Der Traum verändert sich
Es war bereits spät in der Nacht, als Lara das Hotelzimmer in Galway betrat.
Galway, liegt an der Westküste Irlands und ist die Hauptstadt, der gleichnamigen Grafschaft in der Provinz Connacht. Es ist die drittgrößte Stadt auf dieser grünen Insel und der Fluss Corrib, den man von ihrem Hotelzimmer aus sehen konnte, fließt mitten durch die Stadt.
Sara trat hinter Lara ein und schloss die Tür.
Vor einer halben Stunde waren sie gelandet und hatten dann im Hotel eingecheckt, das Zip schon beim Flug gebucht hatte. Nebenan teilten sich Zip und Alister ein Zimmer, ebenso wie Sammy und Madeleine und Kurtis ging in ein Einzelzimmer.
Morgen früh wollten sie sich diese Kathedrale ansehen und zusehen, ob sie etwas herausfinden konnten.
Lara stellte ihre Reisetasche neben ihrem Bett ab und ließ sich dann auf ihr Bett fallen. Sie wollte nur noch schlafen.
Erschöpft schloss sie ihre Augen.
,,Sag nur, du bist schon müde?´´ fragte Sara, nachdem auch sie ihre Tasche abgestellt hatte.
,,Hundemüde!´´ entgegnete Lara.
,,Also ich nicht!´´ räumte Sara ein und setzte sich neben ihre Freundin.
,,Ja, klar, wenn man auch den ganzen Flug verschläft!…´´ begann Lara, öffnete ihre Augen wieder und sah ihre Freundin dann an, ,,…Du kannst wohl immer schlafen oder?´´
,,Ja, ich schlafe überall! Aber ich glaube, das du nicht schlafen konntest, hat einen anderen Grund!´´
,,Den wüsste ich gern!´´
,,Lass mich es so sagen: Kurtis!´´ meinte Sara und blickte Lara an.
,,Sara!…´´ Lara stemmte sich auf die Ellenbogen, ,,…Wie kommst du jetzt auf ihn? Ich wollte den Kerl gerade vergessen!´´
,,Glaub nur, was du willst, aber ich glaube es hat einen Grund, warum ihr euch ständig in die Haare bekommt!´´ erklärte Sara und streifte sich ihr Shirt auf ihre Tasche legte.
,,Würdest du mich freundlicherweise aufklären?´´ bat Lara unterdessen.
,,Na, er mag dich!…´´ sie sah Lara wieder an und lächelte, ,,…und du magst ihn doch auch!´´
,,Pah…Ich würde das nicht unbedingt `mögen´ nennen, eher abgrundtiefes misstrauen!´´
,,Komm schon, es ist keine Schande, wenn du es zugibst, außerdem ist es offensichtlich! Oder hast du vergessen, wie besorgt du warst, als er angeschossen wurde?´´ fragte Sara und entledigte sich ihrer Jeans.
Lara zögerte kurz: ,,…Hey, Also das hat überhaupt nichts damit zu tun! Ich kann den Kerl nicht ausstehen. Er ist unhöflich, dreist und unverschämt!´´
,,Als würde dir das etwas ausmachen!´´ spielte Sara an und grinste.
Wieder zögerte Lara: ,,…Natürlich tut es das!…Er provoziert mich am laufenden Band und sein dummes, undurchsichtiges und etwas hinterhältiges Grinsen gefällt mir auch nicht!…´´ Sara lauschte ihrer Freundin interessiert zu und grinste weiter, als Lara hinzufügte, ,,…Außerdem mag ich es nicht, wie er mich immer ansieht, das bereitet mir fast eine Gänsehaut!´´
,,Komm schon…Du weißt genau, das du das nicht so gemeint hast!…´´ entgegnete Sara und krabbelte in ihr Bett, ,,…Denn wenn du nicht eine Schwäche für diese mondsüchtigen, sonnenanbeterischen, coolen, romeohaften, bitter bösen Buben hättest…´´ Sara grinste breit, ,,…könnte man glatt glauben, du magst das Kerlchen!´´
Jetzt platzte auch ein Lachen aus Lara heraus: ,,Himmel, mit was für Wörten wirfst du denn um dich?´´
,,Naja, ich bin Amerikanerin!…´´ lächelte Sara und wurde dann aber wieder ernst, ,,…Mal im ernst, Lara, magst du ihn? Oder empfindest du was für ihn?´´
Lara blickte nachdenklich auf die Bettdecke.
Es dauerte lange, bis sie eine Antwort gefunden hatte. Schließlich sagte sie: ,,…Kann sein, kann nicht sein…´´ sie zuckte mit den Schlutern, ,,…ich weiß es nicht!´´
,,Glaubst du er könnte dich jedes mal so auf die Palme bringen, wenn es nicht so wäre?´´ fragte Sara und deckte sich dabei zu.
Lara schwieg.
Natürlich hasste sie Kurtis nicht und sie würde auch fast sagen, das sie ihm vertraute, doch sie wollte einfach niemanden mehr näher an sich heran lassen. Sonst würden die Enttäuschung und der Verlust nur noch größer, wenn sie diesen jemand wieder verlieren würde.
Sara blickte Lara noch immer an und war sich sicher, dass ihre Freundin jetzt lange darüber nachdenken würde; ,,...Lara?´´
Lara blickte, aus ihren Gedanken herausgerissen, zu ihrer Freundin und zuckte wieder nur mit den Schultern: ,,…Ich weiß es nicht!´´
Sara nickte: ,,Abwarten! Denn mit der Zeit wirst du es wissen!´´
Lara nickte ebenfalls.
Die Amerikanerin blickte die Engländerin noch einmal an, dann lächelte sie knapp: ,,…Hey, vielleicht sollten wir ein andermal weiterreden, okay?´´
Wieder kam nur ein Nicken von der Archäologin…
…,,Lara, ich brauche dabei deine Hilfe!´´
,,Was habe ich denn damit zu tun, Werner?´´
,,Ich weiß, du hast in der letzten Zeit viel durchgemacht, Lara, aber da draußen sterben Menschen! Du musst mir helfen!´´
,,Ach ja?…Ägypten, Werner! Du hast mich im Stich gelassen! Ich wäre deinetwegen beinahe gestorben. Weißt du eigentlich was es für ein Gefühl gewesen ist?…Den nahende Tod konnte ich ertragen, aber was ich nicht ertragen konnte, war, das du mich eiskalt verraten hast!…´´
…,,Lara, pass auf!´´
,,Werner?…Nein!…´´
…,,Keine Bewegung! Wer Sind Sie?´´
,,Mein Name ist Kurtis Trent und Sie, Sie sind Lara Croft! Ihr Fahndungsfoto geht durch sämtliche Nachrichten!´´
…,,Pieter van Eckhard hat meinen Vater ermordet und Ihren Mentor Werner von Croy. Wenn wir zusammenarbeiten haben wir eine Chance Eckhard und die Cabal auszuschalten!…Was meinen Sie, Miss Croft?´´
,,…Einverstanden, Mr. Trent!´´
…Geben Sie mir das Gemälde Miss Croft, oder Ihr Freund wird dafür büssen!´´
,,Kurtis?…Hier ist es, Eckhard!´´
…,,…Hier sind die Splitter, Lara, du musst Eckhard aufhalten. Ich kümmere mich um Boaz!´´
,,Nein, Kurtis, ich kann dich nicht,…´´ ,,Lara, lauf! Vertrau mir bitte!´´…
…,,Sie haben keine Chance gegen mich, Miss Croft!´´ ,,Das werden wir ja sehen, Eckhard!´´
…,,Karel?´´ ,,Ich bin ein Gestaltenwandler, Miss Croft, und eigentlich war das ganze hier mein Ding!´´
,,Karel, ich werde Sie und diese abscheuliche Engelskreatur direkt in die Hölle befördern!´´…
…,,Aaaah!´´ …
…,,Egal wie viel Schmerz euch noch erwartet,…nichts ist von Dauer und euer Schicksal wird wieder Liebe in euer Leben bringen!´´ …
…Was?…Ich verstehe nicht!…Kurtis
Keuchend schreckte Lara hoch und blickte sich um.
Sie schoss die Augen und beruhigte ihren Atem. Sie hatte nur geträumt. Aber warum hatte sie wieder diesen Traum?
Lara fiel auf, das er sich verändert hatte.
Sie hatte zum ersten mal die Dailmarerin reden gehört, die ihnen begegnet ist, als sie das Zepter der Dailmarer suchten.
Wollte der Traum ihr vielleicht etwas mitteilen? Damals in der Höhle der Dailmarer auf Kamtschatka, kurz vor Chases Tod hatte die Hüterin des Schatzes diesen letzten Satz zu ihr gesagt. Doch Lara wusste damals nicht, was er bedeutet…
Müde und darüber nachdenkend, ließ sie sich wieder nach hinten fallen und drehte den Kopf zur Seite.
Sara lag neben ihr und schlummerte friedlich. Sie hatte wohl nichts mitbekommen, worüber Lara auch froh war, denn sie wollte um vier Uhr nachts nicht ihre Träume erklären müssen.
Leise seufzend drehte Lara sich auf die andere Seite und blickte aus dem Fenster. Draußen war ein Sommergewitter zugange. Ein ziemlich heftiges sogar und Lara lauschte den Regentropfen, die gegen die Fensterscheibe prasselten.
Wenn diese Sache mit der Cabal endlich überstanden war und sie überleben würde, würde sie versuchen, ihre Träume in den Griff zu bekommen…
