Disclaimer: Die Figuren gehören nicht mir, sondern Joanne K. Rowling (außer Samantha ;) ). Ich leihe sie mir lediglich aus und möchte auch kein Geld mit ihnen verdienen.
Anm. d. Autorin: Hier ist nun auch Kapitel sechs. Endlich wird's spannend, denn Samanthas Leben ändert sich nun vollkommen. Ich freue mich schon auf Reviews und wünsche viel Spaß beim Lesen! :)
Kapitel VI
Veränderungen
Schwarze Nacht. Graue Mauern. Das hysterische Lachen eine Frau. Verwirrt sah sich Samantha um und drehte sich dabei im Kreis. „Wo bin ich?", fragte sie laut und ihre Stimme hallte von den Wänden wieder. Es roch modrig und nach alter Erde. Sie griff an ihren Hosenbund und erschrak. Ihr Zauberstab war weg. Laut hörte sie ihr Herz in der Dunkelheit pochen. In ihren Ohren rauschte es. Langsam und vorsichtig tastete Sam sich an eine Wand und ging diese entlang.
Nach einiger Zeit entdeckte sie ein Licht. Es war nur sehr klein, aber ein Hoffnungsschimmer. Vorsichtig und mit immer lauter pochendem Herzen ging sie auf dieses Licht zu. Endlich kam sie in einen kleinen Raum. Die Decke war sehr niedrig und selbst Samantha musste mit ihren ein Meter sechzig den Kopf einziehen. Geduckt ging sie weiter in den Raum hinein. Der Boden war verdreckt. In einer Ecke lag ein Haufen mit schimmeligem Brot. In einer anderen Ecke lag ein Mann. Die Beine hatte er bis an sein Kinn angezogen. Die Augen waren geschlossen. Seine schulterlangen, schwarzen Haare waren verfilzt und sahen aus, als wären sie seit Jahren nicht mehr gekämmt oder gewaschen worden. Vorsichtig ging Samantha näher auf diesen Mann zu. Aus irgendeinem Grund kam es ihr vor, als würde sie ihn kennen. Tief in ihrem Herzen spürte sie das.
Zitternd streckte Samantha eine Hand aus. Sie wollte ihn berühren. Ihm Trost schenken. Hinter ihr öffnete sich eine Tür und bevor sie die Schulter dieses Mannes anfassen konnte, wirbelte sie herum und sah einen Dementor vor sich. Sie wollte schreien, doch kein Ton drang aus ihrer Kehle. Der Mann auf dem Boden wurde wie durch Zauberhand hochgerissen und hinausgeführt. Mit hängendem Kopf ging er an ihr vorbei.
Langsam und mit ein wenig Abstand folgte Sam dem fremden Mann und dem Dementor. Erst jetzt fiel ihr auf, dass dieses Wesen keinen Einfluss auf sie hatte. Der Fremde ging in einen kleineren Raum. Bevor er die Tür schloss, winkte er Samantha an sich heran. Irritiert schlich sie an dem Dementor vorbei und ging in den Raum. Es war ein kleines Badezimmer mit Waschbecken und Toilette und einer kleinen Dusche. Angewidert rümpfte die junge Hexe die Nase. Alles war dreckig und stank widerlich.
Samantha drehte sich um zu dem fremden Mann. Woher kannte sie ihn nur? Er sah ihr tief in die Augen. Mit einer Handbewegung wies er sie an, leise zu sein. Zaghaft nickte Sam. Dann verzerrte sich sein Gesicht zu einer grausamen Grimasse. Entsetzt legte die Hexe ihre Hand auf ihren Mund, um nicht laut aufzuschreien. Seine Haare wuchsen. Sein Mund und seine Nase wuchsen merkwürdig nach vorne und zu einer Schnauze. Er krümmte sich, ging auf alle viere. Seine Hände und Füße schrumpften ein und wurden zu schwarzen Pfoten. Sein ganzer Körper verformte sich und war übersät mit schwarzen Haaren. Plötzlich stand kein Mann mehr vor Samantha, sondern ein schwarzer Hund. Zähnefletschend sah er sie an. Sie wollte schreien, wegrennen, irgendetwas tun, doch sie konnte nicht. Wie in eine Salzsäule erstarrt, stand sie da und konnte sich nicht rühren.
Mit einem Satz sprang er auf sie zu und landete auf dem geschlossenen Toilettendeckel. Knurrend schob er das kleine Fenster darüber auf. Dann sprang er hinaus. Endlich konnte auch Sam sich wieder rühren und sprang zum Fenster. Entsetzt sah sie mit an, wie der Hund mehrere Stockwerke tief fiel und schließlich ins Meer stürzte. „Vater!", schrie Samantha laut dem Hund hinterher.
Mit einem erstickten Aufschrei und schweißgebadet erwachte Samantha Black aus ihrem Albtraum. Verwirrt blickte sie sich in ihrem Zimmer um. Die Uhr auf ihrem Nachtschränkchen zeigte an, dass es schon bald Zeit war, zu Mittag zu essen. „Schon wieder dieser komische Traum", murmelte sie leise und warf ihre Decke zur Seite, „vielleicht sollte ich wirklich mal mit Onkel Remus darüber sprechen."
Nach dem Aufstehen gönnte sich Sam eine besonders lange Dusche. Warm prasselte das Wasser auf ihren Körper hinab und sie spürte, wie die Spannungen von ihrem Körper abfielen. Zum Einschäumen stellte sie das Wasser ab. Sie gönnte sich eine große Portion ihres Lieblinsshampoos, welches lieblich nach Rosen duftete, und schäumte sich ihre Haare ein. Während sie ihren Körper einseifte, dachte sich noch einmal über diesen Traum nach. Sie hatte den fremden Mann ‚Vater' genannt. Aber woher sollte sie wissen, dass es ihr Vater war? Sie kannte ihn schließlich nicht. Sie wusste lediglich, dass er in Askaban eingesperrt worden war, wegen eines grausamen Verbrechens. Und Fotos hatte sie auch nie welche gesehen. Gedankenverloren bemerkte Samantha nicht, wie ihr langsam etwas Schaum in ihr Auge floss. Von dem plötzlichen Brennen wachgerüttelt, stellte sie das Wasser wieder an und wusch sich ab.
Während sich Samantha abtrocknete, besah sie sich in dem großen Spiegel, welcher an der Badezimmertür angebracht war. Sie war mittlerweile zwölf Jahre alt und eine hübsche junge Frau geworden. Ihre Brüste hatten schon eine kleine Wölbung und sahen, ihrer Meinung nach, sehr schön aus. Das einzige, was Sam an ihrem Körper störte, war, dass sie so klein war. Viele Mädchen in ihrem Alter waren schon ein Meter siebzig groß, doch sie dümpelte bei ein Meter sechzig rum. Fast wäre es deprimierend, würde sie nicht noch die Hoffnung haben, noch ein paar Zentimeter zu wachsen. Denn schließlich war sie gerade erst im Teenageralter angekommen und hatte somit noch viel Zeit.
Skeptisch drehte sich Samantha zur Seite und besah sich im Profil. „Was ist das denn?", rief sie empört aus und fasste sich an den Bauch. Vorsichtig streichelte sie darüber und bemerkte eine kleine Wölbung. „Ich sollte die Schokolade weg lassen", sprach sie zu sich selbst und betrachtete sich weiter im Profil. Einen Augenblick lang dachte sie darüber nach, was sie eben gesagt hat. „Ne.. lieber geh ich wieder öfter zum Sport", widersprach sie sich selbst. Nach einem weiteren forschenden Blick auf ihr Spiegelbild streckte sie diesem die Zunge raus und wandte sich schließlich ab.
Nachdem sich Samantha angezogen und ihre Frisur ihrem Outfit angepasst hatte, ging sie ins Wohnzimmer. Während sie durch den langen Flur ging, rief sie laut nach ihrem Onkel. „Onkel Remus? Du wirst nie glauben, was ich letzte Nacht geträumt habe. Da war dieser Raum und-.." „Ich kann das nicht machen, Professor!", hörte sie plötzlich laut und deutlich die Stimme ihres Onkels rufen. Er klang wütend und verzweifelt zugleich. Die junge Hexe presste sich an die Wand und lugte vorsichtig um die Ecke. Mit einem ausgestreckten Arm an den Kamin gelehnt starrte Remus ins Feuer. Offensichtlich sprach er gerade mit jemand über das Flohnetzwerk, doch Sam konnte von ihrer Position aus nicht erkennen, mit wem. „Remus, sie sind der einzige, dem ich diesen Posten, in der jetzigen Situation, anvertrauen möchte", sprach eine männliche Stimme. Sie klang rau und schon etwas älter. „Ich kann hier nicht einfach weg. Und außerdem, was werden die Eltern sagen, wenn sie erfahren, dass ihre Kinder von einem Werwolf unterrichtet werden?" Remus war nun lauter geworden. So wütend hatte Samantha ihren Patenonkel nicht mehr erlebt, seit sie den Todessern im Park begegnet waren. „Das lassen sie mal meine Sorge sein, Remus. An erster Stelle steht das Wohlergehen von Harry Potter. Ich bitte sie, kommen sie nach Hogwarts!" Die fremde Stimme hatte nun einen sanften und beruhigenden Klang angenommen. „Also gut, Professor. Ich werde nach Hogwarts kommen!" „Gut! Kommen sie einfach mit dem Zug am 1. September! Ich freue mich sehr, dass sie meiner Bitte nachkommen, Remus! Auf wieder sehen!" Ein lautes Knistern war zu hören, dann war es still. „Verdammt!", fluchte der Werwolf wütend auf und schlug gegen den Kaminsims. Dabei stieß er die kleine Vase runter, die Samantha in ihrem fünften Schuljahr im Töpferkurs für ihn gemacht hatte. Mit einem lauten Klirren zersprang die Vase in tausend Teile.
Schockiert versteckte sich Sam wieder hinter der Wand. Ihr Onkel hatte gerade zugestimmt, dass er nach Hogwarts gehen würde. Vielleicht würde er sie mitnehmen. Vielleicht würde sie dieses geheimnisvolle Hogwarts endlich kennen lernen. Würde Freunde in ihrem Alter finden und nicht welche, die schon zwei bis drei Jahre älter waren als sie. Doch was wäre, wenn er sie allein lassen würde. Wenn er allein nach Hogwarts gehen würde.
„Reparo", hörte sie ihren Onkel rufen. Ein paar kleine Klick-Geräusche machten deutlich, dass der Zauber wirkte und die Vase von Samantha wieder zusammengesetzt wurde. ‚Er darf nicht wissen, dass ich ihn belauscht habe', schoss es der Hexe plötzlich durch den Kopf. Einen Moment lang stand sie unentschlossen da und suche nach einem Ausweg. Dann ging sie einfach um die Ecke. „Guten Morgen, Onkel Remus!", rief sie gutgelaunt ins Wohnzimmer. „Morgen, Samantha", erwiderte der Werwolf ihren Ruf. Er sah sie nicht an, sondern konzentrierte sich lediglich darauf, die Vase wieder an ihren Platz zu stellen. Dabei ging er vor, als würde er ein hochexplosives Experiment vornehmen.
„Was gibt es denn zu Essen?", fragte Sam vorsichtig. Ihr Onkel zuckte lediglich mit den Achseln. Mit einem Seufzen wandte sie sich schließlich ab und ging in die Küche. Im Kühlschrank entdeckte sie einen großen Chinakohl und sie entschied, einen Wok zuzubereiten.
Resignierend setzte sich Remus auf die Couch. Seine Hände zitterten. Der letzte Vollmond war schon eine Woche her, doch momentan fühlte er sich, als wäre er erst in der vergangenen Nacht zum Werwolf geworden. Stumm starrte er auf seine Hände. Was sollte er nur tun? Wie sollte er Samantha das ganze bloß erklären? Seine Gedanken drehten sich im Kreis.
Mit einem stolzen Lächeln auf den Lippen deckte Samantha den Küchentisch. Das Gespräch, welches sie belauscht hatte, hatte sie fürs erste komplett aus ihren Gedanken verbannt. Momentan zählte nur eins für sie und das war was Vernünftiges zu essen. Sie hatte einen Bärenhunger. Außerdem wollte sie erst einmal versuchen, ihren Onkel aus der Reserve zu locken. Er sollte es ihr von sich aus erzählen und nicht, weil Samantha zufällig gelauscht hatte. „Onkel Remus, komm essen!", rief sie laut und füllte jedem eine große Kelle mit Wokgemüse auf den Teller. Remus setzte sich stumm an seinen Platz und starrte auf seinen Teller. „Guten Appetit", wünschte Sam und begann zu essen. Eine Weile stocherte ihr Onkel in seinem Essen herum. Dann schließlich aß er auch ein paar Löffel voll. Plötzlich legte er diesen wieder weg. „Es tut mir leid, Sam, aber ich muss mit dir sprechen", begann er mit zittriger Stimme. Sein Blick war voller Entschlossenheit, dennoch war ihm anzusehen, dass es ihm schwer fiel, die richtigen Worte zu finden. „Was ist los? Schmeckt es dir nicht?", fragte Sam vorsichtig. Eigentlich wusste sie schon, worüber er mit ihr sprechen wollte. In ihrem Hals bildete sich plötzlich ein dicker Kloß und auch sie gab es auf, weiter zu essen.
„Nein, das ist es nicht! Samantha, du wirst für eine Weile nach Ted und Andromeda ziehen! Ich habe dringende geschäftliche Dinge zu erledigen und du musst deine Schule beenden, weshalb du nicht mitkommen kannst!", erklärte Remus. Sam spürte, wie etwas in ihr zusammenbrach. Ihre Augen füllten sich mit heißen Tränen und ihr Herz raste vor Wut. Sie atmete tief durch und versuchte ihre Stimme unter Kontrolle zu bekommen. „Was... soll das heißen?", brachte sie schließlich heraus. „Das soll heißen, dass ich dich nicht mitnehmen kann!", versuchte er mit sanfter Stimme ihr zu erklären. Hätte sie das Gespräch mit dem fremden Professor nicht zuvor belauscht, hätte es vermutlich auch funktioniert, aber so nicht. „Du meinst, du willst ohne mich nach Hogwarts gehen", rief sie laut aus. Ihre Stimme zitterte. Heiße Tränen flossen ihre Wangen hinab und auf das frisch zubereitete Essen. „Woher..? Du hast wieder heimlich gelauscht, stimmt's?", entgegnete er und seufzte, „Samantha, Hogwarts ist kein Ort für dich!" „Wieso nicht? Hier ist doch auch kein Ort für mich! Ich habe keine Freunde und ich kann mit niemanden über Zauberei sprechen. Ich kann nicht einmal jemanden erklären, was mit meinen Haaren los ist!", brüllte sie wutentbrannt. Sie war mittlerweile aufgestanden. Dabei war ihr Stuhl umgekippt und lag nun auf dem Boden. „Samantha, bitte beruhige dich doch!", rief Remus etwas lauter, als er eigentlich wollte. Bei diesen Worten verfärbten sich ihre Haare in ein Feuerrot und standen wie eine Flamme zu Berge. „Samantha!", rief Remus noch lauter und stand nun ebenfalls auf. Er wusste genau, dass seine Patentochter in diesem Zustand unberechenbar sein konnte. Ihr Zauberkräfte waren noch nicht vollkommen ausgereift und bei ihrem letzten Wutanfall, hatte sie Remus die Schulter gebrochen und die Küche demoliert. Auch wenn dieser Zwischenfall schon fünf Jahre zurücklag, zog er vorsichtig seinen Zauberstab. Dann ging er langsam auf sie zu. „Bitte, Sam. Ich werde dir alles erklären", sagte er nun etwas sanfter. Vorsichtig berührte er ihren Arm. Schlagartig änderten sich ihre Haare in ein sanftes Himmelblau und fielen fließend über ihre Schultern.
Remus hob ihren Stuhl auf und sie setzte sich, am ganzen Leib zitternd. „Ich will doch nur wissen, warum, Onkel Remus", flüsterte sie matt. Ihr Onkel nahm sie vorsichtig in den Arm und strich ihr sanft über den Rücken. Obwohl dieses Mädchen schon in der elften Klasse war und sehr gut mit schwierigen Situationen, wie das bändigen eines Werwolfs, klarkam, war sie dennoch nur ein scheues Kind. Mit einem tiefen Seufzen löste Remus die Umarmung und sah in das verweinte Gesicht seiner Patentochter. „Dein Essen ist wirklich sehr gut, Sam. Aber was hältst du jetzt von einem großen Schokoladeneis?", fragte er leise und seine Patentochter nickte zaghaft.
Kurze Zeit später saß Samantha mit einem riesigen Schokoladeneis auf dem Schoß auf der Couch im Wohnzimmer und sah ihren Onkel erwartungsvoll an. Dieser hatte es sich in dem Sessel schräg gegenüber gemütlich gemacht. Mit einem tiefen Seufzen begann er schließlich. „Bevor ich deinen Vater kennen lernte, war ich sehr einsam in der Schule. Ich hatte keine Freunde, alle haben mich nur gemieden und hielten mich für seltsam. Dabei wussten die noch nicht einmal, dass ich ein Werwolf war. Ich kann mich noch heute sehr gut an diese Zeit erinnern. Auch an die vielen Hänseleien, denen ich zum Opfer fiel. Ich möchte nicht, dass es dir auch so ergeht." Einen kurzen Moment hielt Remus inne und seufzte schwer. Er musste sich zwingen, seiner Patentochter in die Augen zu sehen. „Wie du weißt, sitzt dein Vater in Askaban. Dein Vater hat vor zwölf Jahren dafür gesorgt, dass James und Lilly Potter von Du-weißt-schon-wen umgebracht worden sind. Er kannte ihren geheimen Aufenthaltsort und hat ihn verraten." Wieder seufzte er schwer. „Samantha, dein Vater ist vor zwei Tagen aus Askaban ausgebrochen." Entsetzt weiteten sich Sams Augen. „Professor Dumbledore glaubt, dass Sirius es nun auf Harry Potter abgesehen hat, um das zu beenden, was Du-weißt-schon-wer nicht beenden konnte!" Stumm hatte Samantha ihrem Onkel zugehört. Nur gelegentlich hatte sie mal genickt. „Du gehst also nach Hogwarts, um Harry Potter zu beschützen.", sagte sie leise und starrte auf ihr geschmolzenes Schokoladeneis. Remus nickte. „Dann muss ich wohl zu Tante Andromeda und Onkel Ted gehen", sprach sie weiter und sah auf. Sie lächelte verstehend, doch ihre Augen waren gezeichnet von tiefer Traurigkeit.
Die restliche Zeit bis zum 1. September verbrachten Remus und Samantha gemeinsam. Die Wohnung, in der sie wohnten, kündigte Remus zum 1. September und eine Woche vorher, brachten sie Sams Sachen nach Andromeda und Ted Tonks. Sie begrüßten das junge Mädchen mit offenen Armen. Zu ihrem Glück wohnten die beiden nicht sehr weit weg, sodass sie sich nicht an einer anderen Schule anmelden musste. Auch bei ihrem Fußballverein konnte sie bleiben. Nur bei ihrem Onkel nicht.
Die ganzen Ferien über hatte sie immer wieder einen Stich in ihrer Brust gespürt und nun, wo Remus jeden Augenblick zum Bahnhof fahren würde, war dieser Stich zu einem Bohren angeschwollen. „Samantha, pass immer gut auf dich auf. Und schreib mir, so oft du kannst. Lern fleißig und konzentriere dich ordentlich auf die Schule, vernachlässige aber nicht deine Zauberübungen", sagte Remus mit fester Stimme. Seine Hände ruhten auf Samanthas Schultern. „Natürlich, Onkel Remus! Schreib mir aber auch zurück und pass du auch gut auf dich auf!", flüsterte sie leise. Sie konnte nicht lauter sprechen. Der Kloß in ihrem Hals machte es einfach unmöglich. Hart kämpfte sie mit den Tränen. Liebevoll nahm Remus sie in seine Arme und drückte sie sanft an sich. Nach dieser Umarmung verließ er ohne ein weiteres Wort das Haus. Weinend rannte Sam in ihr Zimmer. Ihr Onkel war fort und sie wusste nicht, wann sie ihn wieder sehen würde.
