Kapitel 16

Oha, es tut mir Leid, dass ihr so lange auf dieses Kapitel warten musstet! Bei mir ist alles drunter und drüber gelaufen. Ich brauchte ein wenig Zeit um mich wieder zu erholen, aber jetzt habe ich es endlich geschafft fertig zu schreiben. Danke an alle, die die Geduld hatten zu warten :*

Fünf Jahre später:

Es war dunkel und kalt. Zitternd zog Alexandra sich ihre Jacke fester um den Körper. Sie kam ihrem Ziel immer näher und in der Dunkelheit erkannte sie bereits die Umrisse des ihr altbekannten Gebäudes. Leise näherte sie sich der Schule und bevor sie über das Tor zum Schulhof kletterte drehte sie sich noch einmal um. Niemand da, sie war alleine. Sie erklomm das Tor und sprang leichtfüßig auf der anderen Seite herunter. Dann überquerte sie den Hof, bis sie schließlich an einer Seitentür des Gebäudes angelangt war. Ein Glück, noch immer die selben Fenster wie vor vier Jahren. Sie atmete einmal tief durch und schlug das Fenster mit einem Stein ein. Vorsichtig und darauf bedacht, sich nicht an irgendwelchen scharfen Kanten zu schneiden, stieg sie hindurch und war erleichtert, als sie sich im Innern befand. Zum Glück waren ihr die langen Flure bekannt, denn es war stockdunkel und sie hätte sich sonst wohl nicht zurecht gefunden. Leise, aber zügig lief sie weiter. Ab und zu drehte sie sich um, aus Angst, jemand könne sie sehen. Doch das war eigentlich lächerlich, denn wer sollte sich sonst noch abends freiwillig in einer Schule aufhalten? Außerdem war das ganze hier notwendig, denn sie konnte ja schlecht am Tage in die Schule spazieren und riskieren, dass einer der Schüler sie bei ihrem Vorhaben sah. Alexandra folgte der Treppe nach unten und fand sich im Chemietrakt wieder. Dann blieb sie vor einer ganz bestimmten Türe stehen. Nervös holte sie ihren Draht hervor und dankte der Schule im Stillen, dass sie Türen im naturwissenschaftlichen Bereich nicht abgeschlossen wurden, sondern sich nur von innen automatisch öffnen ließen. Sonst wäre das ganze sehr viel komplizierter geworden. Sie hatte sich zuvor im Internet über mehrere Möglichkeiten informiert, wie man eine Tür knacken konnte und es daraufhin an der eigenen Tür geübt, doch jetzt kamen ihr Zweifel. Trotzdem schob sie den Draht durch die Türspalte in der Nähe des Schlosses und bewegte ihn nach unten. Sie hätte fast einen Jubelschrei hören lassen, als es leise klickte und die Tür aufging.

Hier stand sie also, vor besagtem Chemieraum. Wenn sie jetzt eintreten würde, dann war sie wieder im 17. Jahrhundert. Das würde aber auch bedeuten, dass sie nicht zurückkommen würde. Sie hatte sich entschlossen, dass war ihre letzte Zeitreise, sie musste sich entscheiden. Sie schaute auf die Anhänger und wusste, sie hatte die Entscheidung schon längst getroffen. Sie trat ein und wartete gespannt. Kurz darauf spürte sie, wie sich etwas veränderte. Es war so, wie die anderen zwei male und sie fühlte vollkommene Erleichterung.

Alexandra schlug die Augen auf und schaute in die dichte Baumkrone der Eiche. Sie setzte sich auf und sah sich um. Kaum zu glauben, sie hatte es tatsächlich geschafft! Jetzt musste sie nur irgendwie wieder nach Paris kommen, ohne Pferd könnte das etwas Zeit in Anspruch nehmen. Aber als erstes musste sie sich umziehen, sie fiel auf wie ein bunter Hund! Sie griff in ihre Tasche und holte das Kleid hervor, welches sie in einem Kostümladen für mittelalterliche Kleidung geholt hatte. Sie hatte einige Mühe es anzuziehen, die Aufgabe dann jedoch bewältigt. Lexie raffte das Kleid nach oben und steckte es in ihren Gürtel um mehr Beinfreiheit zum Laufen zu gewinnen und machte sich schließlich auf den Weg. Es fiel ihr schwer die Orientierung zu behalten, denn es war schließlich schon ein Weilchen her, dass sie hier gewesen war. Auch war ihr ein bisschen mulmig zumute, so ganz allein im Wald. Aber sie war vorbereitet, denn sie hatte die Zeit sinnvoll genutzt und einen Selbstverteidigungskurs belegt. Nach ihre Erlebnissen im 17. Jahrhundert hatte sie beschlossen, nie wieder das Gefühl haben zu wollen, wehrlos zu sein. So wanderte sie alleine durch den Wald und hoffte, dass sie noch vor dem Dunkelwerden das Gasthaus erreichen würde, dass sie nun schon einige Male besucht hatte. Zu ihrem Glück fand sie es relativ schnell, sie sah es zwischen den Bäumen hindurch. Wie damals, erinnerte sie sich und dachte an den Moment, in dem sie mit ihrer kleinen Schwester verzweifelt, unterkühlt und hungrig durch den Wald gestolpert war. Die Erleichterung, die sie verspürt hatte, als sie das Gebäude erblickt hatte. In Gedanken versunken näherte sie sich dem Gasthaus und trat ein. Auch dieser Moment erinnerte sie an längst vergangene Zeiten und auch an die Panik, die sie verspürt hatte, als sie realisiert hatte, wo sie sich befand. Sie musste grinsen. Damals war es ein Alptraum gewesen, die Unwissenheit, wie es weitergeht, die Sehnsucht nach Zuhause und die Angst um ihre Schwester. Heute war alles anders, sie fühlte sich frei und unbestimmt, der Wunsch nach Hause zu kommen war erfüllt, denn hier war sie Zuhause und ihre Schwester war sicher. Alles war in bester Ordnung, sie musste nur nach Paris kommen. Nachdem sie sich ein Zimmer gemietet hatte - im Austausch gegen Geschirr spülen und Stall ausmisten - fiel sie zufrieden auf ihr Bett. Morgen konnte sie sich endlich auf den Weg zu Aramis machen.

Am nächsten Morgen zögerte sie nicht lange und machte sich auf den Weg. Zuvor erkundigte sie sich noch einmal, ob sie die richtige Richtung in Erinnerung hatte. Zu ihrem Glück war der Weg nicht allzu schwer und angetrieben von ihrer Aufregung, Aramis wiederzusehen war sie sehr flott unterwegs. So kam es, dass sie nach zwei sehr anstrengenden Tagen endlich am Tor der Garnison ankam. Erleichtert atmete sie durch und trat ein. Obwohl sie so lange nicht mehr hier gewesen war, fühlte sie sich wie Zuhause. Sie hatte die richtige Entscheidung getroffen. Das einzige was jetzt noch ihrem vollkommenen Glück fehlte war ein Wiedersehen mit den Musketieren. Diese ließen jedoch auf sich warten, denn im Hof saßen sie nur vereinzelt und den, den sie suchte, konnte sie nirgends entdecken. Sie machte sich also auf den Weg zu Aramis Zimmer. Auf dem Weg dorthin wurde sie das ein oder andere mal verwundert angeschaut, aber niemand hielt sie auf. Als sie die Tür erreicht hatte, atmete sie tief durch, lächelte und klopfte schließlich. Kein Antwort- nochmal klopfen, wieder keine Antwort. Enttäuscht musste sie feststellen, dass die Tür verschlossen war und sie beschloss sich bei Serge über den Verbleib ihres Musketiers zu erkundigen.

Derweil bei den Musketieren:

Aramis Laune hatte eindeutig den Tiefpunkt erreicht. Porthos drehte sich besorgt zu seinem Freund um, welcher mit etwas Abstand zu den anderen sein Pferd hinterher trotten ließ. Er achtete nicht auf den Weg und schien in seiner eigenen Welt zu sein. Seufzend schenkte er Athos einen Blick und deutete ihm an, dass er mal nach Aramis sehen würde. Dann verlangsamte er sein Tempo ein wenig und wartete bis Aramis Pferd zu ihm aufgeschlossen hatte.

„Hey", versuchte er ein Gespräch zu beginnen. Als er keine Antwort bekam beugte er sich etwas zur Seite, um Aramis einen freundschaftlichen Knuff zu geben. Dieser drehte sich dann endlich zu dem großen Musketier und schaute ihn fragend an.

„Was ist?", fragte Aramis wenig begeistert.

„Wollte nur mal schauen, ob du noch unter den Lebenden bist", versuchte Porthos zu scherzen, bekam als Reaktion jedoch nur eine hochgezogene Augenbraue.

„Heute Abend erreichen wir Paris", probierte er also ein anderes Thema.

„Hmhm",war jedoch die einzige Reaktion die Porthos erhielt.

„Endlich wieder ein eigenes Bett, ist doch toll, oder?"

„Hmhm"

„Hey, führe ich hier Selbstgespräche?", antwortete Porthos gespielt beleidigt.

„Weiß nicht, wäre nichts Neues, oder?", konterte Aramis.

„So ist gut, beleidige mich ruhig, wenn es dir dann besser geht"

Und nun konnte Aramis sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.

Zufrieden grinste der große Musketier: „Siehst du, geht doch"

Die Sonne ging bereits unter und färbte den Himmel in einem orange - roten Ton. Die Dächer von Paris zeichneten sich vor dem Himmel ab und markierten ihr Ziel. In wenigen Minuten würden sie Zuhause sein und endlich etwas Schlaf bekommen. Aramis musste sich wohl mit seinem Schicksal abfinden, dass er diese Nacht alleine in seinem Bett verbringen würde. Noch immer missmutig und betrübt ließ er sein Pferd hinter den anderen hertrotten. Erst als sie das Tor durchquerten, welches in die Garnison führte, blicke der Musketier auf. Er verabschiedete sich mit einem kurzen „Gute Nacht" und stapfte sie Treppe zu seinem Zimmer hoch. Als er die Tür öffnete und sich in sein Bett legen wollte stockte ihm jedoch der Atem: Alexandra?

ENDE

Danke an alle die diese Geschichte gelesen haben :) Vielen Dank auch für die Favos, welche mir zeigen, dass ich ja anscheinend etwas richtig gemacht habe bei meiner ersten Fanfiktion... und das allergrößte Danke an alle die Zeit gefunden haben ein Review dazulassen, ohne euch hätte ich vielleicht aufgegeben...

Ich hoffe es hat euch gefallen 3