Disclaimer: Alle Figuren gehören nicht mir (außer Samantha), sondern Joanne K. Rowling. Ich leihe sie mir lediglich aus und möchte auch kein Geld mit ihnen verdienen.
Anm. d. Autorin: Es tut mir leid! Leider musstet ihr etwas länger auf dieses Kapitel warten. Aber nun ist es endlich da und ich hoffe, ihr habt soviel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben. Das vierte Kapitel wird auch bald kommen! Bitte schreibt mir ruhig mal eine Review! *grins*
Kapitel III
Fußball und Todesser
Seit Sirius' Verhaftung sind fast zehn Jahre vergangen. Jahre, in denen sehr viel passiert war. Samantha war nun zehn Jahre alt und zu einer aufgeschlossenen und hübschen Hexe herangewachsen. Ihre metamorphmagischen Fähigkeiten hatten sich nicht weiter entwickelt, weshalb sie sich lediglich auf ihre Haare auswirkten. Aber Sam mochte ihre Fähigkeit sehr und so änderte sie ihre Haarfarbe und ihre Frisur so oft sie wollte.
Aufgrund der Tatsache, dass sie wirklich sehr schnell lernte, hatte sie schon insgesamt drei Klassen überspringen können. Zwei davon in der Grundschule. Dies führte allerdings dazu, dass sie nun die jüngste in ihrer Klasse war und keinen Anschluss an ihre Kameraden fand. Während sich diese jungen Teenager schon für Schminke, Handtaschen und Jungs interessierten, konzentrierte sich Samantha lieber aufs Lernen. Aber das machte der jungen Hexe nichts aus, denn viel Freizeit für Freunde hatte sie nicht. Neben der Schule bekam sie auch Zauberunterricht von Remus und in ihrer spärlichen Freizeit, die noch übrig blieb, hatte sie eine Vorliebe für Fußball entwickelt.
Doch nun hatte sie endlich Ferien. Eine Zeit, die sie wirklich besonders genoss, denn sie konnte endlich einmal lange ausschlafen. Wenn sie zur Schule früh aufstehen musste, war sie stets ein übelgelaunter Morgenmuffel, doch in den Ferien konnte man sie auch beruhigt mal wecken, so lange dies nicht zu einer Gewohnheit wurde.
Vorsichtig öffnete Remus die Tür zu Samanthas Zimmer und lugte durch den kleinen Spalt hinein. Die Jalousien waren noch heruntergelassen und ließen etwas Licht hindurch. Samantha lag in ihrem großen Bett und schlief noch fest. Ihre Decke hatte sie weggestrampelt und war auf dem Boden gelandet. Sie selbst lag quer im Bett, während ihr Kopf gemütlich auf dem Kissen thronte. Leise schnarchte Samantha beim Einatmen und ließ dann die Luft ruhig wieder hinaus. ‚Das Schnarchen hat sie sicher von Sirius geerbt', dachte Remus schmunzelnd bei sich. Dann trat er leise in das Zimmer und ging hinüber zu den großen Fenstern, um die Jalousien hochzuziehen. Sam reagierte auf den plötzlichen Lichteinfall nur mit einem kurzen Aufschnarchen und drehte lediglich den Kopf zur Seite.
„Na warte, junge Dame", murmelte Remus mit einem frechen Grinsen. Mit seinem Zauberstab beschwor er etwas kaltes Wasser in ein leeres Glas. Dann schlich er vorsichtig an Samanthas Bett und kippte das Wasser über ihrem Gesicht aus. Erschrocken riss das junge Mädchen die Augen auf und zog die Luft scharf ein. „Guten Morgen", sagte der Werwolf nüchtern und stellte das leere Glas auf das Nachtschränkchen. „Morgen? Wie spät ist es denn?", fragte sie, nachdem sie sich wieder gefasst hatte und suchte nach ihrer Decke, um sich ihr Gesicht damit abzutrocknen.
Remus reichte ihr ein Handtuch, welches auf dem Boden gelegen hatte. Sowieso sah ihr Zimmer aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen und missmutig ließ er den Blick schweifen. Samantha schnüffelte kurz an dem Handtuch und verzog kurz das Gesicht. Schließlich befand sie es doch als gut genug und trocknete sich ab. „Wann willst du denn deinen Saustall hier aufräumen?", fragte Remus vorsichtig.
Entsetzt sah das junge Mädchen ihn an. „Saustall? Das ist Kunst", entgegnete sie und heimste sich dafür einen strafenden Blick von ihrem Onkel ein. „Kunst ist etwas anderes. DAS HIER ist ein Chaos!", erwiderte Remus und wies dabei auf den Fußboden, auf welchem getragene und nicht getragene Kleidungsstücke herumlagen, verschiedene Bücher und Schulutensilien und ihre Sportsachen. „Aber du weißt doch: nur kleine Geister halten Ordnung, das Genie überblickt das Chaos." Damit hatte sie ihn. Remus schmunzelte. Dann hob er eine alte Socke vom Boden auf und warf sie seiner Patentochter ins Gesicht.
„Na los, steh jetzt auf. Nur weil du Ferien hast, heißt das nicht, dass du deine Arbeiten vernachlässigen kannst", mahnte Remus. Samanthas Blick fiel auf den Wecker neben ihrem Bett. Erschrocken darüber, wie spät es schon war, sprang sie auf. „Oh man! Es ist ja schon elf! Ich komme zu spät zum Turnier!", rief sie laut aus und ging zu ihrem Kleiderschrank. Mit zwei Griffen zog sie sich frische Unterwäsche, ein T-Shirt und eine kurze Hose heraus.
„Bevor du zu deinem wichtigen Spiel gehst, erledigst du deine Hausarbeiten, junge Dame!", gab Remus streng zu verstehen und hob dabei ein paar Wäschestücke vom Boden auf, die reif zum Waschen waren. „Kann ich dabei zaubern?", fragte Sam mit einem breiten Grinsen. „Aber nur, weil du sonst wieder ohne etwas zu essen zum Sport verschwindest", antwortete ihr Patenonkel und sie verschwand fröhlich summend im Badezimmer.
Nachdem sie ausgiebig geduscht hatte, schwang sie ihren Zauberstab, um das Badezimmer sauber zu bekommen. Leider beherrschte sie noch nicht genügend Zauber für alle Aufgaben, weshalb sie die Toilette mit der Hand putzte und auch den Boden selbst wischte. Danach räumte sie noch ihr Zimmer auf.
Fröhlich vor sich hin pfeifend rannte sie in die Küche, nachdem sie all ihre Aufgaben erledigt hatte. Remus hatte ihr schon ein paar Pancakes gemacht und genüsslich aß Samantha. Ihre Haare waren heute leuchtendblau.
„Wann fängt euer großes Spiel denn eigentlich an?", fragte Remus vorsichtig und packte inzwischen ihre Sporttasche. „Um 15 Uhr geht's los. Aber wir wärmen uns ja noch auf", erklärte Sam mit vollem Mund. Sie griff nach ihrem Kakao und nahm einen großen Schluck. Danach schnappte sie sich ihre Sporttasche, verabschiedete sich kurz von ihrem Vormund und rannte zum Sportplatz.
Es war das letzte Turnier vor der Sommerpause und alle waren schon etwas nervös. Samantha lief gerade ihre zweite Runde um den Sportplatz, um sich aufzuwärmen. Dabei lief sie etwas schneller als sonst, denn sie wusste, dass sie nach der Ferienpause eine ganze Weile brauchen würde um wieder diese Kondition zu erhalten. Viel zu gerne legte sie sich in den Ferien auf die faule Haut. Und dann gab es da auch noch dieses Teufelszeug, genannt Schokolade. Sie konnte einfach nicht die Finger von dieser braunen Köstlichkeit lassen.
Die gegnerische Mannschaft stellte sich bereits auf und Sam beendete ihr Aufwärmtraining und gesellte sich zu ihren Teamkollegen. Diese waren schon sehr nervös. Schließlich würden sie in den nächsten Minuten auf ihren Nemesis treffen. Die Mannschaft nannte sich selbst „The Sharks" und war bisher unbesiegbar gewesen. Die „Dragonflys" waren ebenfalls sehr gut, allerdings endete ihre Gewinnstrecke immer bei den „Sharks".
Samantha liebte Fußball einfach. Seit drei Jahren spielte sie bei den „Dragonflys" aktiv mit und mit jeder Saison stieg ihre Begeisterung. Leider war sie nicht besonders gut darin, Tore zu schießen, weshalb sie diese lieber verhinderte und in der Abwehr spielte.
Während des Turniers bemerkte die junge Hexe plötzlich, dass Remus am Spielfeldrand stand und sie beobachtete. Trotz des warmen, sonnigen Wetters trug er einen Pullover und eine lange Hose. Er winkte ihr zu, als er bemerkte, dass sie ihn entdeckt hatte. Fröhlich lächelnd winkte Sam zurück. Dennoch war sie verwundert. Es war eine Seltenheit, dass Remus zu ihrem Training kam. Er kam ja normalerweise noch nicht einmal zu ihren Spielen. Denn er interessierte sich einfach nicht für „Muggelsport", wie er es nannte. Wenn Samantha im Fernsehen die Welt- oder Europameisterschaft verfolgte, verkroch er sich immer in sein Zimmer und las in aller Ruhe ein Buch.
Um den Fernseher hatte Sam auch sehr lange betteln müssen. Erst als die Verkäufer im Elektroladen um die Ecke sich beschwerten, dass sie doch nicht ständig zum Fußballgucken in den Laden kommen könnte, kaufte er ihr schließlich einen.
Auch dieses Mal gingen „The Dragonflys" nicht als die Gewinner vom Platz. Trotzdem war die Mannschaft mehr als zufrieden. Sie waren nicht kampflos untergegangen und hatten sich bis zum Schluss ein spannendes Spiel geliefert. Dennoch gewannen die Sharks mit drei zu zwei.
Nach einer aufmunternden Rede, wünschte der Coach einen schönen Sommer und entließ die Mädchenmannschaft zum Duschen. Samantha war unzufrieden. Hätte sie besser aufgepasst und nicht soviel darüber nachgedacht, warum ihr Onkel am Spielfeldrand stand, hätte sie das dritte Tor verhindern können.
Schließlich gewöhnte sie sich an den Gedanken, wieder einmal verloren zu haben und genoss stattdessen den warmen Wasserstrahl auf ihrer Haut nach dem Sport. Sie mochte das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Nachdem sie fertig und wieder angezogen war, ging sie mit ihrer großen Sporttasche direkt zu Remus. Dieser wartete schon etwas ungeduldig vor den Umkleidekabinen, denn Sam hatte sich besonders viel Zeit gelassen. „Huhu!", grüßte sie ihn fröhlich. „Hey, meine kleine! Bereit für die Ferien?", fragte er mit einem Lächeln. Trotzdem die Sonne direkt auf ihn schien, zeichnete sich keine Schweißspur auf seiner Stirn ab.
„Na klar! Den ganzen Tag auf der Couch liegen, lesen, Fußball gucken und Schokolade futtern! Das ist der Traum eines jeden Kindes", erklärte sie mit einem breiten Grinsen und hakte sich bei ihrem Onkel unter. Durch den Stoff seines Pullovers spürte sie, wie abgemagert er war. Remus war nie ein besonders guter Esser gewesen, aber heute schien er ihr besonders dürr zu sein. Besorgt überlegte Samantha, dass er sich wohl wieder über irgendetwas Sorgen machte.
„Wieso holst du mich eigentlich ab?", fragte sie nun endlich. Die Frage brannte ihr schon eine ganze Weile auf der Zunge. „Ich werde doch wohl meine Patentochter vom Fußball abholen dürfen", erwiderte er mit künstlich gekränkter Stimme. Samantha legte den Kopf schief und schien einen Augenblick darüber nachzudenken, bevor sie scherzhaft antwortete: „Nein, darfst du nicht!" „Oh, wenn das so ist, dann darf ich dich auch wohl nicht auf ein Eis einladen", entgegnete Remus ernst. Samantha fiel die Kinnlade runter vor Schreck. „Doch, natürlich darfst du mir ein Eis ausgeben. Das war doch auch gerade gar nicht so gemeint. Du bist doch mein Lieblingsonkel!", versuchte sie sich verzweifelt zu retten, doch Remus Lupin blieb weiterhin ernst und reagierte nicht auf das, was sie sagte. Irgendwann gab Samantha es auf. Offensichtlich war ihr Pate heute nicht für Scherze aufgelegt, was sie ziemlich traurig stimmte. „Ich mach doch nur Spaß! Im Park gibt es eine kleine Eisdiele, da gehen wir hin!", sagte er schließlich mit einem breiten Grinsen und seine Patentochter war sogleich wieder fröhlich gestimmt.
Im Park war es außergewöhnlich ruhig für diese Jahreszeit. Samantha vermutete, dass es wohl daran lag, dass schon viele in den Urlaub gefahren waren. Remus jedoch war sehr besorgt. Beinahe nervös blickte er sich im Park um, während sie weiter gingen. „Was ist los, Onkel Remus?", fragte Sam vorsichtig. „Ich weiß noch nicht! Hast du deinen Zauberstab dabei?", entgegnete dieser. Die junge Hexe nickte zur Antwort und holte ihren Zauberstab aus der Sporttasche. Mit zitternder Hand hielt sie ihn hoch. Langsam begann sie sich zu fürchten.
Remus packte Samantha am Arm und ging etwas schneller. Mit ihrem Zauberstab in der Hand zog sie ihre Sporttasche fester an sich. Sie hatten schon fast den halben Park hinter sich gebracht, als Remus abrupt stehen blieb. Sam wäre gefallen, hätte er sie nicht fest gehalten.
Vor ihnen war eine kleine Gruppe schwarz gekleideter Menschen aufgetaucht. Sie alle trugen weiße Masken, die ihre Gesichter verbargen. „Ich wusste gar nicht, dass der Zirkus in der Stadt ist", rief Sam aus und versuchte damit ihre Angst zu unterspielen. In ihrer Stimme lag ein verächtlicher Unterton. Sie wusste genau, was für Menschen das waren. Oft genug war sie von Remus oder ihren Verwandten vor ihnen gewarnt worden. Es waren Todesser. Anhänger des dunklen Lords.
„Du solltest besser deine Zunge hüten und weiter gehen", sprach einer von ihnen. Dessen Haar war schulterlang und silbrigblond. Seine Stimme war beinahe ölig. „Lucius, ... was willst du?", fragte Remus ernst und schob Samantha vorsichtig hinter sich. Der Angesprochene zog seinen Zauberstab und mit einem eleganten Schwung ließ er seine Maske verschwinden. Für einen Moment faszinierte dieser Mann die junge Sam. Doch schnell wurde sie sich seiner Identität wieder bewusst. „Es ist nun zehn Jahre her, seit der dunkle Lord verschwand und Harry Potter wird bald elf Jahre alt. Ich habe mich gefragt, ob er es wagt, nach Hogwarts zu gehen", sprach Lucius weiter. In seiner Stimme klang etwas bedrohliches mit. „Selbst wenn ich es wüsste, würde ich es dir nicht sagen", antwortete Remus und sein Werwolf hallte in der Stimme mit. Samantha erschauderte. Noch nie hatte sie ihren Patenonkel so wütend erlebt.
„Nun, das ist natürlich sehr schade. Aber ich denke, dass sich mein Sohn wohl mit Vergnügen um ihn kümmern wird", entgegnete Lucius und lächelte selbstgefällig. Schwungvoll streckte er seinen Zauberstab gen Himmel und rief: „Morsmordre!" Am Himmel erschien ein Wolkengebilde, welches einen Totenkopf darstellte um dessen Augenhöhlen und Mundhöhle sich eine Schlange wand. Im nächsten Moment waren die Todesser verschwunden.
Samantha bekam es mit der Angst zu tun. Von überall her traten Stimmen an ihr Ohr, die laut um Hilfe schrieen. Vermutlich aus Furcht vor dem Bild, welches sich am Himmel bot. Remus hob seinen Zauberstab gen Himmel und rief so laut er konnte: „Finite!" Im nächsten Augenblick verschwand das Dunkle Mal vom Himmelszelt. Dann packte der Werwolf seine Patentochter und rannte mit ihr nach Hause.
