Eine Weihnachtskatastrophe auf vier Pfoten...

...trifft auf eine Katastrophe in Blond.

(von Kira Gmork)

Reges Treiben herrschte in der Winkelgasse und obwohl unablässig Hexen und Zauberer sich regelrecht von Geschäft zu Geschäft schoben, schafften es die stobenden Schneeflocken dennoch, das Kopfsteinpflaster mit einer gleichmäßig weißen Schicht zuzudecken.

Die Läden waren mit weihnachtlichem Schmuck dekoriert und aus jedem Geschäft ertönte eine andere Melodie und vermischte sich mit der der Nachbarläden, so dass man auf der Straße Aggressionen von der ganzen Besinnlichkeit bekam.

Ein Hauch von Zimt lag in der Luft und ein Chor von Engeln schwebte dank Magie unermüdlich durch die Gasse und bereicherte die ohnehin schon klanggetränkte Luft mit seinem Gesang.

Lucius Malfoys Gehstock bohrte sich tief in den frischen Schnee, war der Magier doch versucht, damit nach den trällernden Engeln zu schlagen, die geradewegs auf ihn zuhielten, um ihn weihnachtlich zu stimmen, sobald er die Gasse betreten hatte.

"Verschwindet", knurrte er stattdessen und sah die lieblichen Engel mit einem mörderischen Blick an. Sofort drehte der sangesfreudige Chor ab und für einen Moment verlor er seine Formation, bevor die Engel erneut zusammenfanden und ihre Runde durch die Gasse wiederum antraten, um sich auf ein anderes Opfer zu stürzen.

Malfoy fluchte und blickte sich um. Niemand in seiner Nähe wagte es, seinen Blick zu erwidern, und ein junger Mann, der eilig den Kopf senkte, als Malfoy ihn ansah, rannte prompt gegen einen Laternenpfahl.

Malfoy kam zu dem Schluss, dass seine bedrohliche Präsenz zufriedenstellend war und es befriedigte ihn zutiefst. Man brachte ihm Respekt entgegen, so wie es einem Malfoy gebührte, der Tag war also noch nicht völlig verloren.

Mit erhobenem Kinn schritt er durch die Menge, die ihm so schnell wie möglich Platz machte, denn so sehr auch jeder in seine eigenen Besorgungen vertieft war, so deutlich war doch die Anwesenheit des ehemaligen Todessers und die Furcht vor ihm war ungebrochen, munkelte man doch, dass er hinter den Kulissen seiner geschäftlichen Tätigkeiten eine neue Riege Todesser ausbildete, um in absehbarer Zeit das Gedankengut Voldemorts unter seiner Regie wieder aufleben zu lassen.

Malfoy wusste um diese Gerüchte und wunderte sich insgeheim über die blühende Phantasie der einfachen Leute. Niemand in den Reihen der magischen Oberschicht glaubte diesen Humbug...zumindest hatte ihn noch niemand darauf angesprochen und somit sah er auch keinen Grund, die Ängste der einfachen Leute zu besänftigen, sorgten eben diese Ängste doch dafür, dass er eine brechendvolle Straße mit ausladender und ruhiger Eleganz passieren konnte.

Als er das Geschäft erreicht hatte, das er aufsuchen wollte, machte er eine ungeduldige Handbewegung um ein wenig Schnee von den Schultern seines Umhanges zu entfernen, dann betrat er 'Majestic Diamonds', einen Juwelierladen, der ihm von einer alternden Aristokratin empfohlen worden war, deren Familienname so altehrwürdig war, wie der teure Familienschmuck, den sie in besagtem Laden einmal im Monat magisch reinigen ließ.

Malfoy hoffte, dass die Empfehlung der alten Lady den Aufwand rechtfertigen würde, das Geschäft gleich zweimal persönlich aufzusuchen. Beim ersten mal hatte er einen Ring in Auftrag gegeben, der nach seinen Wünschen für Narcissa gefertig werden sollte, und an diesem heutigen Heiligabendvormittag, wollte er die Auftragsarbeit abholen. Er hoffte inständig, dass seine Wünsche so umgesetzt worden waren, wie er es sich vorstellte...er hoffte es für den Besitzer des Ladens, dessen Familiengeschäft ansonsten das neue Jahr mit einem Geschlossen-Schild begehen würde. Es war nicht schwer, die Banken zu beeinflussen, Geschäftsleuten, die Malfoy ein Dorn im Auge waren, den Geldhahn zuzudrehen...genaugenommen war es eine seiner Fingerübungen, die er manchmal auf beliebige Geschäfte anwendete, nur um zu sehen, wie schnell seine Anweisungen von den entsprechenden Stellen umgesetzt wurden. Manche dieser willkürlichen Befehle hatte er wieder rückgängig gemacht, doch manche hatte er danach vergessen, wie er immer erst dann bemerkte, wenn er die Konkursnachricht seiner Opfer erhalten hatte. Eine Nachlässigkeit, die durchaus schon mal vorkommen konnte, bei einem beschäftigten Mann wie ihm.

Die scheinbar unvermeidlichen Weihnachtsklänge ertönten, als eine Gehilfenelfe ihm eilig die Tür des Geschäftes von innen öffnete, sich tief verbeugte und ihn Willkommen hieß.

Malfoy schnaubte angewidert, trat jedoch ein und streifte sich den Umhang achtlos von den Schultern, jedoch aus den Augenwinkeln sehr wohl darauf achtend, dass der Elf dafür sorgte, dass kein Stückchen Stoff den Boden auch nur berührte. Der Elf kämpfte mit dem wallenden Gewand, Schnee fiel zu Boden, doch das Wesen schaffte es, den Umhang ordentlich auf seinem Arm zu sortieren und dann über einen Kleiderständer zu hängen, wo er magisch getrocknet wurde.

Malfoy kommentierte die Meisterleistung des kleinen Elfen mit einer hochgezogenen Augenbraue, was den Elfen dazu veranlasste, schnell den Kopf zu senken und seinen Herrn, den Juwelier Mr. Dalony, zu holen.

Malfoy sah sich derweil im Raum um und stellte fest, dass die Juweliere in der Winkelgasse immer noch viel zu wenig Wert auf Schutzzauber legten, ganz so, als gäbe es kriminelle Elemente nur in der Nokturngasse.

Als er ein Keuchen hörte, wandte er sich widerwillig dem alten Dalony zu, der wie eine Dampflock klang, sobald er sich von seinem Arbeitsstuhl erheben musste. So scharf die Augen des Alten wohl auf seine kostbaren Schmuckarbeiten gerichtet waren, so wässrig sahen sie nun Malfoy an.

"Mr. Malfoy, Sie sind sicher gekommen, um den Ring zu holen, den ich für Sie gefertigt habe."

"Sie haben ihn für meine Frau gefertigt", korrigierte Malfoy unnötigerweise. Der Juwelier sah ihn einen Moment so an, als wolle er die linguistische Frage dieses Sachverhaltes gerne weiter diskutieren, besann sich dann jedoch darauf, dass man einem Mann wie Malfoy nicht widersprach, wenn man an den Dingen hing, die einem lieb und teuer waren.

"Natürlich, der Ring Ihrer Frau", sagte er daher schließlich und öffnete eine Schublade.

Malfoy knurrte leise, als er sah, dass die Lade durch keinerlei Zauber gesichert worden war, und jeder x-beliebige Niemand so diesen kostbaren Ring hätte stehlen, oder auch nur ansehen können.

"So, da wäre das gute Stück", sagte Dalony mit einem Besitzerstolz, der Malfoy ganz und gar nicht gefiel.

"MEIN gutes Stück", sagte er daher gefährlich leise."

"Das Ihrer Frau", korrigierte der Juwelier trocken, nicht ohne seine Worte mit einer unterwürfigen Geste zu begleiten.

"Zeigen Sie ihn mir", blaffte Malfoy ihn an.

Sofort hielt Dalony ihm den Ring entgegen, doch als er auf Malfoy zutrat, geriet der alte Mann ins Taumeln und der Ring fiel zu Boden, wo er auf dem dicken Teppich liegen blieb und golden glänzte.

Malfoy machte ein zutiefst missbilligendes Gesicht und wartete darauf, dass der Juwelier sich wieder fing und nach der Helferelfe rufen würde, die den Ring aufhob, oder sich gefälligst selbst danach bückte.

Ungeduldig ließ Malfoy seinen Gehstock durch seine Hände hindurchgleiten, während Dalony mühsam um Atem rang.

Endlich schien der alte Mann in der Lage, seinen Verkäuferpflichten wieder nachzukommen, da flitzte, bevor er nach der Elfe rufen konnte, ein ganz anderes Wesen plötzlich quer durch den Raum. Eine Katze hatte von der Tür des angrenzenden Raumes, in dem wohl die Werkstatt untergebracht war, gelauert und den Ring offensichtlich als Beute auserkoren, die sie eine Zeitlang beobachtet hatte, um sich jetzt darauf zu stürzen.

"Wage es dich nicht!", brachte Lucius gerade noch hervor, ehe das Tier den Ring verschluckte, als wäre reines Gold mit Diamantenbesatz seine Leibspeise.

"Oh!", machte der Juwelier unglücklich.

Malfoys Gesicht glich inzwischen einem Sturm vom Ausmaß eines Hurricans. Seine Stimme klang nicht weniger zerstörerisch, als ein solcher Wirbelsturm.

"Komm her, du verdammtes Vieh!", schrie er die Katze an, die daraufhin ihren Oberkörper zu Boden presste, die Ohren anlegte und ein wildes Fauchen von sich gab, dem ein bedrohliches Knurren folgte.

Lucius zog die Hand zurück, die er nach dem Tier ausgestreckt hatte, und funkelte die Katze ebenso böse an, wie diese ihn.

"Holen Sie mir den Ring zurück!", befahl er schließlich Dalony.

"Das kann ich nicht, Sir", gab dieser leise zurück und sein Blick schwenkte nervös zur hinteren Tür, wo jedoch niemand zu sehen war.

"Dann...", stieß Malfoy drohend hervor und zog seinen Zauberstab, "...werde ich sie magisch aufschlitzen!"

"NEEEEIN!", ertönte da eine Kinderstimme aus dem eben noch leeren Durchgang zur Werkstatt. Ein Mädchen von etwa fünf Jahren blickte entsetzt auf den vergleichsweise riesigen Malfoy, der in seiner ganzen bedrohlichen Erscheinung wie Luzifer höchstpersönlich auf das Kind zu wirken schien.

"Helen, geh wieder zu deiner Mutter", sagte Dalony streng.

"Aber Großvater, ich muss doch auf Tinkerbell aufpassen, damit der böse Mann ihr nichts tut. Das ist MEINE Katze, und du rührst sie nicht an!" Das Kind starrte Lucius an, als könne es ihn auf diese Art bannen, nahm die Katze vom Boden und presste sie beschützend an die Brust. Dalony sog scharf die Luft ein, bahnte sich doch hier eine Katastrophe an.

Tinkerbell, wie dieses fauchende, ringfressende Fellbündel offenbar hieß, beäugte den großen Mann ebenfalls, wenn auch sehr viel missbilligender als sein junges Frauchen.

"Das ist albern!", stieß Lucius verächtlich hervor und zog so schnell einen Bündel Geldscheine hervor, als hätte er ihn magisch erscheinen lassen.

Die Scheine aufgefächert, beugte er sich ein wenig zu dem Mädchen herab und ließ ein Haifischgrinsen aufflackern, während er sagte: "Eine kleine Schönheit wie du hat sicher viele Wünsche. Überlass mir dieses...niedliche Kätzchen, dann kannst du dir ein Dutzend neue kaufen, wenn du möchtest...und noch viel mehr!"

"Kauf dir doch selbst ein niedliches Kätzchen, wenn du so viel Geld hast. Dann musst du doch nicht meine nehmen", sagte das Kind und seine Worte warem so trotzig, dass Lucius vor Wut schnaubte.

"Ich muss aber DIESE Katze haben!", 'damit ich ihr das Fell über die Ohren ziehen kann', fügte er in Gedanken an.

"Du willst ihr weh tun, ich hab's genau gesehen!", vorwurfsvoll sah Helen ihn an.

Einen Moment lang stand Malfoy da und versuchte mittels seines Blickes das Kind zur Herausgabe der Katze zu bewegen - vergeblich. Schließlich lächelte er sanft, doch seine Stimme war eisig: "Sie stirbt ohnehin vermutlich, nun, da sie diesen Ring im Magen hat."

Die Augen des Mädchens wurden riesig vor Entsetzen und füllten sich mit Tränen.

Malfoy streckte siegessicher seine Hände nach dem Tier aus.

Die Katze fauchte ihn an und holte zu einem Hieb aus, der einen dünnen blutigen Kratzer auf Malfoys Handrücken hinterließ.

Die Augen des blonden Mannes funkelten vor Zorn und erneut hob er seinen Zauberstab.

"Schluss jetzt mit den Gefühlsduseleien!", sagte er zischend.

Und plötzlich, kaum dass er zu ende gesprochen hatte, erstarrte er in der eigenen Bewegung.

Er hatte diese Worte schon einmal in einem ganz ähnlichen Zusammenhang gehört.

Damals...

...von seinem Vater...

...vor unendlich langer Zeit...und doch...fühlte er plötzlich den Schmerz wieder, den diese Worte bei ihm angerichtet hatten.

Es war ein stürmischer Herbsttag gewesen, als Lucius von seinem Kinderzimmerfenster aus gesehen hatte, wie sein Vater einen Leinensack in den See auf dem malfoyschen Gelände geworfen hatte. Mit kindlicher Neugier hatte er zugesehen, ob der Sack versank. Doch plötzlich begann der Leinenstoff sich zu bewegen und zwar so heftig, dass es Lucius plötzlich kalt den Rücken hinuntergelaufen war - der Sack sah aus, als würde er leben!

In Windeseile war Lucius durch die Gänge des riesigen Hauses gelaufen und schließlich quer über die Wiese. Als er endlich beim See angekommen war, hatte er den Sack aus dem Wasser gezogen und geöffnet.

Ihm hatte sich ein Bild des Grauens geboten, als er vier kleine Kätzchen fand, die, im Sack eingesperrt, im kalten Wasser ihr klägliches Ende gefunden hatten.

Lucius war zu geschockt und verwirrt gewesen, um sich daran zu erinnern, dass sein Vater ihm verboten hatte, zu weinen.

Er weinte!

Und er schluchzte um die kleinen Fellknäuel, von denen er wusste, dass sie hatten leben wollen...und dass er sie liebgewonnen hätte.

Plötzlich hörte er die Stimme seines Vaters hinter sich. Abraxas Malfoy war ungehalten, und dennoch klang er irgendwie ertappt. Seine Worte sollte Lucius erst viel später begreifen, und dann erkennen, dass das, was er gesehen hatte, mit regelmäßiger Gleichmäßigkeit zweimal im Jahr stattfand.

"Es werden sonst zu viele Katzen! Sie sind es nicht einmal wert, schwarze Magie für sie zu verwenden. Sie sterben schnell und leiden nicht lange...sie sterben besser, als so mancher Mensch."

Als Lucius nicht zu weinen aufhörte, fuhr sein Vater ihn plötzlich an: "Schluss jetzt mit den Gefühlsduseleien! Es gibt Kreaturen, die haben kein Recht auf ein Leben! Merk dir das, Lucius, dann kommst du sehr viel leichter durchs Leben! Hör auf zu heulen und geh ins Haus! SOFORT!"

Lucius konnte sich nicht erinnern, was danach geschehen war. Er wusste nur, dass er nie wieder an diese Begebenheit gedacht hatte...bis zu diesem Moment!

Er starrte Helen an, die seinem Blick mit tränenden Augen Stand hielt. Und plötzlich fragte er sich, wie er zu irgendeinem Zeitpunkt seines Lebens die Philosophie seines Vaters hatte übernehmen können. Er fragte sich, wie er sich hatte anmaßen können, über Leben und Tod zu entscheiden. Er fragte sich, wie er einem Kind das um ein Haar hätte antun können, ohne sich dabei schuldig zu fühlen.

Lucius schluckte, als er spürte wie seine Kehle eng wurde.

Es war nicht mehr aufzuhalten - eine Träne stahl sich aus seinem Auge...eine Träne für die gequälten Kätzchen, denen er nicht hatte helfen können...aber schlimmer noch...er weinte, weil er sie danach einfach vergessen hatte.

Der Juwelier wandte panisch den Blick ab, als er begriff, dass Lucius Malfoy vor seinen Augen weinte. Mit Sicherheit würde der ehemalige Todesser jedes Mittel ergreifen, um ihm die Erinnerung an diese unsägliche Schwäche zu nehmen. Dalony versuchte Helen in Sicherheit zu bringen, doch das Mädchen blickte den weinenden Malfoy weiterhin ungeniert an.

Schließlich drückte Helen Tinkerbell fester an sich, ohne den großen blonden Mann aus den Augen zu lassen und sagte: "Tut mir leid, ich wusste nicht, dass du wirklich so gerne eine eigene Katze möchtest. Ich dachte, du wolltest meiner weh tun. Du brauchst nicht zu weinen, wir finden bestimmt eine Katze für dich...aber Tinkerbell möchte ich behalten!"

Dalony hielt die Luft an und er stellte sich in den Weg, damit der Fluch Malfoys ihn träfe, statt Helen.

Lucius Malfoy wischte sich über die Augen und schob dann sanft den alten Mann aus dem Weg. Er sah Helen in die Augen und sagte mit brüchiger Stimme: "Deiner Tinkerbell wird nichts geschehen. Aber wir müssen den Ring aus ihrem Magen entfernen, sonst wird sie vermutlich nicht überleben."

"Aber dann tötest du sie!", begehrte das Kind auf.

"Nein...nein, hab Vertrauen", murmelte Malfoy mit so sanfter Stimmer, dass der alte Jewelier ein verblüfftes Keuchen ausstieß. Das alles ging nicht mit rechten Dingen zu!

Malfoy hob nun erneut seinen Zauberstab und er sah Helen ernst in die Augen, als er sagte: "Ich kann den Ring herausholen, ohne ihr weh zu tun. Ich werde ihn herauszaubern - aber du musst Tinkerbell dafür ganz ruhig halten. Glaubst du, du schaffst das?"

"Ja, ich glaube schon", murmelte Helen und ihre Hände legten sich fester um den Leib der Katze, während das Mädchen begann, beruhigende Worte zu murmeln.

Es dauerte nur ein paar Sekunden, dann ließ Lucius Malfoy seinen Zauberstab sinken und sagte leise: "Lass sie jetzt besser schnell runter."

Kaum hatte Helen die Katze auf den Teppich gesetzt, begann das Tier zu würgen.

"Alles in Ordnung...es ist gleich vorbei und ihr wird es wieder gut gehen", versicherte der Blonde dem besorgten Kind.

Und tatsächlich würgte das Tier den Ring hervor, schüttelte sich dann noch einmal und trippelte schließlich davon, als sei rein gar nichts geschehen.

Der Juwelier bückte sich so schnell er konnte und säuberte den Ring mit einem Taschentuch, das er eilig hervorgezogen hatte, währenddessen versicherte er: "Wenn Sie mir noch ein paar Minuten Zeit geben würden, Sir, dann werde ich ihn magisch reinigen."

Lucius Malfoy schüttelte den Kopf und streckte die Hand aus. "Nein danke, Mr. Dalony, ich nehme ihn lieber sofort an mich."

Zögerlich reichte der alte Mann Malfoy den Ring, der ihn sofort einsteckte und nach seinem Umhang verlangte.

Während die Helferelfe das Kleidungsstück brachte, fragte Helen den blonden Mann: "Wünschst du dir zu Weihachten eine Katze?"

Malfoy sah das Kind lange an, dann erwiderte er: "Ich werde wohl bis zum Frühjahr warten, wenn es neue Katzenbabys gibt. Aber ja, ich denke, ich werde mir ein paar zulegen."

"Die möchte ich sehen!", rief Helen begeistert.

Der Großvater des Kindes sog scharf die Luft ein und sagte warnend: "Helen!", bevor er zerknirscht anfügte: "Verzeihen Sie bitte, Mr. Malfoy, Sir."

Lucius sah den alten Mann an und hob die Hand, um ihn zu beschwichtigen, bevor er an Helen gewandt sagte: "Ich werde dir eine Einladung schicken, wenn es soweit ist. Ich würde mich freuen, wenn du uns auf Malfoy Manor besuchst."

Als er sah, wie bleich Helens Großvater bei dieser Ankündigung wurde, fügte er an ihn gewandt an: "Es wird eine Einladung sein...kein Befehl, Mr. Dalony. Die Entscheidung liegt natürlich ganz bei den Eltern des Kindes und ich versichere Ihnen, dass Ihnen kein Nachteil entstehen wird, wenn sie sie ausschlagen."

"Aber ich MÖCHTE dich doch besuchen", begehrte das Kind auf, "warum sollten meine Eltern denn etwas dagegen haben?"

Malfoys Züge zeigten für einen kurzen Moment Bitterkeit, dann erwiderte er sehr ruhig: "Weil sie mich vielleicht für einen bösen Mann halten, Helen."

Das Mädchen starrte den großen Mann einen Augenblick lang an, dann lächelte es und sagte: "Aber das bist du doch gar nicht! Das kommt bestimmt nur, weil du manchmal so komisch guckst und nicht gelernt hast, dass man bitte sagt, wenn man etwas möchte."

Die Augen des Juweliers flehten Malfoy panisch an, seinem Enkelkind für diese Unverschämtheit nichts anzutun, doch Lucius lachte nur und sagte: "Dass du keine Angst vor mir hast, Helen, ist für mich das schönste Weihnachtsgeschenk. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder."

Er zog den Umhang über, straffte seine Gestalt und wandte sich zum Gehen.

An der Tür blieb er noch einmal stehen, wandte sich um und sagte: "Frohe Weihnachten!", bevor er das Geschäft verließ.

Ein Lächeln lag auf seinen Lippen, als er die Winkelgasse durchschritt und zum ersten mal seit Jahren freute er sich auf das Weihnachtsfest, und darauf, Narcissa von diesem wundersamen Vormittag zu erzählen.

ENDE