Disclaimer: Die Figuren (außer Samantha) gehören nicht mir, sondern Joanne K. Rowling. Ich verdiene kein Geld mit ihnen. Ich leihe sie mir lediglich aus.
Anm. d. Autorin: Hier ist endlich endlich Kapitel VII. dieses Kapitel hat mir ganz schön Bauchweh bereitet, weshalb es etwas länger gedauert hat. Ich wünsche euch dennoch viel Spaß beim Lesen.
Kapitel VII
Der Abschlussball
Unschlüssig stand Samantha vor dem Spiegel und betrachtete sich darin. Sie trug ein bodenlanges, königsblaues Abendkleid, welches einen leichten Ausschnitt hatte. Der Stoff schmiegte sich sanft an ihren Körper und brachte ihren wohlgeformten Busen und ihre schlanke Linie gut zur Geltung. Die gleichfarbige Stola fiel in sanften Wellen an ihrem Rücken hinab. Sie hatte etwa drei Wochen gebraucht, das passende Kleid für sich zu finden, zumal sie anfangs auch davon ausgegangen war, dass ein Kleid nicht zu ihr passen würde. Schließlich war sie nicht besonders groß, lediglich 1,60m und ihrer Meinung nach, waren solche Kleider eher was für Frauen mit langen, schönen Beinen. Bis sie mit ihrer Tante zusammen einkaufen war und dieses Kleid fand.
Eigentlich hatte Samantha schon vor über einer Stunde das Gefühl gehabt, dass sie bereit war für ihren Abschlussball. Doch je näher der Moment rückte, desto nervöser wurde sie. Sie hatte immer öfter in den Spiegel geblickt und nun war sie gar nicht mehr davon los zubekommen.
Passend zum Kleid trug sie dunkelblaue Schuhe, mit Absätzen. Den ganzen Nachmittag hatte sie die Schuhe getragen, um sie einzulaufen. Denn schließlich wollte sie an diesem Abend tanzen. Ihr Haar trug sie lang, jedoch hatte sie diese mit vielen kleinen Haarnadeln hochgesteckt und zwei Strähnen umrahmten in sanften Locken ihr Gesicht.
Während Samantha sich im Spiegel betrachtete, legte sie den Kopf schief, drehte sich einige Male zur einen Seite und dann wieder zur anderen. „Ich weiß nicht... irgendwas fehlt...", murmelte sie vor sich hin. „Ach quatsch! Du siehst großartig aus, Sam!", rief Sarah, Sams Klassenkameradin und eine gute Freundin, begeistert. Zwar war sie zwei Jahre älter als die junge Hexe, aber sie verstanden sich einfach super. „Was hat Daniel eigentlich gesagt, wann die Jungs uns abholen?", fragte Sarah und versuchte ihre Freundin so von ihrem Spiegelbild los zu reißen. „Um halb acht wollten sie hier sein", antwortete Sam und kontrollierte ihr Make-Up eingehend. „Dann sollten wir langsam nach unten gehen, denn es ist schon halb acht!", entgegnete Sarah.
Endlich konnte sich die Hexe von ihrem Spiegelbild losreißen. Nach einem kurzen Blick auf die Uhr, welche Sarahs Aussage bestätigte, gingen die Mädchen ins Wohnzimmer. Dort warteten Andromeda und Ted schon ganz gespannt und es verschlug ihnen beinahe den Atem, als sie ihre Nichte erblickten. „Du siehst großartig aus, Samantha!", rief Ted fröhlich lachend und machte ein Foto. Dazu benutzte er eine altertümlich wirkende Kamera, welche für den Blitz noch Schießpulver verwendete. Während Sarah das Gerät eher skeptisch betrachtete, wusste Samantha ganz genau, welche Art von Bildern es machte. Es war eine verzauberte Kamera, dessen Bilder sich bewegen konnten. Dies war auch der Grund, weshalb im Haus von Ted und Andromeda Tonks keine Bilder hingen, wenn Muggel zu Besuch kamen.
Nach vielen weiteren Fotos klingelte es an der Tür und die zwei Mädchen wurden von ihren Verabredungen zum Abschlussball abgeholt. Daniel begrüßte seine etwa zwei Köpfe kleinere Freundin mit einem sanften Kuss auf die Wange. „Du siehst wundervoll aus, Sam", hauchte er ihr sanft ins Ohr.
Der Abschlussball fand in der Sporthalle von Samanthas Schule statt. Eine Lifeband sorgte für die richtige Musik und die Hexe tanzte den ganzen Abend mit ihrem Freund. Ihr Freund. Vor drei Wochen war sie noch ganz allein auf dieser Welt gewesen. Sie hatte sich zwar schwer in diesen Jungen verliebt gehabt, hatte sich aber nie getraut, ihn darauf anzusprechen. Kurz nach den Abschlussprüfungen jedoch, hatte er dann sie angesprochen.
Gegen elf Uhr verabschiedeten sich Daniel und Samantha von ihren Freunden und verließen die Sporthalle. Der Vollmond schien hell am Himmel und wehmütig musste sie an Remus denken. Seit er nach Hogwarts gegangen war, hatte sie nichts mehr von ihm gehört. Aber sie schrieb ihm dennoch, so oft sie daran dachte. Vermutlich streifte er gerade, als Werwolf verwandelt, durch einen dunklen Wald oder war eingesperrt in einem Zimmer.
Sanft nahm Daniel Samanthas Hand und gemeinsam gingen sie über den Schulhof im Mondlicht spazieren. „Das war wirklich ein sehr schöner Abend", seufzte die kleine Hexe und sah verträumt zum Mond. „Er ist noch nicht vorbei", erwiderte der achtzehnjährige Junge mit einem verschmitzten Lächeln. Ohne ein weiteres Wort führte er seine Freundin in eine abgelegene Ecke hinter der Sporthalle.
„Ich habe noch etwas ganz besonderes mit dir vor, Samantha", flüsterte Daniel plötzlich und drängte seine Freundin mit seinem eigenen Körper gegen die Wand. Erschrocken von dem Sinneswandel blieb ihr für einen Moment die Luft weg. Ein Moment, den der größere Junge nutzte, um sie zu küssen. Seine Zunge öffnete ihre Lippen und eroberte ihre Mundhöhle. Er war nicht mehr zärtlich und auch nicht sanft. Sondern unbeherrscht und besitzergreifend.
Zunächst dachte sich Samantha nichts dabei. Zärtlich spielten ihre Zungen miteinander und sie genoss diesen Moment sogar. Doch plötzlich wurde er unbeherrschter. Er löste sich von ihr und begann ihren Hals zu küssen, wobei sie eher das Gefühl hatte, dass eine Art von unkontrolliertem Abschlabbern war.
Seine Hände begannen zügellos ihren Körper zu erforschen. Unsanft und stürmisch knetete er ihre Brüste. „Was machst du?", hauchte Samantha atemlos. Mit einem weiteren Kuss brachte er sie zum Schweigen. Schmerzhaft drückte sein Unterleib gegen den ihren, presste ihren Körper härter an die Wand.
„Mmhhmm... du schmeckst so süß",, hauchte Daniel gegen ihre Lippen. „Daniel... ich-..." „Hab keine Angst..." Langsam zog seine Hand ihr Kleid hoch und verschwand schließlich darunter. Schnell fand er ihre Mitte, schob ihren Slip zur Seite und einen Finger in sie.
Entsetzt riss Samantha ihre Augen auf. Das war nicht richtig. „Daniel, hör auf!", flüsterte sie kaum hörbar. Seine Bewegungen wurden stürmischer und seine Küsse fordernder. Schmerzhaft saugte er sich an ihrem Hals fest.
Heiße Tränen rollten Samanthas Wangen hinab und verschmierten ihr Make-Up, für welches sie sich so viel Mühe gegeben hatte. Ihre Arme hingen schlaff an ihrem Körper und schienen nicht zu ihr selbst zu gehören. Verzweifelt blickte sie sich in der Dunkelheit um. Hoffte auf Hilfe. Doch niemand war da. Sie war allein.
Ein entsetzter Laut drang durch ihre Lippen, als er plötzlich einen zweiten Finger in sie schob und der Junge lächelte - stolz auf sich selbst und auf das, was er gerade leistete. „Du machst mich wahnsinnig", stöhnte er heiß an ihrem Ohr. Unsanft zog er seine Finger aus ihr und ein kehliges Stöhnen entrann sich ihr, mehr vor Schmerz als vor Erregung. Mit beiden Händen zog er ihren Rock höher, dabei ertönte das Geräusch von zerreißendem Stoff.
Da wurde es ihr klar. Es würde kein Prinz in schimmernder Rüstung kommen und sie aus ihrer Lage befreien. Kein Held aus dem Nichts, der das Böse besiegte. Niemand würde kommen. Sie musste sich selbst helfen!
Ebenso plötzlich wie dieser Gedanke kam, verschwand auch das Zittern. Wut machte sich in ihr breit und verscheuchte das Schamgefühl und die Angst. Daniel fummelte weiter an ihr herum. Sein Stöhnen an ihrer Kehle ekelte sie an und ließ sie nur noch wütender werden. Vorsichtig griff sie in ihre große Handtasche, welche noch immer an ihrer Schulter hing.
Daniel stockte. Erschrocken hielt Sam in ihrer Bewegung inne. „Ich will dich jetzt", flüsterte er in ihr Ohr. Dann fuchtelte er an seiner Hose herum, um diese zu öffnen.
„Stupor!"
Noch bevor der Gürtel seiner Hose offen war, erschien ein heller Blitz und schleuderte Daniel hart gegen die gegenüberliegende Wand. Schmerzerfüllt stöhnte er auf. Dann blickte er Samantha panisch an. „Wie hast du das gemacht?", fragte er mit zitternder Stimme. Zorn erfüllt, den Zauberstab immer noch in der Hand, ging sie ein paar Schritte auf ihn zu. Ihr Kleid geriet wie durch Zauberhand zurück in seine alte Form. „Fass mich nie wieder an", flüsterte sie drohend. Dann wandte sie sich ab, ohne diesen Jungen auch nur einen weiteren Blick zu würdigen.
Sie war kaum um die Ecke gegangen, als sie sich ein Taxi rief. Apparieren konnte sie leider nicht, denn zur Apparierprüfung wurden lediglich volljährige Zauberer und Hexen zugelassen. Aber sie war sehr froh, dass sie ihre Zaubergrade eine Woche zuvor bestanden hatte. Sonst würde sie jetzt vermutlich sehr großen Ärger bekommen. Schließlich war sie noch minderjährig und hatte gerade in Gegenwart eines Muggels gezaubert. Muggel! Früher hatte sie die Muggel immer sehr respektiert, doch dieser Respekt war gerade, gemeinsam mit ihrer Liebe zu Daniel, gestorben.
Bevor sie das Haus ihrer Tante und ihres Onkels betrat, richtete sie sich mit ein paar kleinen Schlenkern ihres Zauberstabs wieder soweit her, dass man ihr nichts anmerken konnte und erst, als sie ihr Aussehen für perfekt erklärte, öffnete sie die Tür. „Hallo Samantha! Du bist aber schon früh zurück. Wir haben erst in einer Stunde mit dir gerechnet", begrüßte Andromeda die junge Hexe mit einem breiten Grinsen. Mit einem Buch in der Hand saß sie auf dem Sofa. „Ja ich weiß, aber ich habe den ganzen Abend getanzt und jetzt bin ich ganz schön müde", antwortete sie mit einem Lächeln. Einem Lächeln, das genauso falsch war, wie es echt aussah.
Am nächsten Morgen stand Samantha schon sehr früh auf. Das war mehr als ungewöhnlich für sie, da sie schließlich nun ein paar Tage frei hatte und diese für gewöhnlich nutzte, um lange zu schlafen. Stattdessen stand sie auf und duschte ausgiebig. Seit der vergangenen Nacht fühlte sie sich schmutzig und sie wollte sich einfach nur den Dreck abwaschen, den Daniel an ihr hinterlassen hatte. Mit der Bürste schrubbte sie über ihre sonnengebräunte Haut. Dabei weinte sie. Erst als ihr ganzer Körper schmerzhaft brannte und gerötet war, hörte sie auf, sich zu schrubben.
In ihrem Zimmer stand sie eine ganze Weile unschlüssig vor ihrem Kleiderschrank und überlegte, was sie anziehen sollte. Eine Stimme in ihr sagte ihr, dass sie am besten einen weiten Pullover tragen sollte, damit die Jungs nicht wieder so komisch auf sie aufmerksam würden. Eine andere Stimme jedoch flüsterte leise: „Zieh dich an wie immer. Von so einem Vorfall lässt du dich doch nicht aus der Bahn werfen." Sam gab dieser Stimme Recht und zog sich ein lilafarbenes Top und eine kurze Hose heraus. Dann zog sie ihren großen Koffer unter ihrem Bett hervor und begann zu packen.
In der Küche saßen Andromeda und Ted und unterhielten sich angeregt über die aktuellen Themen des Tagespropheten. Natürlich stand Harry Potter dabei mal wieder im Mittelpunkt. Aber nicht nur er. Die Schlagzeile des Tages lautete: „Der-der-nicht-genannt-werden-darf, kehrt zurück! Tritt Minister Fudge zurück?" „Guten Morgen, Samantha! Möchtest du frühstücken?", fragte Andromeda und legte ihren Teil der Zeitung beiseite. Seufzend setzte sich die junge Hexe an den Frühstückstisch. ‚Am liebsten einen großen Schokoladenkuchen', dachte sie bei sich. „Ich glaube, ich nehme nur einen Tee. Danke!", antwortete sie schließlich. Dann griff sie nach der Kanne, welche auf dem Tisch stand und goss etwas in die kleine Tasse vor sich.
„Was ist denn los, Samantha? Normalerweise müssen wir morgens immer Angst haben, dass wir dich überhaupt satt bekommen", witzelte Ted und kicherte. Sam rang sich ein Lächeln ab. „Bist du immer noch enttäuscht, dass Remus nicht gekommen ist? Ich denke, er hat sehr viel zu tun. Noch dazu war gestern Vollmond, da hätte er sowieso nicht kommen können", sagte Andromeda und biss von ihrem Marmeladenbrot ab. „Nein, das ist es nicht", begann die junge Hexe und nahm einen Schluck von ihrem Tee. Wohlig warm und beruhigend rann er ihre Kehle hinab.
„Onkel Ted, Tante Andromeda, ich möchte ausziehen. Versteht mich bitte nicht falsch. Ich hatte eine wundervolle Zeit bei euch! Aber ich bin nun mit der Schule fertig und fange in ein paar Tagen meine Ausbildung zur Aurorin an. Ich denke, es ist das Beste, wenn ich langsam auf eigenen Füßen stehe", erklärte sie. Zu ihrem eigenen Erstaunen sprudelten diese Worte sehr viel flüssiger aus ihr heraus, als sie ursprünglich gedacht hatte. Denn eigentlich fiel ihr dieser Entschluss sehr schwer, den sie schon seit einigen Wochen getroffen hatte.
„Du bist erst 16, Samantha!", rief Andromeda entsetzt aus. „Ich bin fast 17, Andromeda", versuchte Sam ihre Tante zu beruhigen. „Und wo willst du überhaupt wohnen? Eine Wohnung kostet Geld! Ein Haus noch viel mehr!", versuchte Andromeda ihre Nichte wieder zu Vernunft zu bekommen. Doch für Samantha stand es schon längst fest. In ihrem Zimmer standen sogar schon ihre gepackten Koffer parat.
„Ich werde in das Haus von ... meinem Vater ziehen", antwortete Sam. Bei dem Gedanken an ihren Vater musste sie schwer schlucken. Andromeda merkte, dass sie keine Chance hatte, es Samantha wieder auszureden. Also beließ sie es schließlich dabei, wenn auch schweren Herzens.
Am gleichen Nachmittag noch stellte Samantha ihre Koffer am Grimmauld Place ab. Bevor Andromeda und Ted sich verabschiedeten, versicherten sie immer wieder, dass die junge Hexe jederzeit zu ihnen zurückkehren und dass sie sie bei jedem Problem rufen könnte.
Mit klopfendem Herzen streifte Sam durch ihr neues zu Hause. Überall lagen dicke Staubschichten und die Ecken waren verziert mit Spinnennetzen. Ab und zu begegnete sie einer dicken Maus. Gegen Mäuse hatte sie nichts, aber die fetten Spinnen, die in diesem Haus wohnten, machten der jungen Hexe Angst. Seit ihrer Kindheit fürchtete sie sich vor diesen Tieren. Es kostete Sam jedes Mal große Überwindung, in eine Ecke zu schauen.
Nachdem Samantha jedes Stockwerk begutachtet und sich ein Zimmer ausgesucht hatte, beschloss sie, erst einmal ordentlich sauber zu machen. In einem Küchenschrank entdeckte sie einen Staubwedel und sogleich machte sie sich auf, Stockwerk für Stockwerk zu reinigen. Sie hatte gerade eine Staubschicht von einem alten Schrank gewischt, als es hinter ihr plötzlich ein lautes Plopp gab. Erschrocken drehte sie sich um und entdeckte eine kleine Gestalt vor sich. Es hatte lange, spitze Ohren und große, runde Augen, die wirkten, als würden sie jeden Augenblick aus ihrer Augenhöhle springen. „Was macht ihr hier?", rief das Wesen verächtlich. „Ich putze! Bist du der Hauself dieses Hauses?", entgegnete Samantha streng. „Ihr habt hier nichts zu suchen! Das ist das Haus meiner Herrin!", rief das Wesen etwas lauter. „Nun, ich bin deine Herrin! Ich bin Samantha Lillian Black und die Erbin dieses Hauses!", rief die Hexe ebenso laut. Erschrocken weiteten sich die Augen des Hauselfen.
Nach einer kurzen Weile verbeugte sich der Elf. „Verzeiht! Seit Jahren hat Kreacher keinen Hausherren mehr gehabt", sagte er schließlich. Sam lächelte. „Kein Problem. Es wäre nett, wenn du mir beim Putzen helfen könntest. Besonders mit den Spinnen, an die traue ich mich nicht heran!", erwiderte sie und widmete sich wieder ihrer Arbeit. Nach einem kurzen „Wie ihr wünscht!" machte sich auch Kreacher an die Arbeit. Samantha war erleichtert, dass Kreacher da war. Zum einen wäre sie niemals alleine mit diesen riesigen Spinnen klar gekommen. Zum anderen war sie einfach froh, dass sie nicht alleine in diesem riesigen Haus wohnen musste.
