nur einen Tritt in dein dickes Gesäß," knurrte Karzheim und wieder lachten wir leise.

„Damit ihr es wisst, am Ende dieser Woche brechen wir nach Tyrus auf. Von dort aus werden wir über den Seeweg nach Genua fahren können. Weysensteins Truppen werden uns begleiten," meinte der Fürst zwischen zwei Bissen und Manfred und ich blickten uns an.

Ganz wie er es gesagt hatte.

„Aber... Weysenstein ist..."

„Er ist ein... na, wie nennst du es, Manfred? Schweinearsch? Das weiß ich, aber wir sind wenige, und ich will nicht, dass wir auf Grund dieser Anzahl ständig überfallen werden. Wir sind nicht einmal mehr ganz hundert Mann und zum Rekrutieren fehlt Zeit und Geld. Ich hab es auf euch verteilen lassen, und ihr habt es ja auch schon umgesetzt, so wie ich es sehe. Sinnvolle Anschaffung, Adrian, dachte schon, du versäufst es mit diesen fünf Deppen," meinte der Fürst und nun waren es meine Waffenbrüder, die ihn wütend anblickten.

„Fürst Karzheim, Ihr haltet große Stücke auf uns, das sehe ich immer wieder," meinte Alexander sarkastisch und konnte nicht mal so schnell zusehen, wie der Ritter ausholte und dem Rotschopf einen klatschenden Schlag mit der flachen Hand ins Genick verpasste.

„Du lernst es nicht, Alexander! Hüte dein freches Mundwerk!", grollte der Fürst und die anderen lachten wieder.

Alexander rieb sich stumm den Nacken und grinste mir zu.

„Habt ihr Bier oder Wein da?", fragte der Fürst nachdem er die Gräten seines Fisches einfach über die Schulter warf und die Hände an der Hose abwischte.
Alexander reichte ihm kommentarlos den Lederschlauch und ich sah, wie sich ein noch breiteres Grinsen auf dessen Mundwinkel stahl.

Karzheim nahm den Schlauch, trank und spukte es augenblicklich aus.

„Was zum Teufel ist DAS?", brüllte er und Alexander konnte sich sein Kichern kaum unterdrücken.
„Das Erbsenwasser von gestern," gestand er und sprang schnell von seinem Sitzplatz auf, ehe der Fürst ihn hatte greifen können.

Mit einem lauten „Wahhh!" rannte Alexander in die Dunkelheit davon, während der Ritter ihm brüllend nachsetzte.

„Ha, was täte Karzheim nur ohne uns?", fragte Karl grinsend in die Runde herein und Manfred antwortete trocken: „Mit Alicia die Decken zerwühlen."

Wieder lachten wir prustend und hörten kichernd zu, wie Karzheim Alexander wohl nun erwischt hatte und ihm eine Tracht Prügel verpasste.

Dieser Abend tat mir sehr gut. Er löschte wirklich Gedanken und Zweifel aus.
Die kalte Winterluft war nun halb so wild und in der Gesellschaft dieser Männer mehr als nur gut zu ertragen.

Wenn ich nicht wüsste, dass sie sich eigentlich immer so benahmen, so würde ich doch nun prompt behaupten, dass sie mich versuchten, aufzumuntern und zu beruhigen.

Bisher bereute ich meinen Entschluss so gut wie gar nicht, redete ich mir zumindest ein.

Ich kam zurecht... weil ich nicht alleine war.

Aber... kam auch Altair... zurecht?

Altairs/ Maliks POV:

Die Fragen nach Elessa blieben unbeantwortet und bald war es so, als hätte sie niemals Fuß auf Masyafs Boden gesetzt.

Bedrücktes Schweigen war die Folge und Malik wunderte sich von Tag zu Tag, was in seinem Freund vorgehen würde.

Altair war schon immer ein Eigenbrötler gewesen. Als Junge schon hing er ständig eigenen Gedanken nach. Tief und unergründlich, scheinbar weit fort von der realen Welt.

Und genau dies machte den Meister-Assassinen so gefährlich.

Keiner war in der Lage gewesen, Altair und seinen Gedanken zu folgen und nachzuvollziehen, was in ihm vorging.

Selbst Elessa hatte es nicht wirklich gekonnt, obgleich sie Altair näher gewesen war, als jemals ein Mensch zuvor.

Doch Elessa war fort, Altair allein und Malik stand vor einem Buch mit sieben Siegeln.

Der Assassine hatte sich verändert.

Al Mualim, Elessa, die neun Ziele! Sie hatten Spuren hinterlassen. Tief wie Wunden. Wunden, die niemals heilen würden.

Malik hatte für Altair zurzeit kaum Verwendung. Er ließ ihn die Novizen ausbilden, aber keine Aufträge entgegennehmen.

Altair sollte in Masyaf bleiben aus Gründen, die sie beide kannten, aber nicht besprachen.

Elessa befand sich immer noch in Akkon und Altair war auf Grund ihrer eigenen Pläne mehr als nur wütend.

Vielleicht war er auch wütend über seine eigene Reaktion, doch der Araber vermochte es nicht zu deuten, ob Altair seinen Entschluss bereute oder nicht.

Altair hatte Elessa mit keinem einzigen Wort mehr erwähnt seit sie aus Akkon zurückgekehrt waren und tat nun Dinge, die er selten oder nie zuvor getan hatte.

Zum Beispiel besuchte Altair nun öfter die Frauen im Garten.

Natürlich waren diese Schönheiten für die Männer der Bruderschaft zu Diensten, aber Malik konnte sich nicht entsinnen, ob Altair jemals während seiner ganzen Laufbahn in Masyaf bei ihnen gelegen hatte.

Doch der Anführer wusste, dies tat er um zu vergessen. Um zu verdrängen.

In Altair nagte etwas und er selbst war nicht in der Lage, es zu deuten.

Er war seit seiner Jugend mit Altair befreundet gewesen, doch eine Freundschaft mit Altair ist immer schwierig und besteht scheinbar aus dem brüchigsten Pergament.

Entweder man war bereit, seine Eigenheiten zu akzeptieren und ihn damit in Ruhe zu lassen, oder man konnte nicht mit ihm befreundet sein.

Schweigend trat Malik durch den Eingang des Gebäudes in den Hof.

Altair stand im Schatten der Mauer und beobachtete die Novizen während eines Übungsabschnittes im Schwertkampf.

Raoul kommentierte die Bewegungen, verbesserte die Fehler... alles wirkte normal, wie es immer gewesen war.

Doch die Veränderung hatte längst Einzug gehalten. Und auch wenn man sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen konnte, so wusste Malik, dass alles was zuvor gewesen war, niemals wieder sein würde.

Es war spät in der Nacht und Altair empfand die Jahreszeit als recht kalt und unangenehm.

Solche Winter hatte er bisher nicht gekannt, dennoch verließ er sein Lager, welches von seiner eigenen Körperwärme aufgeheizt war, und schritt durch die dunklen Gänge der Festung.

Es war still, nur der Wind pfiff leise zwischen dem Mauerwerk hindurch und kühlte die Gebäude aus.

Seine Schritte waren zielstrebig und auch kannte er den Weg, welchen er nun zügig zurücklegte.

Immer wenn sein Kopf zu bersten drohte und seine Gefühle sich wie Klauen in seinen Körper gruben, suchte er sie auf!
Jedes Mal eine andere, um nicht einmal auf den Gedanken zu kommen, eine davon eines Tages mögen oder gar lieben zu können.

Altair hatte sich strikte Regeln gesetzt.
Nie länger als er konnte und wollte, nie ein Kompliment, niemals einen Kuss. Er ging zu ihnen, nahm sich das, was er begehrte, vergaß, und ging.

Dafür waren sie seiner Meinung nach da! Um den Männer, welche von den Aufträgen zurückkehrten und mit sich selbst im Unreinen waren, Vergessen zu bringen.

Während des Akts starrte er gebannt in ihre Gesichter und wandte seinen Blick auch nicht ab, wenn er bemerkte, dass sie sich dabei unwohl fühlten.

Er gab sich nicht die Mühe, sanft oder liebevoll zu sein, das konnten andere tun.

Altair wollte diese Frauen sehen, aber keine andere. Keine, die sich jedes Mal in seine Gedanken stahl, wenn er die Augen schloss.

In dieser Nacht wählte er eine junge Frau aus. Jünger als Elessa es war.
Sie war neu und noch waren nicht viele Männer bei ihr gelegen.

Altair hatte ihr Schmerzen bereitet und zunächst wollte er überhaupt nicht darauf eingehen, doch dann erinnerte er sich an die erste Nacht, die er mit Elessa auf diese Art verbracht hatte, ließ sofort von diesem Mädchen ab und sprang von dem Lager auf, als hätte sie ihn gestochen.

„Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen! Es tut mir Leid!", murmelte er mehr zu sich selbst als zu ihr, schloss seine Kleidung und wollte das Zimmer verlassen, doch sie war aufgesprungen und hatte seinen Arm ergriffen.

„Wartet! Bitte! Es tut mir Leid... ich... bitte, Herr! Ich werde bestraft! Ich..." schluchzte sie leise und ließ sofort Altairs Arm los, als dieser sich zu ihr umdrehte. Sie trat einen Schritt zurück und krümmte sich vor Furcht.

Altair musterte sie zunächst scheu und unsicher, ehe er nun einen Schritt auf sie zu machte und sanft ihre Wange berührte.

„Wie ist dein Name?", fragte er leise und die junge Frau sah zu ihm auf.

Sie war wesentlich kleiner und zierlicher als Elessa es am Ende ihrer gemeinsamen Zeit gewesen war. Sie hatte weiche, schöne Gesichtszüge und volle Lippen. Ihre Augen waren dunkel und von sinnlichen, langen Wimpern umrahmt. Ihre Haare waren lang und glatt. Sie wallten ihr in einer kräftigen schwarzen Farbe über den Rücken, als seien sie von flüssiger Konsistenz und luden Altair geradewegs dazu ein, mit ihnen zu spielen.

„Seza," flüsterte sie nun leise und Altair lächelte sanft.

„Seza," wiederholte er murmelnd und ließ eine der langen Haarsträhnen durch seine Finger gleiten.

Gebannt sah er zunächst dabei zu, ehe er ihre Hand ergriff und sie mit sich zog.

„Ich kann dich nicht lieben, Seza, aber ich verspreche dir, dass ich dich gut behandeln werde," sagte er leise und führte sie in den anderen Teil der Festung.

Malik war am folgenden Tag mehr als nur überrascht, als Altair zu ihm trat, um sein Anliegen vorzutragen.

„Du willst was?", fragte der Araber völlig entsetzt und Altair schnaufte genervt.

„Ich will, dass du mir Seza zusprichst."

„Warum?", fragte Malik und kam sich noch während er diese Wort aussprach ausgesprochen dumm vor.

„Malik," begann Altair langsam, „Ich bin ein Mann. Muss ich etwa noch weitere Gründe nennen oder sprichst du mir sie jetzt zu?"

Malik schüttelte sich vor Entsetzen.

„Das ging aber schnell!", stieß er hervor und Altair verzog wütend das Gesicht und wollte sich bereits abwenden, doch Malik hob seine Hand und bedeutete ihm, seiner Bitte nachzukommen.

„Schon in Ordnung, Altair. Ich spreche dir Seza zu, aber bitte... schneide ihr bloß nicht die Haare ab!", meinte Malik und Altair lächelte freundlos.

„Eher die Kehle durch!", grollte der Assassine, ging nun wieder davon und ließ den überforderten Malik zurück.

Altair kehrte zu Seza zurück, welche er in seinen eigenen Räumen untergebracht hatte.

Die junge Frau war sehr scheu, vermied wie jede brave Dienerin den Augenkontakt und sprach nur, wenn er danach verlangte.

Eine typische Frau aus dem Morgenland. Beugsam, wohlgesittet.

Elessa war einst so gewesen, doch... es war einfach viel zu viel geschehen.

Dennoch kam Altair nie umhin, Elessa und Seza zu vergleichen.

Seza war nun das komplette Gegenteil von Elessa. Sie war klein und sehr weiblich, während Elessa bereits nun mehr einem Mann glich als einer Frau.

In den zwei Jahren war sie groß geworden und konnte ihm mittlerweile mühelos in die Augen blicken.

Rüstung, Kampf und Reiterei stählten ihren einst so dünnen und schwachen Körper und Altair selbst hatte eine Kostprobe ihrer fürchterlichen Kraft erhalten.

Schmerz und Wut hatten das aus ihr gemacht. Elessa würde niemals wieder ein Opfer von anderen werden, doch würde sie sich unaufhörlich selbst zerfleischen und niemals aus ihrer Lüge finden, welche sie wie einen Schutzschild vor sich hielt.

Auch wenn Altair sich bewusst war, dass er Elessa womöglich niemals wiedersehen würde, so war er dennoch ehrlich mit sich selbst, indem er sich sagte, dass er sie nicht so schnell vergessen konnte und wollte.

Seza füllte den Platz, der seinen körperlichen Bedürfnissen galt, doch niemals würde diese Frau tiefer in ihn dringen können und niemals würde sie in der Lage sein, eine Wirkung auf ihn zu haben, die nur Elessa einst gehabt hatte. Das allein wollte er selbst schon gar nicht mehr zulassen.

Liebe war für ihn mittlerweile gleichbedeutend mit Kontrolle und Manipulation.

Niemals mehr würde er sich kontrollieren oder manipulieren lassen.
Elessa ging ihren eigenen Weg. Selbst sie hatte es geschafft, sich aus der Abhängigkeit freizukämpfen, warum sollte er dann an so etwas Lächerlichem scheitern?

Vier Monate waren nun ins Land gegangen und Altair fühlte sich innerlich leer und zerrüttet.

Täglich brütete er vor sich her, duldete dabei keine Störung, denn sein Nachsinnen gab ihm Antworten auf ungestellte Fragen. Fragen, welche ihm Schlaf und Ruhe raubten.

Die Welt war nicht stehengeblieben, wie er einst geglaubt hatte, dass sie das tun würde, würde er von Elessa noch einmal getrennt werden.
Die Zeit verging und die Tage und Nächte wechselten sich im stetigen Rhythmus ab.

Gerüchte gingen umher, Nachrichten kamen aus Tyrus, Akkon und Tortosa. Die Templer regten sich, die Kreuzfahrer zogen in großen Scharen ab und Altair war sich sicher, dass Elessa sich unter ihnen befand.

Unerkannt und in ihrer Lüge ausharrend.

Das Leben ähnelte einem See.

Man warf einen Stein und die Oberfläche zerbarst und geriet in Bewegung.

Irgendwann beruhigte die Oberfläche sich wieder und der Wasserspiegel wurde glatt und äußerlich schien es, als hätte sich nichts verändert.

Doch... der Stein lag nun auf dem Grund und der See hatte einen Stein mehr, der in seine dunklen Tiefen gestürzt war.

Ende Kapitel 21