-XXII-

So wie die drei Autos durch die Luft flogen, griffen Vergil und Dante erneut an. Genau wie vorher waren ihre Waffen nutzlos gegen die Haut des Gegners. Rotes Feuer raste über den Boden und sengte sie jedes Mal an, wenn sie diesen berührten.

Außerdem waren Gins Krallen weit davon entfernt nutzlos gegen ihre Waffen zu sein. Jeder einzelne abgewehrte Schlag machten Yamato und Rebellion nur zackig und stumpf.

„Scheißkerl!", schwor Vergil, „Solange wir es nicht schaffen ihn zum bluten zu bringen sind unsere Waffen so nützlich wie Zahnstocher gegen Beowulf.

„Netter Vergleich, Bro. Ich wusste noch gar nicht, dass du unter die Komiker gegangen bist."

„SCHIESST AUF DEN TANK!", brüllte eine Stimme.

Der Höllendämon blieb stehen und ließ seine Augen langsam über die Umgebung wandern, um den Ursprung der Stimme zu suchen. Sein Blick stoppte, als er den Tank sah, der neben ihm stand. Ein Tank mit flüssigem Stickstoff. Der kälteste Stoff auf der Erde. Mit Ebony und Ivory folgte Dante der Anweisung und zerschoss die gespannte Stille. Der Schuss sprengte den Tank. Gin schrie vor Schmerz und Überraschung auf, als sich der kalte Nebel über ihn ergoss.

-o-

„Das war eine dumme Idee.", flüsterte Ai.

„Sei still. Ich muss wissen, ob Dante damit Recht hat, dass Gin ein Dämon ist.", zischte Conan zurück, „Ich glaube nicht an übernatürlichen Kram."

Ai seufzte. „Und was ist mit dem kleinen Walddämon, der im Moment um das Haus des Professors herum hüpft?"

Conan schwieg. Nun, da hatte sie auch wieder Recht.

Die beiden geschrumpften Personen, die sich unter einem Blechdach auf ein paar Kisten versteckten, hatten einen guten Blick auf den Zauberkreis, den Vergil auf den Boden gezeichnet hatte.

Wenige Augenblicke später erschienen drei Autos und die BO-Agenten steigen aus.

Als Gin den Bann erreichte, schien dieser wirklich eine Wirkung auf den Blonden auszuüben.

In den nächsten Augenblicken hielt Conan den Atem an. Vergil griff Gin an, doch Gin wich aus und holte sich die Dämonenklaue, die der Halbdämon als Waffe verwendet hatte. Doch plötzlich verwandelte er beide Arme in weiße, dämonische, durchbrach den Kreis und entkam aus diesem.

Als er in einem riesigen Feuerwirbel verschwand, begann Ai zu zittern. Sie spürte die riesige Energie, die aus ihrem Erzfeind ausströmte geradezu.

Beide sogen scharf die Luft ein, als die Flammen verschwanden und der Höllendämon offenbart wurde. Er war zwölf Fuß groß, schlank, aber dennoch muskulös. Eine Reihe von Stacheln lief über sein Rückgrat bis zur Schwanzspitze, liefen aber in zwei Reihen über seinen Nacken. Wenn man seine Stimme hörte, erreichte diese gleich den Geist, ohne die Ohren zu passieren.

Dieser SWAT-Agent schoss auf ihn, der Dämon verschwand und erschien wieder, riss den Mann auseinander und wenige Momente später explodierten die vier neben ihm auf eine sehr unschöne Weise. Dann schrie der Höllendämon. Ein Sound, der die Knochen bis ins Mark erzittern ließ.

Doch jedes Mal, wenn Dante und Vergil angriffen, wehrte seine haut die Angriffe ab, wären auf dem Boden riesige Flammen aufloderten. Oder er verschwand plötzlich und tauchte irgendwo anders wieder auf. Aber Gin verwendete nicht nur das Feuer gegen die Hunter, er hatte genug körperliche Kraft, um die Hummer zu holen und sie zu werfen. Wahrscheinlich nur als Ablenkung, da man diesen leicht ausweichen konnte.

Conan und Ai waren erstarrt vor Angst.

Was war das für eine Kreatur? Warum konnte sie nicht verletzt werden? Diese Fragens schossen dem geschrumpften Detektiv durch den Kopf. Es musste einen Weg geben ihn zu besiegen oder war dort keiner?

Eine weitere rote Flamme schoss aus dem Boden und sogar sie spürten noch die Hitze, die von ihr ausging. Plötzlich kam ihm eine Idee. Feuer. Und Erde.

Er bereitete seine Fliege vor und wartete auf den richtigen Moment.

„Was soll das? Was hast du vor?", zischte Ai ihn an.

„Ich will Dante helfen.", flüsterte Ai zurück, „Es gibt mehr als genug Fragen, die ich Gin stellen will."

„Was immer du planst, es wird nicht funktionieren.", zischte Ai ihn erneut an.

„Ich hoffe es wird.", meinte Conan mit einem schelmischen Grinsen. „Erinnerst du dich daran, was Gin auf dem Porsche-Treffen gesagt hat?"

„Was?"

„Du hast mich gehört. Er sagte: ‚Ich mag es nicht kalt.' Könnte dies kein Hinweis sein? Er greift doch auch mit Feuer an!

„Bist du verrückt? Das ist kein Spiel!"

„Jeder hatte eine starke Seite und einen Schwachpunkt. Ich glaube, der seinige ist Kälte." Conan zuckte zusammen und drehte sich wieder um. Jetzt war der Zeitpunkt perfekt.

Er drehte seine Fliege auf maximale Lautstärke und schrie hinein.

Keinen Augenblick später zerschoss Dante den Tank und übergoss Gin mit der extrem kalten Flüssigkeit. Der Schrei des Dämonen brachte die Gläser in der Nähe zum bersten.

Dante und Vergil warteten einen Moment und sprangen dann in den weißen Nebel.

Der Nebel hob sich langsam und hinterließ zwei verwirrte Dämonenjäger.

Der Höllendämon war verschwunden.

-oOo-

Die beiden geschrumpften hielten die Luft an. Gin war weg, aber wohin? War er aus dem Kampf geflohen? Hatte er einen Plan?

Irgendetwas Schweres schien irgendwo auf dem Dach zu sein.

Ai wandte sich zu Conan, die Augen vor Angst geweitet.

„Was ist das?", flüsterte sie. Conan zuckte nur mit den Schultern.

Ein schwaches Klopfen war zu hören. Leise und vorsichtig, als ob eine Katze drüber lief.

„Eine Katze?", flüsterte Ai wieder. Conan starrte nach oben. Er war sich nicht sicher, was das war, aber wahrscheinlich keine Katze. Er hatte die Möwen und Ratten fliehen sehen, kurz bevor Gin kam. Also warum sollte eine Katze hier sein?

Irgendwie wurde es wärmer.

Wärmer? Conan sah sich um, aber es gab hier nichts, was diese Wärme erzeugen könnte. Sein Blick wanderte nach oben und er merkte, dass die Wärme vom Blechdach kam.

Er wurde blass.

„AI!", schrie er, „Lauf weg!"

Ai starrte ihn an, aber gehorchte. Ein paar Sekunden später durchbohrten zwei riesige Klauen das Blechdach und stachen in zwei Kisten, rechts von Ai. Das Mädchen schrie und rollte sich dann zurück zu Conan. Eine weitere Kralle bohrte sich durch das Dach und schien sich einzuhacken. Mit einem einzigen Ruck zerriss Gin das gesamte Dach, als wäre es aus Papier.

Die Kinder erstarrten vor Angst, als sie sich dem Zwölf Fuß großen Dämon gegenüber sahen, der sie ansah.

Ich wusste zwar, dass sich jemand hier oben versteckte, aber ich hätte nicht mit Kindern gerechnet."

Sie Haut war immer noch mit kleinen Eiskristallen überzogen, die aber langsam abtauten.

Ich denke, du warst es, der die Idee mit dem Stickstoff hatte."

Die kalten, grünen Augen verengten sich, als er den Kopf senkte und Conan und Ai genauer betrachtete.

Ich könnte schwören, dass ich dich schon einmal irgendwo gesehen habe…", er legte den Kopf schief, „Es hatte etwas mit einem Freizeitpark zu tun, oder?"

Conan zuckte zusammen und die kleine Bewegung verriet dem Dämon, dass er recht hatte. Erinnerungen an jenen Tag kamen in ihm hoch.

Doch in diesem Moment verlor Gin das Interesse an ihm. Stattdessen wandte er sich an das rothaarige Mädchen neben Conan. Seine Augen verengten sich, als die ängstlichen, blauen Augen seine smaragdgrünen trafen.

Doch in diesem Moment gab es einen Laut, der ein bisschen wie ein Niesen klang.

Und die beiden Jäger erschienen direkt hinter Gin.

„Hey, lass die Kinder in Ruhe! Wir sind deine Gegner!", rief Dante.

Der Höllendämon machte sich nicht einmal die Mühe, ihn an zusehen. Stattdessen kratzte er mit seinen Krallen übers Metall, so dass es sich hellorange verfärbte. Das Dach bog sich nach oben und sog das Metall in der Umgebung in wenigen Augenblicken zu sich. Eine glühende Kreatur ausflüssigem Zinn erhob sich und griff mit seinen glühenden Klauen die unter an.

Vergil rollte sich nach links und Dante nach rechts, um der Flammenkreatur auszuweichen. Aber diese teilte sich einfach in zwei Teile und jedes griff einen Hunter an.

Sie konnten nicht besonders nah heran und ihre Schwerter waren nutzlos gegen geschmolzenes Metall

Jetzt können wir reden.", sagte Gin. Auch wenn er keine Gesichtszüge besaß, hätte Conan schwören können, dass er grinste.

Ai starrte ihn an, sie schien fast aufgehört haben zu atmen.

Ich habe mich immer gefragt, wie du es geschafft hast zu entkommen, aber dass du nun diesen Körper hast, ist überraschend."

Er legte den Kopf schief. „Doch am Ende kann man sich nicht ewig verstecken. Sherry."

Er hob seine riesigen Krallen über seinen Kopf.

Ob Höllendämon oder nicht, es ist meine Pflicht dich zu finden und zu töten. Und weißt du was? Ich habe dich gefunden."

-oOo-

Schwarzes Blut bespritzte die geschrumpften Teenager. Gin schrie überrascht auf, als eine vier Fuß lange Klinge seine Brust aufschlitzte und eine riesige, blutende Wunde hinterließ. Er verschwand und erschien auf einem anderen Lagerhaus. Obwohl die Wunde für Menschen tödlich gewesen wäre, verheilte sie einfach wieder, ohne, dass eine Spur von ihr zurückblieb.

Conan und Ai hoben ihre Köpfe, um zu sehen, wer sie gerettet hatte. Die gewählte Waffe war eine Klinge, die an einem fast acht Fuß langem Speerschaft befestigt war.

Das schwarze Blut tropfte von der gesamten Klinge. Bei Kontakt mit dem Eisen oder Holz begann das Blut zischend zu trockenen. Der Mann trug eine blaue Jeans. Zischend fraß das Blut kleine Löcher in die Kleidung, aber der Mann bemerkte es nicht einmal.

Eine blaue Jacke verdeckte größtenteils ein dunkles Hemd und er trug eine schwarze Strickmütze.

Durchdringende, grüne Augen schauten in die eiskalten, grünen Augen des Gegners.However, in this moment Gin lost his interest in him.