Disclaimer: Die Figuren (außer Sam) gehören nicht mir, sondern Joanne K. Rowling. Ich will kein Geld mit ihnen verdienen und leihe sie mir lediglich aus.
Anm. d. A.: Endlich Kapitel 11. Sorry für das lange warten. Es wird eine kleine Party gefeiert. Ich möchte niemanden zum Alkoholtrinken anleiten, weshalb die Story auch nichts für Minderjährige ist. (Außerdem wird es später noch spannend!) Viel Spaß beim Lesen. ^^
Kapitel XI
Party
Nachdem Samantha sich bereit erklärt hatte, den Phönixorden zu unterstützen, hatte sie den Rest des Tages mit ihren neuen Freunden in der Bibliothek verbracht. Sie hatte all ihre Sorgen vergessen können, zumindest für diesen Tag.
Zum Abendessen war die Küche noch voller geworden. Ein weiterer Sohn der Weasleys hatte sich der großen Gruppe dazugesellt, gemeinsam mit seiner Frau. Mit großer Freude stellte Samantha fest, dass sie Französin war. In ihrer Schulzeit hatte sie Französischunterricht gehabt und nun unterhielt sie sich ausgelassen mit ihr in dieser Sprache. Bewundernd beobachtete Sirius seine Tochter dabei. Dass sie sehr begabt war, war ihm schon bewusst gewesen, bevor sie überhaupt geboren worden war. Der stolze-Vater-Komplex, wie Remus es immer genannt hatte. Wie begabt sie aber wirklich war, das merkte er erst jetzt.
Schmerzlich wurde ihm bewusst, was er alles verpasst haben musste. Und das nur, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war. Weil ihm etwas in die Schuhe geschoben worden war. Aufmunternd klopfte jemand ihm auf die Schulter. „Schluss mit Trübsal blasen, Sirius. Jetzt kannst du alles nachholen mit ihr", sagte Arthur fröhlich und setzte sich neben ihn. Er hatte natürlich bemerkt, was für Gedanken diesem Mann durch den Kopf schwirren mussten. Schließlich war er schon lange genug Vater, um ein Sorgengesicht erkennen zu können.
Beim Essen stellte sich heraus, dass das Haus nun doch aus allen Nähten zu platzen schien. Die Zimmer waren schon überfüllt und mit den zwei zusätzlichen Gästen musste das Wohnzimmer umfunktioniert werden. „Sam, können Hermine und ich nicht bei dir mit im Zimmer schlafen?", fragte Tonks ihre Kusine und entsetzt verschluckte sich die angesprochene Hexe an ihrer Suppe. Mrs. Weasley war begeistert von der Idee und somit war das ganze schon beschlossene Sache, bevor Samantha überhaupt etwas dazu sagen konnte. Nervös sah sie immer wieder zwischen ihrem Vater und Remus hin und her. Aufmunternd lächelten sie sie an und schenkten ihr einen Blick, der sagte: „Ist doch halb so wild!"
Plötzlich schmeckte ihr das Essen nicht mehr. Immer wieder musste sie daran denken, dass sie in dieser Nacht nicht alleine in ihrem Zimmer sein würde. Sie musste Vorkehrungen treffen. Die letzten Nächte hatte sie nur in einem Spaghettitop und einer Jogginghose geschlafen. Die kühle Luft hatte ihr auf ihrer geschundenen Haut gut getan. Doch in dieser Nacht musste sie sich etwas Langärmeliges überlegen. Ein Pullover würde zu warm werden unter der dicken Daunendecke. Außerdem musste sie befürchten, dass sie im Schlaf die Ärmel hochschieben könnte.
Direkt nach dem Nachtisch, welcher einen selbstgebackenen Schokoladenkuchen beinhaltete, verschwand Samantha in ihrem Zimmer. In den Tiefen ihres Kleiderschrankes hatte sie noch irgendwo einen Schlafanzug. Diesen hatte sie einmal von ihrer Freundin Sarah geschenkt bekommen - mehr zum Spaß als zum wirklichen Tragen. Wer hätte gedacht, dass die Nacht einmal kommen würde, in welcher sie ihn doch anziehen musste.
Es klopfte an der Tür und Samantha ließ Hermine und Tonks hinein. Während sie in ihr Badezimmer verschwand, richteten die beiden sich schon einmal häuslich ein. Mit einigen Schlenkern ihrer Zauberstäbe erschien für jede eine Liege, Kissen und Decken. Sie waren beide schon umgezogen, als Sam wieder ins Zimmer kam. Sofort lachte Tonks laut auf. „Ach du meine Güte, was ist das denn für Teil?", rief sie lachend aus. Hermine verbarg mühsam ein Grinsen. „Das, meine geliebte Kusine, ist ein Schlafanzug", blaffte Samantha Lillian. Eingeschnappt stemmte sie ihre Hände in die Hüften, was das Gelächter nur noch mehr anheizte. Nach einigem Überlegen, wurde ihr klar, wie lächerlich sie eigentlich aussehen musste, und lachte ebenfalls.
Der Schlafanzug war ein babyblauer Strampler, mit Fußbällen darauf. Samantha hatte sogar die passenden Pantoffeln dazu. Die Ärmel hatten einen Gummizug, welcher verhinderte, dass sie im Schlaf hoch rutschen konnten. Nun stand sie da, gekleidet wie ein kleines Kind, und lachte über sich selbst. Nachdem sich alle wieder beruhigt hatten, kletterte sie in ihr Bett, deckte sich bis zum Hals zu und löschte das Licht.
Eine Weile war es still im Zimmer. Langsam entglitt Samantha ins Traumland. Vor ihren Augen bildeten sich Bilder. In ihren Ohren wurde aus einem Rauschen Musik und schließlich Stimmengewirr. Ihr Körper wurde leichter und leichter. Der Tag fiel von ihr ab und... „Sammy?" „Ja, Tonksie?", antwortete Sam müde. Mit einem Bein stand sie noch im Traumland, bereit, so schnell wie möglich, einzutreten. „Was ist bei deiner Entführung passiert?"
Schlagartig war sie wieder hellwach. Ihr Herz raste. In ihrem Kopf rauschte das Blut. Vor ihren Augen erschien das maskierte Gesicht ihres Peinigers. „Schrei nur! Niemand wird dich hier hören!" Seine Stimme klang laut und deutlich in ihren Ohren wieder. Ihre Hand verkrampfte sich um ihren Zauberstab. Seit dieser Erfahrung hatte sie ihn immer unterm Kopfkissen.
„Samantha?" Besorgt fragte Nymphadora nach ihrer Kusine. Endlich konnte sie sich von ihrer Panik wieder lösen. Die Erinnerung verschwand und ihr Herz beruhigte sich langsam wieder. Befreit atmete sie tief durch. „Mir geht es gut", murmelte sie in die Dunkelheit. „Wieso sprichst du nicht darüber?", hakte Tonks vorsichtig nach. „Es gibt nichts zu sagen darüber. Ich bin in eine Falle getappt und gefoltert worden. Das war's! Können wir jetzt schlafen?" Im Nachhinein wurde ihr klar, dass ihre Antwort etwas zu giftig gewesen war. Doch sie hatte es einfach satt, immer wieder darauf angesprochen zu werden. Wieso konnte man sie nicht einfach damit in Ruhe lassen.
Seufzend legte sich Tonks auf den Rücken und starrte in der Dunkelheit an die Decke. „Früher hast du mir immer alles erzählt. Bevor ich Aurorin wurde, haben wir fast jede Ferien gemeinsam verbracht. Du warst die jüngere Schwester, die ich mir immer gewünscht hatte. Was ist bloß passiert?" Schuldbewusst seufzte sie schwer. „Habt ihr nie Sorgen, über die ihr nicht sprechen könnt?", fragte sie schließlich in die Stille hinein.
„Ich habe meinen Eltern das Gedächtnis mit Obliviate gelöscht. Sie können sich nicht mehr daran erinnern, dass ich existiere." Es war nur ein Flüstern gewesen, doch Samantha konnte hören, dass sie weinte. „Warum hast du das gemacht?", fragte sie vorsichtig. „Ich bin eine Muggelgeborene. Ich wollte nicht, dass Todesser bei meinen Eltern auftauchten und sie, wegen mir, folterten oder ihnen vielleicht schlimmeres antaten", erklärte Hermine und ihre Stimme zitterte. Entsetzt darüber, starrte Samantha in die Dunkelheit.
„Remus und ich wollen heiraten, aber er ziert sich noch. Er ist der Meinung, dass ‚Wesen wie er', wie er immer sagt, keine Familien gründen sollten..." Tonks Stimme brach plötzlich ab. Die Tatsache, dass zwischen Remus und Tonks etwas war, war ihr schon lange bewusst gewesen. Schon als die beiden sie im Hospital besucht hatten. Doch diese Neuigkeit warf sie mehr oder weniger aus den Socken.
Mit einem kleinen Seufzen machte Samantha die Kerzen an. „Das ist ja nicht zum Aushalten! Ich dachte, das ist eine Pyjama-Party! Also Schluss jetzt mit Trübsal blasen", sagte sie energisch. Sie hatte sich im Schneidersitz aufs Bett gesetzt. Sofort wischten sich die beiden Mädchen ihre Tränen weg. „Und was hast du dir nun vorgestellt?", fragte Tonks. „Als ich noch zur Schule ging, haben meine Freundinnen und ich auch manchmal Pyjamapartys gemacht. Dabei haben wir immer ‚Wahrheit oder Pflicht' gespielt. Und Mum hat uns immer Kekse gebacken und Popcorn gemacht", erinnerte sich Hermine glücklich. Ihre Stimmung hatte sich dabei deutlich wieder aufgehellt. „Ja, wir haben das, im Fußballcamp, auch immer gespielt", rief Sam fröhlich. Suchend sah sie sich in ihrem Zimmer um. Dann sprang sie plötzlich aus dem Bett.
Erschrocken fuhr Hermine zusammen. Ihre Liege stand direkt neben dem Bett und fast wäre Samantha auf sie gefallen. Verwundert fragte sie, was die Aurorin vorhätte. „Ich schleich mich jetzt ins Wohnzimmer. Dort hab ich einen Geheimvorrat. Wenn mir jemand tragen helfen würde, bräuchte ich nicht mehrmals laufen", antwortete Sam und zog sich ihren Morgenmantel über.
Gemeinsam mit Tonks und Hermine schlich sie die Treppe hinunter und ins Wohnzimmer. Im ganzen Haus war es mucksmäuschenstill. Nur gelegentlich hallte lautes Schnarchen durch die Flure. Im Wohnzimmer ging Sam direkt zu einer kleinen Kommode. Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs und einigen gemurmelten Worten öffnete sie sich. „Ich muss den Schrank mit Passwörtern sichern, weil sonst Kreacher da ran geht und alles wegwirft. Seiner Meinung nach ist das alles Muggelfraß und schädlich für mich. Doch einmal habe ich ihn dabei erwischt, wie er eine Packung Cookies alleine verputzt hat", erzählte Sam und packte Nymphadoras Arme mit Süßigkeiten voll. Sie hatte wirklich alles da: Chips, Popcorn, Kekse, jede Menge Schokolade, saure Drops... eigentlich alles, was das Herz begehrte. Sie hatte immer einen Vorrat an Süßigkeiten im Haus. Man konnte schließlich nie wissen, wann man mal einen entspannten Videoabend machen wollte. Außerdem schaute sie noch immer für ihr Leben gerne Fußball und da braucht man einfach etwas für die Nerven.
Nachdem Tonks mehr hatte, als sie eigentlich tragen konnte, schlich sie schon wieder nach oben. Dabei fiel ihr immer wieder etwas runter und sie machte einen unheimlichen Lärm, welcher das ganze Haus durchflutete. „Nymphadora war schon immer ein Tollpatsch", erklärte Samantha mit einem Lächeln. Sie schloss die Kommode wieder, ging zu einem großen Schrank und öffnete diesen. Zum Vorschein kamen verschiedene Getränke. Darunter besonders viele alkoholische. Sie reichte Hermine einige Flaschen Butterbier und eine Cola. Dann nahm sie selbst eine Flasche Feuerwhisky und zwei von ihrem Lieblingscognac.
Schließlich saßen die drei Mädchen in Samanthas Zimmer im Kreis und Tonks zauberte ein paar kleine Gläser herbei und schenkte jedem einen Feuerwhisky ein. Hermine verzog widerwillig das Gesicht. Das Trinken von Alkohol lag ihr nicht besonders. Da sie jedoch kein Spielverderber sein wollte, trank sie ein Glas mit. Laut prosteten sich die drei Mädchen zu und leerten ihre Gläser. Warm rann das Getränk ihre Kehle hinab und erfüllte Samantha mit einem guten Gefühl. „Jetzt fehlt eigentlich nur noch etwas Musik", sagte Hermine und sah lächelnd ihr leeres Glas an.
„Kein Problem", antwortete Sam, „Tonksie, klapp mal das kleine, rechteckige Gerät auf meinem Schreibtisch auf. Gut! Und jetzt drück den Knopf ganz oben. Nein, oben. Sehr gut!" Von ihrem Bett aus erklärte sie ihrer Kusine, wie sie die Musik auf ihrem Laptop einschalten konnte. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen, wurde das Zimmer endlich von den Klängen von „Three Doors Down" mit „Kryptonite" erfüllt. Begeistert stellte Hermine fest, dass Samantha Muggelmusik hörte. Selbst Tonks gefiel die Musik nach einer Weile recht gut, auch wenn sie bei dem einen oder anderen Lied, das Gesicht verzog.
Schnell drehte sich die Flasche in der Mitte der drei Mädchen und blieb nach einer Weile auf Hermine zeigend liegen. „Okay, Hermine. Wahrheit oder Pflicht?", fragte Nymphadora, welche gedreht hatte. „Wahrheit" war die schüchterne Antwort darauf. „Also gut... hmm... du und Ron, habt ihr euch schon geküsst?", fragte Tonks nach kurzem Überlegen. Entsetzt sah Hermine sie an. Schließlich antwortete sie: „Ja, haben wir." Dabei errötete sie furchtbar. Dann drehte sie die Flasche und zu Samanthas Unglück zeigte sie auf die junge Aurorin. „Wahrheit oder Pflicht?", fragte Hermine. In ihrer Stimme schwang ein Ton von Überlegenheit mit. „Wahrheit!" „Hast du schon einmal wild mit einem Jungen rumgeknutscht, obwohl du ihn kaum kanntest?" Verblüfft darüber, dass eine solche Frage von der so brav wirkenden Hermine kam, starrte sie auf die Flasche. Sie errötete, als eine Erinnerung sie heimsuchte. „Okay... Tonks, du musst mir schwören, dass du das nicht meinem Onkel verrätst. Mit elf war ich mal wieder im Fußballcamp. Der Zeltplatzleiter hatte Mist gebaut, weshalb wir den Platz mit einer Jungenmannschaft teilen mussten. Das war aber ganz witzig. Jedenfalls haben wir einen Abend zusammen mit ein paar Jungs in unserem Zelt gesessen und haben ein wenig gefeiert. Wir haben auch Flaschendrehen gespielt und schließlich sollte ich den Jungen neben mir küssen. Drei Minuten haben wir richtig rumgeknutscht und ich weiß bis heute seinen Namen nicht", erzählte Sam und die drei Mädchen mussten laut lachen.
Plötzlich klopfte es an der Tür. Erschrocken verstummten die drei. Wieder klopfte es. „Das ist bestimmt Onkel Remus, der sich wegen der Lautstärke beschweren will", flüsterte Sam leise. Dann räusperte sie sich und rief: „Wer ist da?" „Ron, Harry und Malfoy. Was ist da drinnen los?", antwortete eine Jungenstimme. „Nur eine kleine Party!", antwortete Hermine. Der Feuerwhisky hatte ihre Wangen gerötet und ihre Zunge gelockert. „Können wir mitfeiern?", erklang eine andere Jungenstimme. Gleichzeitig zuckten die drei Mädchen die Achseln als könnten die Jungs sie sehen. Schließlich öffnete Sam mit einer Handbewegung die Tür und zog ihren Morgenmantel enger um sich, um ihren Schlafanzug zu verbergen.
Ron setzte sich direkt neben Hermine, während die anderen beiden unschlüssig im Raum stehen blieben. Samantha rückte in ihrem Bett ein Stück, um Platz für jemanden zu machen. Da sie sich immer noch nicht setzten und die Tür deswegen immer noch offen stand, sagte sie: „Also Jungs, rein oder raus. Entweder ihr setzt euch endlich oder ihr könnt wieder gehen." Schließlich setzte sich Draco mit aufs Bett und Harry neben Tonks. Mit einer Handbewegung schloss Sam die Tür wieder.
Verwundert hob Ron die angebrochene Flasche Feuerwhisky hoch. „Alkohol?", fragte Draco und hob skeptisch eine Augenbraue. Sam schlug ihm ungestüm auf dem Rücken. „Na klar! Sonst wäre es keine Party, oder?", rief sie dabei laut und öffnete dann eine Flasche Cognac. Tonks zauberte noch drei kleine Gläser und ein paar größere und füllte jedem noch eine Runde Feuerwhisky ein. In die großen Gläser füllte Samantha etwas Cognac. Gemeinsam leerten sie ihre Gläser mit dem Feuerwhisky.
Tonks schaltete die Musik wieder ein und mit jedem Glas wurde die Runde ausgelassener. Mit Draco, der offenbar einen guten Cognac zu schätzen wusste, genoss Samantha diesen. Zusammen mit den Jungs spielten sie auch noch die eine oder andere Runde ‚Wahrheit oder Pflicht', wobei öfter ‚Wahrheit' als ‚Pflicht' gewählt wurde, aus Angst vor peinlichen Aufgaben. Als das Spielen schließlich zu langweilig wurde, unterhielten sie sich alle fröhlich.
„Hey, Malfoy. Erzähl jetzt mal. Wieso bist du im Orden und wieso sollten wir dir überhaupt trauen?", fragte Ron plötzlich. Aus Dracos Gesicht verflüchtigte sich plötzlich das bisschen Farbe, welche der Cognac hineingezaubert hatte. „Ist das nicht egal? Ich weiß nicht einmal, wieso ich im Orden bin", entgegnete Sam und leerte daraufhin ein weiteres Glas Feuerwhisky. Damit war das Thema beendet.
Bis in die frühen Morgenstunden feierten sie ausgelassen in dem kleinen Zimmer. Schließlich wurden einige von ihnen von der Müdigkeit überwältigt. Harry hatte sitzend seinen Kopf gegen den Schreibtisch hinter sich gelehnt und war so eingeschlafen. Tonks hatte sich neben ihn hingelegt und eingerollt. Hermine und Ron teilten sich die Liege und hatten sich eng aneinander gekuschelt. Samantha und Draco jedoch saßen noch immer auf dem Bett und redeten. Im Hintergrund spielte leise die Musik.
„Sieh dir das an. Da schlafen unsere Helden. Nicht einmal ein ordentliches Trinkgelage stehen sie durch", amüsierte sich der aristokratische Blondschopf über den schlafenden Haufen. „Na ja, ein Trinkgelage war das ja nun auch nicht. In meinem Abschlussjahr waren wir auf Studienfahrt, da hatten wir ein echtes Trinkgelage. Was da wegging, das hätte man in einen Feuerwehrwagen pumpen können", erzählte Sam. Die beiden tranken mittlerweile gemütlich die zweite Flasche Cognac leer.
Verträumt schaute Samantha Lillian in ihr gefülltes Glas. „Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so einen Spaß wie heute gehabt habe", murmelte Draco plötzlich. Mitleidig sah Sam ihn an. „Ich mich auch nicht", antwortete sie. „Weißt du, wenn Remus oder mein Vater das hier sehen würden, ich glaube, ich hätte zwei Monate Hausarrest sicher! Aber es hat sich definitiv gelohnt!" Lauthals lachten sie bei diesem Gedanken. „Nein ernsthaft, sieh dir diese Schweinerei mal an. Ich werde Stunden zum Aufräumen brauchen", erklärte sie halblachend. Verwundert sah der Blondschopf sie an und fragte: „Wieso lässt du dass denn nicht deinen Hauselfen machen?" Samantha schüttelte den Kopf. „Nein! Wenn ich eine Sauerei mache, dann mache ich sie auch selbst wieder weg", antwortete sie und trank einen Schluck von ihrem Cognac. „Dann helfe ich dir", sagte Draco schließlich. Verwundert über diese plötzliche Reaktion sah Sam ihn an. Nach einer gefühlten Ewigkeit der Stille, packte sie seine Hände und sagte: „Zeig mal her!"
Obwohl in ihrem Kopf schon alles schwirrte und surrte und sie kaum geradeaus gucken konnte, begutachtete sie seine Hände genau. Schließlich ließ sie sie wieder los und fragte: „Hast du überhaupt schon mal einen Mob oder einen Staubwedel in der Hand gehabt?" Unschuldig duckte sich Draco ein wenig und antwortete mit einem ‚Nein'. „Das dachte ich mir. Aber wenn du willst, kannst du mir trotzdem helfen", sagte Samantha schließlich. Mit einem letzten Schluck leerte sie ihr Glas und starrte daraufhin aus dem Fenster. Die Vorhänge waren geschlossen, dennoch konnte man am Firmament erkennen, dass es schon früher Morgen war. „Wir haben die ganze Nacht durchgemacht", sagte sie nachdenklich, „Vielleicht sollten wir uns langsam schlafen legen." „Lohnt sich das überhaupt noch?", fragte Draco daraufhin und Samantha musste lachen. „Nein, eigentlich nicht. Müde bin ich trotzdem", antwortete sie und schlang ihre Decke um sich. „Dann werde ich jetzt besser in mein Zimmer verschwinden. Gute Nacht, oder wohl besser: Guten Morgen", sagte Draco mit einem matten Lächeln und stand langsam auf. Schnell packte sie sein Handgelenk und hinderte ihn am Gehen. Dann kniete sie sich direkt vor ihm aufs Bett. „Gute Nacht, Draco", murmelte sie leise und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange.
