A/N: Naaaa? Diesmal ging es wieder etwas langsamer... und diesmal hab ich auch gar nicht viel zu sagen...

Disclaimer: Die GuteJ.K.R. und Warner Bros. Ich verdiene hiermit kein Geld und habe es auch nicht vor.

Warnings: Slash.


In Verwandlung musste Ron sich größte Mühe geben, auch wirklich auf den Unterricht zu achten. Seamus und Blaise waren kurz nach ihm aufgetaucht, demnach konnten sie ihr kleines Zusammensein nicht weit fortgeführt haben. Da Ron es nicht vermeiden konnte, rot zu werden, sobald er einen der beiden anguckte, zwang er sich dazu, in sein Buch zu sehen. Natürlich funktionierte das nicht auf Dauer und sein Blick wanderte, einen ordentlichen Bogen um Seamus und Blaise machend, durch den Raum und blieb, wie hätte es anders sein können, an Draco hängen. Der zupfte gelangweilt an seinem Pergament herum, das dadurch am Ende schon ganz schön aufgelöst aussah. Crabbe und Goyle hatten sich, wie üblich, um ihn herum platziert und glotzten McGonagall nur blöd an, während sie sprach.
Unweigerlich stellte Ron sich vor, wie es gewesen wäre, wenn anstelle von Seamus und Blaise er und Draco dort auf dem Gang gewesen wären und sich so geküsst hätten. Ich werde dieses lästige Blut niemals von meinen Wangen loskriegen, wenn ich nur so was im Kopf habe, schimpfte Ron mit sich selbst. Aber der Gedanke von sich und Draco dabei war durchaus nett. Er musste unbedingt einmal überdenken, ob er tatsächlich in Hermine verliebt war. Immerhin war er Draco –und seinem Körper- durchaus nicht abgeneigt.

„Mr. Weasley! Können sie bitte wiederholen, was ich gerade gesagt habe?", unterbrach ihn die schrille Stimme McGonagalls.

„Nein Miss, entschuldigen sie." Die Slytherins lachten, die Gryffindors hingegen schlugen sich die Hand auf die Stirn.

„Das macht zwei Punkte Abzug für Gryffindor, Mr. Weasley! Ich hoffe doch sehr, dass sie nun meinem Unterricht wieder folgen und nicht in ihren Gedanken über irrelevantere Dinge versinken! Miss Granger, währen sie so freundlich und erklären Mr. Weasley, worüber ich gerade gesprochen habe?" Hermine wiederholte alles brav und brachte noch mehr Wissen mit ein, sodass sie den Punkteabzug von Ron gleich wieder ausmerzte, doch der war mit den Gedanken noch immer nicht vollständig im Unterricht angekommen. Wenigstens war McGonagall diesmal nicht mehr der Meinung, Ron auf seine Unaufmerksamkeit ansprechen zu müssen.
Nach der Theoriestunde gingen Harry und Ron zum Mittagessen.

„Ronald, wo bist du heute mit deinen Gedanken?", meckerte Hermine, als er sie aus Versehen etwas mit seinen Kartoffeln bekleckert hatte.

„Sorry Mine."

„Erst zieht dir Snape Punkte ab und gibt dir Nachsitzen, dann das in Verwandlung und jetzt bekleckerst du mich schon! Fang doch mal an, die Augen auf zu machen."

„Schon gut, ich bin nur etwas in Gedanken."

„Nein, es ist nicht „schon gut" Ron!" Damit schnappte sich Hermine ein Stück Baguette und ihre Büchertasche, um damit in Richtung Bibliothek zu verschwinden.

„Harry, was mach' ich denn falsch?", stöhnte Ron genervt auf.

„Tja, mein Lieber, da muss ich Mine mal recht geben; du bist echt ganz schön neben der Spur heute."

„Ja, dafür kann doch aber ich nichts! Mach dafür bitte Draco, Seamus und Blaise verantwortlich." Beim Erwähnen, der letzten beiden Namen horchte Harry auf. Und nicht nur er.
"Hab ich da grad meinen Namen gehört?"

„Hi, Seamus.", begrüßten ihn Ron und Harry, wie aus einem Munde.

„Und, worüber wurde gesprochen?", er setzte sich mit einem Grinsen im Gesicht und, wie üblich zerzausten Haaren zu seinen Freunden. Mit der ungezähmten Frisur konnte er Harry langsam schon Konkurrenz machen, auch wenn diese Unordnung wohl eher auf Blaise zurückzuführen war und nicht auf die gewohnt unordentliche Struktur seiner Haare.

„Du und Blaise... ihr seht zusammen wirklich heiß aus.", meinte Ron ungerührt, entgegen seiner sonst so prüden Art. Seamus Augen traten ein klein wenig aus den Höhlen, als er sie überrascht aufriss.

„Was? Du hast uns... oh scheiße." Seamus huschte einiges an Reaktionen übers Gesicht, aber was am Ende Überhand gewann, war die Überraschung. Ron musste ein wenig schadenfroh grinsen. Harry hingegen beobachtete beide sehr genau. Es war doch wirklich ungewöhnlich. Normalerweise ließ Seamus sich nicht annähernd so schnell aus der Fassung bringen und Ron nahm alles Körperliche, zudem noch Gleichgeschlechtliche nicht auf die leichte Schippe. Zumal er auch sonst nie so einfach zugegeben hätte, wie heiß jemand bei einer bestimmten Tätigkeit aussah. „Heiß?", fragte Seamus ungläubig. Hatte er sich auch nicht verhört?

Ron kratzte sich nun etwas verlegen am Kopf. „Naja... ja."

„Also hast du nichts dagegen?"

„Nein, wieso sollte ich?"

„Nun ja... normalerweise nimmt man es nicht einfach so hin, dass einer seiner Freunde- warte. Du auch, oder?" Die Absurdität dieses Gesprächs zauberte Harry ein Grinsen ins Gesicht. Zumal sich aber auch wirklich niemand traute, auszusprechen, was die beiden sprachlich so hübsch umgingen. Ron wurde jetzt wieder zum Alten und guckte dezent weg.

„Mehr, oder weniger...?", war seine Antwort, die doch mehr, wie eine Frage klang. „Ich weiß es ehrlich nicht, Seam." Seamus tat dies mit einer lockeren Handbewegung ab- auch er war wieder normal.

„Schon klar. Das kann man nicht einfach von jetzt auf gleich wissen."

„Danke." Es herrschte ein bedrückendes Schweigen, ehe sich jeder dazu entschied die Zeit besser dafür zu nutzen, etwas zu Mittag zu essen. Es würden jetzt noch Kräuterkunde mit den Hufflepuffs und Pflege magischer Geschöpfe erneut mit den Slytherins auf sie zu kommen. Warum ihr Stundenplan so slytherinlastig sein musste, wollte Ron nicht einleuchten. Früher hätte ihn das nur ein bisschen genervt, aber in seiner jetzigen Situation kam es einem Gerichtsprozess gleich. Diese Spannung, die jedes Mal in der Luft lag, wenn Rons und Dracos Blicke sich aus Versehen kreuzten, war nahezu greifbar.

Sie hatten das Essen beendet und standen auf, um langsam aber sicher für Kräuterkunde auf die Ländereien zu gehen. Hermine war noch nicht wieder aufgetaucht.

„Meinst du, ich sollte sie in der Bibliothek suchen gehen?", fragte Ron Harry unsicher. Sei bester Freund schien sich ja tausendmal besser mit Mädchen auszukennen, als er selbst. Harry schüttelte nur den Kopf.

„Ich denke, du wärst der Letzte, den sie jetzt sehen will. Außerdem wird sie, so wie ich unsere Mine kenne schon im Gewächshaus sein." Harry behielt Recht. Als sie im Gewächshaus angekommen waren saß da bereits eine immer noch wütend aussehende Hermine, vertieft in ihre Lektüre. Ron war es unerklärlich, wie jemand die Ausdauer haben konnte, den lieben, langen Tag zu lesen, zu lernen und mädchenhaft zu sein. Nun gut, Letzteres war für Mädchen wohl keine schwere Aufgabe, aber dennoch erstaunte es Ron. Ohne noch einmal Harry, den „Frauenkenner" zu fragen, ging Ron auf Hermine zu.

„Hey... ähm, Mine? Ich gehe mal davon aus, dass du noch sauer auf mich bist... äh, aber würde es dir was ausmachen, w-wenn wir nach dem Unterricht mal reden? Also... naja, nur du und ich?" Hermine blickte von ihrem Buch auf in das verängstigt wirkende Gesicht von Ron. Es war ein Anblick für die Götter, wie er da stand, eingeschüchtert, wie ein Kleinkind mit der Morgenröte auf seinen Wangen eingefangen und die Hände tief in die Hosentaschen gesteckt, als wären sie dort besser aufgehoben. Dieses Bild von Ron, das sich Hermine bot, war einfach entwaffnend und, obwohl sie eigentlich sauer auf Ron war, milderte es ihre Wut ungemein.

„Von mir aus.", meinte sie, dennoch kühl und Ron war extrem erleichtert, diesmal anscheinend nichts falsch gemacht zu haben.

„Danke... ich... werd dann mal wieder zu Harry... ähm." Ron wirkte etwas unbeholfen und zeigte in Richtung Harry. Hermine nickte nur und Ron entfernte sich, stolperte über eine Wurzel und kam peinlich berührt bei seinem besten Freund an. Dieser erwartete ihn grinsend. „Sag nichts, Harry." Der Schwarzhaarige räusperte sich.

„Ron, mein Freund, das war jämmerlich."

„Du hattest es nicht bleiben lassen können, oder?"

„Nein." Ron schnaubte missbilligend. Seamus hatte den Anstand, sich seinen Kommentar und das Grinsen zu verkneifen und Harry sagte auch nichts mehr.

Der Rest der Hufflepuffs und Gryffindors fand sich langsam ein und auch Mrs. Sprout beehrte die Schüler mit ihrer Anwesenheit. Neville hatte sich vorher exzellent auf diese Stunde vorbereitet und konnte bei der netten, pummligen Lehrerin punkten. Die einzige, wirkliche Stärke, die Neville besaß, lag ja auch bei Kräuterkunde. Immer, wenn Ron zwischendurch nicht aufgepasst hatte, half Neville ihm schnell, alles aufzuholen, was er versäumt hatte. So überstand Ron die Stunden ohne Zwischenfall und konnte sich mental auf seine Konversation mit Hermine vorbereiten. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte die Doppelstunde Kräuterkunde endlos lang sein können, aber es ging natürlich nicht nach ihm und so ertönte nach einer Weile das laute Glockenklingen vom Schulgebäude her. Alle streiften die Drachenlederhandschuhe ab, nahmen ihre Taschen und gingen zu ihrem nächsten Unterricht. Ron ließ sich absichtlich mehr Zeit, als die anderen und hoffte insgeheim, dass Hermine, wie alle anderen auch einfach vorgehen würde, doch sie hatte Rons Bitte um eine Konversation nicht vergessen und wartete vor dem Gewächshaus auf ihn.

„So Ron, hier bin ich." Angesichts der Tatsache, dass die beiden schon seit Mitte des ersten Schuljahres miteinander befreundet waren, herrschte eine ziemlich angespannte Stimmung, was nicht zuletzt daran lag, dass Ron und Hermine sich in den letzten Tagen immer öfter angezickt hatten.

„Genau. Danke, dass du das machst." Hermine nickte nur, wie sie es immer tat, wenn sie nicht in der besten Stimmung war. Sie war auch nicht gerade darauf erpicht, sich jetzt mit dem Rothaarigen zu unterhalten, aber ebenso wenig wollte sie, dass dieses momentan doch sehr komische Verhältnis zwischen ihnen ungeklärt blieb.

„Also, worüber wolltest du mit mir reden?", fragte sie, nachdem Ron schon über eine Minute geschwiegen hatte. Als ob sie das nicht schon wüsste, dachte er sich grimmig.

Ron zwang sich, geradeaus in Hermines Augen zu gucken und endlich mit Sprechen anzufangen. „Ich wollte diese ganze Sache mit mir und Malfoy und dir klären. Ich weiß, ich habe dir gesagt, dass ich eigentlich in dich verliebt bin, aber die Handlungen der letzten Tage liefen mehr darauf hinaus, mit Malfoy zusammenzukommen und du hast dazu auch beigetragen... Um das alles wirklich klären zu können, wäre es ziemlich hilfreich, wenn ich wüsste, in wen ich jetzt überhaupt verliebt bin."

„Gut. Aber wieso willst du dich dann jetzt schon mit mir unterhalten, wenn du es doch noch nicht weißt? Ich zumindest kann dir diese Frage nicht beantworten." Ron fühlte sich von dieser Logik überrumpelt. Daran hatte er bis jetzt tatsächlich noch keinen Gedanken verschwendet. Er hatte nur darüber nachgedacht, ein klärendes Gespräch mit Hermine zu führen. „Sag nicht, du hast das nicht in deine Überlegungen mit einbezogen, Ron! Sag mal, denkst du überhaupt nach, ehe du handelst? Du kannst doch nicht versuchen, dich mit mir wieder gut zu stellen und alles aus der Welt zu schaffen, ohne davor die Gegebenheiten festzustellen." Hermine wurde zusehends genervter von Ron. „Diese Konversation ist demnach ziemlich sinnlos. Wenn ich dann jetzt frei wäre, zu gehen."

„Nicht. Hermine. Wenn wir schon nicht darüber reden können, dann doch über etwas anderes."

„Ach und über was, bitteschön? Alles, was innerhalb der letzten zwei Tage passiert ist, ist doch eh mit Malfoy verstrickt."

„Würdest du meine Gefühle erwidern können?" Es war das erste mal, dass Ron Hermine mit etwas überrascht hatte. Sie machte den Mund auf... und schloss ihn wieder um ihn dann nochmals zu öffnen.

„Ich... ich weiß es nicht."

„Hast du nicht mal eine Tendenz zu Ja, oder Nein? Es wäre recht hilfreich...", hinterfragte Ron wenig taktvoll, wie so oft. Hermine konnte ihn nur verständnislos angucken.

„Nein, Ron. Obwohl, wo du mich schon so feinfühlig fragst, würde ich meinen, die Tendenz liegt eindeutig bei Nein! Du schaffst es einfach nicht, höflich zu sein, oder? Bei Merlins Bart!"

„Das wirst du mir ewig vorhalten, oder? Ich weiß, es ist wahrscheinlich unangenehm, jedes mal von mir unsensibles Zeug zu hören, Hermine, aber so bin ich nun mal. Hermine, ich hab mich doch auch damit abgefunden, dass du Harry und mich bemutterst, oder, dass du andauernd irgendwelche neunmalklugen Sachen sagst. Wenn ich es schaffe, dir nicht immer wieder vorzuhalten, was mich an dir stört, könntest du es doch auch versuchen, oder?"

„Ronald! Es ist wirklich ein Unterschied, ob dich jemand nur nervt, oder dir etwas Verletzendes sagt! Und seit wann bemuttere ich euch denn bitteschön?"

„Schon immer. Hermine. Du machst das rund um die Uhr. Du sagst uns, wann wir Hausaufgaben machen müssen, dass ich meiner Mutter mal wieder einen Brief schicken könnte, dass Harry Okklumentik besser lernen muss, dass ich mir die Ohren mal wieder waschen sollte, dass wir nicht pünktlich genug aufstehen und zum Frühstück in die Halle kommen, dass wir unsere Freizeit nicht mit Entspannen, sondern Lernen verbringen sollen. Das ist wirklich nicht angenehm und noch schlimmer ist, dass du es anscheinend nicht einmal mitbekommst." Hermine war mehr, als beleidigt.

„Als ob das eine Entschuldigung dafür wäre, dass du andere, insbesondere mich immer so grobschlächtig behandelst."

„Hermine, du bist die einzige, die sich damit nicht abfinden kann. Harry und alle anderen nehmen es mit einem resignierten Lächeln hin, wenn ich mal wieder grobschlächtig war, nur du bist sofort gekränkt und hältst es mir vor."

„Weil ich jedes mal die Hoffnung habe, dass es dich lehrt, damit aufzuhören, unsensibles Zeug zu sagen."

„Hermine, das kannst du nicht ausbessern. Es ist eben ein Reflex von mir, einfach zu reden. Nicht mal du kannst alles und jeden zu deinen Gunsten verändern, Hermine."

„Hör auf, andauernd meinen Namen zu nennen, verflucht, ich weiß, wie ich heiße. Du machst mich noch wahnsinnig!" Es herrschte eine bedrückende Stille, die nur von Hermines schwerem Atmen durchbrochen wurde.

Dieser Streit hatte Ron die Augen geöffnet. Er war wirklich nicht in Hermine verliebt. Eher... hatte er sie lieb. Wie man seine Mutter lieb hatte. Man schätzte, dass sie sich immer um einen sorgte und überall half, wo sie konnte. Das hieß nicht, dass er Hermine mit seiner Mutter gleichsetzte, aber hier auf Hogwarts nahm sie ihre Rolle ein. An Mollys Stelle stand Hermine und sorgte sich um ihn. Das, was den großen Unterschied für Ron darstellte, nicht in Hermine verliebt zu sein, war, dass ihm an Hermine der gewisse... sexuelle Reiz fehlte. Er mochte sie, wirklich gerne. So gern, dass er ihr normalerweise alle kleinen Fehler nicht vorhielt und auch so gern, dass er es hasste, sich mit ihr zu streiten und auf Kriegsfuß zu stehen, so gern, dass er sie am liebsten vor allen schlechten Einflüssen beschützen würde, aber es war nicht das Mögen, wie man seinen Beziehungspartner mögen sollte.

Ohne abzuwarten, wie wenig sie ihn im Moment leiden konnte, zog Ron Hermine in eine Umarmung, die sie nicht einmal halbherzig erwiderte.

„Was soll denn der Quatsch jetzt?", keifte sie los.

„Ich hab dich lieb Mine."

„Das ist doch jetzt wohl völlig aus dem Zusammenhang gerissen!" Sie klang extrem sauer. In ihrer Stimme lag ein hysterischer Ton, obwohl sie nicht mal sehr laut sprach.

Ron ließ Hermine wieder los und hatte einen besseren Blick auf ihre zusammengekniffenen Augen.

„Aber verstehst du denn nicht? Ich weiß es endlich! Ich bin nicht in dich verliebt! Ob ich es in Draco bin, tut grad mal nichts zur Sache, aber du bist es nicht, verstehst du? Ich hab dich eben lieb, wie ich Mum, oder Ginny lieb habe." Hermine schnaubte empört auf.

„Und darüber soll ich mich jetzt freuen, oder wie?" Ihr Gesicht hatte sich zu einer missbilligenden Miene verzogen.

„Naja... immerhin ist das jetzt geklärt." Statt ihm wieder vorzuhalten, was für ein ungehobelter Klotz Ron doch war, blieb Hermine einfach still. Sie sagte dazu gar nichts, sondern drehte sich um und ging davon.

Ron wusste die Reaktion weder als schlecht, noch als gut zu verbuchen. Anscheinend hatte sie eingesehen, dass es nichts nützen würde, Ron weiterhin auf seine schlechten Umgangsformen hinzuweisen, andererseits hatte dieser wortlose Abgang nicht gerade gutmütig ausgesehen. Es hatte sie eher noch wütender erscheinen lassen. Aber abgesehen davon, dass Ron nicht wusste, wie böse Hermine momentan auf ihn war, war er ziemlich erleichtert. Ein Mysterium hatte sich inzwischen für ihn geklärt. Waren immerhin nur noch ein paar weitere übrig.

Da Ron davon ausging, dass Hermine ihn erstmal nicht in ihrer Nähe haben wollte, lief er ein paar Meter hinter ihr her, ohne noch ein Wort zu verlieren.

Wütend stapfte Hermine voraus, zur Schülermenge vor Hagrids Hütte, stellte sich einfach neben Harry, sagte nichts, machte nichts.

„Mine? Ist alles okay? Du hast dich mit Ron unterhalten, oder? Was war los?" Harry fragte alles Mögliche, doch seine Freundin gab keine Antwort. Sie stand nur da und guckte jeden böse an, der es wagte, ihr ins Gesicht zu sehen. Man hätte meinen können, ihr böser Blick verlor mit der Zeit an Wirkung, aber er wurde nur mit jedem Mal Angst einflößender. Selbst vor Draco machte sie keinen Halt und blitzte ihn an. Dieser, als selbsternannter Meister der Wenn-Blicke-töten-könnten-Blicke ließ sich davon nicht einschüchtern und fuhr in seinen Gedanken fort. Mit Granger hatte er eh nichts am Hut, es sei denn, er hätte doch ein Verhältnis mit Ron begonnen, dann würde er auch ihr wohlmöglich öfter begegnen, aber so war es ja nicht. Sein Plan, Ron zu meiden verlief bis jetzt zwar nicht optimal, aber er gab sein Bestes. Nur leider hatte sich Snape seinem Vorhaben in den Weg gestellt, was es betraf Ron so wenig, wie möglich zu sehen und erst recht nicht auf ihn zu reagieren. Der werte Hauslehrer von Slytherin musste ausgerechnet heute Abend mehreren Schülern Hausarrest erteilen, sodass Draco nun die Aufsichtspflicht für Ron übergeholfen bekommen hatte. Seine Aufgabe, als Vertrauensschüler zu fungieren brachte zwar so einige Privilegien und Vorzüge mit sich, doch er würde lieber wieder in die erste Klasse gesteckt werden, als für Ron Aufsicht spielen zu müssen. Draco ging jede Wette ein, dass Ron es nicht passen würde, wenn er herausfand, wer heute Abend an Stelle von Snape das Nachsitzen überwachte. Aber er war entschlossen, auf nichts einzugehen, was der Rothaarige ihm sagte. Ron würde ja wahrscheinlich nicht noch einmal den Schritt wagen, Draco zu küssen, insofern hatte dieser schon eine Sorge weniger. Vielleicht würde er auch aus Versehen das Nachsitzen zu früh beenden, oder Ron kurz alleine lassen, sodass der sich schnell aus dem Klassenraum verziehen konnte.

War das nicht extrem feige? Dem Problem die ganze Zeit auszuweichen? Nein. Es war eben seine Methode, Dinge aus der Welt zu schaffen. Wenn man sie lang genug ignorierte, gingen sie einem von selbst aus dem Weg, ohne weiteres Zutun. Natürlich ließ sich diese Theorie nur an Personen, oder Tiere anwenden. Wenn er irgendwann ein Mal, und das war äußerst unwahrscheinlich, Geldprobleme haben sollte, ließen die sich nicht einfach tot-ignorieren. Draco seufzte wehleidig und lehnte sich Gedanken versunken an die Wand von Hagrids Hütte. Blaise bemerkte das niedergeschlagene Verhalten seines besten Freundes und gesellte sich zu ihm.

„Denkst du über Ron nach?"

„Woher-?"

„Ich bin nicht blind Draco. Du weißt, dass ich gern beobachte, also ist es mir nicht entgangen, wie unser lieber Rotschopf sofort hinter dir her ist, als du beim Frühstück weg bist. Und kurz vor Zaubertränke saht ihr beide recht düster aus. Ach und nicht zu vergessen, dass Ronnie dich in Verwandlung andauernd angestarrt hat. Wenn ich mich nicht irre, waren die Blicke teilweise recht lüstern..."

„Schon gut Blaise, du kannst aufhören mit der Beweisführung."

„Wenn du meinst. Also, was ist los? Der Traum kann es nicht sein, von dem weiß Wiesel ja nichts."

„Sag nicht W- schon gut, vergiss es." Jetzt hatte er sich sicher verraten. Draco fluchte innerlich über seine Unachtsamkeit in den letzten paar Tagen.

„Was soll ich nicht sagen? Soll ich ihn nicht Wiesel nennen? Dir liegt also etwas an ihm..." Bei Blaise machte es klick. „Ooooohh, okay, ich denke, ich habe das Problem so ungefähr erfasst."

„Ganz ehrlich, das bezweifle ich."

„Nun, ich kenne nicht alle Einzelheiten, aber ich würde meinen, ich kann euer Verhältnis nachvollziehen. Du willst was von ihm und das weiß er auch, aber du lässt ihn jetzt glauben, dass er sich irrt." Draco würde es niemals zugeben, aber er beneidete seinen besten Freund ein wenig um die gute Kombinationsgabe.

„Blaise, ich wäre dir sehr verbunden, mich von diesem Thema zu verschonen."

„Es hat eh keinen Sinn, zu versuchen, sich mit dir zu unterhalten, wenn du nicht willst." Blaise seufzte einmal theatralisch und blieb dann stumm neben Draco stehen. Sie schwiegen die ganze Zeit über. Draco sprach nicht mal, um Hagrid zu beleidigen, oder Schüler herumzukommandieren, was sie tun sollten und was nicht. Ihm war einfach nicht danach, zu reden und so behielt er einfach seine Gefühlskalte Maske auf.

Der Unterricht zog sich langsam an ihm vorbei, bis er endlich gemeinsam mit Blaise, Crabbe und Goyle zurück ins Schulgebäude ging. Crabbe und Goyle hatten keine besonders große Lust, ihn in die Bibliothek zu begleiten, weshalb er sich allein dorthin begab. Blaise kam sowieso nicht mit, weil er sich um Finnegan kümmern musste.

Draco setzte sich mit einem beliebigen Buch in seine Lieblingsecke und schlief darüber hinaus ein, dass die Koboldkriege mehrere Generationen der Kobolde extrem beeinflusst hatten. Er verschlief es sogar, zum Abendessen zu erscheinen und kam gerade noch pünktlich zum Nachsitzens-Überwachen, wenn er sich jetzt beeilte dorthin zu kommen. Draco war mehr, als schlecht gelaunt, als er im Kerker ankam, aber wenigstens war er noch vor Ron erschienen.

„Malfoy, was machst du hier?" Und der Spaß kann beginnen, dachte sich Draco sarkastisch, ehe er Ron in den Raum hinein schob.


A/N: Und ich hab Recht behalten -hätte ich das letzte Kapitel erst hier enden lassen, wäre es vieeel zu lang geworden! Ich hoffe, der Storyverlauf kommt noch gut an :)

Liebste Grüße, SpinatKeks :D