Mit erstaunen betrachtete Severus den Jungen Mann vor sich. Kein Wort kam über seine Lippen, aber dennoch nickte er zustimmend. „Du hast Recht. Es bleibt uns nichts anderes übrig." Nach diesen Worten gingen beide den restlichen Weg zu Draco weiter.
„Und?", fragte Draco, "Seid ihr euch einig?" Neugierig besah er sich dabei die zwei ihm gegenüberstehenden. „Was ist los, ihr seht ja nicht besonders zufrieden aus." Bemerkte er noch ehe Severus und Harry auf die erste Frage antworten konnten. „Ja wir sind uns einig. Aber es gibt jetzt doch wichtigeres als das." Sagte Severus. „Was denn ?" „Dich." Antwortete Harry schlicht. „Oder hast du schon vergessen was Anfang des Sommers mit dir geschehen ist. Voldemort wollte dich noch vor Ferienende zu einem Todesser machen. Das verhindert haben wir. Jetzt müssen wir nur noch zusehen das er uns nicht alle Umbringt."
„Kommt erst einmal. Wir gehen zurück zu den drei Besen. Von da aus schicken wir eine Nachricht an die Weasleys. Danach sehen wir zu das wir hier weg kommen. Wir gehen zuerst nach Hause und werden uns dann unser weiteres Vorgehen überlegen. Möglicherweise bekommen wir bald Nachricht von den anderen Mitgliedern des Phönixordens. Je nachdem was wir erfahren können wir dann unsere Pläne erarbeiten. Kommt." Noch mit dem letzten Wort ging Severus an den Jungs vorbei und schritt eilig aus der großen Halle. Durch das Hauptportal und über die Hogwartsgründe liefen die drei nach Hogsmeade zurück. In dem Pub angekommen sandte Severus eine verschlüsselte Nachricht an die Mitglieder des Phönix-Ordens. Die Botschaft war eine Melodie die er auf einer kleinen, schnell gezauberten, Flöte gespielt hatte. Mit einem beruhigten Gefühl dachte er daran das wahrscheinlich Lupin, auch unter den Ordensmitgliedern einer der wenigsten, vielleicht sogar der einzige, sein würde der die Nachricht entschlüsseln konnte. Kaum war das getan erklärte er den Jungs den weiteren Ablauf. Zuerst würde er allein nach Spinners End vorgehen. Wenn er alles überprüft hatte würde er sie nachholen. „Ich werde per Flohnetz reisen. Wenn alles klappt appariere ich zum Eberkopf, wir werden von dort aus dann über ein paar Umwege nach Hause kommen. Ich verlasse mich auf euch das ihr keine Halsbrecherischen Aktionen startet", wobei er bei diesen Worten Harry besonders ins Auge nahm. „ …und auch das ihr ihr euch, sollte irgendetwas in der Zwischenzeit passieren, nach besten Kräften unterstüzt." Nun fixierte er Draco. „Ja, Sir." Gaben Harry und Draco zeitgleich zurück. Worauf Severus nur kurz mit den Augen rollte sich umdrehte und das Pulver ins Feuer des Kamins warf. Er schritt in die grünen Flammen, blickte nochmals zu Harry und Draco und sah die zwei jungen Männer noch so lange an bis ihn der Tansportzauber des Flohpulvers wegriss.
Kaum war er angekommen und taumelte ein wenig benommen aus dem Kamin in seinem Wohnzimmer empfing ihn auch schon ein zielsicherer, schmerzhafter schlag in die Magengrube. Nicht nur der schmerz zwang ihn in die Knie, auch die Überraschung. „Ach Severus…" erklang eine ihm nur zu bekannte Stimme. Worauf ein weiterer Schlag folgte. Dieses Mal sackte er noch tiefer in sich zusammen. Die Schläge und der schmerz pressten ihm die Luft aus den Lungen und er begann zu husten. „ Ich hätte es nicht für möglich gehalten das du tatsächlich so Dumm bist nach deinem Verrat doch wieder hierher zu kommen. Wie Du weist wiederstrebt es mit zutiefst Körperliche Gewalt anzuwenden, deswegen wird mein Begleiter hier für dein Wohl sorgen. Nun, da du hier bist kann ich sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einmal kann ich mein Versagen von vorhin wieder ein wenig aufbessern wenn ich dich dem Dunklen Lord übergebe und zum anderen kann ich dich nach dem verbleib meines Sohnes fragen." Severus hatte sich inzwischen soweit gefangen das er aus seiner gekrümmten Haltung sich in einen Kniesitz aufrichten konnte. Jetzt war es ihm auch Möglich das zerschundene und zum Teil blau verfärbte Gesicht von Lucius Malfoy sehen zu können. Er saß mit so erhabenem Ausdruck in Severus Lieblingssessel wie er es trotz seines Aussehens nur vermochte. Als er den Kopf drehte sah er McNair zu seiner rechten. Er war es offenbar dem er die Schläge zu verdanken hatte. Aber auch wenn er sich nun in einer ziemlich aussichtslosen Lage befand musste er innerlich doch ein wenig lachen. Die Tatsache dass er für das neugeformte Gesicht des eitlen Lucius verantwortlich war machte ihn sogar ein wenig Stolz. Auch wenn er sich bisher gut mit Malfoy Senior verstanden hatte, richtige Freunde waren sie nie. Severus war immer froh und dankbar das er wenigstens ein wenig(und dazu auch positiveren)Einfluss auf Draco nehmen konnte. Das was er nun tat sprach dafür und somit für Severus.
„Also; Antworte mir. Wo befindet sich mein Sohn. Ich habe ihn nicht umsonst in deine Obhut gegeben. Er sollte bereit sein zur Aufnahme des Mals."
Dazu verfiel Severus in Schweigen. Selbs wenn er Lucius über die Ereignisse des Sommers aufklären würde, täte es ihm in dieser Situation nicht gut.
Unsanft wurde er aus seiner Knieenden Position gerissen und zum stehen gezwungen. Nun erhob sich auch Malfoys Sen. Mit einer unwirrschen. Bewegung bedeutete er McNair Severus zum Kamin zurück zu zerren.
„Am besten wir wechseln den Ort; um es dir für dein Verhör bequemer zu machen. Ich denke ein kurzer Aufenthalt in Kerker von Malfoy Monor wird dein Gedächtnis bestimmt auffrischen. Nicht zu sprechen davon deine Zunge zu Lockern. Bis der Dunkle Lord von seinen Unternehmungen zurückkehrt habe ich noch etwas Zeit. Dann soll er über dich richten. Ich kann nur für dich hoffen das Mein Sohn wohlbehalten wieder zurück kommt…"
Die Konsequenz daraus lies er offen, doch Klarheit über sein Schicksal hatte Severus dennoch. Egal wie dies zu Ende geht, war es nur ein schneller Tod auf den er hoffen konnte.
Das einzige was noch in seinem Geist trieb war der Gedanke an Harry und Draco. Er Hoffte inständig das die zwei die Richtige Entscheidung treffen würden.
In einiger Hundert Kilometer Entfernung wurden Draco und Harry unruhig vor dem Kamin.
„Ich frage mich wie lange das noch dauert" maulte Draco. Harry nickte nur leicht abwesend. Er starrte in die Flammen und fragte sich genauso wie Draco was geschehen sein konnte. Auch wenn er sich nicht sicher war konnte er fühlen dass irgendetwas nicht stimmte. Allerdings wusste er nicht ob er Draco darauf ansprechen sollte. Dafür empfand er dieses Gefühl als zu eigentümlich.
„Du fühlst es doch auch, oder?" Mit diesen Worten wurde er von Draco aus seinen Gedanken gerissen. Seine Worte kamen schwer und stokkend. „Severus! Mit Severus ist etwas passiert….Er ist nicht in Sicherheit. Ich bin zwar nicht Sicher aber ich glaube er hat schmerzen." Seine Worte waren Leise, und bei der Unruhe im Pub, kaum zu verstehen. Harry musste sie allerdings nicht bewusst hören. Sie drangen ohne Umwege, über sein Ohr in seinen Kopf und sein Herz. Nun sah Harry Draco an, beide wussten nun vom Gesichtsausdruck ihres Gegenübers das Dracos Worte genau das beschrieb was beide fühlen konnten. Doch ohne einen Moment länger zu zögern, und zur völligen verblüffung Harry´s nahm ihn Draco am Handgelenk und zerrte ihn vom Kamin weg, aus dem Pup heraus und auf die Straße. „Draco…was ist los wo willst du hin?" stammelte Harry der sich immer noch perplex durch das Dorf ziehen ließ. Als sie schließlich in eine sehr vertraute Gasse einbogen dämmerte es Harry wo Draco hin wollte. Erst als sie vor der Eingangstür zum „Eberkopf" standen ließ er ihn los. Dann sah er sich Prüfend um. „Gut, ich glaube in der allgemeinen Verwirrung sind wir hier nicht weiter aufgefallen. Los rein mit Dir." Mit einer Kopfbewegung deutete er die Richtung an wo er Harry hin haben wollte. Doch dieser ließ sich dieses mal nicht so leicht beirren und blieb stehen wo er war. „Was wollen wir denn da drinn? Was soll das?" Draco verdehte nur die Augen. „Ist dir das nicht klar, ich dachte eigentlich du als Gryffindor wärst schon längst auf die Idee gekommen." Nun konnte Harry Draco´s Gedanken klar und deutlich hören- nach dem letzten Gesprochenen Satz, erkannte er nun was Draco, und er selbst, wollte: Severus retten!
„Ich erkläre dir alles drinnen. Komm schon, Snape. Und sei still." Damit öffnete er die Tür und die zwei verschwanden im inneren des Lokals. Der Schankraum war fast leer, nur eine alte Frau und eine Person die komplett verhüllt war saßen an den Tischen. Von dem Wirt war weit und breit nichts zu sehen. Zielstrebig ging der Blonde zu den Toiletten. Dort angekommen schubste er seinen schwarzhaarigen Begleiter in eine der Kabinen und schloss die Tür genug Platz zu lassen setzte er sich auf den Toilettendeckel, wären der andere an der Tür stehen blieb. „Also, pass auf," ungewohnt ernst und entschlossen schaute er dabei zu Harry auf. "Wir drei sind auch im Geist miteinander verbunden. Wir könnten uns also zu jeder Zeit und überall finden, wenn wir nur dieser Bindung folgen. Das heißt wir könnten herausfinden wo Severus jetzt ist und vielleicht sogar Kontakt aufnehmen. Je besser wir über alles Bescheid wissen, desto eher können wir ihn daraus holen." „Aber wie sollen wir das anstellen?" fragte Harry. „Nun, ich würde sagen vier Augen sehen mehr als nur zwei. Wir müssen versuchen unser beider Kräfte auf den dritten von uns zu konzentrieren. Vorhin als wir in den „Drei Besen" waren hast du doch nicht nur meine Gedanken gehört, sondern auch gespürt das ich da bin, Oder?... Das machen wir uns zu nutze." - „Aber was geschieht dann? Jetzt mal angenommen Wir finden ihn. Wie können wir ihn von dort befreien, wo auch immer er sein mag?" erwiderte Harry darauf. Er verschränkte seine Arme vor der Brust und lehnte sich an die Tür. „Ich habe eine Ahnung wo er ist. Nein, ich bin sogar sicher dass er in Malfoy Manor sein muss. Der Dunkle Lord hat unser Herrenhaus als Hauptquartier gewählt. Auch wenn andere Verstecke überall im Land möglich sind, schließe ich die aus. Vater sagte mir kurz bevor ich zu euch gekommen bin das der Dunkle Lord noch bevor ich das Mal erhalten soll viel unterwegs sein wird. Möglicherweise ist er noch gar nicht da. Wenn alles klappt ist er nicht dort wenn wir Severus holen." - "Dann bleiben aber noch die ganzen anderen Todesser…"mit diesen Worten schaute er zu der vergilbten Decke auf. Wieder umgab sie ratlose stille. Bis Harry weitersprach:" Ich habe einen Plan. Aber ich brauche für die Details deine Hilfe." Binnen weniger Minuten erklärte Harry Draco seinen Plan. Dieser kam gewaltig ins Staunen. So etwas hatte er dem anderen Jungen niemals zugetraut. „Wirklich gut, ich glaube sogar dass das funktionieren könnte. Scheinbar kommen deine Verborgenen Slytherin Züge endlich zum Vorschein" Harry konnte darüber nur schmunzeln, schließlich war ihnen beiden klar das Draco heute mehr „Gryffindor" war als man jemals hätte denken können.
Nachdem sie alles geklärt hatten suchten sie nur noch einen Weg um Severus zu ganz sicher sein, wo genau er ist, konnten sie nur wenn sie ihn vorher gefunden hätten.
In mehreren Anläufen versuchten sie nun dem Gefühl zu folgen das sie in den „Drei Besen" hatten. Doch seit sie den Pup verlassen hatten war es wieder weg. Die Übung mit dieser Verbindung fehlte einfach. Es brauchte seine Zeit bis sie verstanden hatten das Harry derjenige war der die Bindung am ehesten fühlen konnte. Er sah sie wie einen feinen Seidenfaden zwischen sich und Draco. Der allerdings konnte die Bindung verstärken, so dass der Faden zu einem Band und von einem Band zu seinem dicken seil wurde. Nun hatte Harry es leichter den „Faden" zu Severus zu finden Draco sprach als erster, nachdem sie den bisher Vielversprechensten versuch hinter sich hatten. . „Ich kann ihn zwar nicht ganz klar sehen doch, ich weiß jetzt dass er in einem der Kerker unter Malfoy Manor ist."
„Immerhin können wir ihm jetzt folgen. Sollte er also weggebracht werden können wir ihn so immer wieder finden. Und haben dann auch unseren Plan B." fügte Harry hinzu. Damit dehte er sich zur Tür um und öffnete sie. Im gehen wandte er sich noch einmal zurück. „Du hast doch noch den fremden Zauberstab?" „Ja", kam es zurück. „Gut; dann lass uns in ein Haus einbrechen."
