Tada! Nachdem mich Snape126 netterweise darauf aufmerksam gemacht hat, wie unverschämt ich war euch nur mit diesen wenigen Sätzen abzuspeisen ... kommt heute schon ein Update. (lach)
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Rauch, Gestank nach verbranntem Fleisch und der metallische Geschmack von Blut auf der Zunge ...
Ginny beugte sich hinab und sah in die Augen ihrer Liebe. Doch das sprühende Grün war trüb, leblos und kalt. Wie in Trance fuhr ihre Hand über Harrys Gesicht, berührte die verhängnisvolle Narbe. Nun hatte Voldemort sein Vorhaben vollendet.
Harry war tot!
Sie sah auf und erblickte die anderen Körper. Teils lagen sie übereinander… Es waren so viele. Todesserkutten, Aurorenuniformen, alles lag in Fetzen. Ginnys tränende Augen suchten nach roten Haaren. Tatsächlich fand einen solchen Haarschopf, die in der aufgehenden Sonne, die durch die zerbrochenen Fenster von Hogwarts fiel, kupfern leuchtete. Stolpernd eilte sie hin und fand ihren Vater. Seine Glieder unmöglich verdreht und Blut lief aus seinem Mundwinkel. Sie schüttelte ihn, schrie ihn an, doch sein Kopf wackelte haltlos hin und her.
Tot! Alle waren tot … tot …
Ein leises Wimmern drang zu ihr. Wer war das? Lebte noch jemand?
Erneut hörte sie das Weinen, doch konnte sie es nicht lokalisieren. Dort lagen Ron und Hermine, Bill und Fleur, auch die tote Tonks konnte sie sehen, Remus würde keiner jemals finden können.
Noch nie hatte Ginny gesehen, wie ein Mensch einen anderen mit bloßen Händen und Zähnen tötete. Doch als Bellatrix Lestrange ihre Nichte Nymphadora Tonks erst mit dem Crucio quälte und dann tötete, war Remus auf sie wie ein Berserker losgegangen. Er hatte ihr förmlich die Kehle herausgerissen. Blutverschmiert war der unverwandelte Werwolf dann von mehreren Flüchen regelrecht zerfetzt worden.
Wieder hörte Ginny das Wimmern, es kam ihr so vertraut vor.
Sie kannte das Geräusch … kannte die Quelle …
Sie selbst wimmerte …
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Kapitel 1
„Ginny!", hauchte ihre Mutter leise und beugte sich so weit zu ihrer Tochter hinüber, wie es ihre Fesseln zuließen. Mühsam öffnete Ginny ihre Augen und sah sie an. Der stinkende dunkle Kerker, der seit einigen Wochen ihr zuhause1 war, wirkte nach diesem Traum beinahe sicher und beruhigend, trotz des eindringlichen Geruchs nach Exkrementen und geronnenem Blut.
„Schon gut, Mum, ich habe nur geträumt. Schlecht geträumt…"
„Mein armer Schatz", versuchte Molly ihre Tochter zu trösten, doch aus ihren Augen sprach selbst so viel Leid und Schmerz, dass es Ginny nur noch härter traf. Wie hatte es nur so weit kommen können? Dabei hatten sie alle Horcruxe gefunden und zerstört! Davon munkelten Gefangene und Wächter. Da waren die Deathly Hallows gewesen, davon spachen auch einige, die Harry gefunden hatte, doch irgendetwas war schief gegangen... fürchterlich schief! Dabei war er sich so sicher gewesen… zu sicher, wie sich herausstellte. Er hatte den dunklen Lord offen herausgefordert, davon gesprochen, dass Snape nie ein Anhänger des Lords gewesen wäre …
„Ich liebe dich Mum", flüsterte Ginny und versuchte sich ganz nah an ihre Mutter zu drücken. Das schmutzige Stroh unter ihr raschelte.
„Ich liebe dich auch mein Schatz", seufzte Molly.
Die Tür öffnete sich knarrend. Fahles Licht fiel in den düsteren Kerker. Ein junger Todesser kam raschen Schrittes in den Raum geeilt. Ginny kannte ihn. Er war im Abgangsjahrgang/Abschlussjahrgang gewesen, als sie nach Hogwarts gekommen war. Ein Ravenclaw, soweit sie wusste, er war damals Jahrgangsbester gewesen. Schon oft war er ihr hier im Kerker wegen seines äußerst brutalen Vorgehens aufgefallen. Es machte ihm allen Anschein nach Spaß andere zu quälen und es störte ihn nicht, wenn er dabei 'dreckig' wurde.
Ginny biss die Zähne zusammen, inIn ihr kamen die Bilder hoch, wie dieser Mistkerl den fünfjährigen Enkel von Professor McGonagall mit dem Cruciatus quälte, bis dem Jungen Blut aus Nase und Ohren kam und er tot liegen blieb. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, ihre Fingernägel verletzten die Haut der Handballen, der Schmerz, den die eisernen Handschellen an ihren wunden Armen verursachten, ließ sie laut aufstöhnen.
Die blauen Augen des jungen Todessers, trafen ihre und beinahe wäre ihr das Herz stehen geblieben. Er kam direkt auf sie zu, dicht gefolgt von Macnair, dessen Humpeln ein lautes unrhythmisches Echo in dem großen Kerkerraum widerhallen ließ.
„So Täubchen, dann werden wir uns dir ein wenig zuwenden." Der Lichtstrahl seines Zauberstabes traf Ginnys Gesicht. „Oh, ich wusste gar nicht, dass hier noch solche Schätze liegen." Er wandte sich zu Macnair. „Sag', Walden, wie konnte uns dieser Leckerbissen nur entgehen? Vermutlich war der Kerker einfach zu voll …" Er lachte laut und obszön.
„Bei Merlin, Robert, hör auf zu schwafeln. Schnapp' dir die Kleine und leg' los, ich hab' noch anderes zu tun." Ginny konnte sich nicht erinnern, den Henker bei einer der zahllosen Vergewaltigungen gesehen zu haben. Seine Vorlieben schienen eher in der Folter zu liegen. An Grausamkeit übertraf er den jüngeren Todesser um Längen. Doch es lag nicht dieses perfide Vergnügen in Macnairs Zügen, wenn er die Menschen schreien hörte. Es schien nur ein Job für ihn zu sein, ein Job, den er allerdings vortrefflich beherrschte.
„Dann geh' doch, ich brauche dich nicht! Mit dem süßen Käfer hier werde ich alleine fertig und ansonsten sind ja nur noch der alte Mann, die Dicke hier und der Muggel übrig, dem sich Antonin gestern gewidmet hat. Ich hätte nicht gedacht, dass er die Nacht überlebt. Antonin wird alt …"
„Sprich nicht über Dinge, die du gar nicht verstehst!
Wir haben Order nur zu zweit hier hereinzukommen zu kommen und dann tun wir das auch!
Und nun nimm' dir die Kleine! Ich will was Ordentliches sehen!"
„Hab' ich dich je enttäuscht?"
Ein schmieriges Grinsen auf dem Gesicht packte Robert Ginnys Haare, zerrte ihr den Kopf in den Nacken und fuhr mit der anderen Hand, in der er den Zauberstab hielt, über ihren Hals.
Ginny konnte nicht verhindern, dass ihr ein ängstliches Quieken entfleuchte. Triumph spiegelte sich augenblicklich in den Augen ihres Peinigers wider.
Molly fauchte wütend und es gelang ihr sogar, nach dem Mann zu treten. Sogleich traf ein Lähmfluch sie mitten in die Brust. Walden Macnair schüttelte langsam den Kopf.
„Sieh' an, die Löwin versucht ihr Junges zu verteidigen… ihr letztes." Seine tiefe, raue Stimme dröhnte in Ginnys Ohren, dass ihr beinahe das Bewusstsein schwand.
„Die Alte stört", bemerkte Robert in einem geschäftsmäßigen Ton. Dann erhob der junge Todesser den Zauberstab und noch bevor Ginny wirklich erfasste, was geschah, sagte er: „Avada Kedavra!"
Der besorgte Blick ihrer Mutter wurde ganz kurz ängstlich, dann ausdruckslos und verlor schließlich den Lebensfunken. Molly sank tot neben ihrer Tochter auf den gestampften Lehmboden. Mit weit aufgerissenen Augen starrte Ginny ihre Mutter an, dann wurde alles unscharf und Ginny glitt in eine weite Dunkelheit.
‚Hey, wach auf! Los, du musst aufwachen, sonst können wir uns nicht wehren!', hörte Ginny eine Stimme in ihrem Kopf. Eine sehr leise und doch alles andere überdeckende Stimme.
‚Wer bist du?', fragte Ginny zögernd.
‚Ich bin Gin! Ich bin gekommen(, um dir zu helfen. Ich will nicht, dass Ginevra Molly Weasley stirbt. Da du zu schwach bist, werde ich das für dich erledigen. Keine Angst.'
Schmerz brannte in ihrem Gesicht und Ginny öffnete zögernd die Augen. Augenblicklich traf sie die nächste Ohrfeige. Robert hatte ihr die Ketten abgenommen und sie mitten in den Raum geschleift. Als er merkte, dass sie die Augen öffnete, griff er ihr grob an die Brust und zischte: „Glaube nicht, dass dich so eine kleine Ohnmacht retten könnte, Süße! Zuerst wirst du schön stillhalten, bis ich mit dir fertig bin, dann darfst du gerne zu deiner Mutter …"
Ginny hörte Macnair etwas murmeln, das sich wie: „Ich mag es aber nicht, wenn sie zu lethargisch sind." anhörte. Sie wollte diesen Robert mit aller Gewalt von sich wegdrücken, doch sie konnte ihre Arme nicht bewegen.
Nein, halt, ihre Arme bewegten sich, doch ganz anders, als sie es wollte.
Sie sah wie ihre Hand sich hob und die Brust des jungen Todessers berührte. Fassungslos beobachtete sie, wie ihre Hand an seinem Bauch herabglitt und die Ausbeulung seiner Hose fand, die sie fordernd drückte. Alles in ihr schrie auf, wollte diese Bewegungen aufhalten, doch sie war nur eine Besucherin, eine Beobachterin in ihrem eigenen Körper… was hatte der Kerl nur mit ihr angestellt. Einen ungesprochenen Imperiusfluch?
„Merlin! Du kleines Luder. Du bist ja ganz scharf auf mich!", keuchte Robert. Klappernd fiel sein Zauberstab zu Boden, als seine Hände gierig nach Ginnys Umhang griffen, um sie von diesem Kleidungsstück zu befreien. Hektisch riss und zerrte er daran, bis der dicke Stoff etwas nachgab.
Die Tür öffnete sich und zwei weitere Männer betraten den Raum. Der weiße Schädel des dunklen Lords leuchtete im Zwielicht des Kerkers, genauso, wie das lange weißblonde Haar des Mannes neben ihm. Das erste Mal sah Ginny Lord Voldemort und Lucius Malfoy hier unten. Robert sprang auf die Füße.
„Mein Lord", grüßte er unterwürfig.
Ginny spürte, wie ihre Hände nach unten fielen. Ihre linke Hand tastete den Boden ab. Ihre Finger wühlten durch das verkrustete Stroh auf dem harten Lehm. Verwirrt versuchte Ginny zu verstehen, was gerade geschah. Wie konnte ihr Körper Dinge tun, ohne dass sie es wollte?
„Lewis, Macnair. Lassen Sie sich nicht stören, Lewis.
Walden, ich wollte dir sagen, dass heute…"
Weiter kam Voldemort nicht. Ein Tumult unterbrach ihn. Robert Lewis hatte versuchte Ginny ihre Robe aufzureißen, doch die Finger der jungen Hexe hatten endlich gefunden, was sie anscheinend gesucht hatten. Ginny stieß Robert zur Seite, sprang ungelenk auf die Füße und hatte den Zauberstab des jungen Todessers in der Hand. Nun ragte die Spitze des Stabes genau in Richtung seines Herzens.
„Du wirst mich ganz gewiss nicht anfassen! Glaubst du, ich würde es zulassen, dass du deine dreckigen Finger an mich legst? Ich bin eine reinblütige Hexe, wie kommst du auf die Idee, ich würde das zulassen?", fauchte Ginnys Stimme.
‚Merlin, woher kommen diese Worte? Mein Mund spricht, doch es sind nicht meine Worte!', dachte Ginny panisch.
‚Keine Panik, ich habe dir doch gesagt, ich werde dir helfen.' Diese Stimme gehörte Gin.
Aus dem Augenwinkel sah Ginny, dass Walden Macnair sich bewegte. Ihre Zauberstabhand sauste in die andere Richtung und ein „Stupor" streckte den Todesser zu Boden. Lewis ließ ein frustriertes Schnauben hören. Ginny wirbelte herum.
„Wo glaubst du denn hinzukommen? Glaubst du tatsächlich, du könntest fliehen? Dummes Huhn! Gib' mir meinen Zauberstab zurück!"
„Hole ihn dir doch! Meine Familie war schon immer stark! Stark und alt! Du bist nichts weiter als ein perverser, dummer, kleiner Junge. Gefangene und geschwächte Menschen kannst du quälen, und nun? Kaum habe ich die besseren Karten, winselst du wie ein Köter!"
‚Nein, nein, nicht einen Todesser herausfordern, nicht vor dem dunklen Lord', bat Ginny.
„Was willst du denn tun? Mich töten?" Seine Stimme klang lange nicht so souverän, wie er es wohl gerne gehabt hätte.
„Wer weiß", antwortet Ginnys Stimme lauernd.
„Mylord, bitte, setzt dieser Charade ein Ende!", wandte sich der junge Zauberer kriecherisch an Voldemort.
Doch der dunkle Lord rieb mit seinen spinnengleichen Fingern sein weißes Kinn. Fragend und abwartend beobachtete er Ginny.
Ginny erhob den Zauberstab. Robert Lewis sah sie an, Angstschweiß trat auf seine Stirn. Seine blauen Augen wurden groß und weit. Dennoch trat er einen Schritt auf sie zu und wollte nach seinem Zauberstab greifen.
‚Nein, nein, ich mache das nicht … NEIN!', brüllte Ginnys innere Stimme.
Doch ihre Hand hob sich noch ein Stück mehr, Gedanken an den kleinen McGonagall wurden stark in ihr. Sie hörte die Stimme des Jungen der vor Schmerzen schrie und dann hörte sie ihre eigene Stimme.
tbc
