Die Einladung
Nach wenigen Minuten stand Severus auf. Ihm war noch etwas schwindelig und sein Kopf schmerzte.
Harry war unsicher wie er sich jetzt verhalten sollte. Der Mann vor ihm hatte jetzt mehr Ähnlichkeit mit dem Zaubertrankprofessor den er kannte. Nur an der Kleidung, welche sich jetzt etwas spannte, ließ sich erkennen dass es immer noch derselbe war. Doch zur Sicherheit sagte Harry:" Professor, ist alles mit Ihnen ihn Ordnung?"
Der Angesprochene drehte sich um. „Severus. Ich mag ja gealtert sein aber ich bin auch noch der Severus den Du kennst. Außerdem sind Ferien, da braucht Du mich nicht so zu nennen." Er lächelte leicht. „Aber um deine Frage zu beantworten. Ich habe ein wenig Kopfschmerzen, aber das ist nichts was man nicht beheben könnte. Ansonsten fühle ich mich wieder besser."
„Und wie geht es Dir wegen dem was Wir gerade besprochen haben?"
„Wegen der Rückverwandlung ist alles nicht mehr ganz so verworren. Ich danke Dir dass Du dich für James entschuldigen willst, aber dass musst du nicht. Du kannst das Vergangene nicht wieder gut machen. Das ist ja auch nicht deine Aufgabe. Was mir aber viel bedeutet hat ist was Du von Dir aus getan hast. Es hat mir wirklich geholfen. Ich bin sogar der Meinung dass du weit weniger von deinem Vater hast als man annimmt."
Harry lächelte nun auch bei diesen Worten. Es fühlte sich zwar seltsam an aber dass er nicht mehr mit seinem Vater verglichen wurde, sogar das eine Gegenbehauptung aufgestellt wurde, gefiel ihm.
Severus hatte sich seinen Zauberstab wieder genommen. Er hexte seine Kleidung wieder auf Passgröße und ließ alles was eingerissen war sich wieder zusammenfügen. Darüber dass er nun wieder im „richtigen" Alter war um Zaubern zu dürfen freute er sich im geheimen. „So, am besten wir sehen jetzt endlich nach unserem Gast und hören mal was er zu sagen hat." Bevor er den Raum verließ drehte er sich noch einmal zu Harry um, der hinter ihm ging: "Vielleicht reden wir heute Abend noch einmal. Okay?"
Mit einem kurzen Nicken antwortete dieser.
Zurück in Molfoy´s Zimmer mussten sie erstmal einen Teenager, der noch nicht ganz kuriert war, wieder beruhigen.
Wie so häufig in der Schule begannen Harry und Draco sich verbal zu bekämpfen.
Doch dass dauerte nicht lange. Severus ging schon nach wenigen Sätzen dazwischen und legte auf beide einen Schweigezauber. In wenigen Sätzen erklärte Draco was mit ihm passiert sei. Warum Harry sich bei ihm befand und das sie sich gemeinsam um ihn gekümmert hatte. Dann machte er noch mal klar, dass er die Regeln in diesem Haus bestimmt. Besonders betonte er die Regel das Höflichkeit und Respekt gegenüber jedem im Haushalt an den Tag zu legen sind. Zudem hatten sich die beiden bisherigen Feinde beim Vornamen anzusprechen. In der Schule könnten sie dass gerne wieder ändern aber Severus bestand jetzt darauf. Denn Sie durften ihn ja auch beim Vornamen nennen. Jeder, und besonders sein Patensohn Draco Malfoy, hatte sich daran zu halten. Wer dagegen verstoßen würde musste mit den schlimmsten Strafen rechnen; begonnen bei einem ganzen Jahr lang Kesselschrubben in den Hogwartskerkern.
Die zwei anderen nickten eifrig.
Sehr zufrieden mit sich verwandelte Severus einen Radiergummi vom Schreibtisch in ein dezentes Haarband. Er band sich die langen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und löste dann wieder den Schweigezauber.
Nun sollte Draco erzählen was ihm passiert ist. Dieser wollte sich zuerst darüber ausschweigen, besonders weil Potter noch im Raum war, aber auch hier schaltete sich Severus ein und überzeugte ihn wenigstens grob zu berichten was geschehen war.
„Der Dunkle Lord will mich beim nächsten offiziellen Treffen zu einem Todesser machen. Ich sollte Freitagnacht meine Loyalität beweisen. Doch ich… ich konnte die Aufgabe, die er mir gestellt hatte, nicht bewältigen. Deshalb geriet er so in Wut dass ich mit dem Cruciatus verflucht wurde. Aber auch andere Zauber hat er an mir ausprobiert. Zuletzt sogar etwas mit Nadeln. Davon habe ich allerdings nicht mehr viel mitbekommen. Vater hat mich dann in den Kamin geschoben."
Draco brach ab. Die Gesichter seiner beiden Pfleger spiegelten sowohl Verständnis als auch Besorgnis und sogar Wut wieder. Draco musste mit abermaligem Erstaunen feststellen das gerade Potter Besorgnis zeigte. Machte er sich etwa Sorgen um ihn? ´Irgendwas ist anders an Potter. Kann sich einer in nur zwei Wochen so verändern oder liegt es nur an seinem Heldenkomplex? Aber vielleicht hat dieser junge Severus einen besseren Einfluss auf ihn als der alte.´
Nach ein paar Minuten verließ Harry mit der Begründung "Ich habe Hunger" den Raum.
Draco kam das nicht ungelegen. So konnte er wenigsten noch einmal mit seinem Paten unter vier Augen sprechen.
In der Küche versorgte Harry sich mit einer Kleinigkeit zu Essen und begab sich in sein Zimmer. Dort wartete Hedwig schon auf ihn. Sie hatte einen Brief dabei. Sofort nahm er ihr den Brief ab und begann zu Lesen. Geschrieben war er von Hermine, aber Ron war mit daran beteiligt. Sie schrieb dass Sie bereits seit einer Woche im Fuchsbau war. Beide freuten sich das es ihm gut ging. Vor allem weil der Ort an dem er sich jetzt befand gewiss besser war als bei den Dursleys. Trotzdem waren Sie neugierig zu erfahren wo er denn genau war. Aber vielleicht würde er es ihnen ja verraten. Sofern er natürlich die Einladung vom 30.07 an bis zum Ende der Ferien im Fuchsbau zu bleiben Annehmen würde.
Harrys Freude über die Einladung war riesig. Doch nach nur ein Paar Augenblicken trübte sich seine Stimmung ein wenig. Was war mit Severus? Er hatte versprochen, ja sogar darauf bestanden bei ihm zu bleiben bis er wieder sein altes Selbst wäre. Dann war da ja auch noch Malfoy. Es war schon seltsam dass gerade er die Forderung von Voldemort nicht erfüllen konnte. Wenn diese Verletzungen nur eine Art Warnung gewesen sein sollen was würde dann passieren wenn er erst einmal Todesser war? Es gab etwas an diesem Bild was nicht stimmte. Aber vielleicht konnte Severus da helfen. Bevor er seinen Freunden antwortete wollte er dass alles mit den beiden anderen besprechen. Denn so nervig der Gedanke auch war er hatte Malfoy bereits geholfen und musste nun mit den Konsequenzen leben. Ein zurück gab es auch hier nicht.
An diesem Nachmittag kam Lupin zu seinem Überprüfungsbesuch. Erstaunt sah er das Severus wieder gealtert war. Mit einem Mal war er keine 16 mehr sondern knapp 26. Noch mehr erstaunte es ihn als er von dem Tränkemeister um ein Vier-Augen-Gespräch gebeten wurde.
Sie besprachen kurz die Angelegenheit dass ein Verletzter Draco Malfoy im Wohnzimmer lag und offensichtlich das Missfallen Voldemorts erweckt hatte. Lupin wurde auch von dem Zettel - den Lucius geschrieben hatte - und Draco´s Aussage berichtet. Sogar die Vermutung von Severus dass Draco wohl doch nicht so gerne Todesser werden will gab er seinem ehemaligen Kollegen mit. Nur leider wussten Sie nicht ob sie sich dessen sicher sein konnten. Am Ende waren Sie sich darüber einig das Sie Malfoy Jr. nur helfen konnten wenn er selbst darum bat.
Lupin ging kurz nach diesem Gespräch. Er hatte zugesagt mit dem Direktor über die Malfoy- Sache zu sprechen.
Da eben jener doch sehr erschöpft war verschlief er fast den ganzen Nachmittag.
Die Zeit nutzten die anderen zwei auch um nicht nur ihr Gespräch vor Severus teilweiser Rückverwandlung zu beenden, sondern auch um sich zu beraten was sie wegen – oder besser gesagt für - Draco tun konnten. Auch hier war klar dass Sie ihm nur helfen konnten wenn er dies auch zulässt.
Plötzlich fiel Harry der Brief von Ron und Hermine ein. Er kam gleich zum Punkt und fragte Severus ob er - anlässlich seines Geburtstages in knapp zwei Wochen - mit zu den Wesleys kommen würde.
"Ich weiß nicht Harry. Ich bin mir nicht sicher ob ich da erwünscht bin."
„Ach komm schon. Das wird schon nicht so schlimm werden."
„Nein, ich gehöre da nicht hin. Habe ich noch nie." Mit verschränkten Armen stand Severus vor Harry und schüttelte den Kopf.
„Doch ab jetzt schon." beharrte Harry dagegen. " Du gehörst doch zu m…ähm ich meine…Du hast jetzt die Möglichkeit…nun ja.. erwünscht zu werden."
Ein Blick der Ungläubigkeit verunsicherte Harry.
„Also gut. Anlässlich Deines Geburtstages und weil Du ja doch keine Ruhe gegeben würdest. Bild Dir bloß nichts darauf ein. Dafür wird es auch Deine Aufgabe sein Draco zu überzeugen."
„Malfoy…ähm Draco? Bei allen Kesseln Du hast Recht." grummelte er nun." JA, hier lassen können wir ihn nicht. Na gut aber hoffentlich benimmt er sich."
„Er wird sich schon benehmen. Er hat sein Wort gegeben, außerdem bin Ich ja noch da. Glaub mir ich kenne ihn schon länger als ihm an manchen Tagen lieb ist und er weiß was ihm als Strafe blüht." entgegnete Severus trocken.
Bei dieser Aussage musste Harry unwillkürlich grinsen. „So, was hältst du von einer Partie Schach?" fragte er dann.
Nach wieder einmal mehreren verlorenen Schachspielen zog Harry sich in sein Zimmer zurück. Er musste noch Nachdenken. Er brauchte einen Plan um Draco zu überzeugen. Dann war da noch die Sache das Severus seine Mutter geliebt hat und wie sich sein Tränkemeister gewandelt hatte. Er war zwar noch Jünger als sein altes Selbst und fast genauso starr äußerlich, aber noch lange nicht so bitter. Dazu kam noch dass er seid neuestem das Gefühl hatte sich selbst zu verändern und dem Ideal seines Vaters, dem er immer entgegen gestrebt ist, abzuwenden und in eine andere Richtung zu gehen. Über all diesen Gedanken schlief er ein.
Bemerkung des Autors: Ich denke dieses Kapitel war nicht ganz so gut. Mehr so ein Brückenkapitel; denke ich zumindest. Aber ich will mich verbessern. Und die Hauptsache ist doch das es Euch gefällt! Also weiterhin viel Spaß. Bleibt mir gewogen, euer Phil.
