Eine Weihnachtsnacht

von Loki Slytherin

Auf einem kleinen Dorfplatz, in dessen Mitte ein riesiger, bunt geschmückter Weihnachtsbaum stand, waren viele Menschen versammelt. Allesamt in dicke Winterkleidung gepackt, nippten die Erwachsenen an Glühwein und die Kinder an heißem Kakao. Leise klangen Weihnachtsleider durch die nach Gewürzen duftende Luft und viele summten mit. Alte und junge, große und kleine, alle tummelten sich um den Baum und die Lichter der Kerzen spiegelten sich in ihren Augen.

Die vielen Füße hatten den Schnee, der auf den Dächern der Häuser wie Zuckerguss lag, auf dem Platz schon ganz platt getreten. Um den Baum stapelten sich die Geschenke, hübsch in glänzendes Papier gewickelt. Inmitten des Geschenkebergs stand ein besonders großes Paket mit einer mächtigen grünen Schleife, größer als so manches Kind.

Harmonischer Gesang erhob sich in die dunkle Nacht, bis… ja, bis mit einem ohrenbetäubenden Donnerschlag der obere Teil des mächtigen Paketes in die Luft flog und eine Gestalt daraus emporstieg. Eine Gestalt, die über und über mit Fell bedeckt war, mit grünem Fell! Langsam drehte sich das Wesen um und sah in die Menge. Jetzt konnte man sehen, dass nicht nur die grünen Haare besonders waren, nein, es hatte auch leuchtend rote Augen, rote Augen und anstatt einer Nase schlitzförmige Nüstern. Er wusste zu wem diese Augen gehörten. Panik wallte in ihm auf.

Voldemorts Augen! Doch die aufgebrachte Menge brüllte empört: „Der Grinch! Der Grinch!"

Die rotäugige, grünhaarige Gestalt fuchtelte mit einem Stöckchen durch die Luft, aus dessen Spitze grüne Lichtblitze zuckten. Mit hoher, schriller Stimme schrie das Kreatur: „Ich werde euch alle töten! Ihr werdet leiden und sterben!"

Aus der Menschenmenge kämpft er sich nach vorne, sich die strubbeligen, schwarzen Haare aus dem Gesicht streichend. „Du wirst niemandem mehr etwas antun, Voldemort!", schrie er und hob seine Hand mit dem Zauberstab.

Doch das grüne Monster lachte nur und deutete auf die erhobene Hand. Er sah hin und erschrak. Er hatte keinen Zauberstab in der Hand! Es war eine rot und weiß gestreifte Zuckerstange mit der er auf den Unhold zielte!

„NEEEEEIIIIIIN!"

Klitschnass geschwitzt saß Harry Potter in seinem Bett. Mit rasendem Herzen und keuchendem Atem versuchte er sich zu orientieren.

„Alles in Ordnung, Harry?", fragte Ginny neben ihm, die sich, ob ihres deutlich gewölbten Leibes, mühsam zu ihm umdrehte.

„Ja, Schatz, mir geht es gut. Tut mir sehr leid, dass ich dich geweckt habe. Es war nur ein Alptraum."

„Du hattest schon seit Jahren keinen mehr … hast du von IHM geträumt?"

„Ja, er war der Grinch!", antwortete Harry immer noch verwirrt.

Zuerst sah auch Ginny verdutzt aus, doch dann lachte sie schallend. „Du solltest James nicht solche Geschichten vorlesen, wenn du Alpträume davon bekommst."

Augenblicklich musste auch Harry grinsen. „Oder ich sollte solche Horrorgeschichten nicht mit Eierpunsch kombinieren …"

„Oder so, mein Schatz, komm her."

Harry legte sich dicht neben seine Frau und vergrub sein Gesicht in ihren Haaren.

„Schlaf gut", murmelte er nach einer Weile und wenige Augenblicke später war er auch schon wieder eingeschlafen.

Ende