Wieder vereint

Am späten Nachmittag des selben Tages, waren sie bereits wieder in England.

Lara musste zugeben, das sie sich noch nie zuvor so auf ihr Zuhause gefreut hatte. Sie hatte es sogar richtig vermisst.

Sie waren gerade in der Haupthalle und Lara stockte, als Madeleine und Sammy aus der Küche hinzu kamen.

Madeleine sah prächtig aus und ihr Gesicht war in rosigen Farben getaucht. Es ging ihr wirklich wieder blendend.

Sie lächelte Lara an: ,,Hey, Lara.´´

Lara kam vor und schloss ihre Freundin unsagbar erleichtert in die Arme. Sie flüsterte: ,,Oh Gott Madeleine, ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht…´´

Madeleine entgegnete die Umarmung: ,,Ich bin wieder okay, liebes…´´

Die Archäologin war froh, das alles gut gegangen war. Lange hatte sie Madeleines Gesicht vermisst, doch nun, war sie wieder da.

Lara löste sich von ihr und sah sie an: ,,Was ist passiert?´´

,,Ich wusste was vor ging, der Dämon beherrschte mich und ich kam nicht gegen ihn an. Es tut mir Leid, was ich euch gezwungener Maßen angetan habe…´´ erzählte Madeleine und sah Lara und die anderen dabei an, ,,…Dann wurde alles schwarz um mich und im nächsten Moment, liege ich im Krankenhaus und Sammy saß bei mir an Bett. Die Ärzte konnten nichts finden, das mein Koma ausgelöst hatte und als Sammy mir erzählte, was geschehen war, wollte ich sofort nach hause.´´

,,Aber wie ist das möglich?´´ wollte Lara dann wissen.

,,Nun…´´ begann Madeleine, ,,…es scheint, als hätte ein mystischer Bann, ein Zauber, über mir gelegen und als ihr angefangen habt, die Cabal zu vernichten und Damian van Eckhardt abgelenkt habt, hat die Macht, die er durch den Dämon über mich hatte, aufgehört und ich bin wieder aufgewacht.´´

Lara schloss sie noch einmal kurz in die Arme und nickte: ,,Es ist alles wieder gut.´´

,,Ich weiß, liebes, alles ist vorbei…´´ entgegnete Madeleine erleichtert, denn auch sie und Sammy wussten bereits, was in Deutschland geschehen war.

Dann fielen ihr Zip und Alister um den Hals.

,,Mensch Mady, wir sind echt froh, das du so zäh bist.´´ grüßte Zip grinsend.

,,Ja, naja…ich hätte es jetzt anders ausgedrückt…´´ sagte Alister, über Zips Umgangsformen belustigt und lachte dann auch, ,,…aber schön, das du wieder da bist, Madeleine.´´

Madeleine lachte, als die beiden sich von ihr lösten: ,,Ihr zwei Spaßvögel habt mir richtig gefehlt.´´

Dann begrüßte auch Sara sie: ,,Gut, das alles wieder beim alten ist, Madeleine.´´

,,Ich danke dir. Euch allen…´´ entgegnete Madeleine und löste sich dann auch aus Saras Umarmung, ,,...Es ist schön zu wissen, das man einem gefehlt hatte.´´

Sara nickte lächelnd.

Lara ging unterdessen zu Sammy. Auch ihren Patenonkel hatte sie vermisst. Sie grinste zufrieden: ,,Hey…´´

,,Hey, Kleine.´´ er drückte sie kurz und erleichtert darüber, das es ihr gut ging.

Lara und Sammy lösten sich dann wieder und drehten sich dann wieder zu den anderen um.

Kurtis reichte gerade Madeleine lächelnd und freundlich die Hand: ,,Schön, das es Ihnen wieder gut geht, Mrs. Hovan.´´

Madeleine tat es ihm gleich: ,,Danke…aber bitte, ich bin einfach Madeleine.´´

Sie bot ihm somit das `du´ an.

Madeleine ahnte wohl, das er jetzt öfters hier sein würde.

Kurtis nickte und lächelte ebenfalls: ,,Gut, dann bin ich Kurtis.´´ Dann trat er zur Seite und stellte sich neben Lara.

Marie und Madeleine gaben sich die Hand und begrüßten sich ebenfalls.

,,Guten Tag, ich bin Marie Heissturm, Kurtis´ Mutter und ich möchte Ihnen auch mein Glückwunsch zu Ihrer Genesung aussprechen.´´

,,Madeleine Hovan…es freut mich Sie kennen zu lernen, Mrs. Heissturm. Belieben Sie eine Weile bei uns?´´ fragte Madeleinen.

Marie zuckte nur mit den Schultern, doch Lara gab die Antwort: ,,Ja, sie kann so lange bleiben, wie sie möchte…´´ dann blickte Lara zu Kurtis, ,,…ihr beide könnt das.´´

,,Oh, dann muss ich meine Nachbarin anrufen und ihr sagen, das Gum etwas länger bei ihr bleiben wird.´´ lächelte Marie.

Kurtis konnte den Blick nicht von Lara abwenden und nickte.

Sara, Sammy, Zip, Alister, Marie und Madeleine sahen das natürlich und tauschten eindeutige, grinsende Blicke untereinander. Sie alle hörten es förmlich knistern…

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,,Lara, hast du noch eine Sekunde?´´ Sara war ihrer Freundin hinterher gekommen, als Lara duschen gehen wollte.

Drei Stunden waren vergangen, es war bereits dunkel und sie hatten viel miteinander geredet. Zip, Alister, Sammy, Kurtis, Madeleine und Marie saßen noch immer an der Sitzecke in der Haupthalle.

Lara stoppte kurz vor ihrem Zimmer und drehte sich zu der Polizistin um: ,,Ja?´´

Sara stellte sich vor die Archäologin und hatte die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Sie schien etwas zu halten: ,,Lara, ich wollte dir noch etwas geben. Etwas, das dir gehört.´´

Lara blickte Sara fragend an.

Dann grinste Sara breit und zog sie hinter ihrem Rücken hervor.

Lara weitet erfreut die Augen und begann ebenfalls zu grinsen, als sie erkannte, was Sara ihr hin hielt.

Die Pistolen. Laras Waffen.

,,Aber…´´ begann Lara fassungslos und nahm ihre beiden 9 mm Pistolen zur Hand, ,,…Wie…?…´´

Sara lächelte, als Lara das vertraute Gewicht ihrer Pistolen in den Händen wog. Die Archäologin dachte schon, die beiden nie wieder zu sehen.

,,Naja…´´ begann Sara, ,,…ich wusste wo Damian deine Waffen versteckt hatte und ich dachte mir, das du die beiden wieder haben willst.´´

Lara nickte eifrig und umarmte Sara dann: ,,Mensch, danke!´´ Dann lösten sie sich wieder.

,,Bitte…´´ entgegnete Sara, ,,…Ich bin so froh, das jetzt alles wieder gut bist und du wieder ganz die alte bist.´´

Lara nickte abermals: ,,Ja, alles ist so, wie früher…´´ Doch Lara erkannte dann, das ihre Freundin bedrückt war.

,,Was ist los? Stimmt etwas nicht?´´ fragte die Grabjägerin.

Sara schüttelte den Kopf, doch schwieg.

Lara fasste ihren Arm und zog sie sachte mit sich in ihr Zimmer. Sie legte die Waffen auf einen kleinen Tisch ab und deutete Sara sich auf die Couch zu setzen.

Sara tat es und wenig später setzte Lara sich neben ihre Freundin: ,,Sag schon, was dich bedrückt.´´

Die New Yorkerin seufzte: ,,Warum hat die Blade das nicht verhindert?´´

,,Was meinst du?´´ fragte Lara und blickte zu ihrer Freundin.

Sara jedoch, schaute zu Boden: ,,Na, das Damian mich umdrehen konnte…´´ sie schaute traurig zu Lara hoch, ,,…Ich war böse, Lara…Ich habe denen wehgetan, die ich liebe…Ich habe dir wehgetan. Ich habe es nicht verhindert, das Damian dir Leid zugefügt hat.´´

Lara legte einen Arm um ihre Freundin: ,,Sara…das warst nicht du selbst und die Blade ganz sicher auch nicht…Du konntest nichts dafür.´´

,,Vielleicht…aber ich habe das Böse in mir gespürt und ein Teil von mir hat es auch genossen…´´ Sara schluckte, ,,…Ich spüre das dieses Böse immer noch irgendwo in mir ist und ich habe Angst, das ich eines Tages zu so einem grausamen Menschen werde.´´

,,Nein…´´ entgegnete Lara, ,,…du wirst niemals böse werden, da kannst du dir sicher sein, denn die Tatsache, das du Schuldgefühle hast und Reue empfindest, zeigt, das du ein guter Mensch bist. Das unterscheidet dich von Menschen wie Damian und Gunderson…´´ Lara schluckte und sah ihrer Freundin in die Augen, ,,…Außerdem bin ich ja da. Ich werde es verhindern.´´

Jetzt lächelte Sara hauchdünn: ,,Ich danke dir, Lara. Danke, das es dich gibt und du zu mir hältst.´´

Lara drückte ihre Freundin an sich: ,,Ich doch immer und ich muss dich um Verzeihung bitten, Sara. Bitte verzeih mir das ich das die letzte Zeit vergessen habe.´´

Sara entgegnete die Umarmung ihrer Freundin und nickte: ,,Wie schon gesagt, jetzt ist alles wieder gut und so wird es auch bleiben.´´

Lara löste sich von ihrer Freundin und fragte: ,,Wann musst du denn zurück nach New York?´´

Sara überlegte.

Sie hatte keine Ahnung, wie viele Tage sie mit der ganzen Sache verbracht hatten, doch es war gut eine Woche gewesen.

,,In drei Tagen, muss ich wieder zum Dienst antreten.´´ antwortete Sara dann.

Lara lächelte: ,,Das trifft sich gut, denn ich will noch eine Revenge. Ich kann es schließlich nicht auf sich beruhen lassen, das du im Pferdereiten genauso gut bist, wie ich.´´

Sara lachte daraufhin: ,,Okay, möge die Bessere von uns gewinnen.´´

Lara nickte: ,,Ich hoffe das du morgen fit sein wirst.´´

,,Ha, du solltest langsam machen, Lady Croft, wenn man bedenkt, das du letzte Nacht von den Toten aufgestanden bist.´´ sagte Sara.

Lara lächelte, doch blickte zur Seite.

Sie dachte daran, wo sie gewesen war. Sie hatte ihren Vater gesehen und trotz, das sie ihn wahnsinnig vermisste, war sie unendlich glücklich gewesen, ihn wieder erblickt und mit ihm gesprochen zu haben.

,,Was?´´ fragte Sara, als sie bemerkte, das Lara abwesend war.

Lara blickte wieder zu Sara und war kurz davor, ihr das zu erzählen, doch sie wollte diese Erinnerung noch etwas für sich behalten und sagte: ,,Ach nichts. Ich habe nur daran gedacht, was wir morgen machen.´´

Sara nickte und glaubte es: ,,Was ist denn jetzt mit Kurtis? Wird er nun dauerhaft hier bleiben?´´

Lara war plötzlich etwas verlegen: ,,…Em…Wie…?´´

,,Naja…ihr liebt euch doch, das ist nun mehr als offensichtlich und glaub mir, es weiß mittlerweile jeder. Du bist doch glücklich mit ihm, oder?´´

,,Ja…´´ antwortete Lara, ,,…ich bin glücklich und ich liebe ihn über alles. Ich weiß, es kommt alles so schnell, aber ich habe keine Zweifel mehr.´´

,,Warum hast du das dann damals nicht zugegeben?´´

Lara blickte ihre Freundin fragend an.

,,Ich meine damals in Minsk, als ich dich gefragt habe, ob auch du ihn liebst. Lara, du hast damals nein gesagt, obwohl ich wusste, das du gelogen hast.´´

Lara nickte nachdenklich und suchte die richtigen Worte: ,,Nach allem, was passiert ist, wollte ich niemals mehr jemandem nahe sein, denn ich hatte das Gefühl, ich könnte es nicht ertragen, wenn ich noch jemanden verliere, den ich liebe…´´ sie schluckte, ,,…aber ich habe erkannt, das es blöd von mir war, so zu denken. Ihr alle hattet recht und ich sehe ein, das ich im Irrglauben gelebt habe. Durch Kurtis habe ich erfahren, was es heißt wieder zu leben - in jeder Hinsicht - und das will ich nicht mehr missen.´´

Sara grinste breit: ,,Ich freue mich so für dich, Süße. Du bist wieder ganz die Lara Croft, die du schon immer warst.´´

Lara lächelte ebenfalls, dann entschied sie sich aber spontan dafür, das dieses Gespräch doch etwas zu kitschig für sie wurde und sagte: ,,Auf jedem Fall wird jetzt alles anders werden.´´

Sara nickte und wusste, das ihre Freundin das Thema wechseln wollte: ,,Du willst sicher duschen, nicht wahr?…Ich werde dann wieder zu den anderen zurück gehen.´´

Lara blickte Sara an und nickte: ,,Danke.´´

Sara nickte ebenfalls und dann standen sie beiden auf…

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Sie duschte ausgiebig und ließ das heiße Wasser über ihren Körper strömen.

Ihre Haare befreite sie von dem duftenden Shampoo und pflegte sich so, wie sie es seit Tagen nicht mehr getan hatte.

Ja, sie war gestorben und das war immer noch komisch, wenn sie daran dachte.

Sie konnte sich noch immer nicht erklären, wie sie zurück gekommen war. Aber eins hatte fest gestanden: Sie wollte es.

Lara hatte es endlich geschafft, ihre Probleme zu überwinden.

Die Grabjägerin seufzte zufrieden und schlüpfte, nachdem sie sich abgetrocknet hatte, in frische Unterwäsche und ihren kuscheligen, weißen Bademantel.

Sie hatte sich, schon vorhin, bevor Sara ihr nachgekommen war, von ihren Freunden verabschiedet, da sie doch mittlerweile ganz schön müde gewesen war und würde wohl bald zu Bett gehen.

Lara kämmte ihr langes, feuchtes Haar vor dem großen Spiegel in ihrem Badezimmer und danach trat sie wieder hinaus in ihre Zimmer.

Ihr Blick ging nach rechts, zu der großen Fensterfront und sie ging darauf zu. Lara schaute hinaus und verschränkte die Arme.

Wieder war sternenklarer Himmel und der abnehmenden Mond schien auf ihr Anwesen, das daraufhin schwach erleuchtet wurde. Es regnete mittlerweile in strömen.

Dann klopfte es.

,,Ja?´´ Lara drehte den Kopf um, als die Zimmertür aufging.

Sie lächelte, als Kurtis eintrat und die Tür wieder hinter sich verschloss.

,,Hey…´´ grüßte er und trat langsam näher.

Lara drehte sich nun vollends um und fragte: ,,Ist was?´´

Kurtis schüttelte den Kopf: ,,Nein, die anderen ziehen sich auch langsam zurück. Ich wollte dir nur gute Nacht sagen.´´

Er war nun ganz nah bei ihr.

,,Danke, das ist nett von dir.´´ entgegnete sie und blickte dann wieder zur Seite.

,,Ist was?´´ fragte er dann.

Lara blickte wieder zu ihm: ,,Nein, ich kann nur nicht glauben, das es endlich vorbei ist.´´

Kurtis begann zu lächeln: ,,Tu es, denn es ist vorbei…Wir sind sie endlich los.´´

Lara nickte: ,,Ja…´´

,,Obwohl noch immer einige Fragen offen bleiben…´´ murmelte Kurtis dann und blickte ebenfalls kurz zur Seite.

Sie Archäologin nickte erneut und schaute ebenfalls zu Boden: ,,Ich weiß…´´

Lara hatte mittlerweile erfahren, wie Damian vernichtet wurde und das nur noch der Handschuh zurück geblieben war, doch als Sara die beiden dann gefunden hatte, war der Handschuh Eckhardts bereits verschwunden gewesen. Er war weg und keiner wusste, was mit dem Ding passiert war.

Auch war immer noch unklar gewesen, was Damian eigentlich vorhatte, wenn es ihm gelungen wäre seinen Vater wieder zu erwecken.

Lara, Kurtis, Sara, Madeleine, Sammy, Zip, Alister und Marie hatten darüber zwar spekuliert, doch eine richtig Antwort hatten sie nicht gefunden.

Sie blieb wahrscheinlich für immer im Dunkeln verborgen.

Doch es war alles vorbei.

Endlich.

Kurtis nahm ihre Hände, woraufhin Lara wieder zu ihm hoch blickte. Sie sahen sich in die Augen. Ihr beider Blick sagte mehr als tausend Worte.

Lara holte tief Luft, um es ihm endlich zu sagen…