Da bin ich wieder ... und habe ein Kapitelchen im Schlepptau. lach
Vielen Dank an Lizzy fürs betalesen und an Juleps fürs Review! Allen anderen habe ich ja geantwortet. Viel Spaß und mal sehen was ihr nach diesem Kapitel zu unserem guten Walden sagt.
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„Du verrätst mich nicht? Willst du meine verräterischen Reden als Druckmittel nutzen?"
„Bring mich nicht auf Ideen!
Kann ich dich alleine lassen? Ich gehe und versuche Lucius etwas zu beruhigen."
Ginny blieb liegen als er vom Bett stieg und seine Robe glatt strich. Ein Nicken war ihre einzige Antwort.
„Du versprichst keine Dummheiten zu machen?" Sich auf ihre Ellbogen stützend sah Ginny den Zauberer an und brummelte eine Zustimmung. Daraufhin verließ der Todesser den Raum und Ginny ließ sich wieder auf das Bett fallen.
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Kapitel 5
Hier lag sie nun, in einem Gästezimmer auf Malfoy Manor. Als zukünftige Braut Dracos. Sie war eine Verräterin. Sie hatte alle verraten, um am Leben zu bleiben!
Sollte sie wirklich einen der Mörder Harrys heiraten? Einen Todesser?
Harry. Bis zu seinem Ende hatte er sich geweigert, eine offizielle Beziehung zu führen. Sie liebten sich, daran gab es keinen Zweifel. Und doch verzehrten sie sich nach einander, ohne dem nachzugeben. Sie hatten so lange gewartet bis es zu spät war, bis sie ihren Harry stürzen sah …
In den Bäumen vor ihrem Fenster krakelten einige Krähen und holten Ginny aus ihren Gedanken.
Konnte sie solch einen Deal mit dem gefährlichsten Zauberer eingehen, den es je gab?
Voldemort mochte sie. Soweit dieses Monster irgendjemanden mögen konnte.
Doch was sollte das für ein Leben werden?
Sollte sie mit Draco ins Bett steigen? Seine Kinder bekommen? Das brave Frauchen an der Seite dieses Schleimbeutels werden? Eine Todesserin?
Sie musste darüber nachdenken. Doch dazu musste sie sich erst einmal beruhigen. Sie musste wieder zu sich selbst finden. Eine Weile würde sie dieses falsche Spiel mitspielen, dann würde sie weitersehen ...
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Hungrig blickte Ginny Weasley über den Tisch. Das Speisezimmer der Malfoys war wie das restliche Haus. Prunkvoll, doch nicht überladen. Eher in den kleinen Details ließen sich Vermögen und Wohlstand ausmachen. Die Leuchter auf dem Tisch waren aus massivem Gold, die Kerzen darin gezogen, aus schwach parfümiertem Wachs. Ein Gesteck aus weißen Rosen und trompetenförmigen blassblauen Blüten war in der Mitte drapiert. Der Kamin aus grauem fein gemasertem Stein war mit feinen Reliefs und Ornamenten verziert.
Draco saß auf dem Stuhl neben ihr. Er schien so viel Abstand zu halten wie es der Anstand zuließ. Darauf bedacht, Ginny nicht zu beachten unterhielt er sich mit seiner Mutter, die an der Stirnseite der Tafel saß.
Die große Doppelflügeltür öffnete sich und Lucius schritt, dicht gefolgt von Walden herein. Das Familienoberhaupt grüßte seinen Sohn und seine Frau mit einem kurzen Nicken und setzte sich dann an die freie Stirnseite.
„Ich hoffe Ihnen gefällt Ihr Zimmer", sagte er dann zu Ginny gewandt.
„Ja, es ist wirklich sehr schön."
„Morgen nach dem Frühstück werden Sie mit Draco und meiner Frau …" Walden räusperte sich. „… und natürlich Walden, in die Winkelgasse gehen. Es müssen Vorbereitungen für die Hochzeit getroffen werden. Kleid, Blumen und den anderen Kram. Außerdem müssen Einladungen verschickt werden."
Eine Eisfaust schloss sich um Ginnys Herz. Einladungen … Einladungen für Malfoys Verwandte und Freunde …
Sie war alleine. Ganz alleine, alle waren tot …
Ginny kämpfte gegen den Klos in ihrem Hals.
„Reicht es nicht, wenn Walden mitgeht? Ich kenne mich mit so was nicht aus und Mum wird das schon machen", versuchte Draco sich zu drücken.
Lucius' vornehme Blässe zeigte rote Flecken an Hals und Wangen. Seine grauen Augen hefteten sich auf seinen Sohn.
„Du wirst mitgehen! Es ist deine Hochzeit! Soll dir Walden auch in der Hochzeitsnacht die Arbeit abnehmen?", grollte er und Ginny erkannte ein unheimliches Glimmen in seinen Augen.
Erschrocken senkte sie den Blick und sah auf ihren Teller, dann blickte sie über den Tisch und sah direkt in Waldens grinsendes Gesicht. Sie spürte ihre Wangen noch stärker brennen und widmete sich schnell wieder dem Dekor des Tellers.
„Hätte nichts dagegen, er scheint ja auf sie zu stehen", brummelte Draco in seinen imaginären Bart.
Ginny warf ihm einen giftigen Blick zu und der blonde Zauberer lief auch prompt rot an. Die junge Hexe aß schweigend, auch wenn sie spürte dass die anderen ihr zusahen und sich dem Anschein nach über ihren Appetit wunderten. Doch sie hatte seit mehreren Wochen nur den Fraß im Kerker bekommen und auch der kam nicht regelmäßig. Nachdem Ginny ihr Mahl beendet hatte merkte sie sofort, dass sie zu viel und zu schnell gegessen hatte. Sie bekam Bauchschmerzen und verabschiedete sich. Mit Walden im Schlepptau ging sie zu ihrem Zimmer zurück. An der Zimmertür drehte sich die Hexe um und feixte.
„Danke fürs Nachhausebringen, den Weg ins Bett finde ich alleine."
„Ich schlafe dann direkt nebenan, wenn etwas sein sollte, rufe einfach!"
„Hast du … also könnte ich … hast du einen Trank gegen Bauchschmerzen?"
Grinsend zog er eine Phiole aus der Tasche und hielt sie Ginny hin. „Das habe ich mir schon gedacht, so viel wie du gegessen hast."
„Danke!" Sie nahm das Fläschchen an sich und ging zum Bett.
„Schlaf gut", sagte Walden leise und schloss die Tür.
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Stundenlang weinte sich Ginny in den Schlaf. Immer wieder dämmerte sie zwischen Schluchzern und Weinkrämpfen weg und fiel in einige unruhige Minuten Schlaf, nur um beim Aufwachen sofort wieder in die Ausweglosigkeit und den Schmerz zu tauchen.
Ein leises keuchendes Stöhnen weckte sie aus einem dieser Dämmerzustände. Vorsichtig öffnete sie ein klein wenig die Augen, um durch die Schlitze hindurch die Umgebung zu sondieren. Walden saß am Bettrand, seine dunklen Augen waren auf sie gerichtet und atmete angestrengt. Schweißperlen glitzerten im Mondlicht auf seiner Stirn, er hatte den Mund etwas geöffnet. Ginnys Blick glitt vom Gesicht des Zauberers nach unten und dann riss sie überrascht die Augen auf.
„WALDEN!", schrie sie beinahe hysterisch.
Auch der Todesser zuckte ertappt, doch diese harsche Bewegung brachte sein Werk zu Ende und er spritzte seinen Samen auf das Laken des Bettes. Ginny starrte auf das immer noch erigierte Glied ihres nächtlichen Besuchers und schwankte zwischen Panik und Belustigung.
Hektisch versuchte der Zauberer die Beweise seines Tuns zu verdecken. Sorgsam vermied er es die junge Hexe anzusehen.
„Was soll das?", blaffte Ginny, als sie sich endlich gefangen hatte.
„Ich … es … ent …" Seufzend brach er den Satz ab. Ihm wurde bewusst, dass es keine Ausrede gab.
„Du bist ein reichlich kranker alter Mann", schalt Ginny, musste dann aber grinsen, als sie sein wirklich schuldbewusstes Gesicht sah.
Erleichterung wurde in Waldens Gesicht sichtbar, als er Ginny wieder ansah und ihr Grinsen bemerkte. Doch nicht lange, denn draußen wurden laute schnelle Schritte nackter Füße auf Steinboden hörbar. Nervös zupfte Macnair an seiner Robe, nachdem er auf die Füße gesprungen war.
Die Tür flog auf und herein stürmte ein sehr aufgebrachter Lucius Malfoy. Die weißblonden Haare wehten um seinen Kopf wie die Mähne einer Todesfee, der seidene Pyjama lugte unter dem reich bestickten schräg sitzenden Morgenrock hervor. Er sah trotz dieses Aufzuges immer noch beeindruckend und mächtig aus.
„Was ist hier los?", blaffte er ungehalten. Als er jedoch nur angestarrt wurde und keine Antwort bekam setzte er nach: „Was los ist, habe ich gefragt! Ich habe verdammt noch mal nicht einmal meine Hausschuhe gefunden! Sie haben geschrieen, dass ich dachte, Sie werden ermordet! – Und du, bei Merlin, Walden, was suchst du mitten in der Nacht im Zimmer der Braut meines Sohnes?" Lucius Blick erfasste die unordentliche, nicht ganz geschlossene Robe des Mannes. „Wie siehst du eigentlich aus?"
„Alptraum", brach es aus Ginny heraus. Auf Malfoys fragenden Blick hin antwortete sie: „Ich hatte einen Alptraum. Mein Schrei hat Mr. Macnair geweckt und er kam herüber, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist."
Ein Schreck durchfuhr sie, als ihre sich senkenden Augen die verräterisch nassen Flecken auf ihrem Bettlaken sahen. Unauffällig schob sie die Bettdecke darüber.
„Ach so… und weshalb bist du nicht richtig angezogen, Walden?"
„Du schläfst ja auch nicht angezogen." Er deutete auf Lucius, der barfuss und im Morgenrock dastand.
„Wir sollten dann alle wieder schlafen gehen. Miss Weasley, könnten Sie bitte einen Stillezauber über ihr Zimmer legen, wenn Sie so unruhig sind." Es war keine Frage, sondern ein Befehl.
Lucius Malfoy verschwand genauso pompös wie er aufgetaucht war. Ginny ließ ihren Kopf ins Kissen fallen und seufzte.
„Danke", murmelte der Mann, der immer noch zu Tür starrte, durch die der Hausherr gerade verschwunden war.
„Verschwinde!"
Ohne ein Wort der Widerrede hinkte Walden Macnair aus dem Zimmer. Ginny nahm den Zauberstab von Lewis vom Nachttisch und säuberte das Laken und ihre Bettdecke. Dann schlug ihr die Erkenntnis ins Gesicht wie eine Keule; sie benutze in diesem Moment den Zauberstab, der ihre Muter getötet hatte. Ihre Hände begannen zu zittern. Sie schleuderte den Stab gegen die Wand, Übelkeit stieg in ihr hoch, doch sie fand keine Kraft, diese zu bekämpfen. Ihr Mageninhalt floss über ihr Nachthemd und das Bett. Ginny zog ihre Beine an und umschlang die Knie. Wimmernd schloss sie die Augen und wiegte sich vor und zurück.
Dies war die Haltung in der Walden sie am nächsten Morgen fand. Zuerst säuberte er Ginny und das Bett, dann versuchte er sie anzusprechen, doch sie gab keine Antwort. Ihre einzige Reaktion war ein Wimmern und verstärktes Wippen. Der Todesser packte die junge Hexe am Kragen und schüttelte sie.
„Gin! Gin, komm' zu dir! Gin verdammt!"
Ginny sah auf, der tödliche Blick den sie Walden zuwarf, ließ den erfahrenen Mann zurückschrecken.
„Sie ist tot!", brüllte sie ihn an. „Verdammter Mörder!", kreischte sie weiter und hieb und kratzte nach dem Mann der sie festhielt.
Ihre Fingernägel drangen in die Haut seiner Wange und gruben tiefe Spuren. Walden schnappte ihr Hände und umklammerte die junge Hexe so, dass sie sich nicht mehr rühren konnte. Ginny kämpfte noch eine Weile gegen den festen Griff des Mannes, der sie umschlang und sie fest gegen sich drückte. Ihre Abwehrbewegungen wurden langsamer und ließen schließlich ganz nach. Sie vergrub ihr Gesicht im rauen Stoff seiner Robe.
„Warum …", schluchzte sie.
„Was, Gin?"
„Warum habt ihr sie getötet? Sie war alles, was ich noch hatte …" Ihre Stimme brach ab.
„Wer denn, Gin?" Noch während er die Frage stellte, dämmerte ihm schon die Antwort. „Deine Mum?" Ginnys Aufschluchzen bestätigte seine Vermutung. Er nahm sie in den Arm.
Die junge Hexe hingegen flüchtete sich förmlich in die dunkle Wärme der Robe, in der sie ihren Kopf vergraben hatte. Es roch nach Seife, Hautsalbe und Mann. Es war ein beruhigender, behütender Geruch in dem sich Ginny regelrecht versteckte. Solange bis Waldens raue Stimme sie aus ihrer Einlullung riss.
„Geht es wieder? Wir sollten zum Frühstück gehen, Gin. Ich möchte nicht riskieren, dass Lucius uns so findet."
Nachdem er Ginny losgelassen hatte und die beiden etwas auf Distanz gegangen waren, erkannte die junge Hexe dass der Todesser schon wieder ein recht ausgebeultes Problem in seiner Körpermitte hatte. Ginny rollte mit den Augen.
„Oh Merlin, Walden!" Doch der zuckte nur mit den Schultern.
tbc
