-XVII-

Dante schwieg für einen Moment vor Überraschung, so dass Conan genug Zeit hatte den anderen Mann zu mustern.

Er war genauso groß wie Dante und hatte die gleichen kalten, blauen Augen.

Allerdings hatte er eine andere Frisur und trug blau statt rot.

Außerdem hatte er eine andere Aura an sich.

Er schien kälter, professioneller und etwas altmodisch.

„Tch.", brach Dante die angespannte Stille, „Was für eine Überraschung, dich hier zu sehen. Dachte du bist tot nach der Gehirnwäsche von Mundus."

„Glaubst du wirklich die unsrigen sind so leicht zu töten?", sagte der andere, „Spardas Blut ist stark genug sich gegen jede Verletzung durchzusetzen.", er steckte das Schwert weg, während er fortfuhr, „Oder bist du auf den Kopf gefallen? Schließlich sind wir beide Söhne Spardas."

Dante hob nur eine Augenbraue, während Conan, Ai und Jodie auf keuchten. Dieser Mann war Dantes Bruder?

Der Hunter seufzte und steckte gleichzeitig sein Schwert weg.

„Pf. Hättest mir wenigstens eine Karte oder etwas Ähnliches schreiben könne, damit ich weiß, dass du wieder da bist."

Sein Bruder zog die Stirn in Falten und versuchte Ruhe zu bewahren.

„Ich war nicht gerade im Urlaub.", knurrte er, „Ich hatte Glück und jemand öffnete gerade ein riesiges Hellgate und ich schaffte es zu entwischen." Er sah sich im riesigen Lager um. „Und besser als die Hölle ist dieser Ort hier allemal."

Er drehte sich und betrachtete die Wände mit dem Blut.

Nach einer Weile wandte er sich wieder an seinen Bruder.

„Was soll das werden Dante?", knurrte er, „Ich dachte immer, du liebst dein Leben. Also, warum hast du dich entschieden gegen einen Höllendämon zu kämpfen?"

Dante war überrascht. „Beeindruckend wie immer. Woher weißt du, dass es einer von ihnen ist?"

Der andere legte den Kopf schief. „Sag mir nicht, dass du ihn nicht riechen kannst. Diesen Gestank aus den tiefsten Abgründen der Hölle.", seine Augen verengten sich, „Du trägst eine Erinnerung an den Dämon bei dir."

„Oh richtig.", murmelte Dante, als er in seine Hosentasche griff. Einen kurzen Moment später zog er ein langes, weißes Objekt aus dem Mantel.

Eine Klaue.

Eine einzige lange Kralle.

Sein Bruder legte den Kopf schief.

„Also ist es Ennes'Sharra.", bemerkte er, „Beeindruckend. Du hast gewählt gegen ihn zu kämpfen. Von allen Dämonen ist er der rachsüchtigste."

„Ich habe nicht gewählt.", antwortete Dante kühl, „Mein Mandant hat mich hierher geschickt, um einen Dämon zu finden und zu töten und vergessen mir zu sagen, dass es einer von diesen Bastarden ist."

Er schwieg einen Moment, ehe er dann seinen Bruder musterte.

„Ich mag es nicht, das zu fragen, Vergil, aber sag mir: Würdest du mit mir zusammen gegen diesen Bastard kämpfen?"

Vergil war überrascht. „Ich fühle mich geehrt, aber warum fragst du unbedingt mich, dir zu helfen? Normalerweise wäre es das Letzte, was du tun würdest."

Dante seufzte. „Erstens: Lady und Trish sind nicht hier, also kann ich sie nicht fragen. Zweitens: Ich glaube nicht, dass eine von ihnen länger als fünf Minuten überleben würde. Drittens: Er hat mich schon einmal fertig gemacht, ohne aus seiner menschlichen Hülle zu schlüpfen. Ich glaube nicht, dass ich eine Chance habe, wenn er seinen richtigen Körper benutzt."

Vergil grinste. „Wenn man es so ausdrückt: Ich will mit dir kämpfen. Aber verstehe es nicht falsch. Ich will dir nicht helfen. Ich will nur sehen, wie stark das Blut von Sparda im Vergleich mit einem Höllendämon ist."

„Also gut, Bro. Let's Rock!"

-oOo-

Inspektor Yamato Kansuke war nicht glücklich.

Sein verletztes Beim schmerzte ziemlich viel in letzter Zeit und sein fehlendes linkes Auge machte die Situation nicht besser.

Nicht nötig zu erwähnen, dass ein wahnsinniger Killer die schöne Landschafft von Nagano durchquerte.

„Uehara!", blaffte er, „Wie ist die Lage?"

Die hübsche Detektivin seufzte, als sie ihm die verschiedenen Daten zeigte.

„Bisher haben wir drei Leichen überall in Nagano.", sagte sie, „Sie sind sich alle drei im Aussehen sehr ähnlich."

Yamato blickte finster drein. Das bedeutete, dass der Mörder, wer immer es war, keine Ahnung hatte wer sein Opfer war. Das hieß er würde weiter morden.

Der Inspektor schlug mit der Faust auf den Tisch.

„Verdammt, Uehara!", schrie er, „Was ist die Todesursache?"

„Alle von ihnen wurden erstochen.", antwortete Uehara, „Die Pathologie versucht immer noch herauszufinden mit welcher Waffe."

Sie fügte stirnrunzelnd hinzu: „Der Pathologe sagte mir, dass alle drei am selben Tag getötet wurden. Wir sind nur davon ausgegangen, dass es verschiedene Tage waren, weil wir sie an verschiedenen Tagen gefunden haben."

„Alle am gleichen Tag?", Yamato runzelte die Stirn, „Es ist nur möglich, das zu tun- wenn man den ganzen Tag fährt." Sein Gesicht hellte sich ein wenig auf. „Wir sollten die Kollegen von der Autobahnpolizei fragen. Sie können die umliegenden Tankstellen fragen. Jemand der nur durch Nagano fährt, verbraucht viel Benzin."

Uehara nickte, doch bevor sie das Büro verlassen konnte, erschien ein Polizist und gab ihr einen Bericht.

Uehara zog die Brauen zusammen, während sie las.

„Ähm, tut mir leid ihnen das sagen zu müssen.", murmelte sie, als sie sich wieder zu ihrem Vorgesetzten drehte, „Aber es gibt Neuigkeiten über einen neuen Leichnam, der aufgetaucht ist."

„WAS?", schrie Yamato, als er auf die Füße sprang. Er schwankte, als er merkte, dass sein verletztes Bein nicht bereit war, dass andere zu unterstützen und ihn zu tragen.

„Es ist eine frische Leiche aufgetaucht.", sagte sie erneut, während sie ihrem Freund half zu den Parkplätzen zu gelangen. „Also sollten wir dorthin gehen und uns selbst einen Überblick verschaffen."

-O-

Nur 15 Minuten später erreichten die beiden Beamten eine Gasse. Ein anderer Beamter begrüßte sie und hob das gelbe Band an, damit die beiden den Tatort betreten konnten.

„Wir haben eine Zeugin, die sagt, Schüsse gehört zu haben. Kugeln in den Wänden und leere ein leeres Magazin in der näher der Leiche lassen darauf schließen, dass das Opfer sich versuchte zu wehren."

Der Gerichtsmediziner beäugte die beiden Neuankömmlinge mit glasigen Augen.

„Definitiv die gleiche Waffe.", murmelte er, „Erstochen. Mit der gleichen unbekannten Waffe durch die Brust, wie die anderen drei."

Yamato besah sich den Körper.

„Hey, Uehara. Ist das nicht dieser Waffenverkäufer Teimon Tsukishi?", knurrte er.

Uehara nickte überrascht. „Jetzt weiß ich, warum mir die anderen so vertraut vorkamen. Jemand versuchte diesen Mann zu töten."

„Und beendete den Job.", knurrte Yamato. Er wollte gerade in sein Büro zurück, als er eine weitere Nachricht bekam. Tsukishis Wohnung war bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Seine Familie war nicht in der Lage zu entkommen und war ebenfalls verbrannt."

Jetzt war Yamatos Tag wirklich beschissen.

-oOo-

Vermouth stand am Fenster, als plötzlich das Leuchten von Feuer ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Ihr großer, dunkel gekleideter Partner trat aus den wild brennenden Flamen.

„Mission abgeschlossen. Dieses Mal der Echte.", erklärte er.

Vermouth hob beide Brauen, als sie ihren dämonischen Kollegen musterte.

„Du siehst nicht besonders gut aus.", sagte sie, „Du bist eher ein Schweizer Käse als ein Mensch."

Sie hatte Recht. Gins Körper war übersät mit Schusswunden.

Der Dämon stieß einen Seufzer aus. „Die meisten Leute erstarren, wenn sie mich sehen, hätte nicht gedacht, dass sich eines dieser Insekten wehrt."

Er zuckte mit den Schultern. „Nun, früher oder später muss ich diesen Körper eh abwerfen."

„Abwerfen?", Vermouth klang schockiert. „Du meinst einfach wegwerfen? Es würde Verdacht aufwerfen."

„Dieser Körper hat zu viel Schaden abbekommen.", erklärte Gin, „Es wäre eine Katastrophe, wenn ich ihn während einer Mission abwerfen müsste." Ein kleines Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht. „Nun, eine Katastrophe für die, gegen die wir kämpfen. Denn dann würde ich Material zu Herstellung eines neuen Körpers brauchen."

Er setzte sich aufs Sofa und fing an die Kugeln aus seinem Körper zu entfernen.

„Tut das nicht weh?", fragte Vermouth, als sie sah, wie er die Finger tief in die Wunden grub und das Metall zum Vorschein brachte.

„Überhaupt nicht.", antwortete Gin, „Immerhin ist das hier nur eine Erscheinung, die ich nutze, um mein richtiges Aussehen zu verbergen."

Gin seufzte erneut. „Auf jeden Fall sollten wir diesen Ort morgen verlassen. Ich habe keine Spuren hinterlassen und niemand sah mich das Zimmer verlassen. Ich denke niemand wird uns verdächtigen."

Vermouth zuckte mit den Schultern. „Wenn du darauf bestehst. Ich fing an Nagano ein wenig zu mögen."