Er nahm die Akten und knallte wütend die Tür hinter sich zu. England ärgerte sich, aber was hatte er schon großartig anderes von Francis erwarten sollen?

Erst am frühen Abend kam er wieder zu Hause an. Inzwischen hatte er sich wieder abreagiert und lediglich der Fleck an seinen Hals erinnere ihn an den Besuch bei Francis.
Langsam ging er den sandigen Weg entlang, von weitem konnte er sein Haus schon erkennen. Er ließ seinen Blick über die Felder streifen, bis er schließlich stehen blieb.

Noch immer saßen Amerika und Japan auf der Wiese. Amerika lächelte, irgendwie war Kiku allein doch etwas anders, als wenn er bei den Anderen war.
„Ist doch mal eine Abwechslung vom Alltagsstress nicht wahr?"
Japan schaute ihn leicht stutzig an.
„Wir tragen eine große Verantwortung, deshalb sollten wir unsere Arbeit nicht vernachlässigen Alfred-san."
„Ach was", sagte Amerika übermütig und drückte Japan spielerisch ins Gras. „Dauernd der Arbeit nachgehen tut nicht gut... irgendwann verliert man dann wichtige Dinge aus den Augen", meinte er während er sich über Kiku beugte.
„Und das sagst gerade du?!"
„Ich sehe es doch bei Arthur nur zu gut!"
„Ach so., Arthur-san... Ja, verstehe...", leicht wandte Kiku seinen Blick zur Seite ab.

England beobachtete das eine Weile, was die Beiden redeten hörte er nicht, ihm reichte es schon was er sehen musste. Mit schnellerem Tempo ging er weiter. Absichtlich lief er den Weg entlang der näher an die Wiese führte. Erst jetzt begann er sich die Frage zu stellen was Japan überhaupt hier machte...
Abermals blieb er stehen, diesmal direkt vor den Beiden und blickte zu ihren herunter auf Japan der immer noch auf der Wiese lag und auf Amerika der sich über ihn beugte.
„Abend", sagte England nur knapp, nur aus reiner Höflichkeit Japan gegenüber, Amerika beachtete er erst gar nicht.
Kiku grüßte freundlich zurück.
„Arthur? Bist du doch früher zurück?"
England ignorierte Amerikas Worte total, mit einer kurzen Handbewegung verabschiedete er sich von Japan.
„Viel Spaß noch", meinte er bitter, dann ging er weiter zurück zum Haus.
„He warte doch mal-!"
Amerika richtete sich auf und folgte ihm. Japan blieb allein auf der Wiese zurück.
England ignorierte Alfred weiterhin und setzte unbesonnen seinen Weg zurück zum Haus fort.
„Blöder Idiot", dachte er sich nur, während er trotzig die Akten in seiner Hand betrachtete. Wieso sollte er eigentlich Francis' Arbeit erledigen? Als ob er nicht selbst genug zu tun gehabt hätte. Das Mahl an seinem Hals hatte er längst verdrängt, er war viel zu sehr in Gedanken, so merkte er auch nicht das Amerika ihn plötzlich an der Schulter festhielt und zu sich drehte.
Sich leicht überrumpelt vorkommend, schaute er Amerika in die Augen.
„Was ist?!"
Stille. Genervt wandte England seinen Blick ab.
„Wenn nichts ist, dann lass mich los! Ich hatte einen anstrengenden Tag!"
Amerikas Blick fiel auf den Knutschfleck auf Englands Hals.
„Was ist das?"
Arthur konnte erst nicht folgen, bis ihm die Sache wieder einfiel. Betroffen schaute er zu Boden, dann wieder zu Alfred. Er brauchte sich schließlich keine Vorwürfe machen und er war Amerika auch keine Rechenschaft schuldig.
„Wonach siehts wohl aus?", antwortete er nur.
Alfreds Blick konnte er jedoch nicht ganz deuten. Es war eine Mischung aus Enttäuschung, Betroffenheit und irgendetwas anderes was England nicht beschreiben konnte. Jedoch ließ Amerika ihn los und ging. Arthur schaute ihm nach. Ihm nachlaufen wollte er nicht, dafür war ihm sein Stolz im Weg.
Auch den Rest des Tages ging ihm Amerika irgendwie aus dem Weg. Wieso wusste England nicht, er konnte sich jedenfalls nichts weiter dabei denken.

Alfred saß mit Matthew in der Küche. Er schwieg schon wie ganze Zeit, was Canada etwas stutzig machte, da sein Bruder eigentlich nie so still war.
„Alles okay?", fragte er zögerlich.
„Mhm.. ja..."
„Du wirkst so komisch seit dem Arthur wieder da ist..."
Erneutes Schweigen.
„Wo ist er denn gerade?"
„In seinem Zimmer? Keine Ahnung", antwortete Amerika leicht genervt.
Canada stand auf. Gern tat er das folgende nicht, aber er ertrug es auch nicht Alfred leiden zu sehen.

Betrübt lag England auf seinem Bett. Er hasste sich dafür, sich bei Francis nicht gewehrt zu haben. Als es an seiner Tür klopfte, schaute er auf.
„Herein", sagte er widerwillig.
Vorsichtig öffnete Canada die Tür. Er war noch nie zuvor ihn Englands Zimmer gewesen, hatte dies auch nie vorgehabt aufzusuchen. Böse blickte England ihn an.
„Was gibt's?"
„Ähm.. darf... darf ich mich setzen?", stammelte Canada.
Mit einer Handbewegung verwies England auf sein Bett. Zögerlich nahm Matthew Platz und schaute zu England, der sein Gesicht wieder im Kissen vergrub.
„Ähm.. geht es dir gut?"
Schweigen-
„Was... was war denn vorhin zwischen dir und Alfred los? Er... er wirkte so verletzt."
Englands Augen weiteten sich leicht, er setzte sich auf und blickte Canada an.
„Nichts von Interesse..."
Auch Canadas Blick fiel nun auf den Fleck an Englands Hals, jedoch sagte er nichts dazu. England seufzte.
„Ich rede später mit ihm, okay? Mach dir keine Sorgen."
Matthew nickte, dann stand er auf und verließ das Zimmer wieder.

Amerika saß immer noch in der Küche, er hatte auch nichts gemacht als Canada wieder in die Küche zurückkam. Dieser setzte sich wieder gegenüber von seinem Bruder.
„Ha- hast du ihn geküsst?", fragte er mit einem leichten Rotschimmer auf den Wangen.
„Nein habe ich nicht", sagte er mit einem eher undefinierbaren Unterton in der Stimme. „Es war Francis..."
Canada schwieg. Es tat ihm so weh Alfred so sehen zu müssen. Er wusste genau, dass sein Bruder England über alles liebte, und er selbst steckte gern zurück, solange Amerika nur glücklich war.
„Und nun? Rede doch mal mit ihm..."
„Nein", sagte Amerika knapp.
„Aber er will mit dir reden."
„Ach wirklich?"
Canada seufzte.
„Sei nicht so stur. Er schien mir sehr verletzt zu sein."
Amerika stand ohne ein weiteres Wort auf, ließ Canada allein in der Küche zurück und ging in den Garten.

England saß immer noch auf seinem Bett, blickte zum Fenster.
seine Sturheit war ihm im Weg mit Amerika darüber zu reden was passiert war. Es kam ihn so unendlich dumm vor mit ihm darüber zu sprechen. Es ging ihm doch eigentlich nichts an.
Draußen im Garten sah er Amerika am Tor stehen. Sachte öffnete er sein Fenster und atmete die kühle Abendluft ein.
„Alfred?", rief er zu ihm herunter.
Amerika ignorierte Englands Worte, tat so als hätte er nichts gehört.
„Warte!"
Arthur fühlte sich regelrecht verarscht.
„Blöder Idiot!", schrie er ihm zu.
Dann knallte er das Fenster zu und ging herunter zur Haustür. Zeit um sich seine Jacke anzuziehen nahm er sich nicht. Es würde schon nicht so kalt werden.

Als England den Garten betrat, stand Amerika immer noch am Tor. Arthur lächelte etwas.
„Wo willst du hin?"
„Was fragst du?"
„Weil ich es nicht mag, wenn dauernd Leute bei mir ein und aus gehen!", antwortete er patzig, „Ich wusste noch nicht mal das Kiku zu Besuch ist!"
„Ich auch nicht", sagte er leicht grinsend.
„Toll! Ganz toll!"
Derweil öffnete er das Gartentor, packte England an der Hand und zog ihn mit sich.
„He! Lass das!", Arthur schaute zur Seite.
Amerikas Enttäuschung war wie weggeblasen und er lächelte ihn an. Eine leichte Röte zierte Arthurs Wangen, er versuchte Amerika trotzdem weiterhin anzusehen und schwieg jedoch. Er wollte Alfred den Vorfall erklären, bloß wie?
„Francis hat mir ein paar seiner Akten mitgegeben", begann er, „Weißt du, als ich da ankam hat er mich regelrecht in sein Wohnzimmer geschliffen und mich mit Rotwein abfüllen wollen!"
England klang ein wenig wütend. Alfred hörte ihm zu, blickte dann wieder auf seinen Hals und schwieg.
„Ob es ihn stört?", fragte sich Arthur, verwarf den Gedanken aber sofort wieder. Für ihn war es absurd zu glauben das Alfred etwas für ihn empfinden konnte.
Amerika brach das schweigen schließlich.
„Empfindest du etwas für Francis?"