Der Anfang...

Der Riese schlug zu.

Kurtis keuchte auf, als Gundersons Faust sich grob und mit voller Wucht in seinen Bauch grub. Er hustete und krümmte sich nach vorne doch zwei Söldner hielten ihn fest, sodass er nicht zu Boden stürzten konnte.

Lara zuckte, denn sie sah es nicht gerne, wenn ihm weh getan wurde, doch auch sie wurde von zwei solchen Muskelbergsöldnern festgehalten.

Sie waren wieder in den Innenhof mit dem Feuer gebracht worden, nachdem Gunderson ihnen die Waffen und Ausrüstung abgenommen hatte.

Folglich bestand auch keine Funkverbindung mehr mit Zip und den anderen und Sara war Damian noch immer treu ergeben.

Lara und Kurtis waren nun auf sich alleine gestellt…

Vor ihnen brannte das Feuer noch immer lodern heiß und der Altar war auch noch immer dort, wo Lara eben gelegen hatte.

Auch die Trage mit dem Nephillim war noch dort.

Allerdings war nun ein hölzerner Buchständer hinzu gestellt worden.

,,Das war nur ein kleiner Teil davon, was dich erwarten wird!´´ versprach Gunderson drohend und blickte Kurtis verhasst an.

Kurtis schnappte nach Luft und sah mit verachtendem Blick zu Gunderson: ,,Sie haben noch nicht gewonnen!´´

,,Natürlich haben wir das…´´ entgegnete Gunderson, ,,…und das wirst du bald erfahren!…Bald Trent…Bald bekommen wir unsere Rache!´´

,,Gunderson…´´ Damian kam hinzu.

Seines Vaters Handschuh trug er in der rechten Hand und an der linken hielt er Sara, die ein Schriftstück in der freien Hand hielt.

Lara und Kurtis blickten zu ihr und Sara blickte zu Lara.

Die Archäologin zweifelte keinen Moment daran, das es sich um den ersten Text über Leben und Tod handelte.

Sara war allerdings noch immer verwirrt.

Es war gut, dort wo sie jetzt war, doch es war nicht das, was ihr Herz ihr sagte. Immerzu dachte sie an ihre Feinde.

Sie wusste, dass das nicht normal war.

Ihr Meister, sagte ihr, das Lara und Kurtis abgrundtief böse sind und vor nichts zurückschrecken werden, um alles zu beherrschen.

Doch dann fragte Sara sich, wenn die beiden so mächtig sind, warum haben die sie nicht eben in der Halle getötet?

Lara wollte mit ihr reden.

Warum?

Sara konnte es nicht verstehen und das spiegelte sich in ihrem Gesicht wieder.

Zwar hatte Damian ihr auch nach dem Kampf in der Halle gesagt, das Sara ihre Aufgabe gut erledigt hatte, doch warum fühlte Sara sich dann nicht gut? Sie fühlte sich, als hätte sie einen Fehler begangen.

War es falsch Damian van Eckhardt zu vertrauen?

Er hatte sie `seinen Engel´ genannt und Sara fühlte sich auch in gewissem Maße irgendwie zu ihm hingezogen. Seine unergründlichen tiefbraunen, fast schwarzen Augen fesselten einen und seine Küsse waren sinnlich gewesen, aber für Sara, war es jetzt ganz anders, als noch vor wenigen Minuten.

Der Satz der Engländerin ging ihr nicht aus dem Kopf.

`Ich brauche dich doch.´

Ja, dieser Satz, hallte in Saras Kopf wieder. Dieser eine, verzweifelte Satz.

Wieso sollte ein Feind das zu ihr sagen…

…es sei denn…

,,…Wo ist der zweite Text? Durchsuch ihn!´´ befahl Damian Gunderson mit kalter Stimme, nahm die Schriftrolle von Sara und legte sie dann auf den Buchständer.

Kurtis blickte zu Lara und sie blickte zu ihm.

Er wusste, das die jetzt die Schriftrolle finden würden. Und sie wusste es auch.

Warum hatte er sie denn auch noch bei sich?

Innerlich schlug sich Kurtis gerade selbst gegen die Stirn, das er diesen blöden Papierfetzen nicht irgendwo versteckt hatte.

Er sah Gunderson auf sich zukommen.

Wenn Kurtis schon sterben sollte, dann wollte er es denen aber nicht allzu zu leicht machen.

,,Sie wissen schon, das Gunderson Sie hintergehen wollte?´´ Kurtis hatte seine Stimme erhoben und blickte Damian an.

Gunderson stockte, ebenso wie Damian.

,,Er hat versucht, mich damals schon im Minsk zu töten,…´´ begann Kurtis dann, ,,…zu seiner persönlichen Rache und Ihnen wollte er das ganze dann als Notwehr darstellen.´´

Lara verfolgte das Geschehen und wusste, das Kurtis drauf war Zeit zu schinden. Sie wusste allerdings nicht genau, was er vorhatte und so wartete sie einfach ab und vertraute darauf, das er wusste, das er tat.

Stille herrschte einen Moment lang und Damian und Gunderson blickten Kurtis an.

Dann lachten die beiden auf.

,,Das wusste ich!…´´ begann Damian, ,,…es war mir von Anfang an bekannt.´´

Kurtis und Lara tauschten verwirrte Blicke.

,,Ich würde meinen Meister niemals hintergehen, das müsste euch doch klar sein.´´ sagte Gunderson schließlich.

Kurtis schaute zu dem Riesen: ,,Dann war das alles…´´

,,…eine Falle?…´´ unterbrach Damian, ,,…Ja, das sagte ich bereits…Alles diente dem Zweck zu gewinnen und so habe ich Marten den Auftrag gegeben euch zu täuschen…Ich weiß, das er Sie hasst, Trent, wegen Ihrem Verrat an the Agency. Aber ich sagte ihm, das er so tun soll, als würde er Sie töten. Er hat auf Sie schießen lassen und wollen Sie auch wissen wieso?´´

Kurtis entgegnete nichts.

Damian trat vor und zeigte auf die Grabjägerin: ,,Um sie zu entlarven!…Ja, ich hatte die Vermutung, das Lady Croft im Besitz der Kräfte des Nephillim ist und ich habe das so inszeniert, um Klarheit zu bekommen…Keine Angst die Kugeln hätten Sie schon nicht umgebracht, nur eben verwundet und das mit der Bombe im Verließ meines Vaters, war auch kein Tötungsversuch. Ich wollte euch lebend…Beide. Deswegen hat Gunderson nur eine schwache Granate genommen und mithilfe eurer Kräfte wusste ich, das ihr die Feuerfallen ohne Probleme lösen konntet…Der Dämon hat euch hinterher im Wald angegriffen, damit ich mir ein Bild machen konnte, inwieweit unsere liebe Lara hier, die Kräfte schon beherrschen kann, ob sie zu einer Gefahr für mein Unterfangen werden könnte…Und ich bin zu dem Schluss gekommen, das sie eine sehr lehrfähige Schülerin war…´´ Damian hatte zu Lara geblickt und schaute jetzt wieder zu Kurtis, ,,…Sie sehen also, Trent. Wir waren euch stets einen Schritt voraus!…´´ dann sagte er zu Gunderson, ,,…Los, durchsuch ihn!´´

Marten kam erneut auf Kurtis zu und hatte ihn schon fast berührt, doch Kurtis konzentrierte sich auf ihn und plötzlich wurde Gunderson nach hinten geschleudert.

Kurtis hatte seine Fähigkeiten genutzt, um Gunderson von sich fern zu halten.

Der Riese landete auf dem Boden.

Damian schnippte sofort mit den Findern und dann wurde Kurtis von den beiden Söldner, die ihn festhielten auf die Knie gedrückt.

Damian selbst zog eine Handfeuerwaffe und richtete sie auf Lara, dann entsicherte er sie mit einem drohenden Klicken.

Lara war erschrocken, über die Schnelligkeit des Mannes.

Gunderson rappelte sich auf mit hasserfüllter Miene, kam schnellen Schrittes zu Kurtis, holte mit dem Fuß aus und trat Kurtis kräftig in den Magen.

Kurtis keuchte vor Schmerz auf und krümmte sich erneut nach vorne. Ihm wurde die Luft aus den Lungen getrieben.

,,Du mieses Stück Abschaum!´´ fauchte Gunderson Kurtis an und gab ihm keinen Moment zum Erholen, denn sein mächtiger Fuß schnellte abermals vor und grub sich Kurtis in den Bauch.

Kurtis hustete und schnappte unter den Schmerzen nach Luft. Etwas hatte in ihm drin gekracht.

Dann folgte ein weiterer Tritt und ein weiterer.

Damian und Sara sahen teilnahmslos zu.

Lara hatte die Augen geschlossen, doch sie hörte Kurtis vor Schmerz stöhnen.

Was wollte sie tun?

Sie konnte nichts tun.

Ihr Kopf suchte nach einer Lösung, doch als sie Kurtis abermals aufkeuchen hörte, stiegen ihr Tränen in die Augen.

Sie konnte es nicht ertragen, wenn er leiden musste.

Lara riss die Augen auf und schrie: ,,Schluss damit!´´

Damian schnippte prompt mit seinen Fingern und Gunderson stoppte.

Kurtis wurde los gelassen und er stützte sich mit einer Hand am Boden ab während er die andere auf seinen Bauch legte. Das Gesicht schmerzverzogen.

,,Sieh an, sieh an…´´ Damian kam zu Lara, ,,…Das Täubchen kann auch anders…´´ er wischte Lara eine Träne weg, die ihr aus dem Augen rann und strich ihr abermals über die Wange.

Lara drehte den Kopf weg und sie hielt ihr Temperament im Zaun, um nicht irgendetwas dummes zu tun, denn noch immer war Damians Waffe auf sie gerichtet.

Er griff ihr ans Kinn und zwang sie ihn anzuschauen, indem er ihren Kopf zu sich drehte: ,,Zier dich nicht…´´

,,Lassen Sie sie in Ruhe!´´ hauchte Kurtis, der noch immer am Boden kniete und zu Damian und Lara blickte.

Damian ließ Lara los und drehte sich zu Kurtis um.

Wieder schnipste er in die Finger und Kurtis wurde von den beiden Söldnern zurück auf die Beine gezogen.

,,Gunderson!´´ war das einzige was Damian sagte.

Marten ging auf Kurtis zu und fing an seine Taschen zu durchsuchen.

,,Benehmen Sie sich diesmal, Trent…´´ sagte Damian und zeigte mit seiner Waffe auf Lara, ,,…sonst müssen wir noch das kleine Täubchen hier vor dir töten!´´

Kurtis blickte ihn mit finsterer Miene an, doch unternahm diesmal nichts. Er konnte sowieso nicht viel ausrichten.

Dann fand Gunderson was er wollte in Kurtis´ linker Hosentasche und zog grinsend das Schriftstück hervor.

Er übergab es seinem Meister.

,,Da haben wir es ja!´´ sagte Damian und nahm den Text entgegen.

Kurtis blickte erneut zu Lara und Lara erneut zu ihm.

Sie waren erledigt und das wussten sie. Kurtis erkannte in ihrem Blick, das es ihr Leid tat, was passiert war und Lara erkannte das selbe in seinem…

Damian blickte auf die Uhr: ,,Mitternacht…´´

Er ging zu dem hüfthohen, hölzernen Buchständer, der vor der Trage mit dem Nephillim und vor dem Altar stand.

Damian van Eckhardt legte die zweite Hälfte des Textes unter die Erste und dann begann die Schrift zu glühen.

Lara und Kurtis blickten zu der neuen Lichtquelle.

Das Blatt Papier leuchtet golden und beide Teile verschmolzen zu einem.

Damian grinste und dann lachte er, als das Licht erloschen war.

Da lag er vor ihm.

Das wonach er so lange gesucht hatte.

Was schon sein Vater vor ihm suchte, lag dort und war erneut zusammengefügt worden.

Hauchzart berührte er es und in seinen Augen funkelte Gier, Zuversicht und Ungeduld.

Die heilige Schrift über Leben und Tod.

Jetzt konnte es beginnen…

Damian van Eckhardt blickte zu Kurtis, mit einem verräterischen Grinsen, dann zu Lara und schnippte wieder mit den Fingern.

Die beiden Söldner die sie festhielten, zerrten sie in die Mitte des Innenhofes.

Lara wehrte sich instinktiv, doch die beiden Männer zogen sie mit sich mit, zum Altar.

,,Lasst mich los!´´ schrie Lara, als die Söldner sie zurück auf den Altar legen wollten.

,,Was soll das? Nehmt die Finger von ihr!´´ brüllte Kurtis und wollte hinterher, doch er wurde von den beiden Söldnern, die ihn hielten, zurückgehalten.

,,Aber, aber, wir wollen uns doch benehmen, Trent!…´´ Gunderson hatte das Wort an ihn gerichtet und grinste gehässig, ,,…Ist nicht schön zu wissen, das jemand der einem nahe steht, wegen einem leiden muss, oder?´´

Gundersons Gesicht glich einer Fratze in einem Horrorkabinett und Kurtis hätte nichts lieber getan, als Gunderson in sein hässliches Gesicht zu springen, doch er hielt sich zurück.

Was ihm schwer fiel.

Ja, er würde wohl oder übel wahrscheinlich doch heute sterben und wenn dem so wahr, wäre er eben bereit dazu, doch er würde um jeden Preis verhindern, das Lara stirbt.

Irgendwie.

Das versprach er sich.

Und er würde auch irgendwie Sara hier raus holen.

Das hatte er Lara hoch und heilig versprochen…

Die Archäologin trat aus und erwischte einen der Söldner an der Schulter, als dieser ihre Beine auf den Altar heben wollte.

,,Zieren Sie sich nicht, Lara…es hat doch keinen Sinn!´´ erhob Damian das Wort.

Der zweite Mann drückte grob ihren Oberkörper auf den Altar und kette ihr rechtes Handgelenk über ihrem Kopf an den Altar.

Lara wandte sich, doch sie fühlte sich wie in einem Schraubstock, denn die beiden Söldner waren viel zu stark.

Der zweite Mann kam zurück und legte sich mit seinem Oberkörper auf ihre Beine nachdem er sie auf den Altar gehoben hatte, damit sie sich nicht mehr wehren und austreten konnte.

Währenddessen kette der andere Mann auch ihr linkes Handgelenk über ihrem Kopf fest.

,,Was haben Sie vor?´´ fragte Kurtis an Damian gerichtet und er blickte dabei an Gunderson vorbei.

Damian räusperte sich und trat ein paar Schritte auf Kurtis zu, bis er neben Sara stand.

Gunderson trat etwas zur Seite, damit Kurtis alles sehen konnte, was er sehen sollte. Marten wollte ihn leiden sehen, den er wusste, was geschehen würde.

,,Sie wollen es wissen, Trent?…´´ fragte Damian mit einem viel versprechenden Grinsen, ,,…Sie werden es sehen!´´

Damian dirigierte Sara etwas zurück, bis sie neben Gunderson stand. Er küsste ihre Stirn: ,,Bleib hier, mein Engel…Hier wird dir nicht geschehen.´´

Sara blickte Damian irgendwie verwirrt an und sie wusste nicht recht, was er vorhatte.

Damian nickte den beiden Söldnern zu, die jetzt auch noch Abstand nahmen. Die beiden stellten sich an die Burgmauer.

Dann trat Damian zu Lara, die nun auch an den Beinen gefesselt war und blickte sie an.

Er strich ihr eine rotbraune Haarsträhne aus dem Gesicht und Lara hätte sich vor Ekel am liebsten gehäutet, denn ein kalter Schauer rann ihr über den Rücken.

Aus seiner Miene konnte sie ablesen, das er etwas mit ihr vorhatte.

,,Ich hatte eigentlich vor, dass hier erst nach Trents Tod zu machen…´´ Damian blickte dann zu Kurtis und sprach weiter, ,,…aber ich möchte das er das noch miterlebt…´´ dann sah er wieder zu Lara, ,,…Keine Sorge, ich werde die Kräfte nicht behalten, wenn ich sie Ihnen entzogen habe. Ich werde sie lediglich in dem Handschuh bündeln und für meine Vater bereit halten.´´

Er setzte noch ein triumphierendes Grinsen auf und zog sich dann mit der linken den Handschuh Pieter van Eckhardts fest über die rechte Hand.

,,Ich will Ihnen nichts vormachen, denn es wird wehtun!´´ Damian öffnete die nun zu einer Faust geballten rechten Hand und legte sie auf ihren Bauch. Er schloss die Augen und konzentrierte sich.

Lara war verwirrt, was hatte er mit ihr vor?

Furcht stieg in ihr auf und sie blickte mit Schrecken zu, wie der Handschuh anfing leicht grünlich zu leuchten.

Immer stärker und stärker. Er hatte die selbe Farbe wie die Kräfte des Nephillim.

Kurtis weitete die Augen und verfolgte das Geschehen mit Grauen.

Was tat er Lara an?

Lara spürte, wie ihr heiß wurde, je mehr die Energiekonzentration zunahm und es fühlte sich an, als würde ihr jemand die Luft abschnüren.

Ihre Atmung beschleunigte sich.

Dann zuckte ein Blitz aus dem Handschuh und schoss durch ihren Körper.

Lara verkrampfte sich und spannte jeden Muskel in ihrem Körper an, doch ihre Hände und Beine waren noch immer gefesselt und sie konnte nichts anderes tun, als es über sich ergehen zu lassen.

Der Blitz zog sich in den Handschuh zurück und Lara spürte, wie etwas aus ihr herausgesaugt wurde.

Damian saugte ihr regelrecht die Kräfte des Nephillim ab.

Das grüne Leuchten gewann an Intensität und es riss an ihren Nervenzellen. Schmerzen schossen durch den Körper der Archäologin und sie schloss die Augen.

Ein neuer Blitz durchzog ihren Körper und als er ihn wieder verließ und erneut einen Schub der Kräfte aus ihr nahm, schrie Lara vor Schmerzen auf.

Damian schickte erneut einen Blitz Durch sie hindurch und saugte den nächsten Teil der Macht aus ihr heraus.

Lara schrie erneut, denn es tat weh.

Höllisch weh.

In ihrem ganzen Körper.

Es fühlte sich an, als würde ihr jemand an den Schmerzzellen ziehen.

Es ging durch Mark und Knochen.

Kurtis schüttelte den Kopf.

Es reichte.

,,Hören Sie auf damit! Sie bringen sie noch um!´´ schrie er zu Damian und wollte sich losreißen. Seine rechte Seite tat weh, doch das ignorierte er jetzt.

Die Männer hielten ihn fest.

Damian hatte ihn gehört und er stoppte…

Erleichtert atmete Lara durch und schöpfte Kraft.

Sie öffnete die Augen und fühlte sich richtig zum Kotzen.

,,Lassen Sie sie endlich in Ruhe!´´ rief Kurtis.

Lara hörte alles, obwohl Kurtis und die anderen hinter ihr standen. Sie sah nur Damian, der neben ihr stand

,,Ich soll sie in Ruhe lassen?…´´ fragte Damian und grinste dann, ,,…Dann wird die Kraft des Nephillim sie ja doch töten und ich brauche nun mal diese Kräfte. Keine Sorge, sie wird überleben…wenn sie stark genug ist!´´

Damian blickte erneut zu Lara, die dabei war einfach nur zu atmen.

Dann drückte er abermals die Hand mit dem Handschuh auf ihren Bauch und schickte erneut einen Blitz los. Der Blitz war stärker, als die vorherigen.

Lara wandte sich.

Sie wollte nicht schreien.

Sie durfte nicht schreien.

Doch dies Schmerzen waren zu groß und zu stark.

Sie kniff die Augen fest zusammen und wollte das es aufhört. Lara drehte den Kopf hin und her.

Sie musste schreien, also schrie sie…

Kurtis wandte sich ebenfalls und die Söldner hatten Mühe ihn zu halten.

Er konnte das nicht länger mit ansehen.

Er wollte das nicht länger mit ansehen.

Auch wenn es das war, was Lara vermutlich das Leben retten und sie von den Kräften des Nephillim befreien konnte.

Er hielt es nicht aus, sie leiden zu sehen.

Ihre Schreie taten ihm genauso weh.

Kurtis blickte mit Hilflosigkeit zu Sara.

Sie hatte die ganze Zeit keine Emotionen gezeigt.

Kein Zucken, kein Blinzeln, keine Anstalt etwas zu unternehmen hatte sie gezeigt. Sie war wie erstarrt gewesen.

Kurtis wusste nicht ob es klappte doch er konzentrierte sich auf sie.

,Sara…´ seine Gedanken sprachen zu ihr ,…Sara, kannst du mich hören?…Bitte wir brauchen deine Hilfe!´

Sara blickte zu ihm…

Sie hatte ihn gehört.

Sie hatte ihn gehört, obwohl er nichts gesprochen hatte, denn sie konnte seine Gedanken hören.

War er wirklich ein Feind?

Damian sagte das so, doch wieso konnte sie Kurtis dann in Gedanken zu sich sprechen hören. Sonst schafften das nur Freunde.

Sara erkannte, das sie noch niemals Damians oder Martens Gedanken gehört hatte.

Auf welcher Seite stand sie denn überhaupt?

Sara wusste es nicht mehr wirklich, doch sie tat etwas, was sie schon länger nicht mehr getan hatte.

Sie schloss die Augen und hörte auf ihr Herz.

Die Polizistin drängte alles weg um sich herum und verließ sich auf ihr Gefühl.

Hellrot leuchtete die Witchblade an ihrem rechten Handgelenk. Und da kam er wieder. Sie hörte wieder diesen einen Satz.

`Ich brauche dich doch.´

Dieser eine Satz, von Lara, ihrer angeblichen Feindin.

Wieso sollte ein Feind das zu ihr sagen…

…es sei denn…

…es war kein Feind, sondern ein Freund.

Lara!….Oh mein Gott, was habe ich getan?!…

Es fiel Sara wie Schuppen von den Augen.

Die ganze Wahrheit.

…Gott, was habe ich nur getan?!…

Sara blickte erschrocken drein, als sie Lara, ihre beste Freundin, vor sich durch Damians Machenschaften leiden sah.

Es musste aufhören.

Jetzt sofort.

Diesen Entschluss gefasst, entfesselte Sara die Witchblade…