Kapitel 4 - London, Heathrow Airport
Computerlogbuch Commander Wieland, 4. Mai 2009. Wir haben es geschafft, einen Last-Minute-Flug nach Los Angeles zu bekommen. Es ist zwar nicht sonderlich komfortabel, doch immerhin sitzen wir nun in einem Flugzeug auf dem Heathrow Airport, das uns direkt in die Stadt der Engel bringen wird.
"Ich finde es eigentlich recht gemütlich", sagte Helena.
"Du hast ja auch den Fensterplatz erwischt. Ich habe mal wieder den undankbaren Mittelplatz. Und wer weiß, wer sich hier hinsetzen wird." Bei seinen letzten Worten deutete Thomas auf den leeren Sitz neben ihm.
"Hoffentlich kein Geschäftsmann", sagte Helena. "Der würde uns die ganze Zeit bloß mit den aktuellsten Börsenkursen nerven. Und egal wie groß sie sind, sie sind doch alle Ferengi."
"Von mir aus kann sich sogar ein Klingone hier hinsetzen", sagte Thomas. "Hauptsache, ich kann ein wenig schlafen."
In diesem Moment fingen einige der anderen Passagiere hinter ihnen an zu murmeln. Ein merkwürdiges, schepperndes Geräusch kam den Gang entlang. Thomas kam dieses Geräusch irgendwie bekannt vor. Langsam drehte er sich um, um sich zu vergewissern, dass er sich irrte. Da stand auch schon der Verursacher des Geräusches vor ihm: ein Klingone in voller Rüstung, oder besser gesagt: ein Trekkie, der sich künstliche Stirnhöcker angeklebt, eine Perücke mit langen dunklen Haaren auf dem Kopf hatte und der eine klingonische Rüstung trug. Der Klingone blickte Thomas in seiner Sternenflottenuniform und Helena in ihrem vulkanischen Gewand überrascht an. Dann schlug er seine Faust gegen seine Brust - der klingonische Gruß. Etwas zögerlich erwiderten die beiden die Geste.
"K'Tar, I.K.S. Vienna", stellte sich der Klingone vor. Mensch und Vulkanierin war sofort klar, dass I.K.S. Vienna die Bezeichnung des Fanclubs war.
"Commander Thomas Wieland, U.S.S. Berlin", stellte nun Thomas sich seinerseits vor.
"Helena Valinskaja, Vulkana Legnica", vervollständigte Helena die Vorstellungsrunde.
"I hätt nit erwoart, hier Verbündete zu treffen", begann K'Tar die Konversation in schönstem österreichischem Akzent. Thomas und Helena konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen, als der Klingone neben Thomas Platz nahm.
"Seit's oach auf dem Weg nach L.A.?"
"Ja, wir wollen die Paramount Studios besichtigen", antwortete Helena, die sich etwas schneller wieder in der Gewalt hatte als Thomas.
"Oi, welch Zufall, da wollt i oach hin."
Mittlerweile hatte sich auch Thomas wieder in der Gewalt, auch wenn er sich ein Husten nicht verkneifen konnte.
"Woas hat er denn? Hat er woas verschluckt?"
"Tut mir Leid", sagte Thomas. "Wir hatten nicht erwartet, einem Klingonen mit österreichischem Akzent zu begegnen"
"Joa mei, warum soll denn a Klingone nit oach a'n Akzent ham?"
"Darf ich fragen K'Tar", versuchte Helena die Situation zu entspannen "wie dein richtiger Name lautet?"
Etwas verstohlen blickte sich K'Tar um und flüsterte den beiden schließlich zu: "Ratmann, Kurt Ratmann. Doas klingt aber nit sehr ehrenvoll. Drum sagt's lieber K'Tar."
"Machen Sie's so", sagten beide sich gegenseitig wie aus einem Munde.
Computerlogbuch Commander Wieland, Nachtrag. Wir haben auf unserer Reise nach Los Angeles unerwartete Gesellschaft bekommen. Ein klingonischer Trekkie, namens K'Tar hat sich uns angeschlossen. Wie sich herausstellte war er ebenfalls auf der Fedcon und hat die mysteriösen Worte von Leonard Nimoy gehört. Gemeinsam wollen wir nun versuchen das Rätsel zu lösen.
