Ein Blick auf den Wecker bestätigte Hermines Befürchtung. Es war noch nicht einmal 8 Uhr und das an einem Sonntag morgen.
Warum konnte sie nicht einfach den Tag verschlafen, das würde es viel leichter machen. Der Sonntag war Familientag und sie hatte keine Familie. Sie zog sich die Bettdecke übers Gesicht. Nein, nur nicht daran denken. Hermine hatte sich vorgenommen, das Beste aus ihrer Situation zu machen und das hies – hinaus in die Welt oder wenigstens London.
Heute würde sie wieder zum Schwanenteich gehen, das Futter lag bereit und sie hatte einen leeren Film in den Fotoapparat gelegt. Nichts sprach gegen einen perfekten Tag.
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Die Hauselfen hatten Severus den Kaffee gebracht und der Tagesprophet lag zum Lesen bereit. Aber statt seinen Sonntagmorgen so zu beginnen wie immer, stand er einfach nur da und schaute sich um.
Wann hatte er eigentlich das letzte Mal Veränderungen vorgenommen? Neue Möbel bestellt, etwas umgeräumt? Er konnte sich nicht daran erinnern.
Es war wie immer und es war falsch. Warum hatte er das nicht schon vorher gesehen? Innerlich schüttelte Severus den Kopf, es war unbegreiflich.
Entschlossen drehte er sich um und stürmte aus dem Kerkern.
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Es war genauso idyllisch wie immer. Hermine lehnte sich zurück, streckte die Beine aus und atmete die frische Luft ein.
In dem Teich spiegelten sich die weißen Wolken, Schwäne und Enten glitten durch das Wasser.
Sie fragte sich, ob die gemachten Fotos diesen perfekten Moment eingefangen hatten.
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Der Teich sah genauso aus wie ihn Hermine beschrieben hatte. Langsam lief Severus den Weg entlang und blieb dann plötzlich stehen.
Dort, auf der Bank direkt am Wasser saß Hermine.
Er bekämpfte den Drang sich umzudrehen und wieder nach Hogwarts zu apparieren. Nein, er würde einen Schritt nach dem anderen machen und wenn er dann vor ihr stand, würde sich alles andere finden.
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Sie schloß ihre Augen und stellte sich vor wie schön es wäre, Severus hier zu haben als sie plötzlich Schritte hörte und sich jemand auf „ihre" Bank setzte.
„Hallo."
Sie musste wirklich eingeschlafen sein, dachte Hermine. Nur in ihren Träumen sprach Severus mit ihr. Und nur in ihren Träumen griff er nach ihrer Hand.
Hoffentlich wachte sie nicht auf.
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Als er nach ihrer Hand gegriffen hatte, war darauf gefasst, dass sie sie schnell wegziehen würde. Aber nichts geschah. Schlief sie etwas?
Er drehte sich zu ihr. Nein.
Aber warum sagte sie nichts?
„Hermine?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Stör mich nicht, ich will weiterträumen. Nur in meinen Träumen bist du bei mir."
„Es ist kein Traum, Hermine."
„Doch."
„Mach die Augen auf, dann siehst du, dass ich hier bin."
„Nein."
Severus lachte leise auf. Diese Frau war einfach unbeschreiblich, sie träumte von ihm und war glücklich dabei.
Nun, dann sollte es so sein. Er rückte näher an sie heran, strich mit seinem Daumen auf ihrer Hand hin und her und schwieg.
Was für ein perfekter Sonntag, dachten beide.
