-XXVII-

Ohne die Energie des Kernes, zerbröckelte die weiße Haut und das schwarze Material verdampfte beim Kontakt mit der Luft. Der gesamte Helldemon zerfiel einfach, und alles, was blieb, war der schwarze Edelstein in Dantes Faust. Es hatte die Größe von Ladys Faust, war komplett schwarz und pulsierte unregelmäßig.

Fast wie ein Herz, aber am Ende war es das konzentrierte Chaos und reine Zerstörung.

Macht.

Der wirkliche Höllendämon.

„Shu!", schrie Dante nach einem Moment Ruhe, „Beweg deinen Arsch hierher und beende das!"

Der schwarze Dämon kämpfte noch damit, frei zu kommen, als der Jäger eine unheimliche Präsenz fühlte.

Das beenden? Bring mich nicht zu lachen."

Die Zwillinge starrten alarmiert auf den Stein. Schwarze Ranken begannen aus ihm heraus zu wachsen und bildeten eine feste Struktur, fast wie Knochen. Innerhalb weniger Augenblicke hatte Gin einen Teil seines Körpers wiedererlangt, auch wenn seine Beinen noch nicht voll ausgebildet waren und die meiste Haut fehlte, aber sein Gesicht, seine Haare und sein linker Arm waren bereits wieder vollständig vorhanden.

Vergil schoss vorwärts, um ihn wieder einzufrieren, aber die dunkle Energie wickelte sich um seine Brust, um seine Arme und am stärksten um Cerberus und machte alle Bewegungen unmöglich. Das Gleiche passierte mit Dante, nur das seine Ranken viel dicker waren, da er viel näher am Edelstein war als sein Bruder.

Ein kurzer Blick auf Shuichi zeigte, dass auch er mit den schwarzen Ranken zu kämpfen hatte, die einfach aus dem Boden wuchsen, als ob es eine Pflanze aus der Hölle wäre.

Trotz dieses überaschenden Angriffes habe ich dich genau da, wo ich wollte.", sagte die Stimme. Seine stechend grünen Augen bohrten sich tief in Dantes Geist. Lasen in ihm, wie in einem offenen Buch.

Alte Erinnerungen fingen an vor seinem inneren Auge vorbei zu ziehen. Der Jäger wusste, dass er es verdrängen musste, aber der Dämon war viel zu nah.

Erinnerungen aus seiner Kindheit, als er seine Mutter sterben sah, Temen-Ni-Gru, Lady, Trish, Nero Angelo.

Und dann der Tag, als der asiatische Mann sein Büro betrat.

Huh? Was wollen sie?", fragte Dante mit seiner üblichen großspurigen Stimme, um seine Verwirrung zu verbergen.

„Es ist nicht notwendig, dass Sie meinen Namen kennen", sagte der Mann mit einem bemerkenswerten britischen Akzent: „Alles, was sie wissen müssen ist, dass sie einen Teufel für mich jagen sollen."

„So. Ein Teufel?" Dante legte den Kopf schief. „Erzählen sie mir. Warum denken sie, dass ich der Richtige bin für diesen Job?"

„Weil ich hörte, dass sie der Beste in diesem Bereich sind. Der Teufel, den ich sie bitte zu töten, ist sehr gefährlich."

„Sehr gefährlich. Hört sich interessant an", antwortete Dante, „Und was ist für mich drin?"

„Ich kann ihnen ¥ 900.000.000 für das Töten des Teufels bezahlen."

„Yen?"

„In Ihrer Währung rund 9. 15 Millionen US-Dollar."

„9 ... Millionen ...", keuchte Dante und fiel beinahe vom Stuhl. Er betrachtete seinen Kunden.

„Und Sie sind sicher, dass sie nicht scherzen? Wo ist die versteckte Kamera?"

„Ich versichere Ihnen das ist kein Witz", sagte der Mann, "ich Sie werde sie wirklich bezahlen. Der einzige Haken ist, dass sie nach Japan reisen müssen und ihn in Tokyo suchen. Die Reise Gebühren bezahle ich selbstverständlich."

Tokyo?" Dante lehnte sich zurück. „Hm. Um die halbe Welt reisen, töten einen einzigen Teufel und bekommen 9 Mio? Klingt perfekt für mich."

"Also haben wir einen Deal?"

„Natürlich", Dante grinste, „Sag mir, was der Teufel aussieht."

„Er hat weiße Haut und grünen Augen, drei Klauen an Händen und Füßen und ist ziemlich groß. Das ist alles, was Sie wissen müssen."

Die Ranken, die Vergil festhielten lockerten sich spürbar und Dante konnte den Schock in dem Gesicht seines Gegners sehen.

Das Problem mit Höllendämonen, dachte er, ist, dass sie extrem stark und gefährlich sind, aber auch extrem loyal. Und sie brauchen jemanden, um diese Macht zu lenken. Höllendämonen wie Ennes'Sharra, die auch G3-Dämonen genannt wurden, schauten immer zu den höherrangigen Dämonen, wie zum Beispiel Luzifer und Illuminati, auf und warteten auf Aufträge. Sie sind nicht besonders gut darin, sich eigene Ziele zu setzen.

Und wenn sie etwas versprachen, dann hielten sie es immer.

Genau wie Gin, als er versprach, dass er nie Anokatas Geist lesen und alle Aufgaben erfüllen würde, die man ihm gab.

Einen Höllendämon zu verraten..., gut, es war die schmerzhafteste Art zu sterben. Vergil hörte einmal die Geschichte, dass der König von Atlantis einen Helldemon des Wassers verriet. Sie arbeiteten nur für wenige Jahre zusammen, aber die Rache war furchtbar. Immerhin wurde Atlantis vollkommen ausgelöscht. Niemand wusste, was passieren würde, wenn man einen Höllendämon verriet, mit dem man fast ein halbes Jahrhundert zusammengearbeitet hatte.

Das Einzige, was sicher war, war, dass die unglückliche Seele in die tiefsten Abgründe der Hölle gezogen wurde, anstatt verschlungen zu werden, und einfach aufhörte zu existieren.

Die Ranken zuckten zur Seite, als sie sich zu verhärten begannen. Akai befreite sich sofort und sprang nach vorne, mit dem Ziel das schwarze Juwel zu durchbohren.

Nur blieb es nichts schwarz.

Die Luft begann sich zu erwärmen, Energie überflutete den Bereich, lief Amok zerstörte alles, was es erreichte, egal, was es war.

Gin zitterte und Dante riss seinen Arm los und befreite sich aus den Ranken.

Und dann bekam das Juwel eine aggressive, grüne Farbe. Ein giftiges Grün fegte über den gesamten Körper es Dämons, ließ seine Haut und seine Haare pechschwarz werden und färbte das Muster in seinem Gesicht in ein leuchtendes Orange.

In diesem Moment durchbohrte der Speer den Kern, aber der Dämon zuckte nicht einmal.

Statt den Dämon zu versiegeln, brach der Speer einen Teil aus dem Juwel heraus.

Und die ganze Welt explodierte einfach.

-oOo-

Stunden später zog ein Hubschrauber über das Gebiet, wo früher einmal der Hafen gewesen war.

Zeugen hatten einen gigantischen Strudel aus Feuer gesehen, der den Bereich überschwemmt hatte, aber nun war nichts mehr übrig.

Fast der gesamte Hafen war zu geschmolzenem Material reduziert worden, es waren keine Straßen oder Gebäude zu erkennen. Statt einem Hafen war jetzt ein gigantischer Pool aus geschmolzenem Gestein, Glas und Metall vorhanden, umgeben von einem Halbkreis, aus bereist ausgehärtetem Material.

„Großer Gott!", keuchte die Polizistin. Sato starrte ungläubig auf das Szenario unter ihnen. Sofort nachdem Conan, Ai und Jodie in ihrer Nähe aus dem nichts erschienen waren, warnten sie die Polizisten davor, diesen Ort zu betreten und rieten zur Flucht. Nun wollte der kleine Detektiv unbedingt an diesen Ort zurück, aber sie hatten warten müssen, bis sich der Himmel aufgeklärt hatte. Fernseh-Teams hatten sich bereits um den Krater versammelt, bald würde die gesamte Welt wissen, was passiert war.

Nichts konnte das überlebt haben.

„Das kann nicht sein.", flüsterte Conan, als er das Ausmaß der Zerstörung sah.

„Was ist passiert?", wollte Takagi wissen. Die drei saßen im Inneren des Hubschraubers und suchten nach Überlebenden.

„Ist das die Kraft von diesem…Höllendämon?", fragte Sato.

„Ich weiß es nicht.", antwortete der Junge. Er starrte nach unten, in der Hoffnung Dante und die anderen zu finden oder zumindest eine Spur von ihnen, aber da war nichts.

„Hey, ich sehe Leute dort unten!", schrie der Pilot. Der Helikopter machte eine scharfe Kurve, damit sie einen Blick auf die tosende See werden konnten.

Auf den Überresten eines versunkenen Schiffes saßen drei einsame Gestalten. Von den Mänteln waren nur noch Fetzten übrig und ihre Kleidung war zerrissen worden, aber sie schienen recht unversehrt.

Zwei von ihnen hatten weiße Haare und der dritte trug eine schwarze Wollmütze.

Und sie grinsten, als der Hubschrauber runter ging, um sie aufzusammeln.