-VII-
Conan seufzte und streckte seine Beine.
Sie fingen den Mörder des Mannes, aber Gin und Vermouth waren verschwunden.
Er seufzte ein weiteres Mal, diesmal bemerkten es die anderen.
„Conan-kun?", fragte Ayumi, „Du scheinst verärgert zu sein. Was ist los mit dir?"
„Eigentlich nichts", sagte Conan, „Ich bin einfach unzufrieden."
„Unzufrieden?"
„Den Mörder zu fangen war fast zu einfach", seufzte Conan „Er machte einen Haufen dummer Fehler."
„Ich dachte, dass es ziemlich schwer war.", seufzte Mitsuhiko.
„Für euch, vielleicht.", stöhnte Conan.
„Es ist wegen Gin und Vermouth, nicht wahr?", fragte Ai leise. Conan nickte nur.
„Sie sind weg. Einfach so. Ich frage mich, warum."
Ai neigte langsam den Kopf. „Wenn sie einfach so verschwunden sind, dann würde ich denken, dass sie ihre Arbeit beendeten haben, die ihnen zur zugewiesen worden waren."
„Ernsthaft", stöhnte Genta, „Ich verstehe einfach nicht, was ihr da sprecht."
Er gähnte. „Egal, ich denke, ich werde jetzt schlafen."
„Yeah", fügte Mitsuhiko hinzu, „Ich bin müde."
Er kroch in das Zelt, auch Ayumi folgte.
Conan, Ai, Heiji und der Professor blieben draußen.
„Ach ja, da wir gerade davon sprechen", sagte Conan, „Wir fanden, das in Gins und Vermouths Zimmer."
„Stopp? Sie teilten sich ein Zimmer?"
„Und ein Bett", grinste Heiji.
Auf Ais Gesicht legte sich ein angewidert Ausdruck. „Okay. Das könnte sehr lange dauern, bis ich das Bild wieder aus meinem Kopf bekommen habe. Danke Jungs, dass ihr es mir gegeben habt."
Conan grinste.
Nach einer kurzen Pause, drehte Ai sich zum geschrumpften Detektiv. „Was wolltet ihr mir zeigen?"
„Ah. Ja", Conan kramte in seinen Taschen und holte zwei kleine Kunststoff Umschläge heraus.
Einer enthielt eine Zigarette, der andere einen kleinen Zettel.
„Ist das Gins?", fragte Ai ungläubig.
„Yeah. Wir wählten extra eine Zigarette ohne Lippenstift.", sagte Heiji, „Soweit Kudo mir gesagt hat, haben wir nichts über Gin. Weder Fingerabdrücke noch DNA." Mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Jetzt haben wir wenigstens DNA."
Ai hob den Kopf. „Ich verstehe. Und dieses Papier?"
„Stammt aus Gins Notizbuch", erklärte Conan, „Ich konnte damit nichts anfangen. Was ist mit dir?"
„Ich bin beeindruckt. Normalerweise weißt du alles.", hänselte Ai.
„Yeah. Aber dieses Ding bereitet mir Kopfschmerzen", stöhnte Conan, als er das Papier Ai übergab, „Es sieht aus, als ob es in einem Code geschrieben wurde, aber ich weiß nicht, wie man ihn knackt."
Ai runzelte die Stirn, als sie das Papier betrachtete. Die kleinen Dreieck-förmige Zeichen sagten ihr im ersten Moment nichts, also drehte sie das Papier um.
Conan hatte nie wirklich an die Rückseite des Papiers gedacht und so fand Ai eine kleine Zeichnung.
„Kudo, was denkst du, ist das?"
Conan nahm das Papier und sah sich die Zeichnung genau an. Heiji beugte sich über ihn, um sie ebenfalls zu sehen.
„Ein kleiner Drache, würde ich sagen", meinte Heiji. Es war wirklich so etwas wie ein Drache. Der Kopf einer Schlange mit eingerollten, langen Hörnern auf der Stirn. Seine Vorderpfoten waren die eines Löwen, seine Hinterbeine und die Klauen, die eines Adlers. Er war einen Skorpions Schwanz und war mit Schuppen bedeckt.
„Nicht irgendein Drache", sagte Ai, „Es ist der Drachen des Marduk."
„Des was?", fragten Conan und Heiji gleichzeitig.
„Der Drachen des Marduk, oder Mušhuššu, ist eine Kreatur, die meistens mit dem Gott Marduk in Erscheinung tritt. Es gibt ein ganzes Tor in Babylon, das mit diesem Drachen, Stieren und Löwen verziert ist."
„Warum sollte ein Gin babylonischen Drachen in sein Notizbuch zeichnen?", fragte Conan.
„Ich denke, es ist der Schlüssel um den Code zu lesen", dachte Ai laut, „Wenn man das Symbol erkennt, kann man lesen, was hier geschrieben steht. Es ist Keilschrift."
„Mesopotamische Zeichen?", schrien die beiden Detektive.
„Sch. Nicht so laut", warnte Agasa sie, „Die Kinder schlafen schon."
„Also? Kannst du es gelesen?"
„Natürlich", sagte Ai, „Dort steht: 'Was bringt euch neugierig Kinder dazu zu denke, dass ich mesopotamische Zeichen lesen kann?"
Sie seufzte. „Ich denke, wir werden mehr Glück in einem Museum haben."
-oOo-
Dante sah den Mann vor ihm.
/„Wer bist du?"/, schnappte er, /„Du kannst deinen Dämonengeruch nicht vor mir verstecken."/
Der Mann legte den Kopf schief. /„Meinst du mein richtiger Name, den Name, den ich verwende oder den Namen des Menschen, dessen Körper ich verwenden?"/
/„Was ist Ihr richtiger Name, Dämon Punk?" /
/„Akumaka" /, antwortete der Dämon, /„Roter, guter Geist"./
/„Roter, guter Geist? Für mich siehst du nicht gerade rot aus."/
Dante legte den Kopf schief. /„Und warum sprichst du überhaupt Englisch?"/
/„Ich war bereits in vielen Ländern"/, antwortete Akumaka, /„Und vor einigen Wochen habe ich auch für das FBI gearbeitet."/
Dante hob eine Braue. /„Ist das der Grund, warum du Agent Starling stalkst?"/
Der Dämon seufzte. /„Ich weiß, dass sie in Gefahr ist, und ich möchte nur sicherstellen, dass sie sicher bleibt. Aber ich denke, da du dort bist, kann ich nun damit aufhören."/
Dante runzelte die Stirn. /„Es ist mir egal, was du über die Menschen denkst, aber sag mir: Der Körper, den du verwendest, hast du ihn von jemanden gestohlen? Denn wenn du den Mensch getötet hast, habe ich keine andere Wahl, als dich zu erschießen."/
Der Dämon senkte seinen Kopf. /„Ich bin verantwortlich für den Tod dieses Menschen, aber es waren andere Männer, die ihn getötet haben."/
Sein Körper schüttelte sich plötzlich und alles Fleisch verschwand.
Dante sprang fast zurück, als ein Skelett, gekleidet in der Kleidung des Dämons, zu Boden fiel.
Und eine riesige Kreatur schwebte über diesem.
Sein knochiger Körper war etwa 50 Fuß (15,24m) lang, der Kopf sah aus wie eine grausige Maske. Er hatte auch die Flügeln eines Adlers sowie massive Krallen. Allerdings bestand sein Körper nur aus Knochen.
„Schau", sprach der Dämon, „Das ist, was von meinem eigenen Körper geblieben ist. Vor einigen Jahrhunderten wurde ich gefangen und einige Priester exorzierten mich. Sie trennen meine Seele und meinen Geist von meinem Körper. Ich wartete so eine lange Zeit bis ein junger Mann in mein Gefängnis gestolpert kam. Ich bat ihn, mich zu befreien und er tat es, er selbst erlaubte mir, mich in seinem eigenen Körper zu verstecken." Sein Blick senkte sich auf die Knochen unter seinem Körper.
/„Aber dadurch, dass du ihn besessen hast, glaubten die anderen Leute, dass er exorziert werden müsse, so töteten sie ihn, oder?"/
„In der Tat. Sie haben ihn umgebracht, weil er so nett war, mich aufzunehmen. Ich kann im Sonnenlicht nicht existieren. Sie zerschnitten ihm die Kehle und verbrannte ihn. Nachdem sie seine Gebeine begraben hatten, nahm ich sie und benutzte sie als meinen eigenen Körper."
/„Lass mich raten. Jetzt willst du, dass ich dir helfe deinen richtigen Körper zu finden, nicht wahr?"/, fragte Dante gelangweilt.
„Ich weiß schon, wo er ist. Ich brauche deine Hilfe nicht um ihn zurück zu gewinnen, aber ich werde dir bei deiner Suche helfen..."
/„Sie kennen meine Mission? Wo zum Teufel hast du davon gehört?"/
„Ich höre so viele Dinge. Noch wichtiger ist, dass du Jodie nichts über unser Treffen sagst."
Dante legte den Kopf schief. Er fragte sich, warum der Dämon ihm das erzählte. Aber er war sehr überrascht, als der große Geist im Inneren der Knochen verschwand und der Mann wieder aufstand.
Er klopfte sich den Staub von seiner Hose, dann griff er in seine Manteltasche und zeigte ein Foto.
/„Dieser Mann. Wenn du ihm folgst, wette ich, dass du deinen Dämon finden wirst."/
Dante nahm das Foto. Es zeigte einen Mann zwischen 30 und 40 Jahren mit Brille.
/„Und wer-?"/, wollte Dante wissen, aber der Dämon war schon weg.
„Pah. Dämonen", dachte Dante ärgerlich.
Er schüttelte den Kopf, dann sprang er vom Gebäude, um zurück zu Jodies Wohnung zu gehen.
-o-
/„Dante"/, Jodie klang erfreut, /„Da bist du ja! Aber was hast du dir dabei gedacht aus meinem Fenster zu springen?"/
/„Ich hatte eine Abkürzung genommen."/
/„Das ist die 21. Etage, du Idiot!"/
/„Na und? Die Temen-Ni-Gru hatte 80 Stockwerke, als ich runter sprang."/
/„Was glaubst du wer du bist? Supermann?"/
/„Nee. Superman ist nicht einmal halb so genial wie ich."/, grinste Dante. Um die Diskussion zu beenden zog er das Foto hervor, das der Dämon ihm gab.
/„Der Kerl, der dich beobachtet hat gab mir das hier, und sagte, dass ich mein Ziel schneller finde, wenn ich mich an den Mann auf dem Foto halte."/
Jodie nahm das Foto und betrachtete es, dann erkannte sie plötzlich den Mann.
/„Du weißt nicht, wer das ist, nicht wahr?"/, fragte die FBI-Agentin.
/„Nein. Und wenn ich es täte, wäre es mir egal."/
Jodie seufzte und griff nach einer drei Tage alten Zeitung. Sie klappte sie auf und zeigte sie Dante. Das Bild von einem Mann war zu sehen. Der gleiche Mann wie auf dem Foto.
/„Oh. Und wer ist dieser Kerl?"/, wollte Dante wissen.
/ „Sein Name ist Teji Gowej. Er ist ein Industrieller, der unglaublich schnell reich wurde. Er forderte Polizeischutz, ist aber zurzeit noch in Europa."/
Jodie runzelte die Stirn. /„Was ist mit dem Stalker? Warum gab er dir dieses Foto?"/
/„Ich weiß nicht"/, gab Dante zu, /„Aber er sagte, dass er dir nur folgte um sicher zu stellen, dass du sicher bleibst. Seit ich hier bin, sagte er, er würde aufhören."/
Jodie runzelte die Stirn. /„Wie sah er aus? Was war sein Name?" /
Dante erinnerte sich an die Worte des Dämonen, so sagte er nur: /„ Aku-irgendwas. Hat sich nicht die Mühe gemacht, mir seinen richtigen Namen zu sagen. Obwohl er mich bat dir nichts zu sagen."/
Jodie verdrehte die Augen. /„Nun, das wird nicht helfen. Gowej kommen in einer Woche oder so wieder. Warum lernst du nicht etwas japanisch, während wir warten?"/
/„Gut"/, stimmte Dante zu, /„ Das könnte vielleicht eine gute Idee sein. Du kannst ja nicht immer dabei sein, wenn ich einen Erdbeereisbecher will."/
