Der Weihnachtsmannzauber

von Maren

"Weihnachten? Was für ein Humbug!"

"Aber Severus." Großväterlich lächelnd tätschelte Albus Dumbledore dem Professor die Hand. "Weihnachten ist doch kein Humbug."

"Dann sollen die, die es nicht dafür halten, es eben feiern", grummelte Severus Snape.

Dumbledore lachte. "Ach Severus, nun mache mir doch diese Freude. Es ist schließlich Weihnachten."

"Nicht für mich!"

Dumbledore wiegte den Kopf, so dass sein langer weißgrauer Bart in Bewegung geriet. "Natürlich auch für dich, du gehörst doch dazu. Was wäre Hogwarts ohne den Meister der Tränke?" Ohne eine Antwort abzuwarten fuhr er fort: "Das wäre wie Weihnachten ohne Weihnachtsmann. Also absolut unmöglich."

"Grmpf", machte Severus. Der alte Mann war wirklich schlau und wusste, wie er ihn packen konnte.

"Es wird dir Spaß machen."

"Spaß." Severus spie das Wort geradezu aus.

Doch Dumbledore lachte nur. "Komm, ich gebe dir gleich den Trank und wirke den Zauber, damit du dich an deine neue Rolle gewöhnen kannst."

"Wie lange hält er an?"

"Nur einige Stunden."

Nicht ohne Widerwillen folgte Snape dem Schulleiter ins Labor. Sich als Weihnachtsmann verkleiden genügte Albus nicht, er wollte einen kompletten Zauber, der Severus in den rotbemäntelten Mann verwandeln würde – mit allem Drum und Dran.

Der Trank schmeckte scheußlich und der Zauber war so stark, das Dumbledores Stimme Snapes Ohren rauschen ließ.

"Wunderbar!" Dumbledore klatschte in die Hände. Dann packte er Snape am roten Ärmel und zog ihn vor einen Spiegel. "Sieh nur!"

Snape musste zweimal hinschauen und doch fiel es ihm schwer, sich mit seinem Abbild zu identifizieren. Sein Gesicht war fast völlig von dichten weißen Haaren bedeckt, die in einen üppigen Bart flossen, der auf dem runden Bauch auflag.

Der Mantel spannte ein wenig um die Leibesfülle, was durch den schwarzen Gürtel noch betont wurde. Die rote Hose war weit, seine Füße steckten in schwarzen Stiefeln und auf seinem Kopf thronte eine rote Mütze mit weißem Bommel.

"Albus, das ist - Ho Ho Ho!" Severus schnappte nach Luft. Das Ho Ho Ho hatte er nicht sagen wollen, das war ganz von selbst über seine Lippen gekommen. "Was - Ho Ho Ho."

Dumbledore lachte.

Snape rang um Beherrschung. "Albus. Was." Tief durchatmen. "Ist." Noch ein Atemzug. "Mit." Konzentrieren. "Meiner. Stimme." Atmen. "Los?"

"Das liegt nur am Weihnachtsmannzauber, ich wollte eine vollständige Metamorphose."

"Wann geht das - Ho Ho Ho." Verdammt, er musste daran denken, die Wörter einzeln zu sprechen. "Weg?"

"Dann, wenn der Zauber nachlässt und du in deine alte Gestalt zurückkehrst." Albus hakte ihn unter. "Aber nun komm, wir sollten keine Zeit verlieren, schließlich wollen die Kleinen beschert werden."

Snape stieß die Luft durch die Nase aus, dass das weiße Haar nur so tanzte. Wenn er so blieb, würde er Sex heute Nacht vergessen können. Hermine Granger, die diesen Sommer als Lehrerin in Hogwarts angefangen hatte und ihm seit einigen Wochen die Nächte versüßte, würde ihn so gar nicht erkennen. Und selbst wenn, würde sie ihn so nicht wollen. Außerdem wäre Sex mit dem Bauch unmöglich. Und dazu dieses grässliche Ho Ho Ho, das jede Unterhaltung unmöglich machte. So ein verdammter Mist!

Die Weihnachtszeit in Hogwarts war stets von einem ganz besonderen Zauber geprägt. Hermine Granger war gespannt, was sich der Schulleiter dieses Jahr einfallen lassen würde. Hoffentlich nichts, das allzu lange dauerte, denn sie hatte in dieser Nacht noch einiges vor.

Bei dem Gedanken an Severus ließ Vorfreude ihren Körper kribbeln. Er war ein grandioser Liebhaber und sie konnte kaum erwarten, dass die Bescherung vorbei war und sie sich in den Kerker schleichen konnte.

Mit einem Weihnachtsmann an seiner Seite betrat Professor Dumbledore die große Halle, die mit vielen bunten Lichtern, Mistelzweigen und einem riesigen Tannenbaum voller Süßigkeiten geschmückt war.

"Ho Ho Ho", grüßte der Rotbemäntelte. Auf seinem Rücken trug er einen riesigen Jutesack, den er nun unter Ächzen abstellte. Mit seinen dicken Handschuhen war es ihm nicht möglich, die Kordel zu lösen, die den Sack verschloss, so dass er einen leisen Zauber murmelte.

Hermine stutzte. Ein Weihnachtsmann, der zaubern konnte? Verbarg sich also einer ihrer Kollegen unter dem dichten Bart?

Eifrig begann der Geschenkebringer seine Gaben zu verteilen und erntete dabei begeisterte Ausrufe und strahlende Gesichter. Als Hermine an der Reihe war, berührte sie dabei seine Hand und spürte trotz der dicken Handschuhe, die er auch jetzt nicht ausgezogen hatte, wie ein Kribbeln sie durchlief. Überwältigt von ihrer Entdeckung schnappte sie nach Luft. Das konnte doch unmöglich Severus sein. Oder?

Aber er musste es sein, ein anderer Mann hätte keine solche Reaktion bei ihr ausgelöst. Doch sie ließ sich nicht anmerken, dass sie ihn erkannt hatte.

Als die letzten Geschenke verteilt waren, forderte Dumbledore die Schüler auf zu singen und stimmte Feliz Navidad an. Gläser mit Punsch und silberne Tabletts voller Plätzchen wurden herumgereicht.

Hermine behielt den weihnachtlichen Snape genau im Auge. Ob er sich amüsierte, war durch den dichten weißen Bart nicht zu erkennen. Der Arme, er konnte mit diesem Ungetüm im Gesicht ja nicht mal richtig von dem Punsch trinken, denn sobald er es versuchte, geriet das weiße Haar ins Glas.

Wann ließ dieser verdammte Zauber denn endlich nach? Sicherheitshalber hatte Snape sich nach Mitternacht von der Festgesellschaft zurückgezogen, um die Verwandlung nicht vor aller Augen zu durchleben. Außerdem hatte er keine Lust mehr gehabt mitzufeiern. Dieser Bauch verhinderte, dass er tanzen konnte. Er hatte es versucht oder eher gesagt hatte Poppy Pomfrey, die selbst nicht gerade mit der Figur einer Elfe ausgestattet war, den Versuch gewagt und ihn aufgefordert. Es war ihnen unmöglich gewesen miteinander zu tanzen.

Und nun saß er in seinem Lieblingssessel, las und schaute immer wieder auf die Uhr. Schon nach drei und der Bauch war immer noch kein bisschen geschrumpft.

Es klopfte und ehe er dazu kam etwas zu sagen wurde die Tür geöffnet und Hermine schob sich herein.

"Hermine!" Snape sprang auf.

Sie grinste. "Ich hab dich längst erkannt."

"Dumbledore hat - Ho Ho Ho - gesagt, dass der - Ho Ho Ho - Zauber in einigen – Ho Ho Ho – Stunden seine Wirkung verliert."

Hermine kicherte. "Das Ho Ho Ho hat er dir mit angezaubert? Das ist ja stark."

"Ja, ja, wahnsinnig – Ho Ho Ho – lustig."

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, schob den Bart soweit wie möglich zur Seite und küsste ihn. Doch auch hier war wieder der Bauch im Weg.

"Das wird – Ho Ho Ho – heute wohl – Ho Ho Ho – nichts mehr."

"Ach was, da finden wir schon eine Lösung." Ihr Lächeln war verführerisch und als sie nun ihr altrosa Kleid abstreifte kamen darunter knappe Dessous zum Vorschein, die ihre hübsche Figur voll zur Geltung brachten. "Na, magst du dein Weihnachtsgeschenk auspacken?"

Snape schluckte und spürte, wie allein der Anblick ihn erregte. Allerdings wollte er sich mit dieser Figur nicht vor Hermine nackt zeigen. "Vielleicht sollten wir – Ho Ho Ho - damit noch – Ho Ho Ho – warten."

"Du hast keine Lust mit mir zu schlafen?" In ihren Mundwinkeln zuckte es und sie begann, selbst ihre Brüste zu streicheln. Unter der roten Seide zeichneten sich bereits die Spitzen ab.

"Teufelin", zischte Snape. Mit einem Schritt war er bei ihr, streifte seine Handschuhe ab und umfasste ihre Brüste. Sein Bart strich dabei über ihren nackten Bauch und entlockte ihr ein leises Stöhnen. Vielleicht war der Bart doch nicht so schlecht.

Wohlig räkelte sich Hermine und schlug die Augen auf. Sie hatte wunderbar geschlafen. Kein Wunder, nach den überwältigenden Höhepunkten, die Snape ihr beschert hatte. Nun lag er neben ihr, das schwarze Haar zerzaust, der nun wieder schlanke Körper nackt. Das Kostüm musste mitsamt Bart und Bauch irgendwann in dem Rest der Nacht verschwunden sein. Sie hatte nicht darauf geachtet.

"Frohe Weihnachten", sagte Snape und gab ihr einen Kuss.

Ende