Epilog

,,Ich will dir danken, Kurtis…´´ begann Lara dann.

,,Das ist kein ein Problem, Lara. Du brauchst dich nicht…´´ unterbrach Kurtis dann, doch Lara schüttelte den Kopf: ,,Bitte, lass mich ausreden.´´

Er nickte und hörte ihr zu.

,,Du hast mir das Leben gerettet…´´ begann sie dann abermals und blickte ihm tief in die Augen, ,,…Nicht nur, letzte Nacht, da oben, wo auch immer das gewesen war, sondern auch die letzten Tage…Du hast mir mein Leben zurück gegeben, das ich ansonsten niemals wieder gefunden hätte. Du hast mir gezeigt, das es sich zu leben lohnt und hast mich aus meinem Schneckenhaus heraus geholt. Die Zeit, die ich mit dir verbracht habe, gehört zu der schönsten meines Lebens…´´ Lara schluckte erneut, ,,…ich danke dir Kurtis und obwohl du es vermutlich nicht so siehst, hast du mehr für mich getan, als es den Anschein hat. Ich weiß nicht, wie ich das wieder gut machen kann.´´

Kurtis lächelte: ,,Das brauchst du nicht, Lara, denn das hast du schon…Als du…gestorben warst und dann da oben vor meine Augen verschwunden bist und ich nichts tun konnte, um dich aufzuhalten, dachte ich, das ich dich verloren hätte…´´ er strich ihr eine noch feuchte Haarsträhne hinters Ohr, ,,…Aber du bist zurück gekommen und darüber bin ich unendlich glücklich.´´

Lara kam vor und umarmte ihn.

Auch Kurtis schlang eine starken Arme um sie. Er drückte sie sachte an sich.

Nach einigen Sekunden, fragte Kurtis dann: ,,Hast du wirklich deinen Vater gesehen?´´

Lara löste sich und blickte zu ihm hoch. Dann nickte sie, doch schwieg.

,,Du musst es mir noch nicht erzählen, wenn du noch nicht bereit dazu bist…´´ begann er, doch Lara unterbrach ihn: ,,Doch…das bin ich.´´

Lara schaute ihm dabei wieder in die tiefblauen Augen: ,,Ich habe meine Vater gesehen, doch konnte längst nicht alles von ihm erfahren, was ich wissen wollte. Er drängte mich dazu, zurück zu kehren und irgendwie habe ich das Gefühl, das auch er daran beteiligt gewesen war, mich zurück zu schicken…Nur kann ich mir das alles nicht richtig erklären, aber ich weiß jetzt wenigstens, das er nicht mehr vermisst wird, sondern tot ist. Aber ich weiß, das er immer da sein wird, wenn ich ihn brauche oder an ihn denke.´´

Kurtis nickte: ,,Das darfst du annehmen und vielleicht schaffst du es auch irgendwann deine Mutter wieder zu finden, denn sie war schließlich nicht da oben, oder?´´

Lara schüttelte den Kopf: ,,Nein…und deshalb habe ich noch Hoffnung.´´

Kurtis strich ihr sanft über die Wange: ,,Wenn deine Mutter irgendwo da draußen ist, dann wirst du sie sicher irgendwann finden.´´

Lara lächelte und nahm nickend seine Hand und fragte dann: ,,Bleibst du hier?´´

Kurtis lächelte ebenfalls: ,,Wenn du es willst.´´

,,Ja…´´ antwortet Lara.

,,Dann werde ich bei dir bleiben.´´ sagte Kurtis leise zu ihr und drückte ihre Hände.

Lara blickte kurz zu Boden und nickte.

Sie war zufrieden und schaute dann wieder mit klarem Blick zu ihm hoch. Endlich sagte sie es ihm und sie wusste, das sie das schon viel eher hätte tun sollen: ,,Ich liebe dich, Kurtis.´´

Kurtis hielt kurz inne, denn er war ehrlich erleichtert darüber, das sie es ihm sagte, obwohl er es schon längst wusste.

Er legte eine Hand ihn ihr Genick und kam ihr näher: ,,Ich liebe dich auch, Lara.´´ Sie schloss die Augen und ließ es geschehen, als Kurtis sie küsste.

Ihr Herz machte erneut einen Aussetzer, denn lange hatte sie sich danach gesehnt und sie fühlte, das es ihm nicht anders ging.

Lara legte ihre Arme um ihn, als seine Küsse abrupt leidenschaftlicher und fordernder wurden. Sie wusste, was er wollte und ging darauf ein. Kurtis legte ebenfalls seine starken Arme um sie und zog sie mit sich mit, zum Bett…

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Strömender regen prasselte auf die Erde.

Wären Lara und Kurtis nur einen Moment länger am Fenster geblieben, hätten sie ihn wahrscheinlich erblickt.

Er trat aus dem Wald, vor die Tore Croft Manors und schwor sich, wie jeden Tag, der seitdem vergangen war, irgendwann sich zu rächen.

Der Regen nässte ihn bis auf die Knochen, doch die Nässe tat gut, als sie über seine Wunden floss.

Wunden, die bereits zwei Monate zurücklagen, als der Schläfer von ihr vernichtet wurde. Die Explosion hatte ihm all das angetan, als der Strahl ihn durchbohrt hatte.

Die Hälfte seines Gesichtes war verbrannt und schrecklich missgestaltet. Sein einst stahlblondes Haar, war nur noch hier und da auf seinem Kopf vorhanden. Der Rest seines entstellten Körpers hatte er in einem schwarzen Mantel gehüllt.

Sein finsterer Blick ging zu dem Fenster, an dem eben noch seine Feinde gestanden hatten.

Die Archäologin, Lara Croft und der Lux Veritatis, Kurtis Trent.

Sie hatten ihm das angetan und alles vernichtet, auf das er jahrelang hingearbeitet hatte. Er hatte seine Macht verloren, doch er hatte überlebt und sie beobachtet.

Der Blonde hatte auf seine Chance gewartet.

Als dann seine Feindin in der Burg gestorben war und die Kräfte aus ihr heraus geströmt waren, hatte er sie ohne zu zögern aufgenommen, denn der Lux Veritatis hatte ihn nicht bemerkt. Auch den Handschuh Eckhardts hatte er dann an sich genommen und war so zu neuer Macht gekommen, denn die Kräfte des Nephillim waren endlich wieder sein. So, wie es schon immer gewesen war und es immer sein sollte.

Dann war es ein leichtes gewesen, seine erbitterten Feinde einfach zu töten, als die Lady und der Lux Veritatis dort wehrlos im Wintergarten lagen, doch er wurde gestört.

Die Trägerin der Witchblade stürmte herbei und er musste verschwinden, denn ihrer Macht war er noch nicht gewachsen.

Doch das würde sich noch ändern, denn seine Kräfte wuchsen von Tag zu Tag.

,,Bald…´´ sagte der Mann mit dem blonden Haar und den grässlichen Narben im Gesicht. Bald würde er stark genug sein und bald würde er das bekommen, wonach er sich seit Prag sehnte…

Ihr aller Tod...