Kapitel 9 ~Taking the next step~
Sam schloss erleichtert die Tür hinter sich. Wie sie die letzten Minuten auf dem Rückweg mit Jack überstanden hatte, konnte sie nicht mehr genau sagen.
Warum in Gottes Namen ist mir diese Bemerkung herausgerutscht?!
Fast hätten diese wenigen Worte ihren ganzen Plan durcheinander gebracht.
Okay, einen wirklichen Plan habe ich ja eigentlich gar nicht…
Zum Glück war Jack nicht wirklich auf die Situation eingegangen. Sein „danke" klang er zweifelt und überrascht.
Weiß er denn nicht, was ich für ihn empfinde???
Doch dann wurde der Zweifel von Schuldgefühlen verdrängt. Schuldgefühle wegen Pete. Er wusste immer noch nicht, was sie wirklich empfand. Dass ihre Liebe nur ein Trugbild ihres Herzens war. Sie ihn wahrscheinlich nie wirklich geliebt hatte. Konnte sie ihm das einfach so sagen? Einfach so…?
Einfach wird es bestimmt nicht.
Schließlich stieß sie sich von der Haustür ab und ging in die Küche. Jacke und Schuhe landeten auf dem Weg dorthin auf dem Boden. Fünf Minuten später saß sie erneut auf dem Sofa. Ein dampfender Kaffeebecher stand vor ihr. Und ein einziger Gedanke ließ sie grübeln.
Wie soll ich das nur alles hinter mich bringen???
Die Sonne schien durch das Fenster an dem er stand. In den letzten Tagen war Sam für Pete ein Rätsel gewesen. Ihr Bruder war tot. Ihr Bruder, sein Freund. Aber die Sorge um Sam hielt ihn davon ab, um Mark zu trauern.
Sam hatte sich verändert. Schon während des letzten Monats war sie ihm abwesend vorgekommen. Immer öfter hatte sie sich in ihre Arbeit vergraben und mehrere Verabredungen in einer Woche abgesagt. Zuerst hatte er an einen Engpass im SGC gedacht, aber mittlerweile war er sich nicht mehr sicher, ob es nicht vielleicht an ihm lag. Wich sie ihm absichtlich aus? Nutze sie nun die Tatsache, dass sie Zeit brauchte, um mit dem Gedanken ohne ihren Bruder leben zu müssen, klarzukommen, als Vorwand ihn nicht sehen zu müssen?
Was beschäftigte sie wirklich?
Das Klingeln seines Telefons riss ihn aus seinen Gedanken. Ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht, als er die Nummer auf dem Bildschirm erkannte.
„Sam?"
„Ja, ich bin es…", kam es vom anderen Ende der Leitung.
„Hey."
„Hey."
„Tut gut deine Stimme zu hören, Kleines."
„Ja, deine auch.", log Sam und konnte sich schon in derselben Minute dafür schlagen. Sie wollte reinen Tisch machen, und stattdessen log sich ihn weiter an.
„Pete, ich muss mit dir reden. Kann ich vorbeikommen?"
„Ja, natürlich. Ich kann aber auch kommen, dann brauchst du nicht los."
„Nein...ehm…ich. Ich komme besser vorbei."
„Okay, wie du willst."
„Gut. Bis dann."
„Bis dann meine Kleine.", damit legten beide auf. Pete freute sich, dass sie sich endlich gemeldet hatte, während Sam erleichtert ausatmete. Der Anruf war ihr leichter gefallen, als sie erwartet hätte. Der erste Schritt war getan.
