-XXVI-

„Ist das nicht schön?"

„Er hat gerade versucht uns mit Meteoriten zu töten."

„Aber sie waren nicht so stark, wie sie sein sollten."

Dante starrte seinen Bruder an. Vergil hatte die Arme verschränkt und betrachtete das Ausmaß der Zerstörung. Trotz der schieren Größe der Steine hatten sie nur wenig Schaden angerichtet. Relativ gesehen.

Jeder Aufprall verursachte einen Krater von einem Durchmesser von 20-50 Fuß (6-15m) und war mindestens zehn Meter tief. Eine Menge Schutt bedeckte den Boden und füllte auch einige Krater. Lavabrocken, Glasscherben und Metallstücke lagen überall herum.

Aber es war nicht allzu schwer beschädigt.

Kurz nachdem die Meteoriten eingeschlagen hatten, waren die Anhänger der Zwillinge zerbrochen und sie hatten sich zurück verwandelt.

Ein gruseliger Hirschschädel tauchte neben ihnen auf, mit einem komplett schwarzem Körper und zusätzlichen Knochen als Waffen.

Sie waren hohl."

„Hohl?"

Selbst ein Höllendämon wie er kann nicht einfach einen Schwarm Meteoriten aus dem Nichts erstellen."

„Daraufhin nahm er, was er gerade fand und transportierte es in die Atmosphäre und ließ es wieder frei?", fragte Vergil. Akai nickte.

Ich wollte nur sehen, ob es so schnell funktionier.", sagte die Stimme des Dämons. Er erhob sich gerade aus dem Boden und sah die drei Dämonen an. „Ich habe mich wohl geirrt. Trotz der offensichtlichen Stärke braucht es einiges an Zeit, um den perfekten Meteoriten zu erschaffen."

„Aber es war eine nette Demonstration.", schnaubte Dante und verzog das Gesicht, „Und es hat uns zwei weitere Stars gekostet. Hast du die Dinosaurier auch mit diesem Trick getötet?"

Natürlich.", Gins Stimme hatte einen Ton, als ob es doch klar war, „Mit ein bisschen mehr Masse, wie der große vor 250 Millionen Jahren."

Er blickte sie wieder an und sein Blick wurde hart.

Aber ich habe eine Frage an euch. Wer hat euch zu mir geschickt?"

„Sag ich nicht.", meinte Dante das Gesicht verziehend, „Du lässt dich schlagen, dann reden wir."

Nicht akzeptabel."

Dante und Vergil hoben ihre Waffen, in diesem Fall Cerberus und Beowulf und wollten gerade einen neuen Angriff starten, aber Akai stellte sich dazwischen.

Ich werde jetzt übernehmen.", sagte er, „Und ihr überlegt euch etwas, wie ihr ihn bekämpfen könnt. Er mag es nicht, sich an Menschen zu erinnern und ich glaube, dass er es bei euch beiden nicht mag zu sagen, wer wer ist. Verwendet das gegen ihn."

Vergil hob eine Braue, als der schwarze Dämon nach vorne schoss, um den Dämon mit all seiner Kraft anzugreifen.

Gin löste sich endgültig vom Boden und schlug seine Krallen in Akais Richtung, jener blockte den Schlag mit einem zusätzlichen Paar Schulterblättern. Die Krallen durchbrachen die Oberfläche der Knochen, aber weiterer Schaden wurde verhindert.

Dante und Vergil zogen sich an einen sicheren Platz zurück, da die alte Waffe, die Akai nutzte, von Zeit zu Zeit enorme Energie frei setzte.

„Wir können hier nicht einfach rumstehen und zusehen.", stöhnte Dante, „Ich will dem Ding in den Arsch treten!"

Vergil hob eine Braue, als er die beiden kämpfenden Dämonen beobachtete. Shuichis Rüstung war eine gute Verteidigung, aber nach zwei Treffern würden die Knochen brechen. Andrerseits waren Akais Krallen komplett nutzlos gegen Gin. Der Speer war die einzige Waffe, die die weiße Haut durchdringen und den Höllendämon verletzten konnte.

Mit großer Kraft fuhr die Klinge durch den Oberarm und trennte ihn ab. Der Arm wurde schwarz und spröde, bevor er zu Asche und vom Wind weggerissen wurde. Im selben Moment musste Akai schwarzen Ranken ausweichen, die alles, was sie berührten, töteten.

Augenblicklich wuchs Gin der Arm nach und er sprang auf seinen Gegner zu.

Vergil zog die Brauen zusammen.

„Er mag er nicht, sich an Leute zu erinnern, die er tötete."

„Na und? Ich kann mich auch nicht an alle Dämonen erinnern, die ich im Temen-ni-Gru getötet habe."

Vergil zog eine Grimasse. „Kannst du dich an den Beowulf-Typ erinnern?"

„Ja, du hast ihn getötet, weil er mich für dich-", dann verstand Dante. Genau wie Beowulf, erinnerte sich der Dämon sicherlich nicht an ihre Gesichter. Vielleicht erinnerte er sich daran, welche Farbe ihr Mantel hatte, aber mehr?

„Ich glaube, ich weiß, was du vorhast, Bro.", grinste Dante, „Und dieses Mal werde ich dir helfen."

-o-

Akai wurde sichtlich frustriert. Als er seinen Vater mit dem Höllendämon kämpfen sah, schien alles so einfach zu sein, aber das war nur nervig. Egal wie schnell und schwer er seinen Gegner verletzte, die Wunden heilten immer binnen Sekunden. Oder er würde mit den Ranken angreifen und dann heilen.

Shuichi beschleunigte kurz, war im Handumdrehen hinter seinem Gegner und rammte den Speer tief in dessen Rücken. Der Körper änderte sich einfach in eine weichere Form und fiel zu Boden und zerbröselte. Sekunden später brach die große, weiße Gestalt aus dem Erdreich und schlag seine Krallen nach Akai, brach dieses Mal durch beide Wirbelsäulen und zerriss das Fleisch, die Organe und anderes Gewebe, fast tiefgenug, um den Körper in zwei Teile zu teilen. Der schwarze Dämon fiel zu Boden, für einen Moment regungslos, aber bevor er seine Gesundheit wiedererlangen konnte, schlug Gin seine Krallen in den Boden, worauf die Erde mehrere Steinplatten ausspuckte, die seinen Gegner einschloss und ins Erdreich zogen.

Der Helldemon starrte noch für einen Moment auf die Stelle, dann wandte er sich den beiden anderen Jägern zu, fand aber nur einen vor. Ein blauer Mantel.

Gin beäugte ihn kurz und sprang dann vorwärts. Vergil wich mit Leichtigkeit aus und erzeugte mit Yamato mehrere Kugeln um sie herum. Die Klinge war von Dämonen geschmiedet und so hatte sie keine große Wirkung auf ihn. Der Höllendämon drehte sich um und versuchte Vergil schräg aufzuschneiden, aber in diesem Moment schlug der Jäger mit einer anderen Waffe noch vorne. Er hatte die auf Licht basierende Waffe, dachte Gin und erhöhte die Lichtbeständigkeit seiner Haut.

Nur war der Schlag extrem kalt und schmerzhaft. Nur Augenblicke erkannte er, dass Vergil nicht diese Licht-Waffe benutzte, sondern die Nunchakus seines Bruders benutzte.

Gins gesamte Arm und seine Schulter waren eingefroren und die Kette wickelte sich fest um sein Handgelenk. Der Höllendämon zuckte zurück und trennte den gefrorenen Teil von seinem Körper ab, aber dieses Mal wurde er nicht zu Staub und Gins Regeneration war stark eingeschränkt.

Auch war das Loch, das die Verletzung hinterließ groß genug, um in seinen Körper sehen zu können.

Ein großes, schwarzes Juwel befand sich auf der rechten Seite, wo das Herz sitzen würde, der Rest des Körpers war hohl. Schwarze Ranken schossen aus dem Juwel, füllten die Leere und bildeten Tentakel, die als neue Waffe dienten.

Plötzlich gab es ein Zischen und der Höllendämon sprang seitwärts, um den Angriff von Dante zu vermeiden. Der Hunter streifte nur seine Seite und riss seine Flanke weg.

Die Stulpen von Beowulf brannten gegen seine Unterarme.

Dante und Vergil grinsten sich an, dann attackierten sie den Höllendämon. Gin war zwar bereits wieder regeneriert, konnte aber kaum mit den verschiedenen Stilen, die die Zwillinge nutzten, umgehen. Während Dante eine viel größere Anzahl an Licht-Angriffen nutzte, als sein Bruder, nutzte Vergil die weniger vielfältigen, aber umso verheerenden Nunchakus.

Es würde etwas dauern, ihre Stile zu analysieren, um ihnen richtig begegnen zu können.

Aber er war nicht schnell genug.

Vergil verschwand plötzlich vor seinen Augen und als er herumfuhr, war sein Körper plötzlich eingefroren.

Licht brach durch seine Brust, zertrümmerte seine Haut und wenige Augenblicke später riss Dante den Kern aus ihm heraus.