Traum und Kopfschmerzen

…,,Lara, ich brauche dabei deine Hilfe!´´
,,Was habe ich denn damit zu tun, Werner?´´
,,Ich weiß, du hast in der letzten Zeit viel durchgemacht, Lara, aber da draußen sterben Menschen! Du musst mir helfen!´´
,,Ach ja?…Ägypten, Werner! Du hast mich im Stich gelassen! Ich wäre deinetwegen beinahe gestorben. Weißt du eigentlich was es für ein Gefühl gewesen ist?…Den nahende Tod konnte ich ertragen, aber was ich nicht ertragen konnte, war, das du mich eiskalt verraten hast!…´´
…,,Lara, pass auf!´´
,,Werner?…Nein!…´´

…,,Keine Bewegung! Wer Sind Sie?´´
,,Mein Name ist Kurtis Trent und Sie sind Lara Croft! Ihr Fahndungsfoto geht durch sämtliche Nachrichten!´´

…,,Pieter van Eckhard hat meinen Vater ermordet und Ihren Mentor Werner von Croy. Wenn wir zusammenarbeiten haben wir eine Chance Eckhard und die Cabal auszuschalten!…Was meinen Sie, Miss Croft?´´
,,…Einverstanden, Mr. Trent!´´

…Geben Sie mir das Gemälde Miss Croft, oder Ihr Freund wird dafür büssen!´´
,,Kurtis?…Hier ist es, Eckhard!´´

…,,…Hier sind die Splitter, Lara, du musst Eckhard aufhalten. Ich kümmere mich um Boaz!´´
,,Nein, Kurtis, ich kann dich nicht,…´´ ,,Lara, lauf! Vertrau mir bitte!´´…

…,,Sie haben keine Chance gegen mich, Miss Croft!´´ ,,Das werden wir ja sehen, Eckhard!´´

…,,Karel?´´ ,,Ich bin ein Gestaltenwandler, Miss Croft, und eigentlich war das ganze hier mein Ding!´´
,,Karel, ich werde Sie und diese abscheuliche Engelskreatur direkt in die Hölle befördern!´´…

…,,Aaaah!´´ …

….,,Egal wie viel Schmerz euch noch erwartet,…nichts ist von Dauer und euer Schicksal wird wieder Liebe in euer Leben bringen!´´ …

…Was?
…Nein
, bitte nicht…

…Cabal…Damian…Kurtis…Madeleine…Sara…Zip…Alister…Sammy…Cabal…Damian…Kurtis…
Madeleine…meine Freunde…

Ihr Atem ging stoßweise, denn sie Träumte erneut. Doch jemand hatte sich neben sie gesetzt und versuchte sie zu wecken: ,,Lara! Wach auf!´´

Was?…Kurtis?…Nein, meine Freunde,...Die Cabal…Kurtis!…

,,Lara, wach auf!´´ wiederholte er mit Nachdruck und fasste ihr an die Schultern. Sie wandte sich hin und her, in diesem Traum und ihr Gesicht sah gequält aus.

Kurtis!?…Die Cabal und Damian…Madeleine!….Au mein Kopf!…Aaaah

,,Lara!´´ rief er nun und rüttelte ihre Schultern.

Erschrocken fuhr sie hoch und krallte sich an ihm fest. Kurtis schlang die Arme um sie und hielt sie fest. Ihr Atem ging hastig und sie zitterte.

,,Schhh!…´´ begann er und strich ihr über den Kopf und den Rücken, ,,…Du hast nur geträumt! Es ist alles gut!´´
Lara schloss kurz die Augen und beruhigte ihren Atem.

,,Es ist alles gut…´´ wiederholte er, als er spürte, das sie sich wieder beruhigte.
Sie schluckte und löste sich dann verlegen von ihm.

,,Ist alles in Ordnung?´´ frage er sanft und blickte ihr in die Augen.

Sie nickte nach einigen Sekunden: ,,Ich habe nur…´´

,,…geträumt?…´´ unterbrach er, ,,…Ja, das war nicht zu übersehen!´´´

Fragend blickte sie ihn an.

,,Na, du hast um dich geschlagen und geschrieen…´´ er hielt kurz inne, ,,…Geht es wieder?´´
Lara sah immer noch aus, als wäre sie nicht ganz auf der Höhe und blass war sie noch immer.

,,Was machst du eigentlich hier? Wo ist Sara?´´ fragte sie ihn dann.

,,Sara, Alister und Zip sind nebenan und versuchen den Zielort des zweiten Textes herauszufinden. Sammy ist immer noch bei Madeleine. Du bist auf der Fahrt vom Krankenhaus zum Hotel eingeschlafen und wir wollten dich nicht wecken!´´

Lara blickte auf die Uhr - 03:46.

,,Ja, wieso kommst du mitten in der Nacht dann hierher? Ich kann mir nicht vorstellen, trotz meines Traumes so laut…naja…geschrieen zu haben…´´ sie brach ab und sah ihn dann an.

,,Nennen wir es eine meiner Eingebungen!´´ sagte er knapp.

,,Geht das noch etwas deutlicher?´´ entgegnete sie und die Ironie war nicht zu überhören.

,,Naja, ich hatte das dumme Gefühl, das du mich brauchst!´´

,,Was?´´ entfuhr es ihr.

,,Naja, du hast mich gefragt und ich würde dich nie anlügen…´´ erkläre er, ,,…und wie es aussieht habe ich recht!´´

,,Pah…´´ machte Lara, ,,…Also ich glaube du irrst dich, ich komme schon alleine klar!´´

,,Deine Träume scheinen dich ziemlich mitzunehmen, willst du mir nichts darüber erzählen?´´ fragte er dann.

Lara verschränkte die Arme vor der Brust: ,,Nein!´´

,,Da bist du dir sicher? Ich meine du hast doch schon mal mit mir geredet und…´´

,,Ja, und ich wünschte, ich hätte es gelassen!…´´ unterbrach sie ihn, schloss die Augen und fasste sich mit der linken Hand an die Schläfe, ,,…Ich mag es nun mal nicht, wenn sich jemand in mein Leben einmischt!´´

,,Hey…´´ er fasste ihr an die Schulter, ,,…was ist mit dir?´´

,,Nichts…´´ sie schob seine Hand von sich weg, ,,…Lass mich bitte in Ruhe!´´

Lara machte Anstalt aufzustehen, doch Kurtis hielt sie zurück und blickte auf ihre Wunde: ,,Warte, du sollst dich doch bestimmt ausruhen!´´

,,Ja, aber ich würde mich gerne duschen, wenn´s genehm ist!´´ entgegnete sie scharf und stand dann trotzdem auf.

Kurz darauf war sie im Badezimmer verschwunden und hatte abgesperrt…

Nach ihrer ausgiebigen Dusche, zog sie sich ihren kurzen Pyjamer an und ließ sie Haare offen. Viele Gedanken über die letzten Stunden, waren in ihr hochgekommen…
Die Kathedrale und ihr beinahe Tod in deren Katakomben, dann Madeleines Besessenheit, die Zeit im Krankenhaus und Sammys Gesicht, als er mit ihr an ihrem Krankenbett gestanden hatte.
Sie wusste nicht wieso, aber irgendetwas sagte ihr, das die ganze Sache mit Damian und der Cabal auch etwas damit zu tun hatte, also würde sie wohl weitermachen müssen, auch wenn sie das eigentlich gar nicht mehr wollte.
Sie würden wohl gleich morgen aufbrechen, sobald sie herausgefunden haben, wo der Text sie hinführt.

Sie schob die Gedanken zur Seite, den eigentlich war sie müde und sehnte sich nach ihrem Bett, doch dann fiel es ihr ein.

Kurtis.

So wie sie ihn kannte, saß er vermutlich immer noch draußen.
Sie seufzte.
Irgendwie tat es ihr schon Leid, das sie ihn im Krankenhaus so angefahren hatte und sie würde sich wohl bei ihm entschuldigen.
Lara trat dann wieder hinaus und drehte den Kopf zum Bett.

Sie verschränkte die Arme erneut: ,,Du bist ja immer noch da? Vermissen dich die anderen nicht?´´

Kurtis drehte den Kopf zu ihr. Er hatte es sich auf dem Bett bequem gemacht und die Arme hinter dem Kopf verschränkt.

Er setzte sich auf: ,,Nein, ich hab ihnen erzählt, das ich eine rauchen gehe!´´

,,Wirklich witzig!´´

Sein Blick ging an ihr herunter und er sah, das der Verband um ihre Hüfte blutig und nass war.

Unterdessen war sie ebenfalls zum Bett gekommen und setzte sich langsam ans Kopfende.
Er stand auf und ging zu einem kleinen Schränkchen im hinteren Teil des Zimmers.
Fragend verfolgte sie seine Bewegungen und er kam dann mit einem kleinen Verbandskasten wieder zurück.

,,Falls es dir nicht aufgefallen ist, du blutest!´´

,,Es ist mir aufgefallen, aber ich denke ich komme klar!´´ entgegnete sie.

,,Komm schon…´´ er legte ihre Beine aufs Bett und setzte sich dann davor. Ein ,,Hey…´´ entfuhr ihr, doch er sprach einfach weiter, ,,…Die Wunde könnte sich infizieren, wenn wir nicht aufpassen. Ich werde den Verband wechseln!´´

,,Das würdest du wohl gerne!´´ sie wollte wieder Aufstehen.

,,Ja…´´ er blickte sie an und drückte sie zurück, ,,…und das tue ich auch! Und jetzt bleib gefälligst liegen!´´
Lara wollte dennoch protestieren, doch sie spürte, das die Kopfschmerzen und die Schmerzen ihrer Verletzung schlimmer wurden, also hielt sie still und sah ihm zu.
Er versorgte ihre Hüfte, als würde er es schon ewig tun.
So vorsichtig und zärtlich.
Nachdem er sie frisch verbunden hatte, blickte er sie wieder an.

,,Danke…´´ flüsterte sie und fügte dann hinzu, ,,…und es tut mir Leid, das ich dich da vorhin im Krankenhaus so angefahren habe! Ich war einfach außer mir.´´

,,Ich nehme es dir nicht mehr übel!…´´ er lächelte kurz, dann fragte er: ,,…Willst du mir nicht sagen, was dich bedrückt?´´

Lara schüttelte den Kopf.

,,Weißt du eigentlich, warum Madeleine nur dich angegriffen hatte, als sie besessen war?´´ fragte er dann.

Fragend blickte sie wieder zu ihm: ,,Nein! Sag du es mir!´´

,,Dämonen oder böse Geister, greifen immer die Schwächeren an…Sie haben ein Gespür dafür, wenn jemand aus dem Gleichgewicht geraten ist…´´ er hielt kurz inne und sie seinem Blick stand, ,,...Der Dämon hat dich angegriffen, nachdem er von Madeleine Besitz ergriffen hat, weil du aus dem Gleichgewicht geraten bist und die Kontrolle verloren hast!´´

,,Das ist Unsinn, ich…´´ begann sie, doch Kurtis unterbrach sie wieder: ,,…Ich weiß es doch und du weißt es auch!´´
Sie schwieg und funkelte ihn finster an, dann drehte sie den Kopf zur Seite und er wusste, dass er recht hatte.
Lara wusste es ebenfalls, doch sie gestand sich das nicht ein, noch wollte sie ihm alles erzählen.
Nicht jetzt.

,,Willst du mir nichts über die Träume erzählen?´´ fragte er dann wieder.

Sie schüttelte den Kopf nachdenklich.

,,Lara,…du…´´

,,Kurtis!…´´ unterbrach Lara ihn und blickte ihn wieder an, ,,…es geht dich nichts an, also lass es!´´
In ihrem Blick lag eisige Kälte, wie er unschwer erkennen konnte.

Kurtis wusste, dass Lara dran war sich innerlich abzuschotten und wenn sie das vollends geschafft hatte, könnte er nie mehr zu ihr durchdringen.

,,Nein!…´´ entgegnete er und fasste ihr an die Oberarme, ,,…Es geht mich sehr wohl etwas an! Und ich werde nicht zulassen, das du dich so gehen lässt! Dafür bist du mir einfach zu wichtig!´´

,,Ich kenne dich ja kaum! …´ sie schubste seine Arme weg, ,,…Und ich bezweifle wirklich, das du mich je verstehen könntest!…Wenn es dir jetzt nichts ausmacht, würde ich gerne etwas alleine sein!´´

Kurtis verschränkte die Arme und sagte: ,,Nein!…Es macht mir was aus, dich jetzt alleine zu lassen! Und ja, ich verstehe dich wohl besser, als du glaubst!´´

Lara seufzte und versuchte das pochen in ihrem Kopf zu unterdrücken, doch es wollte ihr nicht gelingen: ,,Kurtis, geh!´´

,,Nein!´´

,,Bitte…´´ begann sie mit Nachdruck und fasste sich erneut an die Schläfe, als sich alles zu drehen anfing und es schmerzhafter wurde, je mehr sie sich aufregte, ,,…Geh einfach!´´

,,Nein, Lara, du sollst endlich Hilfe annehmen…´´ begann er, doch bemerkte abermals, das sie nicht gut aussah, ,,…Was ist denn mit dir?´´

Er legte ihr eine Hand auf die Schulter.

Lara schloss kurz die Augen, dann öffnete sie, sie wieder und blickte ihn an: ,,Geh!´´

Sie wollte seine Hand wegschieben, doch er griff ihre mit seiner anderen: ,,Lara, was ist los? Mit dir stimmt doch etwas nicht!´´

,,Es ist alles bestens!…´´ entgegnete sie genervt, ,,…Ich hab nur etwas Kopfschmerzen, von deinem ständigen geredet!´´

Besorgt blickte er sie an und fasste ihr dann an die Stirn.
Kurz schloss er die Augen, doch sie entzog sich ihm daraufhin: ,,Was soll das?´´

Kurtis öffnete seine Augen wieder und blickte sie an: ,,Du hast nicht zum erstem mal Kopfschmerzen! Seid wann hast du sie?´´

,,Wie kommst du denn darauf?´´

,,Ich habe es gesehen!´´ sagte er schlicht.

,,Ich habe dir schon einmal gesagt, das du deine Fähigkeiten nicht bei mir einsetzten sollst!´´ entgegnete sie sauer.

,,Ja, aber ich musste wissen, was mit dir los ist…´´

,,Das geht dich nichts an!´´ unterbrach sie ihn und machte erneut Anstalt aufzustehen, doch er drückte sie abermals zurück: ,,Lara, sieh mich an!…´´ sie tat es und er sprach weiter, ,,…Seit wann hast du diese Kopfschmerzen?´´

Lara zögerte und in ihrem Blick lag Unentschlossenheit, doch dann antwortete sie leise: ,,Es hat kurz nach Prag angefangen. Zusammen mit den Träumen!´´

Der Blickkontakt riss nicht ab und eine Weile schwiegen beide.

Schließlich seufzte Lara abermals: ,,Würdest du jetzt bitte gehen und mich mit deinen Fragen in frieden lassen?´´

Kurtis schüttelte den Kopf. Er stand auf und setzte sich hinter sie.
Fragend blickte sie ihm zu, während er seine Beine rechts und links neben sie legte.

,,Komm her…´´ er wollte ihren Oberkörper nieder drücken, damit er auf seiner Brust lag.

,,Was soll das? Lass das!´´ protestierte sie und wollte sich wieder aufrichten, doch Kurtis ließ es nicht zu.

,,Sei nicht so kratzbürstig! Du machst es nur noch schlimmer, wenn du dich aufregst! Merkst du das nicht?´´ sagte er dann und hielt sie fest.

Sie schwieg abermals und ihr Oberkörper lehnte nun gegen den seinen.
Kurtis selbst hatte sich mit seinem Oberkörper aufrecht gegen den Kopf des Bettes gelehnt.
Lara saß zwischen seinen Beinen und es behagte ihr überhaupt nicht.
Sie wollte nie wieder einem Menschen so nahe sein.

Dann berührte Kurtis sanft ihre Schläfen und begann diese zu massieren.

Erneut bäumte sie sich auf: ,,Kurtis, bitte lass es, ich möchte das nicht! Geh einfach und lass mich allein!´´

,,Nein…´´ entgegnete er leise und hörte nicht auf, ,,…Du warst lange genug allein!…Du solltet jetzt ruhen und mich dir endlich helfen lassen!´´

Sie wollte eigentlich etwas entgegnen und ihn vor die Tür setzten, doch irgendwie tat es ihr gut.
Lara wunderte sich selbst darüber.
Irgendwie wirkte er beruhigend und dennoch fühlte sie, das er die Kontrolle über sie hatte.

Selbst wenn Lara es noch so sehr wollte, würde sie es nicht schaffen sich ihm zu entziehen und nach einigen Minuten wollte sie das auch gar nicht mehr.
Mit einem mal fühlte sie sich schläfrig und sie wusste, das Kurtis etwas damit zu tun haben musste, doch ohne etwas dagegen tun zu können, sank sie gleich darauf in einen tiefen Schlaf…