Hermine nahm widerwillig das alte Buch in die Hand. Kitsch aus den 50iger Jahren, dachte sie und doch begann sie darin zu blättern.
Nach ein paar Seiten war klar, wer hier wen bekommen wurde.
Sie seufzte, wenn es im wirklichen Leben doch genauso einfach wäre. Sie würde wissen, wer sie glücklich machen könnte.
Das Problem war die männliche Seite, das Ziel ihrer Sehnsucht.
In den alten Romanen schmachtete die Heldin solange, bis ihr Prinz sie endlich bemerkte, ihr seine Liebe gestand und beide glücklich vor dem Altar endeten.
Sie konnte locker auf den Altar verzichten, aber das drum und dran, dagegen war wirklich nichts einzuwenden.
Traurig legte sie das Buch zur Seite.
Sie musste sich damit abfinden, dass es keine Wunder gab.
Ziellos wanderte sie durch die Reihen der Buchhandlung. Reiseführer, Kochbücher, Ratgeber.
Ratgeber. Das war doch etwas, denn einen Rat brauchte sie in jedem Fall.
Plötzlich blieb ihr Blick an einem Buch hängen.
„Wie schreibt mal erfolgreich Liebesbriefe. Ein Ratgeber für Verliebte."
Entschlossen griff sie danach und ging ohne zu zögern zur Kasse. Auch wenn Severus ihre Briefe nie lesen würde, vielleicht half ihr das Schreiben.
In der selben Nacht schrieb sie ihren ersten Brief an Severus.
„Lieber Severus", begann sie.
„Hätt' ich nur Deine Liebe …."
