-XXIV-
„Das sind die Tokyo News. Das seismologische Institut von Tokio registrierte Erdbeben nahe der Stadt!", schrie eine zierliche Frau. Sie hielt ein Mikrofon und Wind zerrte an ihren Haaren. Das Bild wackelte leicht und im Hintergrund konnte man die Stadt sehen. „Wir haben uns einen Hubschrauber gemietet und uns auf den Weg zum Hafen gemacht, wo, laut unseren Informationen, das Epidemie-Zentrum des Bebens liegt- Oh mein Gott!"
Die Kamera schwenkte herum und zeigte nun den Ort der Geschehnisse. Der Himmel hatte sich verdunkelt, Blitzte leuchteten am Himmel auf, Lagerhäuser brannten und tiefe Risse zogen sich durch den Boden
Und drei riesige Berge speiten Feuer.
„Ach du heiliger! Sind das Vulkane? Nikita? Hast du es auf dem Band?
„Hab ich.", sagte der Kameramann. „Wo kommen sie her?"
Der Hubschrauber flog eine Kurve und dann näher heran.
Das Bild wurde ein wenig unscharf, dann plötzlich wieder scharf. Es wurde näher heran gezoomt.
„Sind das Leute dort unten?"
„Sieht so aus. Verdammt! Da sind Kinder!", rief der Kameramann.
„Runter!", schrie die Reporterin. Der Pilot reagierte und steuerte nach unten.
Die Menschen am Boden reagierten und sahen zum Hubschrauber. Einen Moment später wanken einige und schienen etwas zu rufen.
Plötzlich erschien etwas Weißes auf der linken Seite des Bildschirms.
Die Kamera schwenkte wieder und enthüllt ein weißes, maskenhaftes Gesicht.
Die Reporterin schrie undsprang so weit zurück, wie es in dem kleinen Hubschrauber möglich war.
Die weiße Kreatur hob die Klauen, riss sie durchs Metall und Zerstörte den Rotor. Unmittelbar danach stürzte der Hubschrauber ab, die Reporter schrien. Vor Entsetzten ließ der Kameramann die Kamera fallen und das Bild zeigte nur die drei Zoll langen Krallen.
Ganz plötzlich verstummten die Schreie, als Blut gegen die Linse spritzte.
Wenige Augenblicke später wurde die Aufnahme gestoppt.
-oOo-
Trotz der brüllenden Vulkane nahm Conan ein seltsames Geräusch war. Ein Klappern, das schnell lauter wurde, ähnlich dem, einer übergroßen Mücke.
„Was zum Teufel?", hustete Dante. Asche und Gase forderten ihren Tribut, auch bei ihm. Die drei nicht-Dämonen versuchten ihre Atemwege abzudecken, um nicht zu viel von dem Zeug einzuatmen.
Kurz darauf kam ein Hubschrauber näher.
„Die Menschen!", schnappte Vergil.
„Es ist zu gefährlich hier!", rief Akai.
Die drei versuchten die Leute im Flieger zu warnen, aber in dem Moment erschien der weiße Höllendämon, schlug seine Krallen durch das Metall und zerstörte den Roter.
Der Helikopter fiel wie ein Stein vom Himmel und es war sicher, dass die Insassen nicht mehr lebten.
Dante fluchte und würgte dann kurz.
„Wir müssen hier weg.", knurrte Vergil, „Oder wir sterben. Dieses Mal wirklich."
Er hielt immer noch Ai fest, aber das Mädchen schien schon langsam bewusstlos zu werden.
Conan und Jodie hielten sich beide ein Taschentuch vors Gesicht, mussten aber trotzdem des Öfteren husten.
„Was macht er?", knurrte Dante, „Er greift nicht an, tötet Reporter und lässt Vulkane entstehen."
„Er schwächt uns.", sagte Akai, „Auch wenn er so mächtig ist, hasst er es Gegner frontal anzugreifen.
„Dann sollten wir das gleiche versuchen.", schlug Dante vor, „Wir täuschen einen Angriff von vorne an und schlagen von hinten zu."
„Falls wir ihn aus dem Boden bekommen.", knurrte Vergil.
Conan beobachtete sie und würgte ein paarmal auf Grund der Vulkangase. Er starrte einen Moment lang die brennenden Berge an, dann hatte er eine Idee.
„Vergil?", fragte er. Der (geistig) kalte Halbdämon sah ihn an.
„Was ist?"
„Diese Stulpen, die du verwendet hast, sie haben ihn beschädigt, weil sie vom Element Licht sind, oder?"
„Ja."
„Hat einer von euch eine auf Eis basierende Waffe? Er konnte den Stickstoff doch auch nicht ertragen."
Dante pfiff. „Tolle Idee. Warum habe ich nicht früher dran gedacht?"
„Weil du ein Idiot bist.", murmelte Vergil. Dante ignorierte den Kommentar seines Bruders und holte ein dreigliedriges Nunchaku in einem eisigen Blau aus seinem Mantel.
„Cerberus sollte eine großartige Waffe sein, um ihn in Schach zu halten.", grinste Dante.
„Wo ziehst du nur immer deine Waffen raus?"
„Keine Ahnung. Ich glaube mein Mantel hat eine vierte Dimension."
In diesem Moment bebte die Erde heftig. Die drei Jäger sprangen weg, die drei nicht-Dämonen mitnehmend.
Mehrere Feuergolems stiegen aus dem Boden und knurrten sie an.
Dante seufzte, fuhr herum und schleuderte den letzten Teil des Nunchakus gegen einen der Golems, der sofort gefror und von Dante mit einem Tritt zertrümmert wurde.
Grinsend drehte er sich um und knallte die Waffe auf den Boden. Eissperre brachen aus dem Boden, spießten mehrere Golems auf und töteten sie auf der Stelle.
Vergil zog eine Augenbraue hoch, erlaubte seinem Zwilling aber diesen Moment zu genießen. Ein motivierter Dante war besser als ein frustrierter.
Dennoch bobachtete der ältere Zwilling seine Umgebung sehr genau. Die Vulkane begannen wieder zu schrumpfen, aber die Lava überschwemmte immer noch das Gebiet. Sehr bald würde das gesamte Schlachtfeld mit geschmolzenem Gestein bedeckt sein.
„Dante.", schnappte Vergil. Dante zertrümmerte den letzten Golem und funkelte ihn dann an.
„Kühl die Lava ab, ansonsten können wir nicht kämpfen."
Dante drückte Cerberus auf den Boden, um die Magma soweit abzukühlen, dass sie hart wurde.
Das Gestein war immer noch heiß. Nun war es aber möglich drüber zu gehen.
Es war seltsam ruhig.
Es war zu verdammt ruhig.
-oOo-
„Was ist ein Höllendämon?", fragte der kleine Dämon.
Sein Vater besah sich die Ebene vor sich.
„Höllendämonen sind die mächtigsten Dämons, die es gibt, Aku."
„Ich dachte du wärst der stärkste Dämon."
„Ich bin nur sehr mächtig. Ich bin von den alten Göttern geschaffen worden, um Ennes'Sharra zu jagen."
„Götter existieren?"
„ja, tun sie. Allerdings sind alle Götter dieser Welt zusammen kaum starkgenug, um einen einzelnen Höllendämon zu versiegeln. Höllendämonen sind nicht wie wir. Sie sind das Gegenteil des Seins."
Er schwang den Speer durch die Luft, der einen schwachen Schimmer in der Luft hinterließ.
„Gegenteil der Existenz?"
„Du, ich, das Gras, der Himmel, Dämonen, Götter. Alle existieren. Höllendämonen allerdings kommen aus einer Welt, die weit von unserer entfernt ist. Eine Welt, die vom nichts dominiert wird. Licht, Wärme, Materie, all diese Sachen gibt es dort nicht. Nichts ist dort, nur das Chaos."
„Höllendämonen werden aus dem Chaos geboren?"
„Sie sind das Chaos, Aku. Jeder von ihnen wurde als Gegenteil zu einem großen Gott erschaffen. Es ist einfach. Höllendämonen werden stärker, je länger die Welt existiert, während die Götter schwächer werden. Eines Tages werden die Höllendämonen so stark sein, das sie die ganze Welt ins Chaos ziehen, aus ihr wird dann eine neue Welt geschaffen, die vom Chaos regiert wird und die Götter sind wieder die, die stärker werden."
„Ein Kreislauf?"
„Ein ewiger Kreis der Zerstörung und Schöpfung. Jedes Mal werden sie sterben und wiedergeboren werden. Niemand weiß, wie alt sie schon sind. Nicht einmal sie selbst."
„Aber kann man dann gegen sie kämpfen?"
„Ich weiß es nicht.", seufzte der Dämon, „Ich weiß es einfach nicht."
-oOo-
Akai zog die Augen zu schlitzten, als er sich an die Worte seines Vaters erinnerte. Sein Vater war die einzige Quelle, die er je zu Höllendämonen hatte. Ein paar Jahre später fanden sie den Höllendämon. Sie kämpften mit ihm und schafften es seinen Kern zu durchbohren. Seine Kräfte hatten unkontrolliert die Umgebung verwüstet, was seinen Vater tötete.
Am Ende war er für gut 500 Jahre versiegelt.
Aber ein Höllendämon war viel zu gefährlich um für immer verschlossen zu bleiben. Anokata fand ihn und wurde von ihm überredet ihn zu befreien.
Akai war nur froh, dass sie nicht in der Hölle mit ihm kämpften, wo er rund eine Millionen Mal mehr Kraft hatte.
Aber immer noch, auch jetzt, war es viel zu schwierig gegen ihn anzukommen .Es wurde ein mächtiger Dämon benötigt um einen Höllendämon zu schlagen.
Oder eine Armee von Dämonenjägern.
