-XXI-

Dante und Vergil erstarrten. „Shit!", sagte einer von ihnen, aber Vermouth war sich nicht sicher wer.

Aber sie schienen erschrocken zu sein.

Allerdings waren sie nicht die einzige. Tief in ihr entstand ein nagendes Gefühl. Sie war sich sicher, dass die anderen es auch hatten.

Denn die FBI-Agenten senkten langsam ihre Waffen und starrten Gin an.

Der Asphalt unter seinen Füßen schmolz und der ölige Teil fing Feuer

Gin hob den Kopf, seine Augen wurden komplett grün.

„Das ist euer Ende, ihr Sterblichen.", knurrte er, „Ihr habt mich wütend gemacht. Ich mag es nicht, wenn Insekten das machen."

Sein Körper fing Feuer. Innerhalb weniger Augenblicke erhob sich ein riesiger Tornado aus Feuer gen Himmel, der alles verschlang, was brennbar war.

„Verdammt, was ist los?", hörte man Jodie über das Brüllen des Feuers hinweg schreien.

Dante drehte sich zu ihr. Und grinste. „Er verbrennt einfach seinen menschlichen Körper, damit er mit mehr Macht kämpfen kann."

„Stopp…verbrennt…seinen menschlichen Körper?"

Vergil zog die Brauen zusammen. „Wir müssen vorsichtig sein.", sagte er langsam, „Du weißt wie gefährlich ein Höllendämon ist, selbst hier auf der Erde."

Dante wurde wieder ernst. „Ich weiß. Aber hier haben wir eine Chance. Unten in der Hölle wäre es, als würden Fliegen gegen eine Windschutzscheibe fliegen. Und wir wären die Fliegen."

„Sei vorsichtig!", warnte Vergil plötzlich, „Da kommt er."

-o-

Mit einem Schrei wurden die Flammen in alle Richtungen gesprüht und verschwanden. Dante und Vergil sogen beide die Luft ein, während die anderen mehre Schritte zurück taumelten und geschockt auf das starrte, was die Flammen offenbraten.

Der Höllendämon Gin. Oder noch besser: Der Höllendämon Ennes'Sharra.

Sein Körper war 12 Zwölf Fuß (ca. 3,6m) groß, schlank aber auch muskulös. Seine Haut war vollkommen weiß, abgesehen von ein paar schwarzen Streifen auf seinem maskenhaften Gesicht und er hatte keine Schuppen oder Fell. Allerdings gab es eine Reihe von Stacheln über sein Rückgrat bis zur Schwanzspitze. Seine Glieder und sein Hals waren länglich und seine Hände und Füße hatten Krallen.

Seine eisigen, grünen Augen glitten langsam über die herumstehenden Menschen. Sei Blick bohrte sich durch sie hindurch, so dass der Dämon selbst das Blut sehen konnte, dass durch ihre Adern gepumpt wurde.

Plötzlich hallte ein Schuss durch die gespannte Stille und traf den Dämon genau zwischen den Augen.

Doch das Metall prallte einfach ab, ohne irgendwelche Schäden zu hinterlassen.

Jodie wirbelte herum. Es war Anderson der geschossen hatte. Der Mann war immer fröhlich, aber war es klug, auf einen Dämon zu schießen?

Scheinbar nicht. Gin zischte den Mann an, ehe er verschwand.

In diesem Moment wurde Andersons Körper zerrissen und Blut spritze in alle Richtungen.

Die SWAT-Angehörigen, die neben ihm standen, sprangen zurück, als der weiße Dämon ihren Kollegen tötete. Blut tropfte von seinen 10 Zoll langen Krallen, als er seinen Kopf langsam in ihre Richtung drehte. Wie hatte er es geschafft so schnell hierher zu kommen?

Eisige grüne Augen ruhten auf den vier Männern.

Keegan war es, der am nächsten an dem Dämon stand. Er trat einen Schritt zurück und versuchte mit seiner zitternden Pistole auf den Kopf des Gegners zu zielen.

Doch plötzlich wurde die Waffe sehr heiß und begann in einem weißen Licht zu glühen.

„Shit!", schrie Keegan und ließ seine Waffe fallen. Er bemerkte, dass seine Kollegen das gleiche taten.

Warum willst du dir die Mühe machen zu kämpfen?", fragte eine Stimme in seinem Kopf. Keegan wirbelte herum.

Er war nicht mehr im Depot. Nein, er stand auf einem kleinen Hügel, umgeben von Wäldern.

„Verdammt! Wo sind wir?", fragte McNeev. Der große Mann kam näher, genauso wie Johnson und Smith.

„Als ob ich das wüsste. Einen Moment waren wir in Tokio und im nächsten in…Idaho?"

Was wäre, wenn ich euch sage, dass ihr nicht in Idaho seid? Oder Tokio?"

„ARGH! Was ist das für ein Scheiß?", wimmerte Johnson, während er die Hände an den Kopf legte.

Keegan brach in die Knie. Diese Stimme. Sie war so schmerzhaft. Zum verrückt werden.

Wie ein Chor von Tausenden oder Millionen gequälten Seelen, die gemeinsam schrien.

Und plötzlich starrte er direkt in Augen. Eisiges Grün.

Alle vier Männer explodierten in einer blutigen Masse aus Blut und Gewebe. Rot wurde sie überall hin verspritzt.

Gins Augen begannen zu glühen, als sein Körper sich versteifte. Er schrie. Ein Sound, der einem durch alle Knochen fuhr und riesige Kopfschmerzen verursachte.

Der Himmel bekam eine feuerrote Farbe und schwarze Wolken sammelten sich an ihm.

„Verdammt!", seufzte Dante, „Jetzt ist er wach."

Etwas weiches, graues landete auf seiner Schulter. Asche.

Allein seine Anwesenheit war genug, um das Wetter zu verändern und es Asche regnen zu lassen.

„Verschwende keine Zeit damit ihn anzustarren!", zischte Vergil, „Greif ihn an!" Er sprang nach vorne und schwang Yamato, sein Schwert, auf den weißen Dämon.

Allerdings sprühte das Metall nur Funken, als es die weiße Haut traf und an ihr entlang schabte. Selbst eine von Dämonen geschmiedete Klinge konnte diesen Körper nicht verletzten. Gin fuhr herum und schwang seine Krallen nach dem Halbdämon. Vergil wich aus und die Krallen schlugen in den Boden.

Ihr könnt mich nicht mit solchen stumpfen Waffen verletzten." Jodie zuckte zusammen. Auch wenn der Dämon nicht mit ihr sprach, brachte die Stimme immer noch ihren Kopf zum schmerzen. Sie konnte sich nicht vorstellen, was Dante und Vergil spürten.

Vergil starrte den zwölf Fuß großen Dämon an. Sein Dämon-Teil schützte ihn vor der Stimme des Gegners, aber auch er hatte seine Probleme im Umgang mit Millionen gequälten Seelen.

Gin zischte, ein Geräusch, als wenn mehrere Dampflokomotiven gleichzeitig Dampf ablassen würden.

Vergil zog die Nase kraus. „Yeah. Wie auch immer. Rede nicht so eine Scheiße!" Er zeigte mit dem Schwert auf ihn. „Ich habe keine Angst vor dir. Auch Dämonen wie du können besiegt werden."

Warten wir ab."

Gin schlug seine Krallen in den Boden und unmittelbar danach ging alles in seine Umgebung in Flammen auf. Vergil schlug sein Schwert durch die Flammen, nur um im nächsten Moment zu merken, dass der Boden plötzlich zitterte.

Er sprang weg, kurz bevor eine riesige Feuerfontäne aus dem Bodengeschossen kam- oder besser Massen aus geschmolzenem Gestein.

Riesige Wände aus Feuer breiteten sich in alle Richtungen aus, steckten einige SWAT-Hummer in Brand und ließen sie hochgehen.

Als die Flammen verschwanden, war der Höllendämon weg.

„Verdammt. Er ist weg, oder?", stöhnte Dante, als er gegen ein brennendes Auto trat.

„Höllendämons fliehen nicht. Sie werden nicht aufhören zu kämpfen bis sie gewonnen haben.", knurrte Vergil, „Wir sollten vorsichtig sein. Du weißt, wenn sich der Feind zurückzieht, wird er für einen großen Schlag wiederkommen."

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Ein in der Nähe stehender Hummer schien aufzustöhnen, als etwas mit einem großen Gewicht auf ihn fiel.

Allerdings realisierten das die fünf BO Mitglieder nicht wirklich. Was genau, war gerade passiert?

Ihr Anführer war wirklich ein Dämon? Oder war das nur ein verrückter Traum? Ein Traum, den sie alle gleichzeitig hatten?

Ein zischendes Geräusch erregte ihre Aufmerksamkeit.

Gin saß hinter ihnen auf einem Tankwagen. Er neigte den Kopf und sah die fünf Agenten an.

Ihr solltet diesen Ort verlassen.", flüsterte seine Stimme in ihren Köpfen. Doch diesmal war es nicht ein Chor aus gequälten Seelen, sondern ein paar sehr sanfte und leise Stimmen.

„Aniki?", stotterte Vodka.

Ich werde alles später erklären. Das wichtigste ist, dass ihr jetzt geht und zwar so schnell wie möglich."

„Du willst uns nicht als Schild benutzten?", fragte Vermouth neckisch, „Sorry, aber bis jetzt scheinst du nicht sehr geschickt im Kämpfen zu sein."

Chianti fühlte, wie ihr Herz plötzlich stehen blieb. Vermouth fürchtete den Tod wirklich nicht.

Gin kniff die Augen zusammen, behielt aber die Nerven.

Ich bin die Erde.", knurrte er, „Wenn ich anfange mit meiner vollen Kraft zu kämpfen, kann ich nicht versprechen euch nicht zu töten. Ich könnte das gesamte Hafenbecken in einem Augenblick planieren."

Neben ihnen wurde eine Pistole gespannt. Ein einziger FBI-Agent stand dort und zielte mit seiner Waffe auf Kirs Kopf.

Kir starrte ihn überrascht an. Sollten die nicht wissen, dass sie ein NOC war?

Naja. Der Mensch hatte gerade Panik.

„Du willst sie nicht angreifen, oder?", schrie der Mann, „Wenn du dich jetzt ergibst, dann werde ich sie nicht erschießen."

Gin lehnte sich zurück.

Du denkst, du kannst das mit mir machen, Würmchen?"

„D-Du willst sie beschützen, oder?"

Gute Diener sind schwer zu finden. Aber du bist zu schwach, um mich zu etwas zwingen zu können."

Der Mann zitterte, als das maskenartige Gesicht begann zu knacken. Eine tiefe Wunde öffnete sich, die sich unter den Augen entlang zog.

Ein pechschwarzes Loch.

Der Dämon schrie und der Mann ließ seine Waffe fallen und versuchte zu fliehen.

Nur schaffte er es nicht sehr weit. Der zwölf Fuß große Dämon stürzte vom Auto und biss in den Körper des Mannes. Zwei Körperteile fielen zu Boden, aber wenn man sie so betrachtete, merkte man, dass ein großer Teil des Oberkörpers fehlte.

Ich wiederhole mich nur noch einmal. Flieht von diesem Ort."

Die Drohung war nicht zu überhören. Widerwillig stiegen die fünf in ihre Autos und starteten den Motor. Gin half ihrer Flucht in dem er nach dem Hummer griff, der ihnen den Weg versperrte und ihn nach Dante und Vergil warf.

Autos, die so lang waren, wie er groß war und leicht mehr als achtmal so viel wogen.

Als der Porsche, der Viper und der Citroen wegfuhren warf Vermouth noch einen Blick zurück. Sah aber nur ein riesiges Feuer auflodern.