Sorry, es hat länger gedauert. Habe Momentan nur eine Beta, wollte euch aber nicht noch länger warten lassen. Falls ihr Fehler oder Ungereimtheiten findet, meldet sie bitte. Viel Spaß beim Lesen!
Der blonde Zauberer war schockiert, fing sich allerdings überraschend schnell wieder. „Draco hat angefangen mich bei meinen Unternehmungen zu unterstützen. Er macht seine Sache gut."
„Schön zu hören. Wäre er nun nicht alt genug eine eigene Familie zu gründen?"
Misstrauen war in Lucius Augen zu sehen. „Wie meint Ihr das, mein Lord?"
„Da dein Sohn bisher nicht gerade den Anforderungen entsprochen hat, habe ich etwas gefunden, was selbst er bewerkstelligen dürfte.
Er wird Miss Weasley heiraten!"
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Kapitel 4
„WAS?", fragten Lucius und Ginny unisono.
„Nicht Draco!", setzte Ginny erschüttert hinzu.
„Was spricht gegen ihn?", fragte Voldemort.
„Er ist ein arroganter Feigling", plapperte Ginny ohne nachzudenken, bemerkte dann Malfoy Seniors zornigen Blick und des Lords amüsiertes Gesicht. „Verzeiht."
„Dann ist es an uns, wieder etwas Mut in die Familie zu bringen, kleine Gryffindor." Er sprach den Namen ihres Schulhauses aus, als wäre es eine üble Krankheit.
„Lucius, du wirst Miss Weasley mit zu dir nehmen und deinen Sohn darüber informieren, dass die Hochzeit stattfindet. Ich gebe dem Paar etwas Zeit sich kennen zu lernen. In drei Tagen ist der Termin. Ihr könnt jetzt gehen. Walden, du begleitest Miss Weasley und wirst dich um sie kümmern, bis sie einen Ehemann hat der das tut."
„Es ist mir eine Ehre, mein Lord." Macnair verbeugte sich tief und verließ dann mit Malfoy und Ginny den Saal.
Kurz bevor Ginny durch die Tür trat, spürte sie ein leichtes Ziehen im Bauch. Sie war sehr erleichtert endlich hier heraus zu kommen, anscheinend so erleichtert, dass es sogar körperliche Auswirkungen hatte. Walden und selbst Malfoy waren lange nicht so bedrohlich wie der dunkle Lord.
Kaum hatten die Drei das Gebäude verlassen, zeterte Lucius Malfoy los. „Hört er denn nie auf, mich zu strafen? Ausgerechnet eine Weasley. Blutsverräter und arm wie Kirchenmäuse diese Weasleys. – Das haben Sie ja prima hinbekommen, den dunklen Lord um den Finger wickeln und die Zukunft meines Sohnes zerstören!", griff er Ginny an.
„Sei nicht so hart zu ihr … du weißt er lässt sich nicht manipulieren."
Lucius Malfoy starrte Walden mit großen Augen an. „Du verteidigst sie? Ist das ansteckend? Sie hat Lewis getötet!"
„Ja, um zu überleben. Ich fand es bemerkenswert."
Malfoy blieb stehen und rammte dem fast in ihn laufenden Macnair den Finger in die Brust. „Dann heirate doch du sie!", zischte er.
„Reg' dich ab, Lucius!"
Wutentbrannt drehte sich Malfoy um und stürmte davon. Walden zuckte mit den Schultern und lief ebenfalls wieder los. Dann wandte er sich interessiert an Ginny. „Sag' mal, wie hast du das eigentlich gemacht?"
„Ich habe gar nichts gemacht", fauchte sie ihn ärgerlich an. Malfoy, ausgerechnet Malfoy musste es sein!
„Du passt prima in die Familie!", brummte Macnair und humpelte etwas schneller.
Die kleine Gruppe apparierte zum Landsitz der Malfoys und Ginny, ja sogar Gin, verschlug es die Sprache. Das Haus war riesig und sah aus wie auf den Buchumschlägen der Schnulzenromane, die einige muggelstämmige Mädchen in Hogwarts gelesen hatten. Nun ja, nicht ganz, es war nicht weiß und es tummelten sich nicht edle Pferde und halbnackte Burschen im Vorgarten.
Lucius Malfoy stürmte immer noch, wenig aristokratisch, vor den anderen her. Das Blatt der Eingangstür knallte mit voller Wucht gegen einen schweren Messingtürstopper. Ginny blieb auf der Schwelle stehen. Sollte sie wirklich eintreten? Sie gehörte so wenig hierher wie Schilf in die Wüste. Walden nahm ihr die Entscheidung ab, er legte seine Hand zwischen ihre Schulterblätter und schob sie durch die Eingangshalle. Er ließ ihr nicht einmal die Zeit, sich umzusehen, sondern folgte Lucius in dessen Büro. Das Inventar des Hauses schien dem in Voldemorts Haus zu ähneln, nur dass hier alles gepflegt und sauber war. Der Geruch nach Seife, Bohnerwachs und Blüten lag in der Luft.
In Lucius Malfoys Büro stand ein riesiger dunkler Schreibtisch, übermäßig mit Schnitzereien verziert. Während sich der Hausherr an der Bar einen mindestens vierfachen Feuerwhisky einschenkte und sich dann auf den schweren Schreibtischstuhl fallen ließ, schaute sich Ginny um. Die Wände waren zur Hälfte mit dunklem Holz vertäfelt und der obere Teil war mit feinem, gemustertem Stoff bespannt. Die raumhohen Regale waren voll alter Bücher und Pergamentstapel. Auf einem eleganten Tischchen stand die Bar mit allerlei alkoholischen Getränken.
„Tassy!", brüllte Malfoy und nahm noch einen großen Schluck Whisky.
Eine kleine weiblich Hauselfe erschien und sah ihren Herrn von unter her schüchtern an. Mit hängendem Kopf stand das kleine Wesen da und wartete.
„Hole meinen Sohn, beeile dich!", herrschte Malfoy.
Ginny und Walden standen immer noch wartend mitten im Raum.
„Setz dich Walden, willst du auch ein Glas?"
Macnair holte zwei Stühle herbei und setzte sich auf einen. Dann sah Malfoy Ginny an, die keine Anstalten machte sich zu setzten. „Wollen Sie stehen bleiben?"
„Hat mir jemand einen Stuhl angeboten?", erwiderte Ginny und starrte Malfoy Senior herausfordernd an.
„Braucht jemand wie Sie eine Einladung?", fragte Lucius bissig.
„Es soll Schwiegerväter in spe geben, die Manieren haben." Malfoys Gesicht wurde rot, seine Nasenflügel bebten und zwei steile Falten bildeten sich zwischen seinen Augenbrauen.
„Setzen Sie sich, bitte!", grollte er unfreundlich.
„Danke, Sir."
Es klopfte leise und auf Lucius' Aufforderung öffnete sich die Tür. Draco trat ein und nickte Walden Macnair begrüßend zu, bleib aber verwundert stehen als er Ginny auf dem Stuhl sitzen sah.
„Was macht denn ein Wiesel hier?", fragte Draco lauernd.
„Sei nicht so unfreundlich zu deiner Braut, Junge", grinste Walden.
Draco stand mit offenem Mund da und Ginny war sich sicher, dass er kurze Zeit nicht mehr atmete.
„Danke Walden, vielen Dank. Ich hätte es kaum einfühlsamer sagen können", knurrte Lucius. „Draco? Draco, atme mein Junge."
„Aber wie … was … warum? Was habe ich angestellt, dass du mir das antust, Vater?"
„Es ist der Wunsch des dunklen Lord. Er hat angeordnet, dass du sie in drei Tagen heiraten wirst. Wage dich nicht zu widersprechen, die Kleine hat es irgendwie geschafft, in der Gunst des Lords ganz hoch zu steigen. Es wird unserem Ansehen nicht gut tun, wenn du dich seinem Befehl widersetzt!"
„Aber ich will sie nicht!" Dracos Stimme war schrill und erinnerte Ginny etwas an ein kleines Kind, dem man seinen Lutscher abgenommen hatte. Das sollte also ihr Ehemann werden … es war erschütternd.
„Draco!", Lucius' Stimme ließ keinen weiteren Widerspruch zu. „Du gehst nach oben und zeigst ihr das grüne Gästezimmer.
Draco stürmte los, an der Tür blieb er stehen und warf Ginny den abfälligsten und überheblichsten Blick zu, den er zustande brachte. „Los komm, oder meinst du ich warte auf dich?", zischte Draco genervt.
Ginny schnaubte, erhob sich aber und ging auf Draco zu. Walden erhob sich ebenfalls um ihr zu folgen.
„Wo gehst du denn hin?", fragte Lucius Malfoy erstaunt.
„Ich bin für ihr Wohlergehen verantwortlich. Also werde ich ihr folgen."
„Wir sind hier im Haus! Was soll denn passieren? Willst du ihr auf die Toilette und ins Bett folgen?" Malfoys Stimme war nun eindeutig amüsiert.
„Wenn sie mich lassen würde, ja." Wie sie diese Aussage werten sollte, konnte Ginny nicht sagen.
„Dann geh' um Merlins Willen mit. Was habt ihr nur alle einen Narren an dem Mädchen gefressen?" Lucius sah Ginny an. Seine grauen Augen musterten sie das erste Mal seit sie im Kerker auf ihn gestoßen war. Trotzig blickte sie zurück. Daraufhin widmete Lucius sich wieder seinem Glas.
Staunend stand die junge Hexe in einem kleinen Zimmer, dessen Wände mit hellgrünem Seidenstoff bezogen waren. Draco hatte auf die Tür gezeigt und war dann gleich wieder verschwunden.
„Sieht aus wie das Zimmer der Prinzessin aus dem Märchen, oder?"
Walden stand mit einem leicht entrückten Gesichtsausdruck hinter ihr und betrachtete das Zimmer. Ginny starrte ihn mit einem verwirrten Blick an.
„Was denn?", fragte er forschend.
„Du solltest dich nach einem Rüschenkleid umsehen, aber achte darauf, dass es zu deiner Henkersaxt passt." Sie betrachtete den schlaksigen Mann mit den langen schwarzen Haaren die mit grauen Strähnen durchsetzt waren. Als sie sich den schmalen Schnurrbart zu einem rosa Kleid, die schlanken Beine in Kniestrümpfen vorstellte fing sie brüllend an zu lachen. Mühsam versuchte sie, wieder Luft in ihre Lungen zu ziehen.
Walden Macnairs Augen wurden zu schmalen Schlitzen, ein undefinierbares, knurrendes Geräusch entrann seiner Kehle. „Treib es nicht zu weit Gin!" Er schien wirklich wütend!
„Wenn ich zu weit gehen würde, hätte ich mir dich nicht mit Kniestrümpfen, sondern in Strumpfhaltern vorgestellt." Ginny hätte Gin am liebsten erwürgt. Doch wie hätte sie das können?
Mit einer schnellen Bewegung packte Macnair Ginny am Arm und schleuderte sie auf das Bett. Mit einer katzenhaften Bewegung, die Ginny seinem steifen Bein gar nicht zugetraut hätte, hockte er auf ihr und hielt ihre Armgelenke in einer krampfhaften Umklammerung. „Ich warne dich, Kleine!"
„Was denn? Willst du dich gegen seinen ausdrücklichen Befehl stellen?"
Ein schmerzhafter Ruck und Ginnys rechter Arm klemmte unter Waldens Knie, seine freie Hand krallte sich um ihre Kehle. „Willst du es darauf ankommen lassen?"
Ginny schluckte. Verdammt weshalb sagte Gin denn nichts? Wenn man sie brauchte, war sie nicht da! Ängstlich sah sie Walden in seine braunen Augen und sie spürte wie eine Träne ihr Auge verließ.
„Es tut mir leid", flüsterte sie und versuchte in seinen verengten Augen etwas zu lesen.
„Versuche nie wieder, mich so zu verhöhnen!" Der Griff um ihre Kehle lockerte sich. Waldens Zeigefinger strich über ihren Hals.
„Es war nicht böse gemeint, es sollte ein Scherz sein." Selbst in ihren Ohren klang es nach einer billigen Ausrede.
„Ein Scherz?" Seine Augenbraue hob sich. „Du stellst dir mich in Frauenkleidern vor und nennst es einen Scherz?" Seine Hand fuhr weiter nach oben, packte bestimmt ihren Kiefer und senkte sein Gesicht näher an ihres. Ginnys Herz schlug so fest, dass ihr Puls in den Ohren hämmerte wie die Kolben des Hogwartexpress. Würde er ihr Gewalt antun? Sie vergewaltigen? Ihre Unschuld rauben? Ihr Körper verkrampfte sich und ihre Zähne knirschten aufeinander.
„Ich wollte dich nicht beleidigen. Ich habe nicht wegen des Kleides gelacht, welches ich mir vorgestellt habe!"
„Ach nein? Lüg nicht!"
„Nur wegen der Kniestrümpfen", gab Ginny kleinlaut zu.
„Kniestrümpfe? Du bist ganz schön krank!" Ein Grinsen zeigte sich auf seinen schmalen Lippen, dass er auch mit aller Kraft nicht unterdrücken konnte. Er ließ Ginnys Hände frei und legte sich neben sie aufs Bett. Die junge Hexe konnte ein erleichtertes Stöhnen nicht zurückhalten.
„Du hattest wirklich Angst vor mir." Es war eher eine Feststellung denn eine Frage, doch Ginny entschloss sich zu antworten.
„Du kannst sehr furchteinflößend sein!" Macnair lachte rau.
„Hast du wirklich gedacht, ich würde mich gegen seinen Willen stellen?"
Ginny drehte ihren Kopf so weit, dass sie Walden ansehen konnte. Dieser Mann verwirrte sie. Er war ein skrupelloser und brutaler Todesser und doch wirkte er manchmal so gefühlsbetont.
„Ich vergaß, dass es nicht um mich geht, sondern um seinen Willen."
„Ah, da ist sie wieder, die kleine Gin. So ketzerische Reden? Lass ihn das mal nicht hören!"
„Du verrätst mich nicht? Willst du meine verräterischen Reden als Druckmittel nutzen?"
„Bring mich nicht auf Ideen!
Kann ich dich alleine lassen? Ich gehe und versuche Lucius etwas zu beruhigen."
Ginny blieb liegen als er vom Bett stieg und seine Robe glatt strich. Ein Nicken war ihre einzige Antwort.
„Du versprichst keine Dummheiten zu machen?" Sich auf ihre Ellbogen stützend sah Ginny den Zauberer an und brummelte eine Zustimmung. Daraufhin verließ der Todesser den Raum und Ginny ließ sich wieder auf das Bett fallen.
tbc
Ihr müsst mit den Kommentaren nicht so knausern! Autoren freuen sich darüber, müsst ihr wissen und es wirkt sehr anregend auf die Schreibgeschwindigkeit ...
