Wenige Minuten später waren dann alle fertig angezogen, Neville wurde auch Bescheid gesagt, dass er in ein paar Augenblicken Besuch bekommen würde und er freute sich riesig.
„Na dann mal los!", sagte Harry, öffnete die Tür und lies seine Freunde hinaus in die klare Nacht.
„Ich freu mich schon so!", rief Hermine voller Entzücken aus.
Die vier Personen zogen los. Es war nicht weit bis zur Familie Longbottom. Ihr Haus stand am Ende der Straße und somit vielleicht nur fünf Minuten von Harry und Ginny entfernt. Auch sie hatten einen tollen Garten, in dem ein kleiner, süßer Hund rumsprang. Im Vorgarten waren kleine Rosensträucher gepflanzt und verschiedene andere Pflanzen wuchsen dort, die nur Neville kennen konnte. Seine Nachbarn hatten schon öfters am Zaun gestanden und diesen Vorgarten bewundert, weil sie solches Grünzeug noch nie gesehen hatten. Auch Hermine sah verwundert aus, als alle vier angekommen waren.
„Er hat doch nicht echt diese Pflanzen in seinem Vorgarten stehen?", fragte sie hysterisch.
„Ähm, wieso? Was ist an ihnen so schlimm?", fragten Ron, Harry und Ginny.
„Nun ja, grade dieses Ding dort hinten ist in der Zaubererwelt sehr gefährlich. Meiner Meinung nach müsste es ein Riddeltin Mimbu sein. Ich weiß aber nicht, ob das stimmt. Es gibt eine Pflanze die ihm sehr ähnlich sieht und genau das Gegenteil ist – nämlich ungefährlich. Ich frage Neville nachher einfach mal.", antwortete sie und die anderen drei sahen sie nur verwirrt an. Hermine war einfach das schlaue Mädchen von früher geblieben und sollte es anscheinend auch bleiben.
Ginny ging die Treppen hinauf und klingelte. Wenige Sekunden später öffnete Neville die Tür.
„Hey und willkommen hier!", freute er sich, seine Freunde wiederzusehen.
„Hallo Neville! Wir haben dich so vermisst! Wie geht's dir?", fragte Hermine und umarmte ihn.
„Ach, mir geht's super! Ich bin total glücklich hier!", gab er zurück.
„Hey Neville! Lange nicht gesehen!", kam es nur von Ron und sie schüttelte die Hände.
„Hey Ron! Schön, dich wiederzusehen!"
„Halle Neville.", begrüßten ihn Harry und Ginny und sie folgten den anderen beiden in den Flur.
„Gebt eure Jacken her. Ich hänge sie hin.", bot Neville an.
„Sehr freundlich von dir. Sieht echt schön aus, dein Haus.", meinte Hermine.
„Danke. Das freut mich, dass es dir gefällt. Ihr könnt ruhig reingehen. Erste Tür links. Cilia wartet schon."
Die vier folgte Neville in das Wohnzimmer. In der Ecke prasselte ein Kamin und spendete Wärme und Licht. Überall waren verschiedene Pflanzen verteilt und in einem Körbchen an der Terrassentür saß der kleine Hund.
„Hallo! Schön, euch kennen zu lernen." Cecilia war aufgestanden und begrüßte Ron und Hermine. „Ich bin Cecilia. Kurzform Cilia. Ihr müsst Ron und Hermine sein, oder?" Sie hatte schulterlange, blonde Haare und grüne Augen. Insgesamt ein sehr hübsches Mädchen.
„Genau die sind wir. Freu mich auch, dich kennen zu lernen, Cecilia.", sagte Hermine.
„Ja, genau. Hey Cilia.", kam es von Ron.
„Hey Harry! Hey Ginny!", strahlte Nevilles Freundin und umarmte beide. „Tolle Idee von euch!"
„Hallo Cilia! Dacht ich mir doch, dass es euch gefällt, wenn wir vorbeikommen. Ich hoffe, wir stören nicht allzu sehr. War ja doch sehr kurzfristig, die Entscheidung.", entschuldigte sich Ginny.
„Ach, überhaupt kein Problem. Wir hatten uns eh gelangweilt.", sprach Neville zur Erleichterung von Ginny und Harry. „Setzt euch doch!"
„Ich habe ja schon viel von euch vier Leuten gehört. Neville erzählt immer liebend gern jedem seine Geschichten. Freut mich wirklich, dass ihr so gut befreundet seid." Plauderte Cilia los, als alle auf der Couch-Garnitur saßen.
Hermine lächelte. „Ja, unsere Schulzeit war schon lustig. Gerade, wenn mal wieder was Spannendes passierte."
Ron beugte sich zu Neville und fragte ihn leise: „Hast du ihr auch von deinen vielen Patzern und Missgeschicken erzählt oder nur von deinen guten Taten?"
Neville lief daraufhin rötlich an und schüttelte fast unmerklich den Kopf. Es war ihm peinlich, davon zu erzählen, da sein Leben nach der Schule viel besser verlaufen war.
„Wusste ich es doch!" sagte Ron etwas lauter und fing an zu lachen. Doch das war ein großer Fehler von ihm. Denn Hermine, Harry, Ginny und Cilia drehten sich daraufhin zu den beiden um und fragten, was Ron denn gewusst hätte und warum er so lachen würde.
Dieses Mal war es Ron, der rötlich anlief. „Ähm. Nichts, schon okay. Ich hatte Neville nur eine Scherzfrage gestellt."
„Ach?! Und wie war die Frage?", konterte Hermine, da sie ihren Freund sehr gut kannte und sich nicht einfach so abwimmeln ließ.
„Ähm... Ja... Das war so..." Natürlich fiel Ron genau in diesem Moment keine Frage ein, die er hätte sagen können. Doch zum Glück kam Neville ihm zur Hilfe, der – ganz klar – auch nicht wollte, dass die Wahrheit herauskam.
„Er hat mich gefragt, was man nicht mit Worten ausdrücken könnte."
Hermine lachte. „Ach, das ist doch so einfach. Und du hast das nicht gewusst? Schlecht Neville! Die Antwort lautet: Ein Schwamm!"
Der Pflanzenkenner wollte das natürlich nicht so im Raum stehen lassen und versuchte, sich zu verteidigen, weil er den Blick seiner Cecilia gesehen hatte, die, auf die Reaktion von Hermine, etwas gezuckt hatte.
„Ich stand halt nur gerade auf dem Schlauch. Sonst hätte ich die Antwort natürlich sofort gewusst! Was denkst du denn?!"
„Aber du warst doch früher schon immer so – " fing Mine an, doch Ron unterbrach sie.
„Ach, lassen wir die alten Kamellen sein und erzählen lieber von unserem Jahr in Amerika."
Seine Freundin gab sich widerwillig zufrieden und machte sich bereit, drauf los zu reden.
„Ihr wart in Amerika?", fragte Cecilia erstaunt, „Und was habt ihr dort gemacht?"
Nun mischte sich auch Harry in das Gespräch ein. „Da ich die Geschichten ja eh schon kenne, geh ich kurz einmal nach oben und sehe mir deine anderen Hundewelpen an, okay?"
„Aber gerne doch. Du weißt ja, wo es lang geht." Sagte Neville und wartete gespannt auf die Erzählungen von seinen Freunden.
„Nun ja, wir waren ja anfangs in Nevada und haben dort die Schule für Hexerei und Zauberei besucht. Washton heißt sie..."
Hermine erzählte detailgetreu ihre Reise nach Amerika nach. Cecilia und Neville hörten gespannt zu und warfen ab und zu Fragen und Kommentare ein. Ginny hatte sich in einen Sessel gekuschelt und streichelte den ältesten Hund, der von seinem Körbchen zu ihr gekommen war. Lance hieß er und war ein Laprador Mischling.
Harry, der nach oben gegangen war, spielte währenddessen mit Liza und ihren 5 Welpen. Sie waren erst vor einem Monat zur Welt gekommen und tollten durch das Zimmer. Neville hatte einen extra Raum für seine Hunde angelegt. Darauf gekommen war er aber erst durch Cecilia, die Hunde über alles liebte und Liza mit in die Beziehung gebracht hatte. Sie fühlten sich beide damit wie eine richtige Familie, auch ohne Kinder, wobei diese natürlich auch in Planung waren. Harry hingegen mochte seinen Eulen lieber, spielte aber trotzdem gerne mit den Tieren, wenn er bei Neville war.
So verging der Abend schnell und Ginny war so müde geworden, dass sie am liebsten ins Bett wollte. Neville und Cecilia brachten die vier noch bis nach Hause, da sie eh noch einen kleinen Spaziergang mit den Hunden machen mussten.
„Es war wirklich ein schöner Abend, ihr zwei. Danke noch mal, dass wir einfach so reinplatzen durften!" verabschiedete sich Hermine.
„Ach, gerne. Ihr seid doch immer bei uns erwünscht." lächelte Cecilia. Sie war einfach eine lebensfrohe Person, die immer lachte. Ginny gähnte.
„Ja, wirklich toll gewesen. Aber entschuldigt, ich bin einfach zu müde."
Sie gaben sich noch einmal die Hand zum Abschied und trennten sich. Während Cilia und Neville mit den Hunden weiterliefen, gingen die anderen vier ins Haus, machten sich fertig und gingen zu Bett.
