und wer sind sie?
,,Da wären wir.´´ eröffnete Lara, nachdem sie die Haustür verschlossen hatte. Seit Kurtis sein Motorrad auf das Grundstück geschoben hatte, konnte man ihn staunen sehen. Lara führte die beiden in die Haupthalle.
,,Ich muss schon sagen,…´´ begann er beeindruckt und sah sich ausgiebig um, ,,…dagegen wohnt die Queen bestimmt in einem Wohnwagen.´´
Gegenüber der Eingangstür, war ein prächtiger Kamin, davor eine Sitzecke mit zwei weißen Sofas, zwei Sessel und dazwischen einem kleinen Tisch aus Glas. Neben dem Kamin waren zwei Türen, die wohl in den hinteren Teil des Anwesens führten. Als er nach rechts blickte, sah er eine Glaswand und dahinter befand sich allerlei Computerzeugs. Ein Blick nach links verriet ihm, wo sich die große Treppe befand, die in den ersten Stock führte. Neben der Treppe, befanden sich abermals zwei Türen.
Alles war reich Dekoriert und ordentlich aufgeräumt. Ein Blick nach oben in die zweistöckige Haupthalle fiel gleich auf ein Steingeländer - eine Balustrade mit weiteren Türen dahinter, durch die man mittels der Treppe kam, die sich auf halber Höhe zu beiden Seiten erstreckte - rund um die Haupthalle.
Allerdings das Eindrucksvollste in diesem riesigen Raum, war das Gemälde von Laras Eltern, das über dem Kamin hing. Er staunte über die Ähnlichkeit von Lara und ihrer Mutter.
,,Ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Die Räumlichkeiten der Queen übertreffen das hier, doch noch um einiges…´´ sagte Lara ausdruckslos.
Sie war ja selbst schon bei den vielen Party der Queen gewesen, als ihr Vater sie als Teenager mitgenommen hatte. Allerdings hatte sie sich dort mehr als unwohl gefühlt, da sie einfach nicht in diese feine Gesellschaft, mit diesen langen Abendkleidern und dem Polo-Spielen, passte.
,,Naja, meine drei Zimmer Wohnung ist dagegen weniger als nichts!´´ staunte Kurtis weiter.
,,Kurtis, könntest du jetzt bitte zur Sache kommen?´´ fragte Lara ungeduldig.
,,Natürlich, wenn du mir mein Chirugai gibst.´´
,,Immer eins nach dem anderen,…´´ wiederholte sie sich, ,,…du hast wohl vergessen, dass ich dir immer noch nicht traue…
,,Mann Lara,…´´ entgegnete Kurtis genervt, ,,…ich bin´s Kurtis! Ich hab dir und deiner Freundin gerade das Leben gerettet! Welchen Sinn hätte es, wenn ich euch - oder dich - töten wollte? Glaubst du nicht, da hätte ich schon genug Möglichkeiten gehabt?´´´
,,Deine Worte ändern nichts. Ich vertraue dir nicht! Ich weiß nicht mal, ob es dich überhaupt gibt!´´ ,,Was redest du da?´´ wollte Kurtis wissen und sah sie unverständlich an.
,,Pass auf,…´´ begann sie, ,,..ich habe dich mit Boaz allein gelassen, dann bin ich gegen Eckhardt angetreten. Mit zwei Splittern hab ich ihn erwischt, doch Karel überraschte mich und nahm mir den Dritten ab. Er tötete Eckhardt und sagte mir, das er der Chef der Sache war. Er war es, der die anderen um sich geschert hatte und die Morde beging und es war auch seine Idee die Nephillim wiederzuerwecken, da er selbst einer war…
,,Was?´´ vergewisserte sich Kurtis, doch Lara sprach einfach weiter, ,,…Ja, Karel war ein Nephillim und ein Gestaltenwandler und er hatte sich mir auch in deiner Gestalt gezeigt, dann habe ich den letzten Nephillim getötet. Alles ist explodiert und ich bin geflohen, doch als ich in diese Arena zurückkam und dich suchen wollte, warst du weg! Verstehst du jetzt…
,,Ja, ich verstehe es,…´´ unterbrach Kurtis, ,,…du glaubst mir nicht, weil du befürchtest, das ich Karel bin, nicht wahr? Das ist schon okay, ich würde an deiner Stelle auch nicht anders Handeln. Drum lass mich dir beweisen, das ich es wirklich bin!´´
,,Wie willst du das anstellen?´´ wollte Lara wissen und stemmte die Arme in die Hüften.
,,Gib mir mein Chirugai und ich Beweise es dir!´´ forderte Kurtis und blickte ihr in die Augen.
Lara starrte ihn ebenfalls einen Moment lang an, nicht recht wissen, ob sie ihm diese Waffe übergeben soll. Doch als sie ihm dann in die Augen blickte, war da wieder dieses Gefühlt, das sie im Louvre hatte.
Vielleicht mochten seine Lippen lügen, aber seine Augen sagten ihr die Wahrheit.
Sie unterbrach den Blickkontakt und ging davon. Lara ging links neben der Treppe durch die Tür und war aus dem Blickfeld von Sara und Kurtis verschwunden, die ihr nachgeschaut haben.
,,Hey, was? Wo geht sie denn hin?´´ wollte er wissen.
,,Keine Sorge, sie bringt Ihnen Ihre Waffe, obwohl ich noch eine Frage an Sie habe!´´
,,Okay, Sara, schießen sie los!´´ entgegnete Kurtis…
Als Lara nach einer Weile wieder in die Haupthalle zurückkehrte, sahen Sara und Kurtis wieder zu ihr hin. Die beiden hatten sich anscheinend unterhalten und in der Zwischenzeit auf eines der Sofas gesetzt und haben zum `du´ gewechselt.
,,Über was habt ihr gesprochen?´´ wollte Lara wissen.
,,Kurtis hat mir eben erzählt, wie ihr euch kennen gelernt habt.´´ beantwortet Sara die Frage ihrer Freundin.
,,Ja und Sara hat ganz schön gestaunt, als ich ihr vom Louvre und der Schleuse im Strahov erzählt habe!´´ fügte Kurtis hinzu.
Lara sagte nichts, sondern trat einfach nur vor Kurtis hin und hielt ihm das Chirugai hin.
Plötzlich ging die Tür aus und Zip und Alister kamen herein, doch sie blieben abrupt stehen, als sie die Dreiergruppe erblickten.
,,Lara? Ihr seid schon zurück? Wie seht ihr denn aus?´´ fragte Zip, als er ihre nassen und dreckigen Kleider erblickte und kam mit Alister näher.
Lara nickte.
,,Wer ist denn das?´´ wollte Alister wissen und deutete auf Kurtis.
Lara wollte ihren Freunden gerade antworten, doch Kurtis hob die Hand: ,,Hi, mein Name ist Kurtis Trent und ich hatte eben das vergnügen, den beiden Ladys das Leben zu verlängern!´´
,,Hi,…´´ entgegnete Zip und hob ebenfalls, etwas perplex die Hand, ,,…Ich bin Zip und das ist Alister!´´
,,Hab ich da eben richtig gehört,…´´ meldete sich Alister zu Wort, ,,…Leben verlängert?´´
Lara nickte abermals und Sara ergriff das Wort: ,,Ja, eine Gruppe Söldner hat uns im Wald angegriffen und wollten irgendetwas haben.´´
,,Ihr wisst nicht, wer es war?´´ fragte Zip und kam nun noch näher. Dann setzte er sich auf einen der beiden Sessel.
,,Nein, aber es hat etwas mit Paris und Prag zu tun!´´ antwortete Lara, doch blickte ihre Freunde nicht an.
,,Und um was geht es?´´ wollte Alister wissen und setzte sich auf den anderen Sessel.
,,Das werde ich erklären, sobald, Lara mir vertraut!…´´ antwortete Kurtis und sah dann zu Lara hoch, die noch immer vor ihm stand, ,,…Halte es auf der flachen Hand!´´
Nachdem sie ihm ausgiebig in die Augen geblickt hatte, tat sie es.
Kurtis stand auf, stellte sich vor sie und konzentrierte sich.
Plötzlich zuckten de fünf Klingen wieder aus der runden Scheibe. Sara, Zip und Alister blickte gespannt zu.
Auf Laras Hand fing es an sich federleicht zu drehen, immer schneller und schneller. Dann glühte es golden und hob ab. Es schwebte hoch und umkreiste Lara und Kurtis, immer wieder und wieder, wie damals in der Schleuse, im Strahov, als sie ihn zur Rede stellte.
Zip und Alister tauschten verwirrte Blicke, wollten aber jetzt nicht durch dumme Fragerei stören.
Lara atmete tief ein und wieder aus, dann streckte er die Hand neben sich aus und kurz darauf legte sich das Chirugai in seine Hand. Er nahm es und hängte es an seinen Gürtel, wie er es früher immer getan hatte.
,,Glaubst du mir jetzt?´´ fragte er dann und war ihrem Gesicht so nahe, wie damals in Paris, kurz bevor sie angegriffen wurden.
,,Hab ich denn eine Wahl?´´ stellte Lara die Gegenfrage.
Kurtis wandte sich von ihr ab, setzte sich wieder aufs Sofa und legte die Arme über die Lehne. Dann sah er wieder zu ihr auf: ,,…Nicht wenn du leben willst!´´
Lara seufzte. Sie war sich überhaupt nicht sicher, ob sie es wissen möchte, aber sie hatte eben keine Wahl.
Dann setzte sie sich zu Sara, ihm gegenüber und sagte: ,,Dann sag mir, was hier gespielt wird, was du hier zu suchen hast und wer mich umbringen möchte!´´
,,Nicht nur dich wollen sie tot sehen, sondern mich auch! Deswegen bin ich hier. Sie haben mich in Frankreich aufgestöbert und angegriffen, doch ich konnte entkommen. Zwar wusste ich nicht, ob sie auch hinter dir her sind, doch trotzdem bin ich hergekommen. Eigentlich wollte ich dich nur warnen, aber jetzt steckst du genauso drin, wie ich!´´
,,Super, das ist dir ja wirklich gelungen!…´´ entgegnete sie sarkastisch und fuhr dann fort, ,,…Und wer sind sie?´´
,,Die Überbleibsel der Cabal und jemand, von dem ich bis jetzt nichts wusste.´´
,,Irgendwie hatte ich das befürchtet…´´ murmelte Lara.
,,Ursprünglich waren es fünf, aber nur zwei Mitglieder haben damals überlebt, als wir die in Prag aufgemischt haben…´´ sprach Kurtis weiter und zündete sich eine Zigarette an, ,,…ich darf doch oder?…´´ hinterfragte er und als Lara leicht nickte, fuhr er fort, ,,...Den einen habt ihr ja heute gesehen. Es ist Marten Gunderson, er war es, der uns damals im Louvre gejagt hat. Er leitet eine Untergruppe der Cabal namens the Agency. Das sind alles Söldner und Killer, die für die Cabal Morden und für die ich, leider Gottes mal gearbeitet habe, um an Eckhardt ran zu kommen. Der andere ist Luther Rouzic. Er war der Bibliothekar der Cabal und ist außerdem auch unter dem Namen `Der Illusionist´ bekannt, doch was das heißt, weiß ich nicht und ehrlich gesagt, will ich es auch nicht wissen. Beide sind sehr gefährlich. Die dritte Person - und ich wusste nicht, dass es sie gibt,…´´ er hauchte den stinkenden Qualm der Zigarette aus, ,,…heißt Damian van Eckhardt!´´
,,Was?´´ fragte Lara ungläubig.
,,Ja, Lara. Eckhardt hat einen Sohn, von deren Existenz niemand wusste. Er hat die gleichen Kräfte wie sein Vater hat und ist genauso Unsterblich. Er hat sogar den magischen Handschuh seines Vaters, nach dessen Tod an sich genommen, den du in Eckhardts Labor offenbar liegen gelassen hast…´´ er warf Lara dabei einen relativ vorwurfsvollen Blick hin, ,,…und er brennt geradezu darauf uns tot zu sehen. Dich sogar mehr noch als mich!´´
Er hatte ja wahrscheinlich recht, sie hätte den Handschuh Eckhardts besser damals mitnehmen sollen, doch die Explosion hat einiges einstürzen lassen und Lara wollte einfach nur fliehen.
,,Aber ich habe Eckhardt doch nicht getötet. Es war Karel!´´ warf Lara ein, die nicht recht glauben wollte, was sie da hörte.
,,Mag sein, aber Damian glaubt es und er wird nicht ruhen, bis er uns in den Fingern hat!´´ entgegnete Kurtis und konnte sehen, wie die Farbe aus dem Gesicht der Archäologin verschwand.
,,Ich…ich verstehe das nicht…´´ stammelte Lara vor sich hin und fühlte ein ungutes Gefühl in sich aufsteigen.
,,So ist es aber, Lara,…´´ begann Kurtis, ,,…wir beide müssen uns etwas überlegen und versuchen unsere Haut zu retten. Ich hab nämlich noch keine Lust den Löffel abzugeben!´´
Lara senkte den Blick und schwieg. Sie schloss die Augen und hoffte zu träumen.
…Bitte, lass das nicht wahr sein!…
Mit einem mal kam alles wieder in ihr hoch. Alle Gefühle, alle Erinnerungen, alle Menschen, die sie verloren hatte…
,,Hey, ist alles klar?´´ fragte Sara und legte ihre rechte Hand auf Laras Schulter.
Lara öffnete die Augen wieder und hob den Kopf. Sie nickte knapp, dann blickte sie wieder zu Kurtis, der seine Zigarette gerade im Aschenbecher ausdrückte.
,,Was wollen die von mir?´´ fragte sie ihn dann.
,,Was?´´ fragend blickte Kurtis sie an.
,,Gunderson hat etwas verlangt. Ich soll es rausrücken, sonst würde er uns erschießen. Außerdem hat er mir unterstellt, ich würde zu den Lux Veritatis gehören und es würde uns nicht gelingen, es vor ihm zu verstecken!´´
Kurtis wollte gerade etwas entgegnen, als Alister sie unterbrach: ,,Moment, Lara, wer sind die Lux Veritatis?´´
,,Das ist ein Geheimorden, der gegen das Böse und Eckhardt gekämpft hat…´´ erklärte Lara ihren Freunden, ,,…Sie entstanden im 12. Jahrhundert aus den Tempelrittern. Sie waren es, die, die Gemälde der Finsternis vor der Welt versteckt haben…
,,…und sie haben Eckhardt im 15. Jahrhundert eingesperrt, in ein Verließ,…´´ unterbrach Kurtis die Archäologin, ,,…Jedenfalls ist er dort 1945 ausgebrochen und hat es sich mit der Cabal zur Lebensaufgabe gemacht, die Nephillim, eine uralte Rasse, wieder zum Leben zu erwecken. Die Lux Veritatis stellten sich ihm entgegen…
,,…Ja und Eckhardt und die Cabal haben sie dann alle umgebracht!´´ beendetet Lara seinen Satz.
,,Nicht alle, Lara. Es gibt noch einen Überlebenden!´´ entgegnete Kurtis. ´
Lara wurde hellhörig: ,,Wirklich? Kennst du ihn?´´
Kurtis konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: ,,Ja, ich kenne ihn sogar sehr gut…´´ er wartete einen Moment, ,,…ich bin das letzte Mitglied der Lux Veritatis!´´
,,Was? Und warum sagst du mir das erst jetzt?´´ wollte Lara wissen.
,,Du hättest ja fragen können!´´ warf Kurtis ihr grinsend entgegen.
Böse blickte sie ihn an, dann verschränkte sie die vor der Brust: ,,…Okay, Mr. Lux Veritatis, dann sag mir: Was will die Cabal von mir?´´
,,Da die Cabal weiß, das ich das letzte Mitglied bin und da wir damals zusammengearbeitet haben, glauben sie, dass du ebenfalls dem Orden angehörst, weil…deine Großeltern auch schon zu uns gehörten!´´
,,Was? Das wird ja immer verrückter! Lass meine Familie da aus dem Spiel!´´ fauchte Lara ihn sauer an.
,,Lara, es ist wahr. Die Eltern deiner Mutter - William und Elizabeth McLaine - sie gehörten zu uns und die Cabal haben sie auch umgebracht…´´ wiederholte Kurtis.
Lara schüttelte den Kopf: ,,…Nein, es war ein Autounfall…
,,Lara, das haben dir deine Eltern erzählt und so mag es auch passiert sein, aber die Cabal hatte die Finger im Spiel…´´ erklärte er, doch er lies Lara nicht zu Wort kommen und sprach weiter, ,,…Mein Vater - Konstantin Heissturm - hat deinen Großeltern vor Jahren etwas zur Aufbewahrung gegeben, und genau das will sich Damian jetzt aneignen! Auch aus diesem Grund bin ich zu dir gekommen!´´
,,Nein, du redest Unsinn!…´´ unterbrach Lara ihn und stand wütend auf, ,,…Meine Familie hat nicht das geringste mit diesem Wahnsinn zu tun!´´ Sie drehte sich um und ging los. Sie wollte weg, einfach nur weg…
,,Lara, warte,…´´ er stand auf, holte sie auch gleich darauf ein und packte sie am Arm, ,,…Damian weiß alles über uns und er wird kommen, um sich das zu holen, was deine Großeltern versteckt haben. Wir müssen herausfinden, was es ist und ihn aufhalten, sonst sind wir beide tot!´´
,,Woher willst du das denn alles so genau wissen?…´´ bohrte Lara wütend nach und versuchte ihren Arm zu befreien, ,,…Lass mich gefälligst los!´´
,,Nein, Lara…´´ er sah ihr tief in die Augen und griff auch noch ihren anderen Arm, ,,…ich weiß es, weil ich die Aufzeichnungen meines Vaters damals gelesen habe, er war der Anführer der Lux Veritatis. Ich brauche deine Hilfe, um Damian aufzuhalten und um herauszufinden, was es war, das William und Elizabeth versteckt haben. Ich weiß auch, dass es viel auf einmal ist, aber du hast keine Wahl, als es zu akzeptieren, denn wenn die herausfinden, das wir noch Leben, werden sie hier aufkreuzen!´´
,,Schluss jetzt, ich will nichts mehr hören,…´´ schrie sie ihn aufgebracht an, ,,…du hast kein Recht hier einfach aufzukreuzen und mein Leben durcheinander zu bringen…
,,Dein Leben ist doch schon durcheinander, oder glaubst du etwa, ich bemerke deine Verwirrung nicht,…´´ begann er,.
Doch Lara schnitt ihm das Wort ab: ,,…Mein Leben geht dich nicht das geringste an! Du hast keine Ahnung, wie schwer es war Eckhardt und Karel zu besiegen, du weißt nicht, was ich in den letzten Monaten durchgemacht habe,…´´ sie stockte, als ihre Augen feucht wurden und sie musste sich bemühen sich zusammenzureißen.
Geschockt blickte Kurtis sie an und bemerkte gar nicht, wie fest er ihre Arme gepackt hatte. Sofort lockerte er den Griff, als er merkte, wie sehr ihr das alles an die Nieren ging. Betrübt blickte er sie an, doch sie hatte den Blick abgewandt.
,,Lara, entschuldige…´´ murmelte er kaum hörbar, aber aufrichtig gemeint, dann sagte er aber wieder normallaut: ,,...es ist aber verdammt wichtig. Du musst mir helfen. Nicht nur unser beider Leben, sondern auch das deiner Freunde hängt davon ab…
,,Das weiß ich!´´ entgegnete sie und kämpfte mit sich, die Tränen zu unterdrücken. Dann drehte sie sich abermals um und ging die Treppe hoch.
,,Lara…´´ Kurtis wollte sie zurückhalten, doch jemand packte seine Hand und hielt ihn somit zurück. Es war Sara: ,,…Lass ihr etwas Zeit…
Er drehte den Kopf zu ihr um: ,,Wir haben aber keine Zeit! Verdammt, was ist denn los mit ihr?´´
,,Komm, ich erklär´s dir! Sie macht im Moment eine schwierige Phase durch…´´ sagte Zip, der ebenfalls aufgestanden war.
Kurtis drehte sich nun vollends zu ihnen um und ging zur Sitzecke zurück.
Sara blickte noch einmal die Treppe hinauf, doch ihre Freundin war schon längst nicht mehr zu sehen. Sie drehte sich um und ging zu den anderen.
Sie war zwar keine Psychologin, doch Lara hatte wirklich ein Problem oder eine art Trauma. Nach den ganzen Ereignissen.
Sie sollte ihr helfen, aber vielleicht irrten sich ihre Freunde.
Vielleicht war es gar nicht sie, die Lara helfen konnte.
Vielleicht war es jemand, der ebenfalls betroffen war.
Vielleicht war es Kurtis, der zu Lara durchdringen konnte…
