Disclaimer: Leider Gottes gehören mir keine Rechte an den Gilmore Girls. Wäre ja auch zu schön, oder?
„Mom, Dean und ich gehen spazieren!" Rory stand bereits in der Tür und wartete nur darauf, dass Dean ihr folgte.
Lorelai kam aus der Küche. „Okay, wir treffen uns nachher zu Hause. Viel Spaß noch!" Sie verschwand erneut in Luke's Küche.
Als sie auf der Straße waren, schaute Dean seine Freundin verwirrt an. „Rory, was ist denn los mit dir?"
„Luke, meine Mom... sie haben sich umarmt."
„Das ist doch schön oder nicht?" Dean verstand nicht, warum Rory anscheinend ein Problem damit hatte. „Wir wissen doch schon lange, dass sie sich mögen."
„Ja... nein... ich meine, das geht nicht. Luke... er ist... er ist Jess Onkel..." Rory schaute erschrocken zu Dean. Hatte sie das eben wirklich gesagt?
Dean sah sie an, als ob sie ihm gerade ein Messer in den Bauch gerammt hatte. „Alles klar, das sagt alles." Er drehte sich um und ging ohne ein weiteres Wort davon.
„Dean!" Rory schaute ihm traurig hinterher, wusste aber, dass es nichts bringen würde, ihm jetzt zu folgen. Sie spürte, wie ihre Augen langsam feucht wurden. Jetzt hab ich es endgültig versaut.´
„Rory?" Jess kam ihr entgegen gelaufen. „Ist alles okay bei dir?"
„Jess, hi... ähm, ja." Rory strich sich über die Augen, um so zu verhindern, dass sich doch noch eine Träne ihren Weg über ihre Gesicht bahnte.
Jess schaute sie besorgt an. „Sicher?"
„Ja. Sag mal, hast du mitbekommen, ob meine Mom und Luke sich irgendwie komischer als sonst verhalten als sonst?"
„Nein, nur die ganz normalen Streitereien. Warum fragst du?"
„Nun, ja..." Rory wusste nicht, wie sie Jess sagen sollte, was sie gesehen hatte ohne sich sofort zu verraten. „Also, ich hab gesehen, wie sie sich umarmt haben."
„Oh." Jess wusste nicht, was er sonst sagen sollte. Oh nein, hoffentlich hat das nichts zu bedeuten. Ich kann doch nicht mit der Tochter der Freundin meines Onkels zusammen sein.´
„Oh? Das ist alles, was du dazu sagst?"
„Ja... wo ist dein Beschützer eigentlich abgeblieben?"
„Mein was? Achso, du meinst Dean. Der ist nach Hause gegangen." Rory spürte erneut, wie ihr Tränen in die Augen stiegen, nur konnte sie es dieses mal nicht vor Jess verbergen.
Jess schaute sie besorgt an. Am liebsten hätte er Rory in die Arme genommen, um sie zu trösten. Wären sie allein in einem geschlossenen Raum gewesen, hätte er es vermutlich getan. Aber sie waren nicht in einem geschlossenen Raum. Sie waren auf der offenen Straße.
Rory hatte sich etwas beruhigt und schaute Jess nun direkt in die Augen. Sie wusste, dass sie erst alles mit ihm klären musste, ehe sie mit Dean reden konnte. Aus diesem Grund fasste sie ihren ganzen Mut zusammen und sagte: „Jess, wir müssen dringend reden." Rory war überrascht, wie sicher und selbstbewusst ihre Stimme geklungen hatte.
„Ich weiß. Aber die Straße ist nicht der richtige Ort dafür. Wollen wir rein gehen?"
„Da sind Mom und Luke."
„Hm... dich jetzt nach oben einzuladen, wäre glaube ich auch nicht gut. Wollen wir spazieren?"
Rory nickte und gemeinsam gingen sie langsam durch die Straßen von Stars Hollow.
Sie liefen bereist seit zehn Minuten schweigend durch die Gegend, als sie plötzlich beide etwas sagen wollten.
Rory kam Jess jedoch zuvor und meinte: „Fang du an."
Jess, dem es lieber gewesen wäre, wenn Rory angefangen hätte, begann nur langsam zu erzählen, was er dachte. „Also... was da auf Sookies Hochzeit passiert ist... war einfach nur wow. Auch wenn ich es immer verleugne, weiß jeder in dieser Stadt, dass ich nur wegen dir zurück gekommen bin. Rory, bisher hat es mich nie gekümmert, was andere Leute über mich gedacht haben. Es war mir egal. Es ist mir eigentlich noch immer egal, was man hier über mich denkt, aber es ist mir nicht egal, was du über mich denkst. Als ich in New York war, musste ich immer zu an dich denken und nachdem du mich besucht hattest, war es noch schlimmer." Jess wusste nicht, was er noch sagen sollte und schaute deswegen Rory erwartungsvoll an.
Diese wusste nun absolut nicht mehr, was sie sagen sollte. Sie hatte vorgehabt ihm zu sagen, dass der Kuss nichts zu bedeuten hatte, dass sie einfach nur überrascht gewesen war, ihn zu sehen. Nach seiner zum Teil doch entwaffnenden Wahrheit, wusste sie, dass es falsch war ihn an zu lügen. Rory spürte, wie ihr eine Träne über die Wange rollte, versuchte jedoch gar nicht erst sie zurück zu halten. „Jess, was du eben gesagt hast... es bedeutet mir wirklich viel, dass du so denkst, aber ich bin mit Dean zusammen und ich möchte ihn auf keinen Fall verletzen. Ich würde zwar gerne behaupten, dass mit dem Kuss war ein Fehler und nur meine Verwirrtheit war daran Schuld, aber das wäre eine große Lüge. Aus der Entfernung betrachtet, weiß ich, dass ich damals genau wusste, was ich tat. Ich war froh, dass du wieder da bist und wusste einfach nicht, wie ich es sonst ausdrücken sollte. Noch dazu habe ich Dean gesagt, dass es mich stört, wenn meine Mom mit Luke zusammen ist, weil er dein Onkel ist. Trotzdem werde ich mit Dean zusammen bleiben, wenn er dazu noch bereit ist. Ich liebe ihn!" Rory betonte die letzten drei Worte besonders und hoffte somit wirklich überzeugend zu sein. Sie selbst wusste nämlich nicht, ob sie Dean wirklich noch so liebte, wie es einmal gewesen war.
Jess nickte, auch wenn ihm diese Worte innerlich weh taten. Aber die Tatsache, dass sie den Kuss nicht bereute, linderte es ein wenig. Er wusste, dass es immer noch besser war mit Rory einfach nur befreundet zu sein, als sie ganz zu verlieren, weil er kein Verständnis zeigte.
Rory weinte noch immer und Jess hielt es nun nicht mehr aus und schloss sie in seine Arme, um sie zu beruhigen, zu trösten. „Hey du brauchst doch nicht weinen! Das mit Dean wird schon wieder in Ordnung kommen." Er strich ihr sanft über den Rücken. Zwar wollte Rory noch immer mit Dean zusammen sein, aber für Jess war das Gefühl, sie in den Armen zu halten mehr, als er sich unter diesen Umständen erhofft hatte.
Aber auch Rory genoss diese Umarmung. Auch wenn sie nicht wusste warum, fühlte sie sich sehr geborgen. Es tat ihr gut mit jemandem zu reden, der Verständnis zeigte und sie tröstete. Dass es Jess selbst sein würde, hätte sie nie gedacht.
