One Step Closer – Chapter 5

I Miss You

Sometimes we need to be apart to understand just how much we love each other!

- Nikolas Sparks, The Notebook

„Vier Monate. Und sie waren unglaublich. Die Zeit, die ich mit Hinata verbringen konnte, ist einfach nicht zu beschreiben. Ihre Anwesenheit macht mich glücklich. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, setzt mein Herz einen Schlag aus. Ich kann förmlich spüren, wie mein Körper Endorphine ausschüttet. Sie stellt meine Welt auf den Kopf. Ständig erwische ich mich dabei, wie ich an sie denke. Morgens, mittags, abends. Ich frage mich, wo sie ist, was sie macht und wieso ich nicht bei ihr bin. Stundenlang könnte ich in ihre Augen sehen und ihr beim Lachen zuhören. Sie ist unglaublich." - mit diesen Worten versuche ich Sakura zu beschreiben was ich für Hinata empfinde.

Momentan befinde ich mich mit Kakashi, Sai und Sakura südlich der Grenze zu Kirigakure.
Eine einfache Eskortmission. Seit nun gut vier Tagen sind wir unterwegs. Wir haben unser Nachtlager aufgeschlagen und sitzen am Lagerfeuer. Kakashi scheint in sein Buch vertieft zu sein und Sai ist unterwegs, um die Landschaft zu zeichnen. Wie wir auf das Thema kamen? Wir sprachen über das unheimliche Treffen, dass ich mit Hinatas Vater hatte. Ein eiskalter Schauder läuft mir über den Rücken, wenn ich daran zurückdenke.

Es war später Abend gewesen. Gemeinsam wanderten wir durch die ruhigen Straßen von Konoha. Wir waren auf dem Weg zu ihr nach Hause. Nichts ahnend standen wir vor ihrem Haus, als plötzlich ihr Vater nach draußen kam. Sein Blick traf meinen und ich hätte schwören können, Tod umzufallen, wenn Blicke hätten töten können. Erschrocken wich ich einen Schritt von Hinata zurück und ließ ihre Hand los. „Wie lange geht das schon zwischen euch?", fragte er mit bedrohlich tiefer Stimme. Doch bevor auch nur einer von uns antworten konnte, setzte er erneut an: „Das tut auch nichts zur Sache. Nenne mir einen guten Grund, warum ich dich meine Tochter weiterhin sehen lassen sollte. Was lässt dich glauben gerade du seist gut genug für sie? Jahrelang habe ich zusehen müssen, wie sie Tag für Tag hinter dir hersah. Was kannst du ihr geben, das ihr niemand sonst geben kann?"

Doch wenn ich mir den Rest dieser Unterhaltung in Erinnerung rufe, legt sich ein kleines Lächeln auf meine Lippen.

Völlig perplex stand ich nun vor ihm, ohne auch nur eine Antwort parat zu haben. Er hatte recht. Ich hatte sie nicht verdient. Zu lange hatte ich sie warten lassen. Ich war kurz davor, mich geschlagen zu geben, als ihre sanfte Stimme die Stille durchbrach. „Er hat mir so viel gegeben, Vater. Durch ihn habe ich endlich Vertrauen zu mir selbst. Ich sehe zu ihm auf. Er ist es, der meine Welt heller macht und mir Kraft gibt. Ich liebe ihn!", sagte sie. Nach ihren Worten war es ganz still. Ich war viel zu schockiert, um auch nur einen Ton herauszubringen. Und Hiashi Hyuuga musterte uns mit wachsamen Augen. Als würde er uns durchleuchten. Schließlich lockerte sich seine Haltung. Er sah mich ernst an. „Du wirst morgen zum Abendessen erscheinen. Ich erwarte dich hier." Mit diesen Worten drehte er sich um und verschwand im Haus.

Warm geworden waren wir beide seitdem zwar noch nicht miteinander, doch das würde mit der Zeit kommen. Vor dieser Auseinandersetzung hatte sie mir noch erzählt, wie schwierig die Beziehung zwischen ihr und ihrem Vater ist. Dass sie sich nicht traut, selbst das Wort zu ergreifen und sich gegen ihn zu stellen. Doch für mich hatte sie es getan. Zu mir gestanden, ohne Wenn und Aber. Und von dieser Geschichte habe ich Sakura erzählt. Daraufhin hat sie mich mit einem wissenden Blick angesehen und mich darum gebeten ihr zu erklären, wie es um meine Gefühle für Hinata steht. Doch worauf will sie damit hinaus?

Nachdem ich ihr zu erklären versucht habe, wie ich mich in Hinatas Anwesenheit fühle, wende ich meinen Kopf zur Seite. Ich kann ein Kichern von ihr hören und bemerke, wie meine Wangen warm werden. Doch das kümmert mich nicht. Ich fühle mich nicht komplett, weil sie nicht da ist.

„Ich vermisse sie", flüstere ich leise in die Nacht hinein. Ihr Kichern stoppt. Ich drehe meinen Kopf wieder zu ihr und bin verwirrt, weil sie mich sanft anlächelt.

„Du hast dich in sie verliebt", stellt sie fest.

Und mit einem Mal schlagen die Gefühle mit voller Wucht auf mich nieder. Jede Sekunde, die ich mit Hinata verbracht habe, geht mir durch den Kopf. Mein Herz beginnt zu rasen, als ich mir endlich meiner Gefühle bewusst werde.

„Ich habe mich in sie verliebt", flüstere ich die Erkenntnis mit weit aufgerissen Augen vor mich hin. Noch immer kann ich es nicht fassen. Ich denke an jeden Stromschlag, den ich bei ihrer Berührung gespürt habe. An jede Nacht, die ich schlaflos verbracht habe, weil mir das Gefühl ihrer weichen Lippen auf meinen nicht aus dem Kopf ging. An jeden Moment, in dem sie ein Feuer durch meine Adern fließen lassen und mein Herz zum Rasen gebracht hat.

Ein breites Grinsen legt sich auf mein Gesicht. Ich springe auf.

„ICH HAB MICH IN HINATA VERLIEBT!"

Ich schreie es in die Nacht hinein. Jeder soll es hören! Noch nie habe ich mich so glücklich gefühlt. Sakura fängt an, unkontrolliert zu lachen. Noch immer tanze ich vor Freude um die Feuerstelle. Sie springt auf und schließt sich mir an, sagt, dass sie es mir gönnt. Kakashi murmelt zwar vor sich hin, dass die Erkenntnis reichlich spät kommt, schenkt mir dennoch ein unter seiner Maske verborgenes Lächeln, bevor er sich wieder seinem Buch zuwendet.

I love you. I am who I am because of you. You are every reason, every hope, and every dream I've ever had. And no matter, what happens to us in the future, everyday we are together is the greatest of my life. I will always be yours.

- Nikolas Sparks, The Notebook

„Vier Monate. Und es waren die schönsten meines Lebens. Noch nie bin ich so glücklich gewesen. Sein Lachen lässt für mich immer die Sonne scheinen. Seine Worte erwärmen mein Herz. Seine Berührungen hinterlassen ein Kribbeln auf meiner Haut. Und seine Küsse entfachen in mir ein Feuer, dass niemand löschen kann. Er zieht mich an, wie ein Magnet. Ich möchte nie wieder ohne ihn sein." - erkläre ich meiner Schwester, während sie mir sanft durch meine Haare bürstet.

Es ist später Abend. Wir sitzen in meinem Zimmer und führen eine Unterhaltung, von der ich nie gedacht hätte, sie mit ihr zu führen.

„Hat er dir schon gesagt, dass er deine Gefühle erwidert?", fragt sie.

Ich antworte ihr, dass ich ihn nicht dazu drängen möchte. Meinen Traum weiter leben möchte. Dass es keinen Unterschied machen würde, weil ich immer sein Mädchen sein werde. Dennoch sehne ich mich nach nichts anderem. Der Gedanke, dass er mir eines Tages dieser Worte zuflüstern könnte, taucht meine Wangen in Rosa. Bei dieser Vorstellung pocht mein Herz. Es pocht so sehr, dass ich das Gefühl habe, ich wäre gerade einen Marathon gelaufen.

Während ich meine Gedanken wandern lasse, denke ich an den intimen Abschied voneinander vor seiner Mission zurück.

Es war ein kühler Abend. Die rot verfärbten Blätter haben schon begonnen, von den Bäumen in Richtung Boden zu tanzen. Verspielt flattern sie im Wind. Nebeneinander saßen wir auf dem in Stein gemeißelten Kopf seines Vaters und betrachteten unsere, mit einem Sternenhimmel besäte, Heimat. Es würde unser Abschied werden. Und dennoch waren wir still. Keiner konnte in Worte fassen, was er fühlte. Bedrückt, so konnte man die Stimmung zunächst bezeichnen. Dabei sehe ich ihn so gerne lachen. Es ist eines der Dinge, die ich so sehr an ihm liebe. Seine glückliche Blick huschte über sein Gesicht. Seine Lippen fest aufeinander gepresst starrte er den Mond an. Auch mein Blick wanderte zum Mond, als seine sanfte Stimme die Stille durchbrach. Er nahm seinen Daumen und hielt ihn in die Höhe, kniff sein Auge zusammen und sagte: „Eigentlich ist es egal, wo du bist, der Mond ist nie größer als dein Daumen." Verwirrt sah ich ihn an, bis er erklärte: „Es hatte mich getröstet, als ich mit Jiraya unterwegs war und Heimweh bekommen habe. Er sagte mir, dass wir alle den selben Mond sehen. Die selben Sterne, den selben Himmel. Und dadurch mit unseren Freunden zu Hause verbunden sind. Denn egal was passiert, wir werden immer den selben Himmel sehen, Hinata." Als ich verstand, lächelte ich. Nahm sein Gesicht in meine Hände und küsste ihn innig. All meine Gefühle für ihn legte ich in diesen Kuss. Er schaffte es immer, die richtigen Worte zu finden und auf seine eigene Art Weise zu sein. Anschließend legten wir uns hin. Den ganzen Abend lagen wir da, auf unserer Decke, und starrten in den Himmel. Mein Kopf auf seiner Brust. Wieder war es still. Doch dieses Mal war es eine eigene, angenehme Stille. Denn mehr brauchten wir beide nicht. Nur das Lauschen des Herzschlages und die Anwesenheit des anderen.

Wieder in der Gegenwart angekommen blinzle ich eine salzige Träne hinweg, die sanft meine Wange herunterkullert. Ich sehe, wie meine Schwester einen panischen Gesichtsausdruck annimmt. Doch ich winke ab.

„Ich vermisse ihn nur so", flüstere ich.

Doch ich weiß, dass das Wiedersehen nach einer Trennung immer etwas Besonderes ist. Und während ich aus dem Fenster auf den Mond sehe, versichere ich ihr, dass es mir gut geht. Denn egal, wo er gerade ist, wir sehen den selben Himmel. Bald werden wir wieder zusammen sein.

-To be continued-