Es war der Tag vor dem Ball, und wie erwartet drehte sich in der Schule alles um das große Ereignis. Die Mädchen gaben damit an, mit welchem Jungen sie auf den Ball gehen würden und was sie dort Großartiges tun würden. Die Jungs wiederum gaben damit an, mit welchem Mädchen sie vom Ball nach Hause gehen würden und was sie dort tun würden. Ich konnte über die ganze Sache nur lächeln. Ich würde mit Edward hingehen; wie zum Beweis lag die Kette, die er mir geschenkt hatte, auf einem roten Kissen auf meinem Nachttisch. Ich war das glücklichste Mädchen an der ganzen Schule, sicher.
Nach der Schule ging ich mit Edward zu ihm nach Hause. Die Cullens hatten mich schon oft eingeladen, und nachdem ich meine anfängliche Zurückhaltung überwunden hatte, fühlte ich mich dort genauso heimelig wie die Cullen- Kinder. An diesem Nachmittag waren wir jedoch alleine dort. Edward führte mich ganz Gentleman ins Wohnzimmer und ich setzte mich auf das Sofa. Er legte einen Film in den Recorder. Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir im Wilden Westen auf der Jagd nach den Viehdieben. Am Abend brachte Edward mich nach Hause. „ Ich wünsche dir eine gute Nacht", flüsterte er mir ins Ohr. „Ich freue mich schon auf morgen abend." Ich küsste ihn zu Abschied leicht auf die Wange und zog die Haustür ins Schloss. Ich wollte gerade die Treppe hinauf in mein Zimmer gehen, als es an der Tür klopfte. „Oh Liebling", murmelte ich lächelnd vor mich hin. „Du würdest deinen Kopf vergessen..." Doch als ich die Tür öffnete, stand nicht Edwards athletische Gestalt vor mir, sondern Jake. Er wirkte angespannt und nervös. „Hi Jake, was gibt's?", fragte ich ihn. „Willst du hereinkommen?" Er schüttelte so heftig den Kopf, dass seine langen Haare flogen. „Bella, ich muss dich etwas fragen", stieß er hervor. „Dann frage, aber schnell." Ich hielt das Ganze für ein Spiel. „Bella..." er scharrte mit dem Fuß über den Boden wie ein Huhn. „Willst du mit mir auf den Ball gehen?" Mit weit aufgerissenen Augen starrte er mich an wie ein Kaninchen eine Schlange. Ich schaute mindestens genauso blöd drein in diesem Moment. „Aber Jake, es tut mir fürchterlich leid", hörte ich mich sagen. „Ich gehe mit Edward zu dem Ball." Jake lächelte, und ich war nicht in der Lage, dieses Lächeln einzuordnen. „Hat er dich denn gefragt?" flüsterte er. Mir rutschte das Herz in die Hose. „Frag nicht so blöd!" schrie ich ihm ins Gesicht und knallte ihm die Tür vor der Nase zu. Ohne auf sein Hämmern gegen die Tür zu hören, rannte ich die Treppe hinauf, in mein Zimmer und warf mich auf mein Bett. Ich griff nach der Kette und schleuderte sie mit alle Macht gegen die Wand.
