-XXV-

Eine leichte Bewegung, ein weißer Schatten.

Das war alles, was Dante als Warnung hatte. Er folgte einem Instinkt und riss Rebellion hoch.

Er erkannte nur kurze Momente später, was ihn dazu gebracht hatte, so zu reagieren, als eine große Kralle gegen die teuflische Klinge prallte und Dantes Knochen als Antwort knackten.

Im selben Moment schoss ein stechender Schmerz durch seine Seite. Er konnte aus dem Weg hechten und realisierte m nächsten Moment, was passiert war. Als er Gins Angriff blockte, hatte er völlig dessen zweite Klaue vergessen. Gin hatte sie ihm in die Seite geschlagen und hätte ihn wohl in zwei Teile geteilt, wenn er nicht weggesprungen wäre. Dennoch schmerzte sein Körper stark genug um einen erwachsenen Mann bewusstlos werden zu lassen und er blutete stark. Etwas tiefer und Gin hätte seine Wirbelsäule durchtrennt.

Nach der Überwindung des Schockes, verzog Dante das Gesicht und packte sein Schwert fester.

Allerdings kam er nicht wieder auf die Beine. Sie gaben einfach nach, als er versuchte aufzustehen.

„Versuch dich nicht zu viel zu bewegen.", zischte Vergil. Der Zwilling erschien fast aus dem Nichts. „Er hat deine wichtigsten Muskeln durchtrennt. Bei normalen Dämonen würde es dich nicht aufhalten, aber er ist anders."

„Ich weiß.", knurrte Dante, als er sich wieder aufrappelte und den Rat seines Bruders ignorierte. Er nahm ein grünes, Objekt aus seinem Mantel, das einem Stern ähnelte und biss mit einem Grinsen hinein. Seine Wunden zischten und verheilten, hinterließen aber eine deutlich sichtbare Narbe.

„Vital Star?", fraget Vergil überrascht, worauf Dante nickte und wieder ernst wurde. „Ich habe nur drei oder so. Versuch nicht allzu schwer verletzt zu werden."

„Das solltest du eher selbst versuchen!", erwiderte Vergil.

„Nun, tut mir leid, dass ich vergessen habe, dass er zwei Arme besitzt."

„Vergesse nicht immer wichtige Dinge, vor allem nicht in einem Kampf gegen einen von diesen Dingern."

Die Zwillinge reagierten instinktiv, als ein weißer Schemen in ihren Augenwinkeln erschien.

Krallen blitzten und Schwerter wurden zum Blocken hochgerissen. Der Aufprall war so heftig, dass beide auf den Boden geschleudert wurden und nach Luft schnappten.

Der Höllendämon hielt mit seinen Klauen die Schwerter fest, während er sie nach unten drückte. Diese Kraft war sogar für die Söhne von Sparda ein bisschen zu groß, aber dann merkte Gin, dass sie grinsten. Er verschwand mit dem Auflodern einer großen Flamme, kurz bevor Akai mit seiner Lanze dorthin hieb, wo eben noch der Rücken des Dämons gewesen war.

„Ach, verdammt…", seufzte Dante, „Nun habe ich für nichts Schmutz auf meiner Kleidung."

„Hör auf zu heulen!", schnappte Vergil, „Er hat es durschaut und das heißt, dass er nun kontern wird."

Riesige Flammen brachen aus dem Boden und rasten auf die drei Hunter zu. Sie wichen der ofensichtlichen Attacke aus, nur um von tiefroten Flammen umhüllt zu werden.

Flammen, die heißer waren, als die der Hölle selbst, realisierte Vergil.

Ein Feuer, dem nicht einmal Halbteufel für eine lange Zeit standhalten würden.

In diesem Moment begannen ihre Anhänger heftig zu glühen und fingen an, die Energie um sie herum zu absorbieren.

-o-

Die feurigen Kugeln wurden auseinander gerissen und offenbarten drei Kreaturen.

Was zum Teufel!", schrei Dante, „Das ist der Auslöser?"

Ja, ist es.", knurrte Vergil. Er nahm den Anhänger in seine klauenartige Hand. Der rote Stein leuchtete mit einer weißen Farbe, zeigte aber eine Menge Risse auf der Oberfläche.

Dante hob eine Braue. „Also nutzten wir gerade den Strom der Energie aus dieser Attacke?"

Wahrscheinlich.", antwortete Vergil. Seine roten Augen suchten den Boden unter ihnen ab, während seine Flügel träge flatterten, um ihn in der Luft zu halten. Etwas war seltsam.

Normalerweise nutzten die Amulette die verborgene Kraft des Trägers, um den Teufels-Modus auszulösen. Deshalb hatten sie sich immer nach einer kurzen Zeit zurück verwandelt.

Doch dieses Mal zogen sie ihre Kraft aus den tiefsten Abgründen der Hölle.

Ich fürchte, dass wir nicht lange in dieser Form bleiben werden.", meinte Vergil, „Ich denke, das unsere Amulette dieser Menge an Kraft, mit der sie gerade gespeist werden, nicht lange aushalten werden."

Also müssen wir ihn jetzt schlagen, solange wir diese Kraft haben?"

Genau."

Die beiden Teufel fuhren herum, als der große, weiße Höllendämon erschien.

Dante verzog das Gesicht, als er Ebony und Ivory auf ihn richtete und Vergil rief sechs spektrale Schwerter hinter seinem Rücken. Blitzte tanzten um diese Waffen, da nun eine enorme Menge von Energie in ihnen steckte.

Gin legte den Kopf schief. „Schließlich scheint es interessant zu werden."

-oOo-

Lava kroch über den Boden und Asche und Gase machten das Atmen fast unmöglich. Aber die drei Menschen hatten es bisher geschafft am Leben zu bleiben. FBI-Agentin Jodie Starling hatte am wenigsten Probleme, da sie die größte Lunge hatte.

Aber Conan und Ai, husteten ununterbrochen und schienen kaum noch Luft zu bekommen.

„Wir müssen hier weg.", hustete Jodie, „Aber wie?"

Plötzlich schlug ein paar Meter von ihnen entfernt ein Orb aus Feuer auf den Boden auf. Der Geruch von versengter Haut und Fell kroch in ihre Nase.

Die riesige Gestalt eines Dämons erhob sich vom verbrannten Boden, warf das versengte Fell ab, worauf sofort wieder neues wuchs.

Sein Körper schien dem eines Hundes zu ähneln, mit schwerem, schwarzem und grünem Fell bedeckt.

Eine dicke Mähne schützte seinen Hals, seine riesigen Pfoten waren mit riesigen Krallen versehen. Aber sein gesamter Kopf war aus weißen Knochen mit einem Geweih. Außerdem saß auf dem Körper, anscheinend als eine Art Rüstung, eine zweite Wirbelsäule samt Rippen und einem Peitschenschwanz aus feinen Gliedern. Insgesamt eine ziemlich gruselige Erscheinung. Schwarze Ranken ragten aus seinem Maul und schwankten durch die Luft.

Anscheinend zog die Präsenz des Höllendämons noch mehr Dämonen an.

„Das kann nicht sein.", flüsterte Conan, „Dante sagte, dass die Dämonen fliehen, sobald es nur die geringsten Anzeichen eines Höllendämonen gibt."

Die meisten Dämonen.", antwortete der Dämon, „Aber ich bin hier, um mit ihm zu kämpfen."

„…Shu?"

Nicht gerade das, was Menschen attraktiv nennen, aber ich bin ein Knochendämon."

Er drehte sich um. „Ich werde euch hier weg bringen. Bald wird der ganze Hafen verschwunden sein."

Bevor Jodie antworten konnte, wurden sie von schwarze Energie umhüllt, woraufhin sie verschwanden.

Augenblicke später setzte sich schwarze Materie mehrere Meilen vom Hafen entfernt zusammen.

Direkt vor Kommissar Takagi.

-o-

Schön, dass du wieder da bist.", meinte Dante, als Shuichi wiederkam und den Speer fest hielt.

Ich musste sie einfach fortbringen. Ich halte nicht viel davon Menschen ins Kreuzfeuer geraten zu lassen."

Du interessierst dich für Sterbliche. Wie niedlich. Hast du vergessen, dass es in erster Linie deren Schuld war, das du deinen Körper verloren hast?"

Gin musterte die drei. Drei Dämonen mit Anti-Dämonen-Waffen ausgerüstet und gestärkt mit seiner eigenen Kraft. Klang komisch.

Er spreizte seine Krallen und verschwand wieder blitzschnell.

Dante und Vergil wirbelten sofort herum, da er bestimmt von hinten angreifen würde. Und er kam von hinten.

Aber nicht aus der Richtung, in die sie jetzt sahen, sondern aus der, in die sie vorher gesehen hatten.

Son of a...", hustete Dante fluchend, als die riesigen Klauen trafen und ihr Fleisch durchschnitten.

Die beiden waren in ihrer stärksten Form, wodurch die Wunden sehr schnell heilten, aber nicht so schnell, wie Wunden, die von einem normalen Dämon zugefügt wurden.

Gin huschte über das Schlachtfeld, um sicher zu gehen, dass er wieder in Kontakt mit dem Boden war, um einen verheerenden Feuer-Boden Angriff zu starten.

Holt ihn vom Boden!", schrie Akai.

Dante und Vergil verstanden. Sie gingen zum Angriff über und stürzten sich von zwei Seiten auf den Höllendämon. Gin brach den Angriff ab und schlug seine Krallen in den Boden. Die beiden Hunter, drehten ab, blieben aber in der Luft. Sie wollten den Boden meiden, solange sie konnten.

Ihr Gegner hob die Brauen (oder hätte es eher getan, wenn er welche hätte) und legte den Kopf schief.

Er hatte bereits gemerkt, dass Akai ihn mit der antiken Waffe angriff.

Aber er machte nichts, um auszuweichen.

Stattdessen wechselte er die Struktur seines Körpers und bedeckte sich selbst mit Stein.

Akai stieß die Lanze vorwärts und durch das Gestein, aber die Lanze ging glatt durch, ohne jede Wirkung. Die Steine zerbröckelten zu einem ordentlichen Stapel.

Was zum Henker?", fluchte Dante verärgert.

Vergil hob einen Stein auf. Es waren nur Steine. Nichts Besonderes. „Er hat seinen inneren Kern verdrängt.", stellte er fest, „Und schob ihn in die Erde, um ihn zu verstecken."

Er runzelte die Stirn. Natürlich. Höllendämonen waren nichts anderes als ein schwarzer Kern, der eine Haut als Schutz hatte, die eine Form hatte, je nach Energie, die der Kern ausstrahlte.

So konnten sie einfach verschwinden, indem sie ihren inneren Kern entfernten und an eine andere Stelle schickten, während ihr alter Schild zusammenbrach.

Aber das konnte auch ihre größte Schwäche werden.

Vergil sah zu seinem Bruder, der sofort grinste. Offensichtlich dachte er das gleiche. Oder an Pizza, das konnte bei Dante niemand genau sagen.

Shuichi landete auf dem Boden, aber ließ seine Pfoten nicht jenen berühren. Stattdessen stütze er sich auf Knochenfersen. Ziemlich gruselig anzusehen, aber nützlich, um den Kontakt mit Gin auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Lava, die noch ins Meer floss, färbte den Himmel rot, und ließ das Wasser gefährlich zischen, als es mit jenem in Berührung kam. Dante blickte für einen Moment auf das geschmolzene Gestein.

Aber warum erhellte es die Nacht so stark?

Dann hörte er ein leises Pfeifen. Es ging fast unter in dem Zischen und Dröhnen, aber es kam von viel weiter oben.

Er sah in den Himmel und schnaubte frustriert.

Ach komm schon."

Was ist?", knurrte Vergil.

„Er kann nicht wirklich Meteoriten nach uns werfen, oder?"

Leicht verwirrt sah Vergil nach oben.

Und erblickte mehrere brennende Kugeln, die auf sie zu stürzten. Steine wurden vom Hafen weggeschleudert.

Nun, theoretisch sind Meteoriten Steine aus dem Weltraum. Sie sind nur anders, als die der Erde."

Ich denke, wir sollten uns eher darauf vorbereiten dieser Hölle auszuweichen."

Sekunden später wurde das Pfeifen ohrenbetäubend. Nur wenige Augenblicke später folgten die ersten Auswirkungen.

Steine und Trümmer wurden in alle Richtungen geschleudert und wurden zu tödlichen Geschossen. Auch wenn die Meteoriten nur so groß wie Kühlschränke waren, richteten sie eine Menge Schaden an.

Und es gab eine Menge von ihnen. Sie alle trafen ein relativ kleines Areal, zertrümmerten und zerschmetterten den Boden unter sich und erhöhten die Temperatur.

Aber das Schlimmste war, dass die gesamte Luft begann zu brennen. Nach dem ersten Aufprall schossen die ersten Flammen in den Himmel und verteilten sich kreisförmig.

Ein paar Augenblicke später brannte alles, die Flammen schlugen nach oben und saugten die zur Verfügung stehende Luft an, wie ein überdimensionaler Staubsauger.

Vielleicht war es eine gute Sache, dass Conan, Jodie und Ai von Shuichi fortgebracht worden waren.

Es war vielleicht nicht die Apokalypse, aber es war verdammt nah dran.