Vor zwei Tagen haben wir uns an der Geschichte von Magica und Aesi erfreut, heute bekommen die beiden ihren gemeinsamen Wunsch erfüllt :) Danke an derkleineweißeball, sie hat diese Geschichte noch kurzfristig geschrieben, als mir eine abgegangen ist °knuddel dafür°. Heute geht es um Nikolaus, Krampus und Nikolaus. Doppelt gemoppelt? Stimmt, ist aber trotzdem richtig ;)


Ein besonderer 6. Dezember

~ 3. Dezember ~

Es war der 3. Dezember und Snape schimpfte leise vor sich hin. „Das kann ja gar nicht sein, was soll dieser Unsinn, alle Kollegen wissen genau, dass ich so was hasse!" Solches und Ähnliches war ständig von ihm zu hören. Allerdings war sein Geschimpfe nichts im Vergleich zu Filchs Gesichtsausdruck. Sein Blick sagte mehr als tausend Worte und wenn er, als Squib, nicht vom gesamten Kollegium der Schule für Hexerei und Zauberei umgeben gewesen wäre, hätte er wahrscheinlich einen Mordanschlag auf den Schulleiter verübt. So aber musste er sich wohl oder übel mit der gefällten Entscheidung zurechtfinden, denn schließlich hatte das Los entschieden.

Und so würden er und Snape dieses Jahr am 6. Dezember als Krampus und heiliger Nikolaus auftreten und zweifelsfrei für Belustigung sowohl bei den Schülern wie auch beim Kollegium sorgen. Die Rollenverteilung schien, nach Snapes gehässigem Grinsen auch bereits festzustehen. Snape würde also den Nikolaus spielen und er selbst konnte den Krampus übernehmen. Na ja vielleicht ließ sich Snape ja dazu überreden, dass er seine alten Folterwerkzeuge aus dem Kerker für diesen Zweck hervorholen durfte, um das Ganze authentischer wirken zu lassen. Wenigstens ein tröstlicher Gedanke.

Nach der Versammlung zogen sich Snape und Filch gemeinsam zurück, um ihren Auftritt zu besprechen und ein paar Extras zu planen. Denn sie wollten sich keine Blöße geben, zumal dies ja eine alte Hogwartssche Tradition war, die jedes Jahr zwei andere Kollegen ereilte und bislang immer mit Würde ertragen worden war. Filchs Plan mit den Folterwerkzeugen fand sofort breite Zustimmung bei Snape, der seinerseits anregte, ein Gedicht zu verfassen, das die Schüler und die Lehrer gleichermaßen aufs Korn nehmen sollte.
Die nächsten drei Tage verbrachten sie also mit Dichten und Denken und in Windeseile nahte der 6. Dezember heran.

~ 6. Dezember ~

Der 6. Dezember begann wie ein ganz gewöhnlicher Samstag in Hogwarts und doch merkte man, dass die Schüler gespannt und aufgeregt waren, wussten sie doch nicht, wer heute Abend Nikolaus und Krampus spielen würde. Deswegen vertrieben sie sich den Tag mit magischen Schneeballschlachten auf den Ländereien von Hogwarts und hofften, dass es bald Zeit würde, in die Halle zu gehen.

Kurz vor 18 Uhr ertönte ein Gong und alle strömten in die Große Halle. Kaum saßen sie auf ihren Plätzen und hatten die ermahnenden Worte von Dumbledore gehört, klopfte es schon an der Tür und Prof. Chantée, die Lehrerin für Magische Musik, stimmte „Sei gegrüßt lieber Nikolaus" an. Nach Beendigung der etwas schrägen Gesangseinlage traten also Filch und Snape ein, um das Zeremoniell zu eröffnen. Snape begann sogleich mit seinem Gedicht.

„Verehrte Schüler- und Lehrerschaft!
Auch dieses Jahr haben wir uns aufgerafft,
euch in euren Hallen zu beehren
und gleichzeitig auch einige zu belehren.
Gar Ungeheuerliches soll sich zugetragen haben,
doch keine Angst, allzu schlimm geht's niemandem an den Kragen,
denn schließlich nähern wir uns der Weihnachtszeit,
und die soll bringen Frieden der Menschheit.
Doch nun zu euren Missetaten und anderen Sachen,
die mir und meinen Engelein Kummer machen..."

Snape wollte gerade weiter machen, als es erneut an der Tür klopfte. Verwirrt hielt er inne und blickte zu Dumbledore hinauf. Der rief laut „Herein", und die Tür öffnete sich erneut. Was dann kam, verblüffte alle. Ein weiterer Nikolaus betrat die Große Halle. Snape seinerseits vermutete einen bösen Schülerstreich und blickte reflexartig zu den Verdächtigen Nummer 1, zu den Weasley-Zwillingen. Doch die beiden saßen auf ihren Plätzen und schauten genauso verwirrt drein, wie alle anderen. Sie schienen wirklich unschuldig zu sein.

Der andere Nikolaus trat ebenfalls nach vorne und begann mit seinem Gedicht.

„Liebe Bewohner der Schule für Magie!
Ich weiß, man sah mich hier noch nie,
und dennoch habe ich es heuer geschafft
und mich zu euch hierher aufgerafft.
Der Weg war weit und beschwerlich
und offensichtlich findet man Besucher entbehrlich,
so jedenfalls ließ es die umgebende Festung schließen,
die mich in gebündelter Kraft fast nicht einließen.
Doch durch Güte und Milde waren sie bereit,
mich eintreten zu lassen, zur Adventszeit.
Ich bringe euch Botschaft vom..."

An dieser Stelle unterbrach ihn Snape. „Was soll das", schrie er den anderen Nikolaus an, „Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein, schließlich bin ich dieses Jahr hier für das Gedicht und die Botschaft zuständig. Wenn Sie mit meiner Wahl nicht zufrieden waren, hätten Sie es ja gleich bei der Abstimmung sagen können. Ich habe mich nicht um diesen Job gerissen!"
„Ganz ruhig, Professor Snape", erwiderte der Nikolaus gelassen. „Auf diese Wahl hatte ich keinen Einfluss, denn ich werde nicht gewählt. Ich bin der wahre heilige Nikolaus und komme dieses Jahr hierher, um endlich auch mal ihrer Gemeinschaft die Botschaft zu verkünden. Darf ich jetzt fortfahren? Und gedulden Sie sich, Sie kommen auch noch vor!"
Dieser Satz zauberte dem einen oder andern Schüler ein Schmunzeln ins Gesicht. Der Nikolaus räusperte sich und fuhr fort.

„Ich bringe euch Botschaft vom Himmlischen Hort,
das ganze Jahr befind' ich mich dort.
Und seh die guten und schlechten Taten,
was euch toll oder daneben geraten.
Zu loben und tadeln komm ich herbei,
und hol euch nach vorne, ich bin so frei."

„Zuerst bitte ich Severus Snape nach vorne", rief der Nikolaus in die Runde. Snape sah sich verblüfft um. Allmählich war er sich nicht mehr sicher, ob es ein Schülerstreich war, mehr und mehr war er geneigt, zu glauben, dass es sich tatsächlich um den echten Nikolaus handelte.

Severus, dein Gebiet sind die Zaubertränke,
gar nicht so einfach, wie ich mir denke.
Du scheinst ein strenger Lehrmeister zu sein,
denn manchmal hör ich deine Schüler im Traume schrein.
Aus Angst vor dir und deinen Methoden,
diesen Umstand kann ich gar nicht loben.
Sie sollen fleißig sein, dass ist ja klar,
doch ohne Angst lernt sich's wunderbar.
Auch solltest du keine Schüler besonders behandeln,
sonst versuchen alle, schleimerisch anzubandeln.
Vor allem die Gryffindors lässt du oft spüren,
dass sie nicht zu deinen Lieblingen gehören.
Sie leiden unter Strafarbeiten,
die sie beschäftigen lange Zeiten.
Noch dazu wissen sie meist nicht warum,
und gucken deswegen entsprechend dumm.
Zur Strafe soll dir dies gereichen,
dass du nun musst dies ausgleichen.
Indem du von nun an bis zum Schuljahresschluss,
aufhörst mit diesem Verdruss,
und gerechter verteilst die ganzen Noten,
tust du's nicht, erfahrens meine Boten."

Viele weitere Gedichte folgten, doch keiner wurde so hart gerügt, wie Snape, was die Schüler zu ungeheuerlichen Heiterkeitsausbrüchen anstachelte. Am Ende waren sich alle einig, diese Nikolausfeier würde zur Legende werden.

Ende