Ein Rätsel
Lara hatte ausgiebig geduscht, ihre langen Haare geföhnt und sich einen kurzen, weißen Schlafanzug angezogen.
Dann ging sie zum Balkon und blickte raus. Es war noch hell.
Lara versuchte, das zu verstehen und zu verarbeiten, was Kurtis ihr eben erzählt hatte. Sie wollte es nicht glauben, sie wollte ihm nicht vertrauen, doch ihr Herz sagte ihr, dass er recht hatte.
Sie musste etwas unternehmen.
Sie musste herausfinden, was zwischen Kurtis´ Vater und ihren Großeltern vorgefallen war und sie musste es schnell tun, denn sie wollte sich gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn Damian und die Cabal hier aufkreuzten.
All diese Gedanken riefen erneut heftig, stechende Kopfschmerzen in ihr hervor. Sie ging zu ihrem Bett und krabbelte hinein. Sie hoffte, dass die Kopfschmerzen nachließen und sie etwas schlaf finden konnte…
…,,Lara, ich brauche dabei deine Hilfe!´´
,,Was habe ich denn damit zu tun, Werner?´´
,,Ich weiß, du hast in der letzten Zeit viel durchgemacht, Lara, aber da draußen sterben Menschen! Du musst mir helfen!´´
,,Ach ja?…Ägypten, Werner! Du hast mich im Stich gelassen! Ich wäre deinetwegen beinahe gestorben. Weißt du eigentlich was es für ein Gefühl gewesen ist?…Den nahende Tod konnte ich ertragen, aber was ich nicht ertragen konnte, war, das du mich eiskalt verraten hast!…
…,,Lara, pass auf!´´
,,Werner?…Nein!…
…,,Keine Bewegung! Wer Sind Sie?´´
,,Mein Name ist Kurtis Trent und Sie sind Lara Croft! Ihr Fahndungsfoto geht durch sämtliche Nachrichten!´´
…,,Pieter van Eckhard hat meinen Vater ermordet und Ihren Mentor Werner von Croy. Wenn wir zusammenarbeiten haben wir eine Chance Eckhard und die Cabal auszuschalten!…Was meinen Sie, Miss Croft?´´
,,…Einverstanden, Mr. Trent!´´
…Geben Sie mir das Gemälde Miss Croft, oder Ihr Freund wird dafür büssen!´´
,,Kurtis?…Hier ist es, Eckhard!´´
…,,…Hier sind die Splitter, Lara, du musst Eckhard aufhalten. Ich kümmere mich um Boaz!´´
,,Nein, Kurtis, ich kann dich nicht,…´´ ,,Lara, lauf! Vertrau mir bitte!´´…
…,,Sie haben keine Chance gegen mich, Miss Croft!´´ ,,Das werden wir ja sehen, Eckhard!´´
…,,Karel?´´ ,,Ich bin ein Gestaltenwandler, Miss Croft, und eigentlich war das ganze hier mein Ding!´´
,,Karel, ich werde Sie und diese abscheuliche Engelskreatur direkt in die Hölle befördern!´´…
…,,Aaaah!´´ …
…Nein, lass mich in Ruhe…Ich kann das nicht, ich will das nicht. Ich will nicht noch einmal zusehen müssen, wenn ein Freund stirbt…
…Lux Veritatis, Cabal, Eckhardt, Damian, meine Freunde, Kurtis, Lux Veritatis, Cabal, Eckhardt, Damian, meine Freunde, Kurtis…
…Nein,…Nein…
,,…Lara?…Lara!…Wach auf!…´´ er rüttelte an ihren Schultern, als er sah, wie unruhig sie träumte.
…Kurtis? Bist du das?…
,,…Lara!´´
,,Ah!´´ fuhr sie hoch und krallte sich an seinen Armen fest. Ihre Augen waren starr und ihr Atem ging hastig.
Sie war in ihrem Zimmer, in ihrem Bett, alles war in Ordnung. Sie hatte nur wieder geträumt. So beruhigte sie sich etwas.
,,Hey? Was ist denn los?´´ fragte er sanft und strich ihr über die Wange, als er in ihr blasses Gesicht blickte.
Verwirrt blickte sie ihn an. Kurtis war neben ihr und hatte sie offenbar geweckt. Er hatte frische Kleidung, wahrscheinlich aus den Taschen seines Motorrades, an und war frisch geduscht.
Sie zog ihre Arme verlegen zurück und stützte sich im sitzen auf sie. Dann schloss die Augen und schluckte: ,,…Ich…ich habe nur geträumt…
,,Nur geträumt, ja?…´´ vergewisserte sich Kurtis mit hochgezogenen Augenbrauen und erhob sich wieder, ,,…du hast geschrieen wie am Spieß!´´
,,Ja und? Es war eben ein Alptraum,…´´ entgegnete sie fauchend und schlug die Bettdecke zurück. Kurtis ging zur Seite, um ihr Platz zum Aufstehen zu machen, dann stand sie ihm gegenüber, blickte ihn sauer an und sprach weiter: ,,…Was hast du eigentlich hier in meinem Zimmer zu suchen. Ich habe doch abgeschlossen! War es dir in deinem Gästezimmer etwa zu langweilig?´´
,,Nein, keineswegs. Außerdem solltest du wissen, dass mich verschlossene Türen durch meinen Fähigkeiten, niemals aufhalten. Das hat sich im Sanatorium echt bezahlt gemacht!´´
,,Kurtis…´´ begann sie und fasste sich an die Stirn, ,,…lass das bitte!´´
,,Was? Erträgst du es nicht, wenn ich von dieser Sache spreche?´´ wollte er mit verschränkten Armen wissen.
Sie blickte ihn an, doch antwortete nicht.
,,Ist schon okay, deine Freunde haben mir gestern Abend alles erzählt. Es scheint dir seit Prag nicht allzu gut zu gehen!´´ sagte er dann.
,,Da irrst du dich, genau wie meine Freunde. Es geht mir nämlich bestens und das würdet ihr merken, wenn ihr nicht dauernd so besorgt um mich wärt!´´ entgegnete Lara scharf.
,,Woww…immer mit der Ruhe, Schätzchen…´´ er hob beide Hände, ,,…Sorry, wenn ich was falsches gesagt habe. Aber was war denn mit der Aktion gestern Abend?´´
,,Wieso?´´
,,Na du scheinst da die Nerven verloren zu haben und ich bin mir nicht sicher, ob du sie wieder gefunden hast. Jedenfalls siehst du nicht danach aus!´´
,,Kurtis, könntest du Klartext reden?´´
,,Na, schau dich mal an, wie blass du bist. Du hast wohl nicht gut geschlafen, wegen dem Alptraum, oder?´´
,,…Ja ich habe schlecht geschlafen, na und? Das hat doch jeder schon mal!´´ entgegnete sie und ging Richtung begehbarer Kleiderschrank.
,,Sicher, aber du scheinst das seit Prag öfter zu haben.´´ sagte er als er sich nach ihr umdrehte.
Fragend blieb sie stehen und blickte ihn an.
,,Hey, schau mich nicht so böse an, das haben mir deine Freunde erzählt!´´ verteidigte er sich dann.
,,Ich sollte dringend noch mal mit denen reden…´´ murmelte Lara, drehte sich wieder um und setzte ihren Weg fort.
Dann schloss die die Tür hinter sich, als sie in ihrem Kleiderschrank stand.
Sie beeilte sich nicht, als sie sich anzog. Sie wählte eine schwarze Jeans, schwarze Turnschuhe und ein rotes Oberteil.
Kurtis lies sich auf eines der Sofas fallen und entspannte sich kurz. Im Gegensatz zu ihr, hatte er letzte Nacht vorzüglich geschlafen und hatte sich vorhin regelrecht zwingen müssen aufzustehen.
Fertig angezogen trat Lara wieder hinaus, nur um festzustellen, dass Kurtis noch immer da war und es sich auf ihrer Couch bequem gemacht hatte.
,,Du bist ja immer nocht hier,…´´ begann sie gereizt und verschränkte die Arme, ,,…Was willst du?´´
,,Hey, fahr mich ja nicht so an, okay, immerhin habe ich dir und deiner Freundin gestern das Leben gerettet. Ich kann nichts dafür, wenn du gereizt bist.´´
Lara hasste es, wenn er immer ihren Fragen auswich: ,,…Soll ich dir jetzt dafür dankbar sein? Wohl eher nicht. Immerhin hast du mich im glauben gelassen, du wärst tot!´´
,,Jetzt fang nicht schon wieder damit an. Ich hatte `n riesen Loch im Bauch, okay?´´
,,Ja und? Ein einfacher Anruf hätte genügt!´´
,,Was regst du dich denn so auf?…´´ fragte er und stand auf, ,,…Wir haben uns doch kaum gekannt! Es hätte dir doch egal sein können, ob ich lebe oder sterbe.´´
,,Es war mir aber nicht egal! Ich habe mir die ganze Zeit Vorwürfe gemacht, weil ich dich mit diesem Monster allein gelassen habe!´´ entgegnete sie, allerdings ein wenig zu vorschnell.
Kurtis grinste.
Er war ihr nicht egal und das freute ihn, denn sie war ihm auch nicht egal, im Gegenteil, er mochte sie sehr.
,,Schön das du dich Sorgen um mich gemacht hast!´´ sagte er dann.
Genervt atmete Lara aus und unterbrach den Blickkontakt. Schweigend ging sie zum Fenster und blickte wieder hinaus.
,,Sag mir jetzt endlich, was du hier willst!´´ forderte sie.
,,Na schön,…´´ begann Kurtis und trat neben sie, ,,…Wir beide müssen dringend miteinander reden. Unser `Gespräch´ gestern Abend endete etwas abrupt…Lara ich brauche deine Hilfe und du brauchst die meine! Sonst schaffen wir das nicht!´´
Lara seufzte: ,,Warum hat alles mit meiner Vergangenheit zu tun?…Weißt du, es ist immer so.´´
,,Und meine Vergangenheit? Die spielt hier schließlich auch eine große Rolle…´´ entgegnete er und sprach dann nach einer Weile weiter, ,,…Ich würde dich nie mit reinziehen, wenn ich nicht müsste! Ich hoffe das weißt du!´´
Lara nickte.
Sie wusste es. Er würde sie niemals gefährden. Allerdings wusste Lara nicht, woher sie das wusste. Es war eben einfach da, schlagartig und das beunruhigte sie ein wenig.
,,Sie mal,…´´ begann Kurtis abermals, ,,…das hier habe ich damals von meinem Vater bekommen und er hatte es von deinen Großeltern!´´
Lara drehte den Kopf in seine Richtung.
Er hielt ihr den Ring hin, den er immer am Finger trug, doch Lara war die Gravur darauf bis jetzt noch nie so wirklich aufgefallen. Trotzdem glaubte sie, sie zu erkennen. Lara konzentrierte den Blick auf das kleine goldene Etwas und nahm es in die Hand. Auf dem Ring war ein Wappen eingraviert. Ein Wappen, dass Lara nur zu gut kannte. Es war das Wappen der Croft-Familie. Ihr Vater selbst trug zu Lebzeiten ebenfalls einen solchen Ring.
,,Ich verstehe das nicht! Die Eltern meiner Mutter hießen doch McLaine. Wieso haben sie deinem Vater ein Ring von der Familie meines Vaters gegeben?´´
,,Ich kann mir das nur so erklären, das deine Großeltern es auf dem Grund und Boden der Crofts versteckt haben!´´
,,Das ergibt doch keinen Sinn! Dann müsste mein Vater doch davon gewusst haben!´´ murmelte Lara vor sich hin.
,,Tja, das kann ich dir leider nicht erklären, aber zu irgendwas muss der Ring doch gut sein. Sieh ihn dir noch mal an, vielleicht fällte dir etwas ein!´´
Lara tat was er verlangte und betrachtete den Ring nochmals, doch etwas anderes, als das Croft-Wappen, war nicht darauf zu sehen.
Ein kalter Schauer lief Lara über den Rücken und sie fand es schon fast unheimlich.
Lara überlegte und nagte an ihrer Unterlippe herum.
Kurtis sah ihr schweigend zu. Er wollte sie nicht stören. Allerdings befand er, dass sie irgendwie süß aussah, wenn sie so nachdachte. Er hatte bis jetzt ja eigentlich noch keine relativ ruhige Minute gehabt, sie so intensiv anzusehen, ohne gestört zu werden.
Lara spürte seinen Blick, doch sie störte sich nicht daran. Ihre Gedanken kreisten und plötzlich fiel es ihr ein.
,,Hey, ich glaub ich weiß etwas,…´´ verkündete sie, ,,…Ich weiß zwar nicht, ob es passt, aber in meinem Elternhaus, gab es im Obersten Stockwerk, in der Bibliothek einen Kamin. Auf dem war eine kleine Runde Öffnung in der Mitte. Es sah schon immer so aus, als würde da etwas hineinpassen, doch mein Vater meinte nur, das es Dekoration wäre.´´
,,Moment, dein Elternhaus? Gibt es denn noch ein Anwesen von Lara Croft?´´ wollte Kurtis wissen.
,,Ja, Insgesamt sind es drei! Dieses hier bewohne ich, dann gibt es mein Elternhaus, das ist am größten und es gibt noch ein kleineres, das ich allerdings an meinen Cousin Marcus vermiete habe, da ich es nicht nutze.´´
,,Woww…´´ hauchte Kurtis, ,,…und was ist mit deinem Elternhaus? Ist es weit bis dahin?´´
,,Nein, eigentlich nicht, nur…´´ sie stockte und gab Kurtis den Ring zurück.
,,Nur was?´´ wollte er wissen und steckte sich den Ring wieder an den Finger.
Lara stürzte die Lippen und sah ihn dann an: ,,…Ich bin dort aufgewachsen, mit meinem Eltern. Ich war nicht mehr dort, seit…seit mein Vater…
,,Ah, ich versteh schon…´´ entgegnete er sanft, ,,…Wie lang ist das jetzt her?´´
,,Vierzehn Jahre…Ich war erst Fünfzehn, als er verschwand und seitdem steht das Haus leer. Niemand hat mehr einen Fuß hineingesetzt!´´ antwortete Lara.
,,Dann schätze ich mal, das es höchste Zeit dafür wird!…´´ lächelte Kurtis sie an, ,,…Komm!´´ Er deutete mit dem Kopf Richtung Ausgang und ging voraus.
,,Kurtis?…´´ er drehte sich wieder zu ihr um und blickte sie fragend an, ,,…Danke, das du mir und meiner Freundin gestern das…
,,Hey, schon gut. Du brauchst dich nicht zu bedanken. Ich war dir eh noch etwas schuldig, wegen der Sache im Sanatorium und in der Arena, als ich in Eckhardts Fängen war.´´
Lara schloss die Augen und ein kalter Schauer lief abermals über ihren Rücken.
…Nicht schon wieder!…
Kurtis merkte, das er eine blöde Bemerkung gemacht hatte: ,,…Sorry, Lara…
Leicht zuckte sie mit den Achseln: ,,…was soll´s…´´ Dann ging sie an ihm vorbei und verließ ihr Zimmer. Er folgte ihr schweigend…
Er folgte ihr schweigend durch die vielen Flure Croft Manors.
Ohne Lara, hätte er sich, so glaubte er, wahrscheinlich hoffnungslos verlaufen. Es war ein reines Wunder, dass er vorhin den Weg zu ihrem Zimmer gefunden hatte.
Dann hatten sie die Küche erreicht und traten ein, wo sich auch schon alle anderen befanden. Natürlich wussten die anderen auch schon von Kurtis´ Ring, den er hatte es ihnen gestern Abend noch erzählt. Auch Sammy und Madeleine waren nun in alles eingeweiht worden.
Sie beschlossen, gleich nach dem Frühstück aufzubrechen, den Lara wollte das alles so schnell wie möglich hinter sich bringen.
Eine halbe Stunde später, fanden sich alle in der Haupthalle Croft Manors ein und Lara stellte ihre Ausrüstung zusammen.
Viel brauchten sie ja nicht. Lara schnallte sich ihre Holster mit den Pistolen um - zum ersten Mal seit zwei Monaten und steckte sich noch ein Messer ein. Es war ein vertrautes Gefühl gewesen. Sie gingen zwar nur zu ihrem Elternhaus, doch die Cabal war nicht zu unterschätzen, das wusste Lara.
Sie hatte Kurtis natürlich auch etwas von ihrer Waffensammlung angeboten, doch er verzichtete. Er vertraute, wie stets, auf sein Chirugai und seine Boran X.
,,Die was?´´ vergewisserte sich Lara.
,,Ja, die Boran X ist meine Waffe, ich habe sie selbst entworfen und gebaut!´´ erklärte er ihr.
,,Aha…´´ entgegnete Lara knapp, ,,…können wir dann?´´
Kurtis nickte ihr zu.
Dann wollten die beiden sich gerade zum gehen wenden, als Zip sie aufhielt: ,,Hey, Lara, warte,…´´ sie und Kurtis drehten sich wieder zu den anderen um und Zip hielt ihr etwas entgegen, ,,…das Headset!´´
Über das Headset blieb Lara mit Zip in Funkverbindung. Außerdem war an dem kleinen Gerät eine winzige Kamera eingebaut, durch die Zip oder die anderen auf dem Bildschirm des Computers Zuhause alles mit ansehen konnten.
,,Danke!´´ nahm Lara es entgegen, dann drehte sie sich wieder um und verließ mit Kurtis ihr Anwesen.
,,Viel Glück!…´´ rief Sara den beiden hinterher, die nicht mitging. Denn für den Fall, das die Caball oder Damian hier aufkreuzen würde, würde Sara ihre Freunde mittels der Witchblade verteidigen können.
Mittlerweile wussten auch alle, das Sara die Trägerin der Witchblade war.
Die Witchblade ist eine uralte, mystische Waffe, ein Sprössling von Dunkelheit und Licht, die in jeder Generation nur eine Frau auserwählt sie zu tragen und eins mit ihr zu sein, um das Gleichgewicht von gut und böse zu erhalten.
Genauso wussten nun auch alle von Kurtis´ Fähigkeiten und das er Lara damals geholfen hatte.
,,So!…´´ begann Zip, ,,…Ich werde dann mal den PC anschmeißen, damit wir mitkriegen, wenn Lara und Kurtis da angekommen sind.´´
,,Und was machen wir in der Zeit?´´ wollte Sara wissen.
,,Na du kannst ja für uns den Babysitter spielen!´´ entgegnete Sammy.
,,Hey, sie kann doch nichts dafür, Lara hat sie ja nur um einen Gefallen gebeten!´´ warf Madeleine ein.
,,Und sie hat auch allen Grund dazu. Ich war gestern im Wald schließlich auch dabei. Diese Männer sind gefährlich, obwohl ich bezweifle, dass sie uns am hellen Tag angreifen!´´ sagte Sara und setzte sich auf eines der Sofas.
,,Das so etwas, gerade jetzt passieren muss!…´´ ergriff Alister das Wort.
,,Tja der Schlamassel findet einen immer dann, wenn man nicht damit rechnet,…´´ warf Zip ein und verschränkte die Arme, ,,…vor allem bei Lara!´´
,,Da hast du verdammt recht!´´ pflichtete Sara bei.
,,Aber glaubt ihr, das es gut für sie ist, im Moment jedenfalls…´´ warf Alister ein, ,,…Ich meine, sie ist so gar nicht mehr sie selbst! Das habt ihr ja gestern Abend alle erlebt!´´
,,Ich bin sicher, sie fängt sich wieder!…´´ entgegnete Sara zuversichtlich, ,,…Wenn nicht mit meiner Hilfe, dann durch Kurtis´!´´
,,Wie meinst du das denn?´´ wollte Zip wissen und teilte den verwirrten Blick der anderen.
,,Na, ich glaube er ist derjenige, der zu Lara durchdringen kann!´´
,,Du könntest recht haben, Sara,…´´ fügte Madeleine dazu, ,,…Er war ja auch in Paris und Prag.´´
,,Ja schon…´´ entgegnete Sammy, ,,…Vielleicht kann er ihr in diesem Punkt helfen, aber was ist mit Ägypten und…
,,…Chases tot?´´ wollte Sara wissen und sah den Patenonkel ihrer besten Freundin an, der nur betrübt nickte.
,,Er hat recht,…´´ warf Alister ein, ,,…seit er gestorben ist, ist sie so anders!´´
,,Ich weiß,…´´ entgegnete Sara und flüsterte dann weiter, ,,…und ich bin daran Schuld!´´
Sie hatte nicht gedacht, das die anderen das gehört hatten, doch das taten sie.
,,Wie meinst du das?´´ wollte Zip wissen.
Genervt stand Sara auf und ging ein paar Schritte.
,,Sara?´´ rief Madeleine halblaut und die Polizistin blieb stehen.
,,Ich hätte damals einfach nur meine Finger bei mir behalten sollen, dann hätten die mich nicht verfolgt und ich hätte Lara nicht um Hilfe bitten müssen,…´´ sie drehte sich wieder zu den anderen um, ,,…Nur meinetwegen hat sie ihn verloren!´´
,,Sara?…´´ begann Madeleine, ,,…du redest Unsinn. Niemand hat Schuld daran.´´
,,Madeleine hat recht. Das konnte niemand ahnen!´´ fügte Alister hinzu.
,,Vielleicht habt ihr recht, aber ich hätte Lara damals einfach nicht so früh alleine lassen sollen, dann wäre ich mit ihr nach Paris zu ihrem Mentor gegangen und alles wäre anders verlaufen!´´
,,Das kannst du nicht wissen, Sara.´´ entgegnet Sammy.
,,Wie auch immer…Wir können nur hoffen, dass sie rechtzeitig zur Besinnung kommt, ehe es unser aller Leben kostet!´´ fügte Zip hinzu, drehte sich dann um und ging ins Computerzimmer.
Sara verschränkte sie Arme und blickte in die Runde…
