Finale
Grüne Flammen züngelten auf und zwei Gestalten traten durch einen imposanten - mit Mamor umrandeten - Kamin. Über dem Simms hingen Fotos und Portraits von Menschen in hochwertiger Kleidung, viele von ihnen hatten blondes Haar und vor allem bei den Männern war das ovale Gesicht mit dem spitzen Kinn sehr auffällig.
Einer der Beiden war eine der Personen die auf den jüngsten Bildern zu sehen waren. Seine Kleidung ließ sich zwar nicht mit dem der Bilder vergleichen, aber das Gesicht und, natürlich, das blonde Haar waren unverkennbar. Mit etwas Mühe zog er jemanden neben sich her.
Der andere hatte langes, schwarzes Haar, welches ihm in wirren Strähnen ins Gesicht hing. Dazu kam das sein Shirt schmutzig, teilweise mit Blutflecken versehen, und an einigen Stellen gerissen war. Auch das Gesicht des Jungen sah nicht besser aus. Nicht nur durch den tränenverschmierten Ruß darauf, auch durch die ganzen Schrammen war es kein schöner Anblick. Das er gefesselt war und mit Hilfe eines Ledergürtels um seinen Hals in die Richtung dirigiert wurde, in die er jeweils gehen sollte, machte seine Verfassung nicht einfacher. Im Gegenteil, offenbar litt er gerade beim gehen unter starken Schmerzen. Sein rechtes Bein zog er, mehr oder weniger umständlich hinter sich her.
„Vater? Vater bist du da. Ist jemand zu Hause?" rief der Blonde, als er bemerkte dass niemand in dem Zimmer war, in dem der Kamin stand.
Mit einem Knall flog die Tür auf. Lucius Malfoy betrat den Raum und taumelte beinahe einen Schritt zurück als er seinen Sohn vor sich sah. Und nicht nur seinen Sohn, sondern seinen Sohn der offenbar wieder kerngesund war und sogar eine Geisel mit dabei hatte.
„Draco!"
Echtes Erstaunen schwang in seiner Stimme.
„Wo kommst Du her? Wieso warst du heute Morgen in der Winkelgasse. Ich wünsche eine klare und zufriedenstellende Aussage von Dir!"
Erst nachdem er das gesagt hatte machte er sich die weiteren Umstände dieser Situation bewusst. Schließlich war sein Draco nicht allein gekommen. Und immerhin war er wieder da, und dazu noch unversehrt.
"Wie ich sehe bist du tatsächlich wohl auf. Und wer ist der Gast, den Du uns da mitgebracht hast?"
Wenn man es nicht gewusst hätte hätte man die leichte Besorgnis, die in der Stimme von Malfoy sen. schwang, überhören können. Doch für ihn war, nun da sein Sohn zurück war, diese Besorgnis wieder vergessen. Draco hatte genau in diesem Moment, wahrscheinlich sogar zum erste Mal in seinem Leben, Schwierigkeiten seine eisige Maske aufrecht zu erhalten. Es war für ihn schon fast anstrengen nicht über das ramponierte Gesicht seines Vaters zu lachen, da er sich gleich denken konnte wer dafür verantwortlich war und dafür auch im Kerker lag.
„Mein Gast", seine Stimme ächzte nur so vor Verachtung und sein Augen mochten noch eine Spur kälter geworden sein, "… ist niemand anderes als Harry Potter."
Mr. Malfoy zog die Luft scharf ein. "Das halte ich kaum für möglich. Noch heute Morgen hätte ich ihn wiedererkannt, selbst wenn er 100Meter von mir entfernt stehen würde. Dieser Junge sieht nicht aus wie Harry Potter."
„Vater, er hat einen geschickten Tarnzauber verwendet. Das ist doch offensichtlich. Darum war ich doch heute Morgen mit ihm in der Winkelgasse. Ich hatte es geschafft in den letzten zwei Wochen Kontakt zu ihm aufzubauen und wollte ihn dann in die Winkelgasse locken um ihn von dort aus hierher zu bringen. Während des Kampfes hat er allerdings erkannt was ich vorhatte und versuchte zu fliehen. Ich habe ihn verfolgt und es geschafft ihn zu erwischen."
Immer noch misstrauisch und ein wenig neugierig beäugte Lucius nun seinen künftigen Erben. "Beweise mir das dies tatsächlich Potter ist."
„Nichts leichter als das." Er drehte sich zu dem nun neben ihm knienden um hob am Kinn den Kopf des anderen, so an dass man das Gesicht nun klar sehen konnte und strich ihm die Haare aus der Stirn. „Sie ist zwar nur schwach zu sehen aber die Narbe ist noch da. Selbst sein Zauber hilft darüber nicht hinweg. Ich werde dir später alles andere und sämtliche Details berichten. Doch jetzt brauchen wir erst mal eine Zelle für ihn"
Für einen Moment musste Draco´s Vater über die Aussage seines Sohnes nachdenken, dann stimmt er zu.
Auf dem Weg in den Keller fiel Draco noch ein: "Ach ja, bevor du fragst, Potters Zauberstab habe ich natürlich an mich genommen. Ich würde ihn gerne als Siegessouvenier behalten."
Lucius zeigte sich einverstanden.
Die meisten Zellen waren leer. Nur in zweien schienen sich noch Personen aufzuhalten. Doch wegen des düsteren Zwielichts konnte Draco fast nichts - oder jemanden erkennen. In der vorletzten Zelle jedoch bemerkte er den nun schlafenden Severus. Er ließ sich nicht anmerken wie schockiert er über den Anblick war. Selbst das wenige was er sehen konnte war schon genug. Nicht das er vorher nicht schon ähnliches Gesehen hatte (Kein Wunder wenn in diesem Haus Todesser ihr „Training" abhalten) aber bei einem geliebten Menschen war das was ganz anderes.
Sie warfen Harry in die letzte Zelle neben der von Severus, dafür sorgte Draco. Dadurch dass er seinen fußlahmen Gefangenen persönlich in die Zelle bugsierte und Lucius ihn zwar unter wachsamen aber zu stolzen Augen zuschaute bemerkte er auch nicht wie ein Zauberstab von einen zu dem anderen wechselte. Schweren Herzens ließ Draco die zwei zurück. Aber das war nun einmal Teil des Plans. Jetzt war Harry wieder an der Reihe. Er allerdings würde den nächsten Teil vorbereiten. Er durfte keine Zeit verlieren. Trotzdem musste er besonders umsichtig vorgehen damit sein Vater keinen Verdacht schöpfte. Er wurde von seinem Vater in den Salon zurückgeführt aus dem sie kamen.
Auf dem Weg sagte dieser zu Draco: "Gut gemacht , Draco. Ich kann wirklich stolz auf dich sein. Heute ist ein triumphaler Tag für uns und den Dunklen Lord. Ich werde ihn sofort benachrichtigen. Je eher er zurück kommt desto eher kann Potter erledigt werden und du erhältst endlich das Mal."
Zurück im Salon erzählte Draco seinem Vater so eindrucksvoll wie es nur ging was (angeblich) Vorgefallen war. Lucius fiel es zum Glück nicht auf das Draco regelmäßig auf die große Pendeluhr sah die in dem Raum stand. Leider braucht es eben auch seine Zeit dem eigenen Eltern eine gekonnte Lüge aufzutischen ohne dabei allzu viel der kostbaren Zeit zu verschwenden. Als er geendet hatte. Eilte er auf sein Zimmer, zog sich um und durchsuchte alle seine extra Zaubertränke, die er aufbewahrte, ob er das was er suchte finden würde. Falls er noch weiter Dinge besorgen musste würde er ins Privatlabor gehen.
Unterdessen im Kerker wartete Harry eine Weile bis die beiden Malfoys wieder nach oben verschwunden waren. Außerdem regte er sich auch weiterhin nicht um zu erkennen welche Geräusche und andere Eindrücke zu diesem Ort gehörten. Es durfte ihm kein Fehler unterlaufen. Niemand sollte merken dass dies nur eine Finte war, auch nicht die Mitgefangenen die Harry bemerkt hatte. In der Zelle am Ende des Ganges war ihm sofort klare wer sich in seiner Nachbarzelle befand. Auch wenn es fast zu Dunkel war um etwas zu erkennen und obwohl er schlief wusste Harry das dies nur Severus sein konnte. Als sich Harry sicher war das er jetzt nicht mehr weiter auffallen würde streifte er die Fesseln ab, welcher er sich von Draco hatte anlegen lassen.
Für den ersten Teil ihres Plans, so dachte er, hatten sie wirklich mehr Glück als Verstand gehabt. Sogar das heimliche Einschläusen des fremden Zauberstabes war ihnen gelungen. Harry hätte nie gedacht dass er auch so ein guter Schauspieler sein würde. Severus wird aus der Haut fahren wenn er ihn hier sieht.
Jetzt war es soweit. Die Zellentür ließ sich tatsächlich mit einem einfachen ´Alohomora´ öffnen. So leise er konnte schlüpfte er aus der Zelle. Öffnete die Zellentür von Severus und schlich sie bei ihm wieder hinein. „Reenervate" flüsterte er.
Langsam und schwerfällig öffnete der vor ihm liegende die Augen. Schmerzerfüllt atmete er ein und versuchte sich vorsichtig zu bewegen. Da er noch benommen war hatte er noch nicht bemerkt dass jemand neben ihm war. Doch mit einem Mal war er schlagartig wach. Die zweite Person in seiner Zelle konnte er mit den Augen kaum erfassen. Doch die Verbindung zu der anderen Person ließ sie in schillernden Farben leuchten und sogleich erkennen wer es war Ein fast ersticktes: "Harry?", stahl sich von seinen Lippen.
`Sprich nicht!` erklang die Stimme des jungen Mannes in seinem Kopf.` Bitte sei uns nicht böse. Ich weiß dass es Gefährlich ist hier zu sein. Aber was sollen wir den andres tun?´
Severus meinte bei diesen Worten einen entschuldigenden Gesichtsausdruck auf Harry Gesicht ausmachen zu können.
`Wundere dich nicht das Du meine Stimme nur in deinem Kopf hörst und das Du noch nicht antworten kannst. Wir haben auch Zeit gebraucht um heraus zu finden wie es geht. Doch nun bitte ich dich mir zuzuhören. Draco und ich haben einen Plan dich hier raus zu bekommen.´
Harry erklärte in knappen Sätzen was sie vorhatten.
Da Severus nichts anderes übrig blieb nickte er nur. Mit ein paar einfachen Heilzaubern, die Severus Harry verraten hatte, wurden einige seiner Blessuren geheilt. Nur über die Müdigkeit und den Hunger ließ sich nicht hinwegtäuschen, wobei das auch für Harry galt.
Die ersten Vorbereitungen waren getan jetzt mussten sie nur noch warten. Um weiterhin nicht aufzufallen, wenn jemand anderes zu den Zellen hinunter gehen sollte, ließ sich Harry dieses Mal von Severus in seine Scheinfesseln wickeln und begab sich wieder zurück in seine Zelle. Wenn nicht die ganze Zeit über die Dunkelheit vorgeherrscht hätte wäre er sicher in der Lage gewesen die Zeit, die sie schon unten verbrachten, zu erfassen, doch unangenehmer Weise verlor er schnell sein Zeitgefühl. Wenn doch Draco nur endlich kommen würde.
Harry hatte versucht es sich auf dem Zellenboden irgendwie bequemer zu machen. Das Vorhaben gab er schleunigst wieder auf. Der Baumeister hatte wirklich ganze Arbeit geleistet bei diesem Gefängnis. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, in der er schon wieder in seiner Zelle saß, als er leise, weit entfernte Schritte näher kommen hörte .Er wagte nicht seine „Fühler" nach der Verbindung zu Draco auszustrecken aus Angst dass es jemand bemerken würde. Doch zu seiner großen Freude und Erleichterung war die Person die sich näherte tatsächlich der den er sich erhofft hatte.
Draco öffnete zuerst Harrys Tür, half ihm auf und fragte im Stillen nach: ´Hat alles geklappt?´
´Ja. Severus weiß Bescheid.´
Damit verließen beide wieder die Zelle und öffnete die von Severus. Auch wenn der noch Schmerzen hatte konnte er sich dank der vorherigen Hilfe wieder besser bewegen.
Kurz bevor sie wieder heraus traten reichte Draco den beiden, aus einem Rucksack den er dabei hatte, jeweils zwei kleine Fläschen. `Ein Wundheil- und ein „Aufpäppel"- Trank mit sättigender Wirkung´
Ohne ein weiteres Wort tranken beide ihre Tränke.
Auf dem Weg nach oben sah sich Harry nochmal um. Die Zellen in denen noch Leute saßen weckten ein unruhiges, ärgerliches Gefühl in ihm.
`Halt dich jetzt nicht an dem Gefühl fest. Du kannst im Moment nichts für sie tun. Aber wenn der Zeitpunkt gekommen ist erinnere dich daran.´
Es war die Stimme von Severus, die er in gehört hatte. `Du kannst es?´
`Ich lerne schnell..´
´Ihr könnt auch später noch schwatzen! Kommt schon, wir haben keine Zeit .´ Unwirrsch zog Draco die beiden mit sich Richtung Ausgang..
Als sie aus der Tür, die in die Kerker führt, in die große Vorhalle traten hörten sie die Stimme von Lucius Malfoy, die die Treppe herunter schallte. „Draco? Geh sofort in den Salon im Westflügel. Der Dunkle Lord wird in wenigen Minuten hier sein. Ich komme auch gleich nach."
`Verdammt. Genau da ist unser Fluchtpunkt. Los jetzt, beeilen wir uns.´
Die letzten Meter zu dem Zimmer zurück zu legen war zwar leicht , da sie von niemandem aufgehalten wurden, aber zu dritt keine Geräusche zu machen war schwieriger als allein. Sie waren gerade an der Tür angekommen als sich eilige Schritte näherten. Nur noch wenige Sekunden bis Lucius um die Ecke kommen uns sie sehen würde.
Draco öffnete die Tür, sie betraten den Raum und er sprang zum Kamin um das Fässchen mit dem Flohpulver aus der Halterung zu nehmen. Er nahm es gerade in die Hand als sich Grüne Flammen im Kamin zeigten. Regungslos stand er da als nacheinander Schwarzgekleidete Gestalten aus dem Kamin traten. Unter ihnen niemand geringerer als Voldemort persönlich. Wie zu Eis erstarrt standen auch Harry und Severus neben der Tür. Ebenso starr, doch weniger Überrascht gewahrten sie das Lucius zur selben Zeit den Raum betrat.
„Ah… Lucius. Wie ich sehe hast du mir einen netten, kleinen Empfang bereitet." , sagte Voldemort mit einem süffisanten Lächeln. „Niemand rührt sich!", befahl er allen Anwesenden im Raum, sowohl seinen Sieben Todessern, als auch den beiden Malfoys und augenscheinlich auch den zwei Snapes. Doch nur Lucius schenkte er seine Aufmerksamkeit. "Deinem, Gesichtsausdruck nach zu urteilen bist du von diesem Anblick ebenfalls mehr als überrascht. Tja, wer hätte gedacht das dein Sohn nicht nur einem Verräter hilft sondern sogar soweit geht seine Familie zu verraten?" Er schritt nun zielstrebig auf Harry und Severus zu. „So, Severus. Irgendwie finde ich es ja bedauerlich einen solch talentierten Todesser wie dich zu verlieren aber ich dulde keiner Verräter. Crucio!"
Mit einem Schmerz erfüllten Aufschrei sank Harry zu Boden, der sich vor Severus gestellt hatte um den Fluch aufzufangen.
„Nun wen haben wir denn da? Harry Potter! Für einen Augenblick hatte ich mich doch von deinem Äußeren täuschen lassen. Jetzt, da du dich für deinen Lehrer geopfert hast, kann ich mir noch einen weiteren Weg einfallen lassen ihn zu strafen bevor ich euch töte." Gelassen, erklärte er dies dem sich immer noch windenden Jungen. Den Cruciatusfluch hatte er inzwischen aufgehoben und zog Harry in seine mentale Folterkammer, die er eigens für Harry konzipiert hatte.
Severus während dessen auf die Knie gesunken um Harry festzuhalten. Ihm war klar was Voldemort gerade mit Harry tat. Nicht umsonst hatte er diese „Alpträume" der letzten Zeit beendet und den Dunklen Lord wieder ausgesperrt. Mit einer Hand hielt er den Kopf des Jungen, die andere ruhte auf Harrys Brust.
Der dunkle Lord amüsierte sich großartig über die verzweifelten Versuche des Tränkemeisters seinen Jungen wieder zu befreien. Doch fast Zeitgleich geschah auf der anderen Seite des Raumes ein weiteres Drama. Viel zu sehr von dem Leid um ihn herum fasziniert ließ Voldemort auch das gewähren. Er würde an diesem Tag, trotz der verlorenen Schlacht in der Winkelgasse, heute doch noch zu seinem Vergnügen kommen. Lucuis Malfoy war wutentbrannt auf seinen Sohn zu geschritten und versetzte ihm eine saftige Ohrfeige.
„Wie kannst du es wagen uns so etwas anzutun? Wie kommt es das mein Sohn zu einem Blutsverräter geworden ist? Nach all dem was ich dich gelehrt habe, nach dem was uns heute geschehen ist….hattest du vor unser Leben zu zerstören? Nicht nur das du Meinen Gefangenen frei gelassen hast, sondern auch einen den unser Lord dringend beseitigen will. Ich verstehe nicht wie du alles was Du hast für einen wie ihn aufgeben kannst!"
Für einen Moment sahen sich beide herausfordernd an. Dann packte es Draco: " Lieber bin ich ein Blutsverräter und auf der Richtigen Seite als auf der Falschen Seite und Tod. …..Und ICH habe unserer Familie gar nichts angetan. Du warst derjenige der uns dem Dunklen Lord ausgeliefert wie du bist. Meine Familie war mir immer das Wichtigste. Deshalb helfe ich den Beiden. Weil sie mich nicht nur als Instrument zur Machtgewinnung sehen, sondern als eigenständige Person. Sie waren in den letzten zwei Wochen für mich mehr Familie als du es in den letzten Jahren warst. Severus ist eh´ schon mein zweiter Vater. Warum soll ich dann nicht auch meinem Bruder beistehen."
„Deinem Vater?... deinem Bruder?", das Entsetzen im letzten Wort war nicht mehr zu übertreffen. Die letzte Aussage machte Lucuis fassungslos.
Aber Draco holte noch einmal aus:" JA, meinem Bruder . Wir sind vielleicht nicht Blutsverwand aber verwand im Herzen."
„Wie rührend," erschall die Stimme des Dunklen Lords. "Was ist los Lucius , willst du deinen Sohn nicht eine Lektion erteilen wegen seines Ungehorsam? Aber jetzt verstehe ich wenigstens warum er nicht zurückgekommen ist als ich den Kamin von Spinners End umgeleitet hatte."
Lucuis war weiterhin zu perplex wegen der gesamten Ereignisse um noch richtig mitzubekommen was um ihn geschah.
Plötzlich fuhr der Dunkle Lord schmerzerfüllt zusammen und hielt sich den Kopf, als ob er verhindern wollte dass er auseinander platzt. Er drehte sich um und sah zu Severus und Harry. Wobei der Tränkemeister den wieder zu Bewusstsein gekommenen Harry aufhalf. „Snape! Was hat das zu bedeuten?" Er ging auf ihn zu und riss seinen linken Arm nach oben. "Wo ist dein Dunkles Mal? Mit dem Mal solltest du gar nicht in der Lage sein das zu tun." Sein Stimme wandelte sich stetig vom Schreien zu einem gefährlichen Zischeln. Der Schmerz und die Wut in ihm brachten ihn um die Sinne. Dann begann es. Einer der umstehenden Todesser wollte seinem Herrn zur Hilfe eilen und schoss einen Fluch auf Harry und Severus ab, der allerdings an einem Schild von Draco abprallte. Mit einem lauten Knall und einer dichten Rauchwolke erschienen fast ein Dutzend Auroren in dem Zimmer. Ein gewaltiges Durcheinander entstand. Überall flogen unzählige Flüche, Angriffs- und Verteidigungszauber umher. Möbel, Dekokissen, Stoffe und Nippes wurden getroffen und in Stücke zerschlagen, zerfetzt oder irgendwie sonnst zerstört.
Den plötzlich losgebrochenen Trubel machte sich Draco zunutze um zu Harry und Severus zu eilen und ihnen ihre Zauberstäbe zu geben. Die drei brachten sich hinter einem großen Lehnstuhl in Deckung.
„Ich habe eine Idee", schrie Severus den beiden, unter dem Lärm der nun herrschte, zu. „Wir müssen ein Dreieck um Voldemort bilden und dann…"
Er wurde unterbrochen doch Harry sprach weiter. „..müssen wir die drei Tugenden wieder verbinden.."
„..und das Gleichgewicht herstellen" ,endete Draco.
Es war nicht einfach geeignete Punkte zu finden, zumal sie immer umher fliegenden Flüchen und Möbelresten ausweichen mussten.
Voldemort hatte sich bei der Ankunft der Auroren von seiner Pein befreien können . Doch richtig zum Zuge, während des Kampfes kam er nicht. Und seine erhoffte Möglichkeit den jungen Malfoy, Snape und Potter zu töten sah er in diesem Chaos auch nicht.
Harry, Draco und Severus hatten es geschafft sich einen sicheren Platz zum agieren zu suchen - jetzt durften sie keine Zeit mehr verlieren.
Telepathisch zählte Severus rückwärts. Doch für einen Augenblick wurde er wieder abgelenkt, Voldemort hatte eben Harry entdeckt der sich hinter einem Umgeworfenen Tisch verschanzt hatte. Mit nur einem Wink seines Zauberstabes fegte er einen Auror und einen der Todesser aus dem Weg die sich gerade dort ein Gefecht lieferten. Mit nur wenigen Schritten näherte er sich, hob abermals seinen Zauberstab: „Avada Ke…." Den Fluch konnte er nicht mehr zu Ende sprechen. Mit einem pfeifenden Ton durchschoss ein Kugelblitz * das Zimmer und traf Voldemort direkt zwischen den Schulterblättern. Der Stromschlag, war groß genug um ihn ins Taumeln zu bringen.Völlig Konfus drehte er sich um und sah sich nach allen Seiten um, als ob er nicht sicher wäre was ihm eben widerfahren war.
Ein kurzer Jubelschrei von Draco gab sowohl Harry als auch Severus wieder Sicherheit. Jetzt war der Augenblick gekommen, denn sie hatten nur noch so lange Zeit wie Voldemort sich nach diesem Schlag wieder sammeln musste. Sie wussten alle drei, auch ohne Absprache was sie zu tun hatten. In ihrem inneren Fühlten sie es. Die Kraft die sie verband und die Worte die gesprochen werden mussten um das Gleichgewicht - in diesem Fall von ´Gut und Böse´ wieder herzustellen. Sie richteten ihre Zauberstäbe auf Lord Voldemort :
"Caritas"**
„Scientia"**
„Robur"**
Voldemort wurde von einem leuchtenden Kreis eingeschlossen eine ebenso leuchtende Säule umgab ihn nun völlig, die vom Boden bis zur Decke reichte -und anscheinend noch darüber hinaus. Ein enorm starker Wind schien nun vom Boden im inneren des Kreises nach oben zu ziehen. Der Wind zog an allem, Voldemorts Körper und Kleidung; selbst vom Boden wurde er stückweise gehoben. Man konnte aber auch den Eindruck haben, als wurden immer wieder klein Stücke von der Person, dem Wesen Voldemort weggerissen. Stück für Stück wurden immer wieder „Fetzten" nach oben getragen. Doch der Sog machte es unmöglich zu erkennen was genau vor sich ging. Nur vage konnten sie sehen wer die Person im Kreis war. Dieses Schauspiel dauerte, unter den starren Augen aller Anwesenden, fast fünf Minuten.
Kaum war der Sturm vorbei löste sich der Kreis auf und ließ einen bewusstlosen Voldemort zurück. Er lag zusammengesunken und mit dem Gesicht nach unten da. Durch den Umhang war er fast vollständig verdeckt. Die Sachen, die er trug, wirkten auf einmal größer als vorher.
Harry war der erste der zu ihm ging. Er konnte fühlen dass irgendetwas hier anders war. Als er sich neben ihn kniete und ihn an der Schulter berührte konnte ein Ziehen in seinem Hinterkopf spüren. Aber der Schmerz verblasste gleich wieder. Doch Harry wusste dass das etwas Wichtiges war, oder besser das es noch etwas Wichtiges sein würde. Nun drehte er ihn herum, so dass man sein Gesicht sehen konnte. Es stockte Harry bei dem Anblick der Atem. Dies war nicht mehr Voldemort. Es war Tom Riddle
Ende
Epilog folgt.
* siehe Kapitel 1
** Lat. „Liebe", " Wissen" ,„Kraft"
