Disclaimer: Mir nix, auch kein Geld. Alles JKR!
Anmerkung der Autorin:
OK, Snape mag etwas OOC wirken… :D
Doch ich, für mich behaupte mal, dass ein Mann, nur deshalb weil er jahrelang erfolgreich als Spion überlebt hat, der jeder damit verbundenen Situation gewachsen war, nicht unbedingt auch in anderen, für uns belangloseren Dingen, ebenso couragiert reagiert… :D
Macht euch selbst ein Bild davon was ich meine… :D
Ein dickes Dankeschön geht an meine Beta Kira!
Autoritätsuntergrabung
von Auriane
Er war gut gelaunt.
Darum summte er leise.
Trotz des Fiaskos vor seinen Augen.
Er bemerkte es nicht einmal, dass er summte.
Seine Schüler allerdings schon. Irritiert hob ein blonder Junge aus der ersten Reihe den Kopf und lauschte gebannt, aber unauffällig.
Aus dem Augenwinkel blendete ihn eine Bewegung, die ihm zeigte, dass auch seine Tischnachbarin aufmerksam geworden war.
Nur kurz sahen sich beide mit zuckenden Mundwinkeln an, dann begannen sie die übrigen Mitschüler mit Rippenstößen, aufleuchtenden Federn und Phiolen, vorsichtig darauf aufmerksam zu machen.
Der ein oder andere konnte ein Kichern leider nicht unterdrücken.
Dieses Flüstern und Getuschel bemerkte jedoch schließlich der, in Gedanken versunkene, Potionmaster doch und rügte seine Klasse ohne den Kopf von seiner Korrekturarbeit zu heben.
„Ruhe! Ich will nichts hören! Sie können später, wenn Sie mit Madam Sprout Blumen pflücken, wieder reden…"
Er brach zum Sprechen freilich das Summen ab, doch nachdem wieder Ruhe in die Klasse eingekehrt war, fing er wieder an.
Etwas unmelodisch und mehr im Rhythmus seiner Schreibfeder als dem Liederrhythmus entsprechend, doch man erkannte durchaus was er da summte. Er selber bemerkte es wieder nicht.
Noch mal ein unterdrücktes Kichern das in ein Räuspern umgewandelt wurde, dann herrschte wieder die gewohnte Stille im Kerker.
Abgesehen von Snapes Summen.
Nach einer kleinen Weile wechselte er das Lied. Noch bekannter als der Song zuvor, war es jetzt mit der Beherrschung der Ravenclaw/Hufflepuff Zaubertrankklasse des siebten Jahrganges so gut wie vorbei.
Die meisten ließen den Kopf weit sinken, damit ein zufälliger Blick nicht ihr breites Grinsen entlarvte. Nur in der hintersten Reihe war sich eine zierliche Ravenclaw sicher genug, um leise zu gackern.
Sofort erntete sie strafende Blicke ihrer Mitschüler.
Doch es war zu spät.
Der verräterische Ton und die ruckartige Kopfbewegung von allen anderen Schülern, hatten Snape aufmerksam gemacht.
In dem Moment als er die Gesichter der Jugendlichen sah und dabei sein Summen abbrach, wurde ihm klar was hier los war.
Bei Merlins rothaarigem Arsch!
Sein gewöhnlich doch recht heller Teint verschleierte die Tatsache, dass der Zaubertrankmeister ziemlich spektakulär erbleichte.
Es war schon wieder passiert!
In letzter Zeit kamen solche Vorfälle etwas zu oft für seinen Geschmack vor.
Wie bei den anderen Vorkommnissen wusste er sofort wer die Schuld an dieser Art der Autoritätsuntergrabung trug.
Hermine!
Jawohl. Seine Frau war es schließlich gewesen, die ihn dazu genötigt hatte, sie zu diesem vorweihnachtlichen Einkaufsbummel zu begleiten.
Ihr Argument, dass sie wenigstens einmal im Jahr in Muggellondon einkaufen wolle und ihn dazu brauche, weil sie ja schlecht die ganzen Taschen hinter sich her schweben lassen könne, hatte ihn weder offiziell noch inoffiziell überzeugt, doch er hatte nachgegeben.
Erstens, weil sie ansonsten tagelang schlechte Laune gehabt hätte, die wiederum er selbst hätte ausbaden müssen.
Der Einkauf hingegen war in (laaangen) fünf Stunden überstanden.
Sie war gut gelaunt, was wiederum ihm selbst zu gute kam.
Die unausweichliche Geschenkekauferei war außerdem auch erledigt.
Slytherinsche Pragmatik eben…
Und zweitens, er würde ihr das freilich nur unter Folter gestehen, sah er ein, dass sie zwar eine Hexe war, jedoch auch Wurzeln in der Muggelwelt hatte.
Wenn sie sich ein oder auch mal zweimal im Jahr an diese Wurzeln erinnerte, wollte er nicht der große Spielverderber sein. Ausnahmsweise…
Auch wenn er ihr diese Gepäckeselnummer etwas übel nahm.
Jetzt hatte er den Salat.
Wäre er nicht so entsetzt gewesen, hätte die Situation durchaus komisch sein können.
Er, der gefürchtete Zaubertrankmeister von Hogwarts, noch viel mehr gefürchtete stellvertretender Schulleiter eben jener Schule, summte während des Unterrichts seiner Klasse die Weihnachtsmusik aus dem Kaufhaus vor.
Ihm kam für einen Bruchteil einer Sekunde der Gedanke ob die Erforschung eines Zauberspruches gegen Ohrwürmer wohl eine gute Idee sei, doch er verdrängte den Gedanken wieder, um sich seinem aktuellen Problem zu widmen.
Er würde Hermine erwürgen… Nein halt, würde er nicht!
Sie war zweifelsfrei Schuld an diesem Desaster, doch wenn er auf sie losgehen würde, würde sie wahrscheinlich ebenso zweifelsfrei wissen wollen warum.
Und DAS konnte er ihr auf keinen Fall sagen…
Warum hatte er sich noch gleich zum Einkaufen überreden lassen…?
Schließlich war es ihm zutiefst zuwider gewesen!
Die vielen Leute, die üppige, übertriebene Dekoration in den Schaufenstern und Läden, die himmelschreiende Weihnachtsstimmung überall und die Musik!
Vor allem die Musik!
Dass ihn das alles an Albus erinnerte, hatte nichts zu sagen…
Nein überhaupt nicht!
Wenn noch einmal mehr irgendwo „Dreaming of a white Christmas" gespielt worden wäre, hätte er Geiseln genommen!
Er seufzte untypisch ergeben.
Es war so, wie es jetzt eben war.
Die Kinder, die inzwischen natürlich mitbekommen hatten, dass er wusste warum sie gelacht hatten, warteten auf das große Donnerwetter.
Severus Snape beschloss jedoch couragiert, den Vorfall nicht durch besondere Maßnahmen auch noch besonders hervor zu heben.
Er sah wieder auf die Aufsätze vor ihm hinab, um niemanden ansehen zu müssen und zischte:
„Und ab jetzt herrscht hier wirklich Ruhe!"
Diesmal hielten sich wirklich ausnahmslos alle an diesen Befehl.
Auch Severus Snape selbst.
ENDE
Nachtrag:
Dieser Vorfall war natürlich, hinter vorgehaltener Hand, eines der Tagesgespräche auf Hogwarts.
Deshalb bekam auch Professorin Snape (Lehrstuhl für Verwandlung) Wind davon.
Abends fragte sie ihren Mann selbstverständlich nach dem genauen Hergang des Vorfalls.
Zuerst hatte er sich gesträubt…
Doch er hatte immer noch, oder wieder, gute Laune und gab ihrem Drängen schließlich nach und erzählte ihr davon.
Manchmal zieht sie ihn heute noch damit auf…
Er hätte sie doch erwürgen sollen…
ENDE ENDE
