A/N: Ich wollte mir diesmal ja viel Mühe gegeben, möglichst schnell weiter zuschreiben, aber das hat, wie ihr gemerkt habt, nicht unbedingt gut geklappt :P Und ich will noch ganz lieb Danke für die Reviews sagen! Wenn man so nett gelobt wird, macht Weiterschreiben gleich viel mehr Spaß –ganz lieb dreinschau-
Ne Beta hab ich Blöde mir natürlich noch nicht gesucht und ich denke, ich werde diese FF auch erstmal ohne zu Ende schreiben. Nur, wenn es euch nicht stört, natürlich ;)

Disclaimer: Wie ich es euch bisher schon drei Mal mitgeteilt habe, gehören die Rechte auf Harry Potter der lieben J.K. Rowling und den Warner Bros. und noch irgendwem. Mir gehört nur der Handlungsverlauf und irgendwie habe ich das Gefühl, mir wird auch nie mehr gehören. –schluchz- Aber ich will doch so gerne Draco haben! –hysterisch kicher-

Warnings: slash, wie euch wohl schon aufgefallen ist ^^ Aber auch in diesem Kapitel geht es nicht unbedingt so heiß her… Ich hoffe, ihr verzeiht mir noch mal –unterm Bett versteck-

Da mich jetzt eh jeder für bekloppt hält, kann's ja jetzt auch losgehen, ne? ;D

Vorsichtig kroch der Morgen durch die Tür des Slytherinschlafraumes, in dem Draco Malfoy gerade eben noch schlief. Da es in den Kerkergemächern keine Fenster gab, hatte Draco sich schon nach einiger Zeit daran gewöhnt, morgens von alleine aufzuwachen, wenn es Zeit wurde, sich fertig zu machen.

Müde gähnte er herzhaft und musste feststellen, dass der Traum von ihm und Ron nicht spurlos an ihm vorbeigegangen war.

Stöhnend zog er die Vorhänge seines Bettes beiseite und tapste missmutig in das Badezimmer, um sich eine kalte Dusche zu genehmigen. Sein Schlafgewand pfefferte er achtlos in die Ecke, stellte sich unter die Dusche und machte sie an. Das eiskalte Wasser wirkte wie ein kleiner Stromschlag und sofort war er hellwach. Er stützte sich an der Wand ab und merkte, wie sein aufrechtes Glied langsam abschwoll. Erleichtert seufzte er auf.

Ein Kichern drang durch das Rauschen des Wassers an sein Ohr.

„Na Dray, süß geträumt?"

„Halt die Klappe Zabini, das geht dich gar nichts an."

„Ach komm schon! Du weißt, wie wenig ich es mag, wenn du mürrisch bist!"

„Find dich damit ab.", schnarrte Draco unwirsch.

„Du bist so ein Sensibelchen! Sag mir doch wenigstens, von wem du geträumt hast."

„Das werde ich dir ganz sicher nicht sagen."

„Soso? Dann war es also… Pansy?" Lachend legte sich Blaise die Hand auf den Bauch. So gern Draco seinen besten Freund auch mochte, er war manchmal einfach nur nervig und bei nervigen Menschen konnte er wirklich nicht anders, als grantig zu sein. Blaise hatte sich schon längst damit abgefunden, aber es reizte ihn immer noch jedes Mal, wenn sich die Gelegenheit bot, Draco in den Wahnsinn zu treiben.

„Also doch nicht Pansy? Dann etwa Millicent? Draci, von dir hätte ich doch etwas besseren Geschmack erwartet!" Blaise musste sich schon am Waschbecken festhalten, um nicht umzukippen vor Lachen.

„Halt. Die. Klappe. Zabini. Das ist nicht lustig.", kam es ruhig und bedrohlich von Draco.

„Komm schon, Dray, du weißt, dass es sehr wohl lustig ist!"

„Hör sofort auf, so kindische Witze zu machen und lass mich träumen, von wem ich träume. Ich frag dich doch auch nicht tausend Dinge zu deiner und… Finnegans Beziehung." Draco hatte den wunden Punkt getroffen. Sofort hörte Blaise auf zu lachen und schaute todernst drein.

„Schon gut Dray. Wenn du damit anfängst muss dir die Person aus deinem Traum ja sehr peinlich sein… oder wichtig." Als könne Blaise Gedanken lesen.

Draco wand sich von seinem besten Freund ab und ließ sich das kalte Wasser direkt über den Kopf laufen. Seine Erregung war schon längst abgeschwollen und langsam wurde ihm kalt. Mit leicht zitternder Hand drehte er das warme Wasser auf und wartete, bis es sich tatsächlich erhitzte.

„Die Person ist dir sehr wichtig, oder?", fragte Blaise, diesmal einfühlsam und sanft.

„Zu gegebener Zeit werde ich dir von… ihm erzählen." Blaise nickte nur verständnisvoll und ging langsam zur Tür. Als er die Hand schon auf der Klinke hatte, drehte er sich noch einmal um.

„Ach, und Draco. Ich rechne es dir hoch an, dass du niemandem von Seamus und mir erzählst, das weißt du."

„Schon gut." Erneut nickte Blaise und schob sich nun endgültig aus dem Bad. Draco seufzte auf und begann sich einzuseifen.

Er hatte sich schon seit gestern Abend viel zu dreckig gefühlt. Was hatte ihn denn dazu verleitet, sich tatsächlich an Ron ranzumachen?

Der war erstens nicht mal wirklich schwul, zweitens in Granger verknallt, drittens ein Gryffindor und viertens ein Junge! Wenn man das alles zusammennimmt war es wirklich das dämlichste überhaupt, sich für ihn zu interessieren. Aber er sieht gut aus und ist schlagfertig und hat Kampfgeist.

Draco rang mit sich. Konnte es denn wirklich so falsch sein, wenn er doch... ver- nein. Das konnte er nicht sagen. Nicht einmal denken.

Was würden seine Klassenkammeraden sagen? Oder noch schlimmer- was würde sein Vater sagen? Er würde ihn bestenfalls nur aus dem Haus schmeißen, aber auf dieses Glück wollte Draco nicht setzten. Er würde Ron wieder vergessen müssen- ihn aus seinen Gedanken verbannen. Ihn einfach so gut wie möglich ignorieren- natürlich die obligatorischen Beleidigungen mussten noch immer sein. Die Leute würden sich wundern, weshalb er Ron einfach so in Frieden ließ und Ron selbst würde sich deshalb nur falsche Hoffnungen machen. Oder eher etwas Falsches daraus schließen. Letztendlich konnte Draco sich ja nicht sicher sein, ob es Ron auch gefallen hat, ob er es noch einmal machen wollte- nur diesmal richtig.

Es war ja auch Ron, der einfach so gehen wollte, gerade als Draco vorhatte, ernst zu machen. Und dann auch noch mit der billigen Ausrede, dass Potter und der Rest seines Anhangs sicher schon auf ihn warten würden.

Eine Regel, die selbst Ron kennen und achten müsste, war, dass ein Malfoy alles bekam, was er wollte und die zweite Regel, dass man niemals einen Malfoy so sitzen ließ. Nein, nicht ungestraft. Ron würde es noch bereuen, ihn so sitzen gelassen zu haben. Nun gut, Ron war es nicht, der zu erst gegangen war, aber er, ein Malfoy hätte ja schlecht von einem Weasley eine Abfuhr erhalten können- das wäre einfach zu paradox. Aber war es nicht eigentlich sogar gut, dass er gegangen ist? Was währe geschehen, wenn sie wirklich miteinander geschlafen hätten? Das hätte die Situation nur unnötig kompliziert gemacht. Oder?

Leise trocknete Draco sich ab und zog sich an, noch immer in Gedanken versunken. Er war einer der ersten, die sich im Gemeinschaftsraum befanden und das nutzte er aus. Bevor er zum Frühstück ging, würde er sich noch vor einem der Kamine wärmen. Trotz der dicken Decke und des... zugegebenermaßen heißen Traumes war ihm doch schon die ganze Nacht und den ganzen Morgen kalt gewesen.

Er ließ sich auf eine der grünen Ledercouches nieder und streckte seine Hände nach dem schwarzen Kamin aus, der sich direkt vor ihm befand. Interessiert das Flammenspiel begutachtend fiel ihm auch nicht auf, wer sich da zu ihm gesellte. Erst ein feuchter Schmatzer auf die Wange holte ihn aus seinen Beobachtungen.

„Guten Morgen, Dray-Schatz! Hast du gut geschlafen? Ich habe diese Nacht von dir geträumt, weißt du? Wir würden perfekt zueinander passen. Wir könnten unsere Eltern eine Hochzeit für uns arrangieren lassen und ich würde dir bald einen gebührenden Erben schenken. Dracilein, hörst du mir überhaupt zu?", eine aufgeregt plappernde Pansy hatte sich so nah wie möglich an ihn gedrängt.

„Pansy, geh runter von mir. Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich nichts von dir will?", entgegnete er ihr genervt. Jeden morgen erzählte sie ihm aufs Neue, dass sie das perfekte Paar der Schule sein könnten und was für schöne Kinder sie haben würden. Und jeden morgen sagte er ihr aufs Neue, dass er nicht das geringste Interesse an ihr hatte. Inzwischen war es schon fast zu einem morgendlichen Ritual geworden. Und egal von wie vielen One-Night-Stands man erzählte, die Draco diesen Monat hatte, hörte Pansy nicht auf, sich an ihn zuklammern.

„Ach Draci, sei nicht so! Ich weiß genau, dass du mich auch liebst! Das kannst du nicht leugnen!"

„Und wie ich das kann, Pansy. Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest. Ich habe vor, zum Frühstück zu gehen." Sie wollte sich schon erheben, um ihm zu folgen, als er sich umdrehte und sie aus sturmgrauen Augen anfunkelte. „Ohne dich, Pansy." Ihre Augen glitzerten bedrohlich, doch ehe Draco miterleben musste, wie sie in einen ihrer Draco-ist-so-gemein-obwohl-ich-ihn-doch-liebe-und-er-mich-Heulkrämpfe ausbrach hatte er sich schon durch den Gemeinschaftsraum und hinaus auf den Flur begeben. Konnte sie es nicht mal einen einzigen Tag aushalten, ohne ihm so lästig auf die Pelle zu rücken? Sie schaffte es auch immer wieder, ihm den Morgen zu vermiesen.

Mit finsterer Miene erreichte er die große Halle, die noch einigermaßen leer war. Er ließ seinen Blick unbemerkt einmal über den Tisch der Gryffindors wandern. Dort saßen leider nur ein paar Erst- und Zweitklässler und Granger, die jeden morgen so früh wach war. Der Rest des goldenen Trios würde wahrscheinlich wieder erst kommen, wenn die Eulen die Post brachten. Typisch. So lange steckte Granger ihre arrogante Nase natürlich in einen fetten Wälzer.

Seine harte Maske wie gewöhnlich aufgesetzt, nahm Draco am Slytherintisch platz und schaufelte sich Eier mit Speck auf seinen Teller. Bevor er jedoch anfing, sie zu essen, goss er sich schwarzen Kaffee in seine Tasse und nahm einen kräftigen Schluck. Das tat vielleicht gut. Nun widmete er sich voll und ganz seinem Essen. Ein ordentliches Frühstück würde ihn ja vielleicht auf andere Gedanken bringen. Schließlich würde er Ron heute den ganzen Tag und auch sonst ignorieren müssen. Wenn er Glück hatte, würde der den Vorfall von Gestern sowieso wieder vergessen haben. Oder hatte er geplappert? Wenn Draco herausfände, dass Gerüchte von einem Verhältnis zwischen ihm und Ron kursierten, konnte der Rotschopf aber was erleben. Wenn er, um zu gehen schon die Ausrede verwendete, er wolle nicht, dass Potter und Granger etwas ahnen, sollte er das verdammt noch mal auch glaubwürdig rüberbringen. Oh ja, er würde es büßen. Schmutzige Gedanken kreisten in Dracos Kopf. Gedanken, wie Ron nackt und angekettet auf seinem Bett lag und er musste sich selbst zur Ordnung rufen, um nicht ausgerechnet beim Frühstück steif zu werden. Peinlich darauf bedacht, keusche Gedanken zu hegen, bemerkte er nichts um sich herum. Nicht die Eulen, die in die große Halle geflattert kamen und die Post verteilten, nicht Pansy, die heulend in die Hallegetrottet kam und von Millicent auf die Schulter geklopft wurde. Und selbst Blaise nahm er erst wahr, als er sich schon neben ihm auf die Bank hat fallen lassen.

„Potter beobachtet dich." Er hatte sich zu Draco gelehnt und ihm das in sein Ohr geflüstert.

„Potter? Warum Potter?" Hatte der etwa doch etwas herausgefunden? Hatte Ron alles erzählt? Oh ja- er würde büßen!

„Also war es nicht er, von dem du geträumt hast?"

„Sprich verdammt noch mal leiser!" Blaise zog eine Schnute senkte aber tatsächlich seine Stimme. Was machte man nicht alles, um seine Neugierde zu befriedigen?

„Also, war es doch Potter?" Mit üblicher, kalter Miene schaute Dracos erneut an den Gryffindortisch und streifte dabei Harrys wissensbegierigen Blick. Sofort wand er das Gesicht ab und guckte stattdessen in Blaises vor Neugierde triefenden Augen.

„Bei Salazar, ich will nichts von unserem Goldjungen."

„Das muss ja nichts heißen. Von ihm träumen kannst du ja trotzdem." Draco schüttelte nur verächtlich den Kopf und widmete sich wieder seinem Essen.

„Wenn nicht Potter, wer dann?"

„Beim Barte Merlins, Zabini schaffst du es nicht ein mal deine neugierige Klappe zu halten?", brauste Draco wütend auf, erhob sich vom Tisch und hastete stürmisch aus der großen Halle. Er ließ den achselzuckenden Blaise zurück, der in dem Moment die Aufmerksamkeit der hälfte der Schülerschaft genoss. Flüchtig zwinkerte er seinem Seamus zu und langte ordentlich bei den Toasts zu. Es ging doch nichts über ein ausgewogenes Frühstück.

Rons Morgen verlief ein wenig hektischer. Obwohl er gestern Abend nicht gerade spät zu Bett gegangen war, fühlte er sich kein wenig ausgeschlafen. Zudem hatte er auch noch verschlafen, sodass er aus seinem Bett hüpfte, ins Bad wuselte und sich binnen weniger Minuten duschte und einigermaßen ordentlich anzog. Dabei wurde er von den amüsierten Blicken Harrys verfolgt, der ihn erst geweckt hatte, nachdem er sich selbst in aller Ruhe fertig gemacht hatte. Als Ron sich endlich nur noch seine Tasche umhängen musste, war der Schlafsaal bis auf Harry und ihn schon komplett leer und sie mussten nicht auf die Uhr schauen, um zu wissen, dass das Frühstück ohne sie enden würde, ließen sie sich jetzt noch viel mehr Zeit.

Sie sprinteten die Treppe hinunter, durch das Portrait der fetten Dame und die kühlen Gänge Hogwarts, ehe sie keuchend vor der großen Halle standen. Laut schnaufend setzten sie sich zu Hermine, die sie nur tadelnd anfunkelte.

„Wo wart ihr denn schon wieder so lange? Die Eulen waren schon längst da. Ihr könnt nicht jeden Tag so spät kommen. Irgendwann verpasst ihr noch das Frühstück und ich weiß nur zu gut, wie unausstehlich ihr seid, wenn ihr Hunger habt.", schimpfte sie sie.

„Schon gut Mine, ich hab nur ein bisschen verschlafen.", entschuldigte sich Ron und versuchte ein Lächeln. Sie lächelte zurück- ein wenig verbissen, aber immerhin.

„Wenn ihr morgen wieder so spät da seid, werde ich eigenhändig einen Weckzauber über eure Betten aussprechen, sodass ihr jeden Morgen schon um fünf Uhr wach seid!", drohte sie halb grinsend, was ihren Worten die gewisse Schärfe nahm, aber Harry und Ron kannten Hermine zu gut, als wirklich zu glauben, sie würde das nicht ernst meinen.

Als hätte er sie wieder eingeholt, fühlten die beiden jetzt den großen Hunger, wie er sie überkam und schaufelten sich eimerweise Essen auf ihre Teller. Hermine verdrehte bei diesen Tischmanieren nur die Augen um sie schließlich wieder auf das Buch zu richten, welches aufgeschlagen auf ihrem Schoß lag.

Schnell verschlangen die Jungs ihr Frühstück, bis sie das Gefühl hatten, genug Zeit aufgeholt zu haben, um wieder gemütlich zu werden. Gesättigt ließ Harry den Blick durch die Halle schweifen, bis er Malfoy entdeckte, wie er angespannt sein Rührei betrachtete. Er konnte seinen Blick nicht von dem Blonden abwenden.

Wie mag es gestern wohl ausgesehen haben, als Hermine ihn und Ron erwischt hatte? Und wie würde Malfoy sich jetzt verhalten?

„Was meinst du Ron, wie Malfoy sich dir gegenüber verhalten wird? Er guckt bis jetzt nur konzentriert sein Frühstück an.", fragte Harry seinen besten Freund.

„Harry, ich bin nicht besessen von ihm oder so. Ich werde jetzt jedenfalls nicht anfangen, alles was er tut zu hinterfragen und interpretieren. Wenn er noch was von mir will, soll er es doch bitte selbst ansprechen und nicht darauf hoffen, dass ich es richtig gedeutet habe, wie er sein Frühstück betrachtet."

„Okay. Das war deutlich." Trotz der Ansprache Rons, konnte Harry nicht umhin, Draco weiterhin zu beobachten. Wenn er irgendwann nur noch Ron anstarren würde, hätte er immerhin den Beweis, dass das gestern mit Ron nicht nur Zeitvertreib war. Und wenn es das doch was, würde Malfoy bald nichts mehr zu lachen haben. Harry konnte es nämlich ganz und gar nicht leiden, wenn einer seiner Freunde ausgenutzt wurde. Er vertiefte sich so sehr in seine möglichen Rachepläne, dass er gar nicht mitbekam, wie bitter er Malfoy fixiert hatte und ihn nicht mehr aus den Augen ließ. Ron knuffte ihm in die Seite.

„Harry, hör auf, Malfoy mit deinen Blicken zu töten, Zabini hat es, glaub ich, gemerkt." Harry hob erstaunt eine Augenbraue. Hatte er wirklich so böse ausgesehen?

Auch, nachdem Ron ihn so nett darauf aufmerksam gemacht hatte, dass er doch Malfoy bitte nicht mehr mit den Blicken erdolchen sollte, konnte er es nicht vermeiden, gelegentlich seine Augen zu ihm huschen zu lassen. Als sich einmal ihre Blicke kreuzten, guckte Malfoy so schnell es ging in eine andere Richtung. Kurz danach sprang er von seinem Stuhl auf.

„Beim Barte Merlins, Zabini schaffst du es nicht ein mal deine neugierige Klappe zu halten?" Die gesamte große Halle drehte dich zu Draco um und sah ihm nach, wie er mit wehendem Mantel (fast schon so wie ein Snape Junior mit blonden Haaren) vom Tisch fort ging, hinaus auf die Gänge. Hermine und Harry wandten sich fast zeitgleich zu Ron.

„Ron, du solltest ihm nachgehen und mit ihm reden.", flüsterte Hermine ihm zu.

„Es ist die perfekte Gelegenheit, um mit ihm zu klären, was das gestern war.", bekräftigte Harry sie. Ron stöhnte gequält auf.

„Wenn ich ihm jetzt nachrenne, wirkt das sicher aufdringlich. Es kann doch auch sein, dass das Gestern nur ein Jux war.", wehrte Ron sich schwach. Er würde es sogar etwas schade finden, behielte er mit seiner Vermutung Recht.

„Ach komm schon Ron. Dann sieh es wenigstens so- wenn du ihn jetzt danach fragst, hast du nachher mehr Gewissheit, als jetzt." Damit schubste Hermine ihn von der Bank und Ron versuchte so unauffällig wie möglich, in derselben Richtung zu verschwinden, wie Draco.

Am Ende des Ganges sah er silberblondes Haar aufblitzen und beschleunigte sein Tempo, um Draco einzuholen. Doch auch der Slytherin schien in einem beachtlichen Tempo durch die Gänge zu eilen- wie Ron bemerkte in Richtung der Kerker-, denn oft sah Ron ihn nur knapp, wie er wieder in neue Gänge einbog oder hinter Wandteppiche schlüpfte.

Draco hatte sehr wohl die Schritte hinter sich gehört und seinen eigenen beschleunigt. Er hatte nicht besonders große Lust darauf, jetzt Ron zu begegnen. Es war so schon schlimm genug für ihn, sich einzugestehen, welche Gefühle der Rotschopf in ihm zu wecken vermochte. Zuerst waren da Lust, dann eine gewisse... Zuneigung, Wut, weil seine Zuneigung, die sowieso eigentlich falsch und verderbt waren, nicht erwidert wurde und zuletzt war da noch die Eifersucht. Und jetzt, da er sich all diese Gefühle eingestanden hatte, war es einfach nur schrecklich, zu wissen, dass der süße, rothaarige Gryffindor eigentlich die totale Macht über ihn hatte. Eigentlich. Immerhin hatte er noch genug eigenen Willen, um beschlossen haben zu können, Ron zu ignorieren. Es wäre eh nicht gut gegangen. Es hätte gar nicht gut gehen können! Es waren doch er und Ron! Ein Slytherin und ein Gryffindor! Zwei junge Männer! Sie wären doch von vornherein als Paar –Draco erschauderte es, bei diesem Gedanken, wollte er sich gar nicht erst darüber bewusst werden, wie viel er eigentlich für Ron empfand- missbilligt worden.

Jetzt also flüchtete er vor Ron. Er hatte vorgehabt in die Kerker zu gehen, als er sich der Schritte hinter sich bewusst wurde. Hätte Ron herausgefunden, wohin er wollte, wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, zu folgen, daher hatte er viele Umwege eingeschlagen. Welche mit möglichst kurzen Gängen, damit der hartnäckige Gryffindor ihn schnell aus den Augen verlor, doch als er nach mehren Minuten des Laufens immer noch die Schritte Rons und seine beschleunigte Atmung hörte, gab er auf. Mit einem harschen „Was willst du von mir, Weasley?", machte er auf dem Absatz kehrt um zu sehen, dass der überrascht wirkende Ron die letzten Meter auf ihn zulief und dann abrupt stoppte.

Er sah mehr als nur verbotet sexy aus, wie er da stand, mit leicht zerzaustem Haar, geröteten Wangen, halb geöffneten Lippen und einem verschreckten Ausdruck im Gesicht. Das leise Keuchen, dass er dabei von sich gab, weil er sehr schnell hatte sein müssen, um Draco einzuholen, half diesem nicht gerade dabei, auf andere Gedanken zu kommen.

„Was willst du von mir, Weasley?", wiederholte er sich, nicht minder unfreundlich, als zuvor. Es gelang ihm immerhin noch, den verdorben attraktiven Gryffindor anzuschnarren. Dieser sah nicht mehr ganz so verschreckt aus- eher so, als hätte er diese Reaktion von Draco erwartet.

„Ich... will mit dir... reden." Noch immer ganz außer Atem hatte Ron das, auf seine Knie gestützt, keuchend herausgebracht. Draco war von außen die Perfektion von Distanziertheit und Kühle doch innen war er mehr als nur verzückt. Denk an McGonagall. In rosa Schlüpfer und BH. Und Kröten! Ganz viele, warzige Kröten! Es dauerte einen Moment, bis er etwas einigermaßen Geistreiches erwidern konnte, was Ron die nötige Zeit gab, seine Atmung wieder zu regulieren.

„Was bewegt dich dazu, mit mir reden zu wollen Wiesel?" Immer schön unfreundlich bleiben. Ron sah aus, als würde er etwas ganz stark bereuen.

„Ich... ähm. Ich wollte..."

„Was, Weasley? Was wolltest du? Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit, also entweder sagst du jetzt, was du willst, oder ich kann endlich wieder meine Beschäftigung aufnehmen, in der du mich unterbrochen hast.", schnarrte Draco ihn an. Es tat ihm irgendwo leid, Ron so anzumotzen, wo dieser ihm doch mit Absicht gefolgt war. Würde er das allerdings nicht machen, dann... ja, was dann? Dann würden er und Ron möglicherweise über alles reden und es aus der Welt schaffen? Nein, das ist zu optimistisch. Bestenfalls würden sie wohl anfangen, sich zu streiten.

„Schon gut Malfoy. Mach dir wegen mir nicht solche Umstände. Ich dachte nur, du hättest eventuell Interesse daran, zu klären, was das Gestern sollte.", brachte Ron ihm kühl entgegen. Er wäre ja schön blöd, alles was Malfoy ihm sagt, einfach so zu ertragen.

„Was war denn Gestern? Glaubst du etwa, du warst etwas Besonderes? Mir war lediglich langweilig. Find dich damit ab, dass du wohl nie im Mittelpunkt stehen wirst!" Draco lachte fies auf, drehte sich um und setzte seinen Weg fort, Ron einfach hinter sich lassend. Er hätte es nicht ertragen, zu sehen, wie sehr er den Rothaarigen mit seinen Worten verletzt hat. Oder es wäre ihm gleichgültig, was für Draco ebenso schlimm gewesen wäre.

Ron stand da und fühlte sich scheiße. Draco hatte genau seinen wunden Punkt getroffen.

Er stand doch nie im Mittelpunkt. Er war immer der Anhang von Harry, dem goldenen Jungen-der-lebt. Selbst Hermine war immer die Schlauste, die alles wusste. Er war nur der Trottel, der den beiden hinterherlief und nichts zu melden hatte.

Natürlich sagten Hermine und Harry ihm immer wieder, dass das nicht stimmte und er wusste auch, dass Harry lieber mit einem Squib tauschen würde, um seinen Ruhm aufzugeben, doch das änderte nichts daran, dass er sich so unnütz und leer fühlte. Nie konnte er helfen. Und das Interesse, das Draco ihm gestern geschenkt hatte, hatte diese Leere in ihm ausgefüllt. Er war von jemandem begehrt worden, jemandem, der ihn eigentlich hassen müsste. Aber die Leere war wieder da, jetzt wo Draco ihm so deutlich klargemacht hatte, dass er nur einer von Vielen war, dass er nur Dracos Zeitvertreib gewesen war.

Doch genau das hatte er doch erwartet. Warum verletzte es ihn dann so sehr? Er würde sich doch nie so verlassen fühlen, hätte irgendeine beliebige Schülerin, oder seinetwegen auch ein Schüler, sich so an ihn rangemacht und ihn dann wieder fallen gelassen. War Draco ihm so wichtig? Oder spielten nur seine Hormone verrückt?

Er seufzte deprimiert auf und machte sich auf den Weg zurück, als ihm einfiel, dass er doch auch in die Kerker musste, für den Zaubertränkeunterricht. Er stöhnte gequält. Jetzt würde er Malfoy wieder folgen müssen.

"Warte Malfoy!" Malfoy sah auf, wie ein verschrecktes Kaninchen, doch sofort hatte er sich wieder hinter seiner eiskalten Maske gefangen und blaffte Ron an.

"Was? Hast du noch nicht genug geredet, Weasley?" Der Spott, der wie üblich in seiner Stimme mitschwang, klang nicht halb so überzeugend, doch das fiel Ron nicht weiter auf, da ihm sein Herz bis zum Hals schlug. Seit wann war es so schwer für ihn, sich in Malfoys Gegenwart aufzuhalten?

A/N So, das war Kapitel 4. Ich hoffe, es hat geschmeckt. Wollen sie noch ein wenig Wein? Gut, dann bringe ich ihnen die Rechnung. Das macht ein nettes Lächeln und Trinkgeld nehme ich immer gern in Form eines Reviews an ;)

Ganz liebe Grüße, McMuffin