Disclaimer: Die Figuren (außer Samantha) gehören nicht mit sondern Joanne K. Rowling. Ich leihe sie mir lediglich aus und möchte auch kein Geld mit ihnen verdienen.
Anm. d. A.: Erst hört man ewig gar nichts von mir und jetzt geht's schlag auf schlag! ^^ Das nächste Kapitel ist auch schon in der Mache! *stolz guck* ^^
Kapitel XIII
Annäherung
Vorsichtig strich Samantha mit einem Finger über den Nacken des Jungen, der neben ihr auf der Seite lag. Kleine, weißblonde Härchen kitzelten sie leicht. Eine Gänsehaut bildete sich auf der blassen Haut des Jungen, doch Sam konnte nicht innehalten und erkundete weiter den Nacken und wanderte langsam die Wirbelsäule hinab. Deutlich spürte sie, wie sich die Muskeln unter ihrer Hand anspannten. Ihr Herz schlug wild in ihrer Brust. Er trug kein Hemd und war nur bis zur Hüfte zugedeckt. Plötzlich rührte sich der Körper und erschrocken zuckte sie zurück. Der Junge drehte sich zur ihr um und...
Langsam öffnete Samantha ihre Augen und blickte sich etwas orientierungslos um. Durch die geschlossenen Vorhänge strömte schon das erste Tageslicht hinein. Mit einem tiefen Seufzen setzte sie sich auf die Bettkante. Ein Blick auf die Uhr über ihrer Tür verriet ihr, dass es schon nach acht war. Müde blickte sie zurück in ihr Bett, wo ihr Teddybär stumm lächelnd auf dem Kissen saß. „Dann wollen wir mal aufstehen", sagte sie mit einem fröhlichen Lächeln und erhob sich.
Herzhaft gähnend streckte sie sich vorsichtig und bewegte ihren Kopf in jede Richtung. Sie hatte immer noch Schmerzen, aber längst nicht mehr so starke wie noch vor einigen Wochen. Zufrieden stellte sie fest, dass es langsam wirklich besser wurde, was sie wohl auch Mrs. Weasleys Heilsalbe zu verdanken hatte, welche sie ihr vor einiger Zeit gegeben hatte.
Seit ihrer Einführung in den Orden des Phönix und der kleinen Party in ihrem Zimmer sind zwei Monate vergangen und in ihrem Haus ist es deutlich ruhiger geworden. Die meisten Mitglieder des Ordens hatten das Black-Haus verlassen. Nur Sirius und Draco waren geblieben. Doch Samantha freute sich über die Gesellschaft.
Noch etwas müde stapfte Samantha, mit frischen Klamotten in der Hand, ins Badezimmer. Während sie ihre Sachen sorgsam auf die kleine Kommode neben der Badewanne legte, fiel ihr Blick in die Duschkabine. Direkt auf etwas sehr großes. Etwas Schwarzes. Ihr Herz begann wie wild zu rasen. Je länger sie darauf starrte, desto besser konnte sie es erkennen. Es bewegte sich.
Mit einem lauten Schrei ließ sie sich in die gegenüberliegende Ecke fallen und presste sich gegen die Wand. Ihre Beine zog sie dabei bis unters Kinn an. Es bewegte sich wieder. Diesmal schneller. „Aaahhhhh!"
Ihr heller Schrei hallte durch das ganze Haus. Erschrocken blickte Sirius in der Küche von seiner Zeitung auf. Draco saß zu diesem Zeitpunkt in der Bibliothek in ein Buch vertieft. Wieder ein lauter Schrei. Diesmal weitaus markerschütternder als der erste.
Zitternd drängte sich Samantha in ihre Ecke. Ihr Blick war starr auf das große, schwarze Tier gerichtet, welches sich genüsslich in der Dusche austobte. Konnte es etwa springen? Endlich kam jemand ins Badezimmer. Es war Draco. Panisch blickte er die junge Hexe an. In seiner Hand hielt er seinen Zauberstab. „Was ist passiert?", fragte er aufgeregt. Seine Augen suchten nach Einbrechern, Todessern oder nach irgendeiner anderen Gefahr. Zitternd hob Sam ihren Arm.
Sirius stürmte das Bad. Kampfbereit, sollte es die Situation erfordern. Sofort richtete er seinen Zauberstab auf Draco. „Was hast du meiner Tochter angetan?", fragte er ungestüm. Verwundert sah der Blondschopf ihn an. „Ich habe ihr gar nichts angetan! Ich bin, genauso wie du, wegen dem Gebrüll hier", entgegnete er.
Sam starrte immer noch auf die Dusche. Es bewegte sich wieder. Diesmal in ihre Richtung. „Mach es weg!", schrie sie aus voller Brust und kniff sich verängstigt die Augen zu. Verblüfft sahen Sirius und Draco sie an. Zitternd zeigte sie auf die Dusche. Als sie entdeckten, wovor die junge Hexe solche Angst hatte, begannen sie beide, lauthals zu lachen. „Das ist doch nur eine Spinne", erklärte Draco amüsiert. Mit einem Schlenker seines Zauberstabs öffnete er das Fenster und ließ das Getier dadurch hinaus schweben.
Endlich konnte Samantha wieder frei atmen. Vorsichtig half Sirius ihr auf die Beine. Sie zitterte noch immer am ganzen Leib. Seit ihrer Kindheit hatte sie panische Angst vor Spinnen. „Das nächste Mal, wenn ich schreie, braucht ihr gefälligst nicht so lange um hier aufzukreuzen", rief sie sauer. „Ich wusste gar nicht, dass du so ein Angsthase bist!", entgegnete Draco herausfordernd. Wie um ihm zu beweisen, dass sie dennoch ein starkes Mädchen war, hieb sie ihm ihre Faust in den rechten Oberarm. Schmerzerfüllt rieb er sich die Stelle.
Vorsichtig warf Sam einen Blick in die Dusche. Zufrieden stellte sie fest, dass keine Spinnen mehr da waren. Somit konnte sie endlich in Ruhe duschen. Sie bedankte sich flüchtig bei ihren Rettern und scheuchte diese aus ihrem Bad und ihrem Zimmer. Schließlich hatte sie noch immer ihren Schlafanzug an und es war ihr schrecklich peinlich, von den beiden darin gesehen zu werden.
Während sie duschte, dachte sie noch einmal über ihren Traum der vergangenen Nacht nach. Es war so klar gewesen, fast wie die Realität. Einen Moment lang hielt sie beim Einseifen inne und betrachtete ihre Hand. Sie hatte seinen Nacken gestreichelt. Sie konnte praktisch noch immer seine warme Haut an ihren Fingern spüren. Leider war es viel zu schnell zu Ende gegangen. Seit der Party in ihrem Zimmer hatte sie immer öfter solche Träume. Sie wusste genau, wer dieser Junge in ihrem Traum war, auch wenn sie nie sein Gesicht sah.
Der Frühling war erstaunlich schnell über London eingebrochen. Die Sonne schien hell und fröhlich vom Himmel hinab und die ersten Blumen reckten neugierig ihre Hälse. An den Bäumen hingen schon die ersten Blätter und dahinter versteckt, saßen schon die ersten Vögel und trällerten glücklich ihre Lieder. Es wurde wärmer.
Grübelnd nahm Samantha ihren Pullover von der Kommode. Im Winter war es noch sehr einfach für sie gewesen, ihre Verunstaltungen zu verbergen. Doch nun zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen und Samantha spürte, dass sie nicht ewig in weiten Pullovern herumlaufen konnte. So langsam musste sie sich eine Alternative für die warmen Tage überlegen.
Am Frühstückstisch saß Sirius, wieder in den Tagespropheten vertieft. In Gewohnheit machte Samantha sich ihr Müsli zurecht. Sie vollzog dieses Frühstücksritual schon seit vielen Jahren und die Handgriffe waren ihr mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Sie hätte ihre morgendliche Schüssel Müsli wohl auch blind zubereiten können.
Ihrem Vater gegenüber sitzend aß sie genüsslich. „Steht etwas Interessantes in der Zeitung?", fragte sie zwischen zwei Löffeln. „Nein! Es ist viel interessanter, was nicht drin steht", erwiderte Sirius. „Und was steht nicht drin?", entgegnete seine Tochter mit vollem Mund. „Es steht kein Wort davon drin, dass es mittlerweile Angriffe auf Muggel gab. Es steht auch kein Wort über Voldemort in der Zeitung. Aber eine Hetzjagd gegen Harry und Dumbledore", antwortete Sirius und legte den Tagespropheten beiseite. „Bist du sicher, dass du heute wieder arbeiten willst, Sam? Im Ministerium hat sich einiges geändert und-..." „Ein Grund mehr, warum ich so schnell wie möglich wieder in den Dienst zurückkehren sollte. Vielleicht kann ich denen dort ein wenig auf die Finger klopfen", unterbrach Samantha ihren Vater ungestüm. Natürlich war ihr klar, dass sich im Ministerium einiges geändert hatte und dass Todesser dieses unterwanderten. Aber so lange Rufus Scrimgeour Minister war, brauchten sie nichts zu befürchten.
Im Ministerium war nichts mehr so, wie es einmal gewesen war. Die riesige Eingangshalle hatte an Glanz und Glorie verloren. Der Springbrunnen, welcher vor einiger Zeit noch die Mitte der Halle geziert hatte, war vollkommen zerstört und noch nicht repariert worden. Ein erregtes Schaudern überkam Samantha. In dieser Halle hatte Voldemort gestanden. Bis hier hin hatte er es schon geschafft. Wie weit würde er es noch schaffen? Voller Abscheu betrachtete sie den zerstörten Brunnen und trat näher heran. Zitternd ballten sich ihre Hände zu Fäusten. Jemand musste ihn aufhalten.
„Samantha!" Beinahe erschrocken wandte sich die junge Aurorin von dem Bild der Zerstörung ab und blickte sich um. Mit einem entsetzten Gesichtsausdruck kam Kingsley auf sie zu. „Samantha! Du musst verschwinden!", murmelte er halblaut, als er direkt neben ihr stand. Erst jetzt bemerkte Sam, wie sehr sich das Ministerium wirklich verändert hatte. Viele der Gesichter, die sie sah, hatte sie selbst noch vor einiger Zeit ins Gefängnis gesteckt. Voller Entsetzen weiteten sich ihre Augen. Sofort griff sie nach ihrem Zauberstab, bereit sich zu verteidigen, sollte dies nötig sein.
Kingsley griff nach ihrem Arm. Ein heftiger Schmerz durchfuhr sie. Berührungen vertrug sie auf ihrem Narbengewebe noch nicht. Doch sie biss die Zähne zusammen. „Versteck deinen Zauberstab. Du musst hier weg und zwar schnell", murmelte Shacklebolt mit seiner tiefen Stimme. Ein Schaudern durchfuhr Samantha. Einige der Todesser, die nun frei durch diese Hallen liefen, hatten sie erkannt und kamen nun langsam auf sie zu. Schnell steckte sie ihren Zauberstab weg und gemeinsam mit Kingsley versuchte sie den nächsten Kamin zu erreichen. „Können wir nicht einfach disapparieren?", fragte Sam mit zitternder Stimme. „Seit heute Morgen ist das Apparieren nur noch für ausgesuchte Mitarbeiter möglich", erklärte der dunkelhäutige Auror. „Was ist überhaupt passiert?" „Rufus Scrimgeour ist tot. Pius Thicknesse ist jetzt der neue Minister und er hat in der kurzen Zeit, in der er an der Macht ist schon so einiges geändert", erklärte Kingsley und blickte sich immer wieder um. Endlich erreichten sie einen Kamin. „Aber wie ist das passiert?", fragte Sam verzweifelt weiter. Auch wenn er es nie zugegeben hätte, Rufus war ihr Freund gewesen. „Das erkläre ich dir später. Ruf die anderen zusammen, wir treffen uns heute Abend." Mit diesen Worten schubste er seine junge Freundin in den Kamin. „Aber..." Sie wollte noch etwas sagen, doch schon züngelten grüne Flammen um ihren Körper und sie verschwand.
Im nächsten Moment befand sie sich in ihrer Bibliothek am Grimmauld Place Nummer zwölf. Noch bevor sie eigentlich begriffen hatte, was passiert war, stand sie schon vor ihrem Kamin und verbarrikadierte ihn mit einigen sehr guten Abwehrzaubern. Diese Zauber hatten sie noch nie in Stich gelassen. Verwundert beobachtete Draco sie dabei. „Ist was passiert?", fragte er vorsichtig. Seine Stimme machte deutlich, dass auch er sich Sorgen machte. Samantha antwortete nicht. Stumm hoffte sie, dass Kingsley nichts passieren würde und dass er dafür sorgen könnte, dass ihr Kamin vom Flohnetzwerk getrennt wurde.
Laut trampelnd und ohne Rücksicht auf ihre Großmutter, die im Treppenflur hing, rannte sie die Treppe hinunter und stürmte in die Küche, dicht gefolgt von Draco und den lauten Schreien ihrer Großmutter. „Dad! Ruf den Orden zusammen! Wir haben große Probleme!", rief sie und blieb aufgeregt in der Tür stehen. „Was ist passiert?", fragte Sirius vorsichtig und kam einige Schritte auf seine Tochter zu. „Der Minister ist tot!", war alles, was sie darauf antworten konnte.
Am Abend trafen die Mitglieder des Phönixordens am Grimmauld Place ein. Kreacher hatte nach langem bitten und betteln von Samantha eingewilligt, für sie alle etwas zu kochen und Getränke zu servieren. Sie selbst schritt schon den ganzen Tag in ihrem Zimmer auf und ab und zermaterte sich den Kopf, was sie nun tun sollte. Kurz nach ihrer Rückkehr aus dem Ministerium hatte sie eine Nachricht erhalten, mit der Aufforderung, umgehend zu einer Anhörung zu erscheinen. Sie hatte die Nachricht ignoriert. Nun hatte sie keinen Job mehr. Außerdem wurde nach ihr gefahndet. Und alles nur, weil ihre Mutter eine Muggelgeborene gewesen ist.
Mit klopfendem Herzen kam Samantha in die Küche und blickte sich ängstlich um. Erst als sie sah, dass auch Kingsley an dem magisch vergrößerten Tisch saß, beruhigte sie sich etwas und setzte sich ebenfalls. Ihr gegenüber saß Draco. Eine Weile sah Samantha ihn unverblümt an und dachte an den morgendlichen Vorfall mit der Spinne. Er hatte sie geärgert. Bei jedem anderen wäre sie ernsthaft wütend geworden, denn bei ihren Ängsten verstand sie keinen Spaß. Aber bei ihm war sie vollkommen ruhig geblieben. Bis auf den kleinen Hieb auf seinen Arm. Plötzlich wandte er seinen Kopf zu ihr und ihre Blicke trafen sich einen Augenblick lang. Unschuldig lächelte Draco sie an.
Mit einem Räuspern machte Professor Dumbledore auf sich aufmerksam. Die Spannung im Raum konnte man geradezu spüren. Samanthas Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Immer wieder ging ihr Blick in die Runde und sie konnte in den vielen Gesichtern sehen, dass sie alle dasselbe fühlten. Nach einer kurzen Begrüßung übergab Dumbledore das Wort an Kingsley. Ohne zu zögern, sprach er aus, was alle dachten: „Wir wussten, dass dieser Tag kommen würde. Todesser haben das Ministerium gestürzt und es steht nun unter deren Kontrolle. Es werden Verhöre durchgeführt, um herauszufinden, wer dem dunklen Lord wirklich treu ist und wer nicht. Außerdem werden alle ins Gefängnis gesteckt, die nicht reinen Blutes sind."
„Noch ist Hogwarts sicher, aber auch das wird nicht lange anhalten, wenn wir nicht etwas unternehmen", erklärte Dumbledore mit fester Stimme, „Der Krieg ist schon im Gange. Wir warten nur noch auf die große Schlacht und Hogwarts wird sicher der Austragungsort dafür sein. Doch bis dahin können wir jedem dort Schutz bieten, der welchen möchte." „Der dunkle Lord wird sicher alles versuchen, um schließlich auch Hogwarts einzunehmen", warf Professor Snape ein. „Dessen bin ich mir sicher, Severus. Deshalb sollten wir uns auch bestens darauf vorbereiten. Harry benötigt einen kampferprobten Lehrer, der ihm etwas Nachhilfe gibt. Wir haben immer noch eine Chance zu gewinnen", erwiderte Professor Dumbledore. Samantha bewunderte den alten Mann. Selbst in den schwersten Momenten schien er nicht an Zuversicht zu verlieren.
Tief in Gedanken versunken starrte sie auf die Tischplatte vor sich. Die Situation wurde immer verzwickter und stumm zweifelnd dachte sie darüber nach, ob es überhaupt noch eine Hoffnung gab. Plötzlich hörte sie, wie jemand ihren Namen erwähnte und blickte auf. „Wie bitte?", fragte sie vorsichtig, „ich war gerade in Gedanken." „Ich habe gerade gesagt, dass du für die Ausbildung von Harry sehr gut geeignet wärst", wiederholte Kingsley seine Worte freundlich. Für Samanthas Gedankenverlorenheit hatte er schon lange gelernt, Verständnis aufzubringen. „Was soll ich?", rief sie entsetzt. „Ja, das könnte wirklich gut funktionieren. Sie und Harry verstehen sich sehr gut und sie war bis heute eine ausgezeichnete Aurorin", prahlte Sirius. Sam wurde ganz rot im Gesicht. Sie konnte sich nicht entscheiden, wogegen sie zuerst protestieren sollte. Gegen die übertriebene Prahlerei ihres Vaters oder gegen den Vorschlag von Kingsley? Bevor sie sich überhaupt äußern konnte, sprach Professor Dumbledore weiter: „Ich finde diese Idee wirklich ausgezeichnet." Daraufhin sahen alle Samantha erwartungsvoll an. Sie war hin und her gerissen. Einerseits hatte sie sich schon immer gewünscht, einmal nach Hogwarts zu gehen. Aber andererseits war sie der Meinung, dass sie nicht die Fähigkeit hatte, jemanden zu unterrichten.
Minutenlang schwieg sie und sah aus wie ein Fisch, der gerade aus dem Wasser gezogen worden war. Immer wieder öffnete sie den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn aber schnell wieder. Hilfe suchend blickte sie sich um – und blieb an Dracos Augen haften. Ermutigend lächelte er sie an. „Okay, ich mach's", antwortete sie schließlich, wobei sie Draco weiterhin ansah.
„Sehr gut!", rief Dumbledore erfreut aus. „Professor, Hogwarts wird sehr viel mehr brauchen, als ein kleines Mädchen." Severus Snape sprach langsam und seine Stimme floss durch die Luft wie Öl. „Das ‚kleine' nehme ich ihnen übel", entgegnete Samantha energisch. Natürlich hatte der Lehrer der Zaubertränke recht mit diesem Einwand. Sie selbst hatte schon darüber nachgedacht. Aber die Hexe war einfach etwas empfindlich, was ihre Größe anging. Außerdem sind 1,60m keinesfalls klein. Dumbledore gab Snapes Bedenken Recht. Sie brauchten weitaus mehr Schutz als nur ein paar Abwehrzauber.
Bis spät in die Nacht hinein diskutierten sie über einen geeigneten Sicherheitsplan für Hogwarts, bevor sie sich endgültig einig waren. Müde stieg Samantha die Treppen zu ihrem Zimmer hinauf. In zwei Tagen würde sie im Zug nach Hogwarts sitzen. Sie stellte sich vor, wie dieser Ort aussehen könnte. Vor ihrem geistigen Auge bildeten sich grüne Wiesen, große Wälder und ein riesiges Gebäude, das einem Internat glich. Sie lächelte bei dem Gedanken daran, wie sie über die Wiesen spazierte.
Plötzlich wurde sie jedoch jäh aus ihren Vorstellungen gerissen. Draco war ihr nach gegangen und hatte sie mehrmals gerufen. Verwundert drehte sie sich zu ihm um. „Stimmt was nicht? Wenn es schon wieder um den Unterricht für Harry geht, sag ihnen, dass ich nächste Woche einen Bericht abliefern werde. Aber jetzt muss ich echt ins Bett", sagte Sam. Ihre Augen waren schon ganz klein und nur noch mit Mühe konnte sie sie auf halten.
Plötzlich jedoch war sie wieder hellwach. Ohne ein Wort der Warnung packte Draco sie am Oberarm und zog sie an sich heran. Zärtlich drückte er seine Lippen gegen ihre und küsste sie. Sanft öffnete er ihren Mund mit seiner Zunge. Spielerisch erkundete er ihren Mund. Spielte mit ihrer Zunge. Seine Lippen waren warm und weich. Rasend schnell schlug Samanthas Herz. Obwohl er sie so festhielt, spürte sie keinen Schmerz. Sie schwebte. In ihrem Kopf drehte es sich plötzlich. Schmetterlinge durchströmten ihren ganzen Körper. Schüchtern erwiderte sie den Kuss. Spielte mit seiner Zunge. Streichelte sie sanft.
Nach einer gefühlten Ewigkeit trennten sie sich voneinander. Unfähig einen klaren Gedanken zu fassen, stand Samantha da. Ihre Knie zitterten und drohten, jeden Augenblick nachzugeben. „Gute Nacht, Samantha", flüsterte Draco mit sanfter Stimme. Dann verschwand er in sein Zimmer. „Gute Nacht", hauchte Samantha zittrig. Endlich konnte sie ihre Beine überreden, sich wieder zu bewegen. Langsam ging sie in ihr Zimmer. Sie dachte nicht mehr an Hogwarts. Sie vergaß sogar, sich umzuziehen. Sie legte sich einfach auf ihr Bett und wickelte sich in ihre Decke. Noch nie in ihrem Leben war sie so liebevoll geküsst worden. Sehnsüchtig dachte sie daran. Ihre Lippen waren noch feucht. Vorsichtig strich sie mit ihrer Zunge darüber. Sie konnte ihn immer noch schmecken. Sie schloss ihre Augen und sah ihn deutlich vor sich. Sie konnte ihn noch riechen. Süß und männlich zugleich. Seine Wärme war noch überall und hüllte sie in einen Wattebausch. Ihr Herz begann von neuem wie wild zu schlagen. Tief atmete sie ein und aus und wünschte sich, dass es noch einmal passieren würde.
