Und schon ist der siebte Dezember da und damit der zweite Advent. °zwei Kerzen am Adventskranz anzünde°
An diesem besonderem Datum auch eine besondere Geschichte für einen besonderen Menschen: Caxirta. Sie war eine unserer Geschichteln-wichteln Korrektoren. Danke dafür :)
Anoel hat dir deinen Wunsch erfüllt. Auch du wolltest Hermine und Ron als Paar, doch diesmal sind sie bereits verheiratet und feiern ihr erstes Weihnachten als ‚fixes' Paar. Viel Spaß dabei und einen fröhlichen zweite-Kerze-am-Adventskranz-Tag :D
„Oh, du Fröhliche…"
Ein einsam gelegenes, kleines, windschiefes Häuschen, Schnee, der die Knie eines erwachsenen Mannes locker überstieg und in leichten, pudrigen Flocken vom Himmel fiel, idyllische Wälder ringsum und ein zugefrorener kleiner Teich liegen vor der vermummten Gestalt, die sich ihren Weg durch den Schnee in Richtung Haustür bahnte und kleine weiße Atmenwolken vor sich hertrieb.
Im Inneren des Häuschens tönten weihnachtliche Klänge aus dem kleinen Weltempfänger, während einzig ein buschiger Haarschopf aus einem riesigen Gerümpelturm hervorschaute. In unregelmäßigen Abständen wuchs und wuchs der Turm durch unachtsam hinter den Haarschopf beförderte Kleinteile.
Sich nur noch langsam vorwärtsschleppend hatte die vermummte Gestalt die Haustür mittlerweile erreicht und schüttelte auf den schneefreien Treppenstufen den feinen Schnee aus Stiefelschaft und Hosenbeinen. Die rechte Hand wurde von dem festen, ledernen Handschuh befreit und glitt tastend in die Tasche des dicken Wintermantels – vergeblich. Leise fluchend drehte die Gestalt sich um, streifte die violette Pudelmütze vom Kopf und offenbarte einen leuchtend roten Haarschopf.
Im Wohnraum flogen noch immer Stiefel, alte Schulbücher, Landkarten, Wollknäule und dazugehörige Stricknadeln durch die Luft auf den Turm in der Zimmermitte. Eine Hand erwischte eine Messingkelle und war gerade im Begriff selbige mit Schwung hinter sich auf den gewaltigen Turm zu befördern, als die rothaarige Gestalt von außen mit Leibeskräften an der Tür rüttelte. Die Hand verharrte inmitten ihrer Bewegung und verweilte regungslos über dem buschigen Haarschopf in der Luft. DasRütteln dauerte an, wurde forscher und von einem kräftigen, rhythmischen Treten gegen die schwere Holztür begleitet. Langsam sank die Hand zu Boden, öffnete sich vorsichtig und lies die Kelle auf die Erde gleiten.
„Herrgott nochmal! Wenn du nicht augenblicklich diese verdammte Tür öffnest, dann brech ich sie halt auf!"
Der buschige Haarschopf verharrte in seiner vorherigen Position und machte keinerlei Anstalten, sich zu erheben.
„Mein Gott", dröhnte es von draußen, „jetzt mach schon, es ist saukalt hier draußen und wenn du nicht bald kommst, dann wird mir hier alles Lebensnotwendige abfrieren und du hast nichts davon, dass du mich geheiratet hast."
Ruckartig schnellte der buschige Haarschopf bei diesen Worten hoch und mit beeindruckender Kraft und viel Getöse wurde der sich darunter befindende Schädel gegen das obere, massive Holzregal des Schrankes befördert, in dem zuvor noch wild herumgewühlt wurde.
„Verdammt!" tönte es nun also auch aus dem Inneren des Hauses.
Sich den schmerzenden Kopf reibend und einen möglichst sicheren Weg durch das Chaos suchend, näherte sich die junge Frau mit dem buschigen braunen Schopf der Tür.
Leise knackend wurde der große Schlüssel im langsam vor sich hin rostenden Türschloss gedreht und mit einem kaum hörbaren Knacken sprang die Tür auf.
Dankbar stolperte der Rothaarige herein und warf die Tür mit einem erleichterten Seufzen lautknallend ins Schloss.
„Also wirklich, Hermine, wenn du mich noch länger da draußen hättest warten lassen, dann wär's vorbei gewesen mit dem fröhlichen Eheleben. Ich muss meinen Schlüssel auf dem Küchentisch liegen gelassen …"
Sein Blick fiel durch die offene Tür ins Wohnzimmer und abrupt unterbrach er seinen Redefluss und betrachtete das unglaubliche Chaos, das sich zwischen Sofa und Einbauschrank auftürmte und vor 3 Stunden noch nicht dagewesen war.
Verdattert deutete er auf den riesigen Gerümpelhaufen und blickte seine Frau, die sich noch immer mit schmerzverzehrtem Gesicht den Kopf rieb, mit gerunzelter Stirn an.
„Ehm, meine liebe Ehefrau, ich weiß, dass man hier selten vom Boden essen kann, aber was bitte ist das da im Wohnzimmer? Möchtest du mir vielleicht etwas erklären? Ich weiß ja nicht, ob du es noch weißt, aber morgen ist der 25.! Und zwar nicht irgendein 25., sondern der 25. Dezember. Weihnachten! Und falls du auch das vergessen haben solltest, wir haben deine und meine Eltern eingeladen. Die ganze Familie Weasley wird morgen hier das Weihnachtsfest feiern. Und ich bin mir durchaus bewusst, dass es im Fuchsbau in keiner Weise geordnet zugeht. Aber so", energisch bewegte er seinen Finger in Richtung des verwüsteten Wohnzimmers, „so hat es bei uns noch nie ausgesehen!"
Verwirrt lies Hermine ihren Blick vom verwüsteten Wohnzimmer zu ihrem sich immer mehr in Rage steigernden Ehemann schweifen.
„Hermine? Hallo?" Eine wild umher fuchtelnde Hand tauchte vor ihren Augen auf. „Ron an Hermine! Hier", er deutete auf den Plunder im Wohnzimmer, „Chaos! Deine Schuld! Erklärung?"
Wutflecken breiteten sich auf Hermines Hals und Wangen aus, ihr Blick verfinsterte sich, ihre Augen funkelten und die Hände wurden geballt und energisch in die Seite gestemmt.
„Ronald Billius Weasley, ich bin kein Kleinkind und durchaus in der Lage ganze Sätze zu verstehen! Also rede gescheit mit mir und brüll mich nicht an – verdammt noch mal!"
Sie schnaubte laut und blickte ihrem relativ frisch vermähltem Gatten fest in die Augen, die vor Überraschung geweitet waren.
„Ich weiß nämlich sehr wohl, welcher Tag morgen ist und noch besser weiß ich, welch' furchtbar großes Ereignis damit verbunden ist. Wie könnte ich es auch vergessen? Schließlich hältst du mir seit Wochen beinahe täglich einen Vortrag darüber, wie wahnsinnig wichtig dieses dämliche Weihnachtsessen doch ist und wie unglaublich viel davon abhängt!"
Ein erneutes Schnauben unterbrach ihren Redefluss, aber nur für einen Sekundenbruchteil. Augenblicklich setzte sie wieder an: „Und falls du es ganz genau wissen willst, dieses dämliche Chaos veranstalte ich nur wegen des blöden Weihnachtsessens."
Von einen auf den anderen Moment wandelte sich ihr Gemütszustand und Tränen schossen ihr in die Augen. Mit belegter Stimme, durchmischt mit leise in ihr aufsteigenden Schluchzern, presste sie mühsam hervor: „Und alles nur, weil ich das Kochbuch deiner Mutter gesucht hat. Das, das sie mir zur Verlobung geschenkt hat, damit ich dich genauso toll bekochen kann und umsorgen kann, wie sie es immer getan hat. Aber du weißt ja, dass kochen, Kochbücher und ich nicht allzu gute Freunde sind. Also hab ich es irgendwo hingelegt. Aber wohin, dass hab ich vergessen. Und jetzt verlangst du von mir, dass ich die weasley'sche Weihnachtsgans zaubere. Und dafür brauch ich das Buch."
Mittlerweile rannen ihr die Tränen ungehindert über die Wangen, bildeten kleine Rinnsale und liefen über ihre Lippen.
„Aber ich find's einfach nicht. Vielleicht habe ich es verloren und deine Mutter wird mich hassen. Meine Mutter wird mich auch hassen. Weil ich diese doofe Gans nicht kochen kann und euch allen Weihnachten verderbe. Das wird ein furchtbares Weihnachten. Das schlimmste Weihnachten, dass wir je erlebt haben."
Ron starrte seine Frau noch verdatterter an als zuvor das verwüstete Zimmer. Was um alles in der Welt war mit Hermine los? Wo war seine streitsüchtige, reizbare Frau hin und wer war dieses schluchzende Häufchen Elend vor ihm?
Irritiert knabberte er an seinem Daumennagel und blickte verunsichert aus dem Augenwinkel zu Hermine. Diese schluchzte inzwischen hemmungslos und wischte sich immer wieder mit dem bereits tränendurchtränkten Ärmel ihres Pullovers über ihre roten Augen.
Endlich trat er auf sie zu, zog sie zu sich heran, legte seine Arme um sie und strich ihr beruhigend über die wirren braunen Haare. Hermine presste ihre nasse Wange an seine Brust und schluchzte weiter. Einige Minuten verharrten die Beiden in dieser Position und langsam verebbten die lauten Schluchzer der jungen Hexe. Nun löste Ron Hermine sanft von seiner Schulter und schob sie einige Zentimeter von sich, sodass er ihr in die Augen sehen konnte.
Mit rotgeäderten Augen, laufender Nase und hängenden Schultern stand sie vor ihm und blickte betreten zu Boden. Sie wischte mit ihren durchweichten Pulloverärmel ein weiteres Mal über ihre Augen und stoppte auf diese Weise auch ihre triefende Nase.
„Komm, setz dich erstmal und ich koch dir einen schönen heißen Tee. Und dann bring' ich das Chaos wieder in Ordnung", flüsterte er ihr beruhigend zu.
Er umfasste ihre Taille, führte sie sanft an Stiefeln, Wollknäulen und allerlei anderen Kleinteilen vorbei und bugsierte sie auf diese Weise zum gemütlichen Ledersofa in der Zimmermitte. Er setzte sie dort ab, um selbst weiter in die kleine Küche zu gehen, griff dort nach seinem Zauberstab, den er immer in der Hosentasche bei sich trug, und richtete ihn auf den Wasserkessel. Mit einer ungelenken Handbewegung lies er den Kessel für einige Sekunden elegant durch die Luft schweben, bevor selbiger mit großem Getöse auf dem Boden aufschlug und unter die Anrichte rutschte.
„Nichts passiert!" versicherte Ron lautstark in Richtung Wohnzimmertür, beförderte den Kessel mit einem leisen „Accio" in seine rechte Hand und stellte ihn vorsorglich eigenhändig auf die Herdplatte.
Einige Minuten und viele Zaubersprüche später saßen Ron und Hermine aneinander gekuschelt auf dem Sofa vor dem leise prasselnden Kaminfeuer im nun blitzblanken Wohnzimmer. Verträumt fuhr Ron seiner Frau durch die Haare und strich ihr einige vorwitzige Haarsträhnen aus dem Gesicht. Hermine lächelte ob dieser Geste zufrieden und schmiegte sich noch enger an jenen Mann, den sie schon so lange kannte, der ihr bester Freund war und den sie nun endlich auch geheiratet hatte. Eigentlich müsste sie rundum zufrieden sein. Glücklich mit sich und der Welt und sich darauf freuen, den morgigen Tag mit ihrer alten und ihrer neuen Familie zusammen feiern zu können. Lange hatte sie darüber nachgedacht, was heute Vormittag geschehen war, aber keine plausible Erklärung gefunden. Wahrscheinlich war sie einfach zu gestresst: Der Haushalt, der geführt werden wollte, die Arbeit im Ministerium für Zauberei und das Zusammenleben mit Ron, das sich als weitaus schwieriger erwiesen hatte, als jemals angenommen. Aber wie hätte sie auch ahnen sollen, wie unselbstständig Ron tatsächlich war. Seine Mutter hatte ihn und auch seine Brüder eindeutig zu sehr verwöhnt.
Das prasselnde Feuer, die angenehme Wärme des geliebten Menschen neben einem und der Stress der letzten Stunden führen dazu, dass Hermine und Ron auf dem Sofa, eng aneinander geschmiegt und in eine warme Patchworkdecke – von Frau Weasley handgefertigt – eingewickelt, selig einschlummerten.
Unbemerkt von den Schlafenden verstrichen die Stunden, die Schneeflocken wurden lichter und sie Sonne machte sich immer rarer. Stunden später, der Mond hatte die Landschaft längst in ein milchiges Licht getaucht, regte sich Hermine verschlafen und räkelte sich genüsslich neben ihrem Gatten. Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen und blinzelte einige Male verschlafen, bevor sie ihre Umwelt wahrnehmen konnte. Ihr erster Blick fiel auf den zufrieden schlafenden Ron, der leise schnarchte und sich gerade grunzend auf die andere Seite wuchtete. Leise lachend wandte sie ihren Blick ab und lies ihn nachdenklich durch das Wohnzimmer wandern. Ihr Blick blieb an der großen Wanduhr – ein Hochzeitsgeschenk von Percy – hängen und ihre Augen weiteten sich panisch. Der Zeiger tickte bedrohlich und näherte sich mit atemberaubender Geschwindigkeit der großen acht auf dem Ziffernblatt.
Sie fixierte den Zeiger, der unerbittlich voranschritt und stieß ihrem Göttergatten unsanft zwischen die Rippen.
„Ron…"
Ein Grunzen war seine Antwort.
„Ro-hon…", ihre Stimme wurde diesmal schriller.
„Mmhmpf", kam es als Antwort zurück. „Lass mich schlafen!" murmelte er müde und zog die Decke über die Ohren.
„Ron!" zischte Hermine scharf, „Ro-hon, bitte sag mir, dass die Uhr falsch geht."
„Hermine, die … Uhr geht … falsch!" gähnte Ron.
„Es ist also noch nicht kurz vor acht? Und wir haben nicht verpasst meine Eltern abzuholen, den Braten vorzubereiten, die Geschenke zu besorgen und die Zimmer für deine und meine Familie vorzubereiten?"
Mit einem Ruck schlug Ron die Decke zurück und riss panisch die Augen auf.
„Acht Uhr?"
Er schnellte hoch, stand mit dem einen Fuß schon vor der Couch und verhedderte sich bei dem Versuch möglichst schnell das Sofa zu verlassen und gleichzeitig zur Tür zu sprinten in der Patchworkdecke und fiel polternd vor Hermines Füße.
„Verdammt", fluchte er und bemühte sich möglichst schnell, wieder auf die Beine zu kommen.
Hermine konnte sich, trotz der eigentlich ernsten Lage, beim Anblick des auf dem Boden umher krabbelnden Rons das Lachen nicht verkneifen.
Ron strafte das Gekicher mit einem vernichtenden Blick, der Hermine augenblicklich verstummen lies.
Innerhalb von Sekundenbruchteilen wandelte sich die gemütliche Schlafzimmerathmosphäre in die Hektik eines emsigen Bienenstocks: Hektisch flitzen Ron und Hermine zwischen den Zimmern des Hauses umher, sprinteten vom Keller ins Obergeschoss und wieder zurück ins Wohnzimmer, schleuderten Zaubersprüche durch das kleine Häuschen, dass die Zauberstäbe glühten, ließen Decken, Kissen und das ein oder andere Bett durch die Luft an vollkommen neue Orte schweben.
Erschöpft fielen die Beiden nach getaner Arbeit auf das Sofa und Ron warf seiner Frau dankbare Blicke zu.
„Was?" Hermine blickte ihn fragend an.
„Ich frag mich nur grad, was ich wohl ohne dich machen würde…" murmelte Ron und wollte ihr einen Kuss auf die Wange drücken. Doch Hermine drehte sich empört von ihm weg.
„Was du ohne mich machen würdest?" zischte sie, „Du würdest endlich einmal selbstständig werden und dich auch mal selbst um etwas kümmern und nicht immer alle Arbeit auf mich abwälzen!"
Ein zufriedenes Lächeln breitete sich auf Rons Lippen aus und er betrachtete seine gereizte Frau liebevoll.
„Mensch Hermine, ich frag mich doch nur, was ich machen würde, wenn nicht die klügste Hexe der Welt meine Frau wäre und niemand unser winziges Häuschen in einen kleinen Palast verzaubert hätte."
Nun flog ein Anflug eines Lächelns über das Gesicht der begabten Hexe und unsicher geworden schob sie sich immer wieder eine imaginäre Haarsträhne hinter das Ohr.
Ron beugte sich zu ihr herüber und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Dann stand er auf, klopfte sich geschäftig mit den Handflächen auf die Oberschenkel und setzte sich in Richtung Tür in Bewegung.
„Auf, auf, meine Liebe", rief er Hermine über die Schulter zu, „Wir wollen die lieben Schwiegereltern doch nicht warten lassen."
Laut lachend stand nun auch Hermine auf, streifte Mantel, Handschuhe, Mütze und Schal über und hatte die Türklinge schon in der Hand.
Auf den schneefreien Treppenstufen griffen die Beiden gleichzeitig nach ihren Zauberstäben, drehten sich synchron einmal um die eigene Achse, verschwanden mit einem leisen „Plopp", nur um wenige Augenblicke später in einer dunklen, einsamen Nische des Londoner Hauptbahnhofes „King's Cross" wieder aufzutauchen.
Kaum festen Boden unter den Füßen, war Hermine schon eilig um die nächste Ecke verschwunden und alles was Ron noch von ihr sehen konnte, war ihr wehender Mantel mit dem roten-goldenen Schal, den sie in Erinnerung an längst vergangene Schulzeiten noch immer trug. Um einiges langsamer machte er sich dann auch auf den Weg zum Gleis 8, an dem Hermines Eltern vor 20 Minuten angekommen sein mussten.
Am Bahnsteig angekommen, lief ihm eine über das ganze Gesicht strahlende Hermine entgegen, ihre Eltern die vollkommen außer Atmen waren, hinter sich herziehend.
„Ron! Sie sind da!" brüllte sie ihm schon von weitem entgegen.
Nur mit Mühe konnte er sich eine spöttische Bemerkung verkneifen. Als hätte er das Ehepaar nicht längst selbst erblickt. Aber er genoss es, seine sonst so abgehetzte und in letzter Zeit so launische Frau derart glücklich zu sehen. Sie freute sich wie ein kleines Schulmädchen, das in den Ferien von seinen Eltern am Gleis 9 ¾ abgeholt wird.
„Ja, Hermine, ich seh's ja", beruhigte er seine aufgeregte Frau und fuhr an seine Schwiegereltern gewandt fort, „Herzlich Willkommen! Schön euch zu sehen."
Er begrüßte Hermines Vater mit einem freundlichen Handschlag und umarmte ihre Mutter herzlich.
Fröhlich plaudernd bahnten sich die Vier ihren Weg vorbei an freudigen Begrüßungsszenarien und herzzerreißenden Verabschiedungen, zurück zu der abgeschiedenen dunklen Ecke, an der Hermine und Ron appariert waren.
Unsichere Blicke wanderten zwischen Hermines Eltern hin und her: Sie waren an Bus, Auto und Bahn gewöhnt und noch nie zusammen mit ihrer Tochter auf irgendeine magische Art und Weise gereist.
Hermine zog indessen stolz einen alten, verbogenen, grünlich angelaufenen Kerzenleuchter aus ihrer magisch vergrößerten Umhängetasche, drückte ihn Ron in die Hand und richtete selbst ihren Zauberstab auf den Leuchter.
„Portus", sagte sie mit fester Stimme und ein leichter Ruck ging durch den Kerzenleuchter in Rons Hand. Zufrieden lächelnd verstaute Hermine Granger den Zauberstab wieder in der Manteltasche und blickte ihre Eltern auffordernd an.
„Es kann wirklich nichts passieren, Mum und Dad! Vertraut mir. Ihr müsst den Kerzenleuchter nur fest umgreifen und dürft ihn auf keinen Fall loslassen." Versicherte sie ihren Eltern.
„Also gut! Mum! Dad! Auf geht's!"
Ängstlich streckten die beiden Muggel ihre linken Hände aus und griffen unsicher nach dem silbernen Kerzenleuchter.
Kaum hatten alle vier ihre Hand um den Leuchter gelegt, als auch schon ein Ruck durch sie und den Portschlüssel ging. Sie wurden nach vorne gerissen, verloren den Boden unter den Füßen, wurden durch die Schwerelosigkeit gewirbelt und landeten wenige Augenblicke später unsanft auf der Veranda des Hauses von Hermine und Ron. Nur mit Mühe konnten Mr. Und Mrs. Granger sich auf den Beinen halten. Sie stolperten, schwankten bedrohlich, wurden aber im rechten Moment von Ron und Hermine am Ärmel gepackt und vor Schlimmerem bewahrt.
Gemeinsam stapften sie über die ausladende Veranda zur Glastür auf der Rückseite des Wohnhauses. Hermine schloss auf und aufatmend betrat das Grüppchen die gemütliche Wohnstube. Tee wurde gekocht, man wärmte sich vor dem prasselnden Kaminfeuer auf und beschloss relativ zeitig zu Bett zu gehen, da hinter allen ein anstrengender, langer Tag lag.
Lautes Schrillen durchriss die nächtliche Ruhe und verkündete, dass es Zeit zum Aufstehen war. Genervt beförderte Ron seine geballte Faust auf das kleine plüschige Etwas auf seinem Nachtisch. Für einen Sekundenbruchteil herrschte Stille, doch dann piepste es von Neuem, diesmal noch ohrenbetäubender und schriller. Zu allem Überfluss setzte sich das plüschige Knäul auf dem Nachttisch auch noch in Bewegung und näherte sich unerbittlich dem Ohr des bereits wieder schlafenden Ron.
Der auf diese Weise um seinen Schlaf gebrachte schlug entnervt die Bettdecke zurück, setzte das Fellkäul zurück auf den Nachttisch und strich besänftigt über dessen Pelz, woraufhin das Wesen augenblicklich verstummte.
„Dämliche Erfindung! Mensch Hermine, musstest du mir diesen schrecklichen ‚todsicheren Nerv-Wecker' tatsächlich schenken? Mein Bruder ist ja wirklich genial, aber mit dieser Erfindung hat er sich an Grausamkeit tatsächlich übertroffen." Tönte es aus dem Inneren eines braunen Pullis auf dessen Vorderseite ein riesiges orangefarbenes R gestickt war und in dem Ron verzweifelt versuchte, das Kopfloch zu finden.
„Er hilft!" kam die prompte Antwort seiner Ehefrau, die bereits fertig angezogen im Türrahmen stand und ihren Gatten belustigt betrachtete.
„Haha", ächzte Ron, der es tatsächlich geschafft hatte, als Sieger aus dem erbitterten Zweikampf mit dem Pullover hervorzugehen.
Belustigt wanderten Hermines Augen über Molly Weasleys Prachtwerk. Noch immer bekam jeder ihrer Söhne zu Weihnachten einen selbstgestrickten Pullover und noch immer lag dieses Geschenk am Morgen des 25. als Überraschung auf der Bettdecke.
„Ich liebe diese Pullover", kicherte sie ihrem Mann zugewandt, ging dann die paar Schritte auf ihn zu, warf ihm die Arme um den Hals und küsste ihn.
„Fröhliche Weihnachten, Ron!" wisperte sie ihm ins Ohr.
„Frohe Weihnachten."
„Oh, jetzt haben wir euch gestört, aber Frohe Weihnachten auch von uns", tönte es unsicher aus Richtung der Schlafzimmertür.
Mum und Dad rufend stürzte Hermine auf ihre Eltern zu und umarmte sie innig.
„Na, das nenn ich mal eine Begrüßung, eigentlich sollte ich neidisch sein." Brummelte Ron mürrisch, setzte sich dann aber auch in Bewegung, um seinen Schwiegereltern ein frohes Fest zu wünschen.
„Verdammt Bill, dass war mein Fuß, auf dem du da gelandet bist!"
„Oh, das tut mir äußerst leid, Brüderchen."
„Jetzt reißt euch doch mal zusammen, schließlich ist es das Fest der Liebe!"
„Jahha, Mum!"
Allgemeines Gepolter, lautes Schwatzen und leise ausgesprochene Flüche waren stets ein Indiz dafür, dass Familie Weasley im Anflug war und jeden Moment die Tür aufreißen würde.
Im Inneren des Hauses verfiel man ob dieser weasley-typischen Szene in heitere, ausgelassene Stimmung und baute sich in Reih und Glied vor der Tür auf, um gewappnet zu sein für den bevorstehenden, ausgelassenen Begrüßungsmarathon.
Prompt öffnete sich auch schon die Tür und ein Schwung fröhlich schwatzender Menschen strömte ins Haus, stürzte sich begeistert auf die Gastgeber sowie Mr. und Mrs. Granger und umarmte jeden liebevoll.
Molly und Arthur führten die Sprösslinge an, verteilten Wangenküsse und vor allem Molly drückte jeden herzlich an ihre Brust.
Bill und Fleur folgten, Victoire, die ein Ebenbild ihrer Mutter war, im Schlepptau.
Charlie reihte sich in die Begrüßungskette, zur Schande seiner Mutter, wie jedes Jahr, allein ein, denn selbst Percy war dieses Jahr in Begleitung seiner Immer-mal-wieder-Freundin Penny erschienen.
George wurde von Angelina begleitet, die er stolz umherführte und mit geschwellter Brust den Grangers in Teenagermanier als seine neue Freundin vorstellte.
Den Schluss des Trüppchens bildeten Harry und Ginny. Harry hatte James geschultert und Ginny trug stolz ihren Babybauch vor sich her.
Ginny stöhnte laut, als sie bei Hermine angekommen war und seufzte mit einem Blick auf James, der gerade in Begriff war, anstelle eines Weihnachtskekses seinen Schnuller samt Hand zu verschlingen und nur mit Mühe und Not von Harry davon abgehalten werden konnte: „Kinder sind nervtötend."
„Schwangere Frauen aber auch!" Raunte Harry seinem besten Freund leise zu.
Allem Anschein nach jedoch nicht leise genug, urteilte man nach Ginnys bitterbösem Blick, der dieser Äußerung auf dem Fuße folgte.
Nach der herzlichen Begrüßung begaben sich alle zu der festlich gedeckten Frühstückstafel am Fuße eines festlich geschmückten Weihnachtsbaumes, die Hermine magisch vergrößert hatte und an der auf diese Weise alle Platz hatten. Ein Wink mit dem Zauberstab und mühevoll hergerichtete Köstlichkeiten schwebten aus der Küche auf den sich bald unter den Speisen biegenden Tisch. Hermines Werk wurde mit vielen Ohs und Ahs gewürdigt, die Köchin errötete und Ron verkündete mit stolz geschwellter Brust:
„Das ist doch noch gar nichts. Ihr solltet erst mal sehen, was sie euch heut Mittag auftischt. Das wird euch aus den Socken hauen."
Hermines Wangen röteten sich noch mehr und sie wehrte diese Behauptung mit einer beschwichtigenden Handbewegung ab.
Von Familie Weasley wurde diese Bewegung als eine Art Startzeichen aufgefasst. Mit atemberaubender Geschwindigkeit leerten sich die Schüsseln, füllten sich die Teller, regten sich die Kiefer in zufriedenen Kaubewegungen und verstummte für einen kurzen Moment des Genusses jegliches Gerede.
"Mummy", James zupfte quengelnd am Ärmel seiner Mutter, „Wann dibbts denn enlich Deschenke?"
Ginny wollte ihn gerade zur Raison rufen, als Ron begeistert einfiel:
„Richtig so mein Patensohn! Da stimmt dir dein alter Onkel Ron zu. Wann gibt's denn endlich Geschenke, jetzt wo der formelle Teil vorbei ist?"
Dies brachte ihm wiederrum einen strafenden Blick samt Rüge von Hermine ein.
„Ron! Also wirklich! Du solltest alt genug sein, um zu wissen, dass es nicht nur um Geschenke geht. Es ist doch auch mal schön, dass wir hier alle zusammen sind."
„Siehst du! Dir geht es auch um Geschenke! Du elende Besserwisserin! Also, beim Barte des Merlin, gehen wir über zum wichtigeren Teil des Tages." Zur Bekräftigung seiner Worte schlug er mit der geballten Faust auf den Tisch.
Stühle wurden gerückt, Kinder auf das Sofa befördert und mit einigen kurzen Schlenkern von Hermines Zauberstab verschwanden das schmutzige Geschirr, die leeren Schüsseln und der Tisch schrumpfte auf seine ursprüngliche Größe.
Alle drapierten ihre Geschenke möglichst effektvoll unter dem nun hell erleuchteten Baum und die Augen von Victoire und James leuchteten zusehends ebenfalls auf.
Sobald alle Geschenke unter dem Baum lagen, verstummten alle für einen kurzen Moment – selbst James und Victoire unterbrachen ihr Gequängel – und eine feierliche, weihnachtliche Stimmung breitete sich aus.
Als Belohnung für ihr gutes Benehmen wurden die Kinder zuerst mit Geschenken versorgt und beide überschlugen sich beinahe vor Begeisterung. Glücklich verzogen sie sich mit ihren Miniatur-Besen und Kinderzauberstäben in die hintere Ecke des Wohnzimmers, um die Geschenke gebührend auszutesten.
Anschließend wurden die anderen Geschenke überreicht, das Papier aufgerissen und dem Schenker überschwänglich für das Geschenk gedankt.
„Karten für das Spiel Wales gegen England? Hermine, wenn du nicht schon meine Frau wärst, würde ich dich fragen, ob du mich heiraten willst!" kreischte Ron vor Begeisterung und fiel seiner Frau dankbar um den Hals.
Diese lachte und schob sich zufrieden eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Gefällt es dir wirklich?"
„Ob es mir gefällt? Bist du denn wahnsinnig! Natürlich gefällt es mir. Weißt du wie lange ich versucht habe, welche zu besorgen!" Ron tanzte wie ein kleines Kind durch das Wohnzimmer und verkündete von Zeit zu Zeit stolz den Schlachtruf der englischen Nationalmannschaft.
Hermine schmunzelte und blickte selbst äußerst zufrieden auf Rons Geschenk auf ihrem Schoß, ein Ratgeber für Frauen ohne hausfrauliche Fähigkeiten: „Superhausfrau ohne Talent"
Schließlich stand sie auf, blickte ein letztes Mal auf die ausgelassenen Weasleys und ihre sich perfekt integrierenden Eltern und entschwand in die Küche, um das Festmahl vorzubereiten.
Aus dem Augenwinkel bemerkte Ginny, dass ihre Schwägerin in die Küche verschwand und wuchtete sich und ihren Babybauch solidarisch vom Sofa hoch, um Hermine helfend unter die Arme zu greifen. In der Küche stand Hermine vor der Gans, die Ärmel ihrer Bluse bis über die Ellenbogen hoch gekrempelt, die Stirn in tiefe Falten gelegt und den Zauberstab unschlüssig in den Händen drehend und blickte das tote Tier hilflos an.
„Kommst du gut voran, Wunderköchin?" feixte Ginny.
Hermine zuckte zusammen, verzog aber gleich müde das Gesicht, als sie sah, wer ihr in die Küche gefolgt war.
„Wunderköchin! Wirklich witzig Ginny! Ich hätte dir nie beichten dürfen, dass ich für das Frühstück auf die guten alten Muggel-Aufbackbrötchen zurückgegriffen hab und alles andere das Ergebnis einer ausgedehnten Shoppingtour durch die Feinkostabteilung von Harolds war."
Sie seufzte und Ginny konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
„Warum nur, gibt's die weasley'sche Weihnachtsgans nicht schon fix und fertig im Supermarkt? Wie schafft deine Mutter das nur immer alles."
Ginny kicherte.
„Hermine, meine Mum ist eine Übermutter, eine Glucke. Sie stand den ganzen Tag vor dem Herd, um uns jeden Wunsch zu erfüllen. Du kannst dich doch gar nicht mit ihr vergleichen. Aber komm", sacht stieß sie ihrer Freundin in die Rippen, „ich helf dir ein bisschen. Wirklich talentiert bin ich zwar auch nicht, aber wir zwei werden das schon schaukeln."
Sie fischte sich eine Schürze aus dem Küchenschrank, drückte Hermine ebenfalls eine in die Hand und hatte selbst Mühe dabei, die Schürze um ihren schon recht gewaltigen Babybauch zu binden. Dann krempelte auch sie ihre Ärmel hoch und stellte sich neben Hermine vor die Gans.
„Ganz schön groß, oder?"
„Mhm"
„Weißt du überhaupt, was du jetzt damit machen musst?"
„Mhmmhm"
„Wo ist denn das Buch?"
„Tja, das ist eine gute Frage, Ginny. Wenn ich das wüsste, dann wäre ich schon einen großen Schritt weiter."
„Mensch, Hermine und so etwas schimpft sich Hexe"
Ginny zückte ihren Zauberstab und sprach mit fester Stimme: „Accio!"
Einige Sekunden verstrichen, ohne dass etwas geschah, doch dann surrte es leise. Das Surren wurde lauter und elegant glitt das so lange gesuchte Kochbuch in Ginnys ausgestreckte Hand.
Peinlich berührt giggelte Hermine.
„Und magst du mir jetzt erklären, weshalb ich nicht auf diese Idee gekommen bin und anstelle dessen, das gesamte Haus auf den Kopf gestellt habe?"
Fachmännisch schlug Ginny das Buch auf, blätterte ein wenig darin herum und suchte die korrekte Seite heraus.
„So", sie rieb sich die Hände, zückte ihren Zauberstab und beförderte alle benötigten Zutaten durch leichtes Zauberstabschnippen auf die Arbeitsplatte und lies die Messer daneben schweben. Dann blickte sie Hermine ratlos an. Doch diese geriet gerade richtig in Fahrt und stellte ihre Hausfrauenqualitäten unter Beweis: Sie lies die Messer durch die Luft sausen, zerkleinerte allerlei Gemüse für die Füllung und stopfte die so entstandene Masse anschließend in die Gans. Diese wurde in das Ofenrohr geschoben, und Hermine widmete sich den Beilagen.
Gegen Mittag durchzog ein appetitlicher Duft das Haus und verkündete, dass die Gans gar war und das Mittagsschlemmen starten konnte. Ron und Harry vergrößerten den Esstisch erneut und Bill und Charlie schleppten Geschirr und Besteck aus der Küche herbei. Als alle an der Tafel Platz genommen hatten, betraten Ginny und Hermine den Raum und vor ihnen her schwebten Schüsseln mit Kartoffeln und verschiedenen Gemüsesorten. Die Karawane wurde von der imposanten Gans gekrönt, die einen herrlichen Duft verströmte.
Die Gans landete sanft vor Ron, der mit Tranchiermessern bewaffnet kaum erwarten konnte, den Vogel zu zerlegen und seiner Familie zu präsentieren, wie begabt seine persönliche Hausfrau doch war.
Gespannt beobachteten alle, wie Ron das Messer durch das Fleisch gleiten lies, um es vom Knochen zu lösen. Doch anstatt wie Butter vom Knochen zu gleiten, puffte die Gans nur leise und fiel in sich zusammen. Die Gesichter der Anwesenden taten es ihr gleich. Alle starrten entsetzt auf das kleine Häufchen Haut und Knochen, dass sich auf der hübsch dekorierten Platte auftürmte.
Entgeistert fixierte Hermine das, was von ihrem Weihnachtsbraten übrig geblieben war. Beim Anblick des trostlosen Häufchens traten ihr die Tränen in die Augen, leise Schluchzer stiegen in ihrer Kehle hoch und bahnten sich immer lauter werdend ihren Weg. Sekundenbruchteile später liefen ihr die Tränen unbarmherzig über die Wangen und sie schlug die Hände vor das tränenüberströmte Gesicht.
„Alles habe ich kaputt gemacht", brachte sie hicksend zwischen einer Salve an Schluchzern hervor und fuhr fort: „Weihnachten hab ich euch versaut, euch allen."
Irritiert wendeten alle ihre Blicke von der misslungenen Gans zu Hermine. Ron machte einige Schritte auf seine schluchzende Frau zu und blieb unschlüssig vor ihr stehen.
„Schatz, ist doch alles halb so schlimm. Du hast doch nichts kaputt gemacht. Das war doch nur eine Gans."
„Nur eine Gans", ihre Stimme durchschnitt schrill die Stille im Wohnzimmer.
„Nur eine Gans", wiederholte sie.
Ron nickte zustimmend.
„ Nur eine Gans, das ich nicht lache. Und weil es nur eine Gans war hast du mir tagelang unter die Nase gehalten wie furchtbar wichtig diese Gans für ein gelungenes Weihnachtsfest ist." Schrie Hermine nun und sackte dann wieder jammernd in sich zusammen.
Ron blickte verdattert drein. Was war denn jetzt schon wieder los? Normalerweise wäre Hermine in so einer Situation ein wenig gereizt gewesen, Harry und er hätten sie aufgezogen und man hätte wegen der Gans keine einzige Träne vergossen.
Die Weasley schwiegen und auch Hermines Eltern blickten ihre Tochter ungläubig an.
Ginny fand als erstes ihre Sprache wieder und blickte auf ihren eigenen Babybauch:
„Mensch, Hermine. Wenn ich es nicht besser wüsste, würd ich sagen, du bist schwanger."
Sie lachte bei ihren Worten kurz auf, verstummte dann aber abrupt.
Hermine hielt ebenfalls inmitten ihrer Schluchzen inne.
Langsam richtete sie ihren Oberkörper auf und drehte ihren Kopf wie in Zeitlupe zu Ginny. Die beiden Frauen blickten sich stumm in die Augen und innerhalb von Sekundenbruchteilen blitzen ihre Augen schelmisch auf.
„Du bist schwanger!" jubelte Ginny.
„Ich bin schwanger!" kreischte Hermine und fiel Ginny in die Arme.
Die beiden Frauen hopsten und sprangen begeistert umeinander, während die anderen entgeisterte Blicke wechseln.
Immer noch hopsend drehte sich Hermine zu Ron um und strahlte ihn begeistert an. Sie fiel ihm um den Hals und flüsterte ihm glücklich ins Ohr:
„Wir bekommen ein Baby! Du wirst Vater!"
Nach einigen Schrecksekunden begriff Ron, was seine Frau ihm da gerade mitgeteilt hatte und er drehte sich bass vor Erstaunen zu Harry um. Der kam auf ihn zu und klopfte ihm anerkennend auf die Schulter: „Willkommen im Club!"
Schnell war die Weihnachtsganspleite vergessen und mit viel Butterbier, Feuerwhiskey und Weihnachtspunsch wurde der neue, noch ungeborene Weasley gebührend gefeiert!
Ende
